Wenig Volumen aktuell, dafür alle Standard-Spots revisited.
Preflop hatte ich ja bereits erwähnt. Meine Stats über die letzten 4k Hände sind bemerkenswert besser geworden: kein Overfold im Big Blind mehr, mehr 3-Bet, weniger Fold vs. 3-Bet, mehr 4-Bet, mehr VPIP/PFR – wunderbar. Ich bin zufrieden. Ich hoffe, das bleibt nun auch so. Ich habe immer Phasen, in denen es gut läuft, aber dann lasse ich es schleifen und verliere all die paar Prozent, die ich mir mühsam angearbeitet habe.
Die nächsten Tage geht es um Flop-Play, wie oben beschrieben.
Hier will ich noch kurz etwas teilen – für Leute der Einsteigerstrategie, die das Flop-Play weiterhin einfach halten wollen, aber ein wenig mehr Pseudo-GTO einbauen möchten.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich nicht genauso spielen will. Vielleicht noch als Ergänzung: Es gibt einige wenige Boards, auf denen man nicht Range-Betten will, aber auch nicht Range-Checken, sondern eine große Betsize mit einer polaren Range spielen sollte. Aber wie schon oft erwähnt, raist der Pool nicht genug gegen kleine Bets und overfoldet zusätzlich. Es ist einfach super easy zu spielen: Just bet Range und lerne Turn/River-Play – oder checke Range und lerne zu defenden. Mal schauen.
Wie analysiere ich die ganzen Spots? Ich folge den Tipps des ehemaligen PokerStrategy-Coaches Pokerweasel. Seine Idee: Man kann keine Solver-Solutions kopieren. Es macht mehr Sinn, sich im Solver das Optimum anzuschauen und mit Flopzilla eine eigene, ähnliche Strategie zu basteln, die man tatsächlich umsetzen kann. Wichtig ist, keine reinen Frequenzfehler zu machen – also keine Hände zu checken, die der Solver zu 100 % bettet, und keine Hände zu betten, die der Solver zu 100 % checkt. Am Ende sollte man auf ähnlich gute Frequenzen und Betsizings kommen wie ein Solver.
Das habe ich nun schon für ein paar Spots auf unterschiedlichen Board-Texturen gemacht, und es klappt erstaunlich gut – besonders, wenn es darum geht, gegen Bets zu defenden. Mit dieser Methode lernt man sehr gut, wie weit oder weniger weit man auf bestimmten Board-Texturen defenden muss, wie sehr sich das verändert, sobald ein Straßendraw möglich ist, wie viel Flushdraws ausmachen oder wie schwer es wird, gut zu defenden, wenn das Board trocken ist.

Macht tatsächlich aktuell Spaß, sich diese Dinge anzuschauen.