Noch ein paar allgemeine Gedanken zum Thema Poker von mir:
Ich weiß, dass ich kein Vorbild in Sachen Disziplin und BRM bin, aber da ich die letzten 2 Jahre vom Poker gelebt habe und meine Reserven, die ich mir ergrindet habe noch für mindestens 2 Jahre reichen, kann ich mir auch mal den ein oder anderen Shot leisten.
Ich habe das Glück, dass mir das Spiel eine Menge Spaß macht, wegen der Herausforderung, die es darstellt und ich Glück habe, davon leben zu können.
Ich liebe dieses Spiel, weil es mich fordert und ständig eine Herausforderung darstellt, sowohl intelektuell als vor allem auch von der Disziplin und das einzige Ziel ist, möglich gut zu sein und die Gegner zu zerstören.
Es ist einfach eine harte und zuweilen ziemlich grausame Form des Wettbewerbs und das tut mir gut.
Grund ist, dass es mir mein ganzes Leben unangenehm war, meine Neugier und geistige Kreativität voll zu entfalten, weil ich das Gefühl hatte, dass es anderen Leuten unangenehm wäre.
Ich habe die 4. Klasse übersprungen, weil mir in der Schule langweilig war und da das am Gymnasium dann jeder wusste, haben mich auch Leute, die mich nicht kannten, anders behandelt.
Ich wurde nie gemobbt, da ich mich wehren konnte, aber hatte immer das Gefühl, mich zu rechtfertigen müssen, dafür, dass ich Spaß hatte zu denken und was zu lernen, was dazu geführt hat, dass ich irgendwann resigniert habe und halt wirklich gar nichts für die Schule gemacht habe und mir das auch wichtig war, weil es mir unangenehm war, dass alles so einfach war.
Im Mathestudium das gleiche, es war ziemlich einfach, durchzukommen, da ich die meisten Sachen auf Anhieb verstanden habe. Zwar hätte ich was tun müssen, um wirklich gut zu sein, aber da mir das unangenehm war und da ich auch ein Haufen Zeug hätte üben müssen, was mich nicht wirklich interessiert hat, hat mich das im großen und ganzen nicht wirklich befriedigt.
Das coole am pokern ist nun, dass es keine Grenze gibt und man immer mehr erreichen kann. Zwar bin ich nicht perfekt geeignet, weil mir die Disziplin fehlt, die ich mir aber gerade erarbeiten will.
So habe ich nach einige privaten Problemen, durch die ich von August bis November nicht gespielt habe und die mich einiges an Geld gekostet haben, im Dezember noch eine BR von 500 Dollar gehabt und dazu nicht mehr allzu viele Reserven, da ich einigen Leuten Geld geliehen hatte, was ich nicht zurückfordern wollte.
Aber ich hab damit ziemlich erfolgreich satellites gegrindet und ganz gut verdient, so dass ich relativ schnell das Ziel hatte, zur Scoop ums Leaderboard zu kämpfen, wenn alles perfekt läuft.
Naja ich hab mich dann "ausversehen" für die EPT Kopenhagen qualifiziert (nicht gesehen, dass der 215 Euro qualifier schon gestartet war) und da dort ein sideevent geshippt, so dass ich dann Reserven hatte, um das tatsächlich durchzuziehen. Bin dann zur SCOOP leider übel gerunnt, in 8 high Events ohne Cash und dazu in den sats nur breakeven, was auch ziemlich übel ist und auch in anderen MTTs ziemlich mies gerunnt, so dass ich erstmal eine Pause gebraucht habe.
Das wichtige ist aber, dass ich trotzdem so zufrieden bin wie nie zuvor, weil ich verstanden habe, warum mir das Spiel Spaß macht und weil ich alles nochmal genauso machen würde. Es ging zwar schief, aber ich hab gekämpft und bin an meine Grenzen gegangen und das hat einfach richtig gut getan.
Ein weiterer sehr wichtiger Punkt, warum ich dieses Spiel liebe, ist die Freiheit, die ich dadurch habe. Ich kann spielen, wann und wo ich will und genauso wichtig, ich muss mich nur mir selbst gegenüber rechtfertigen. Ich würde niemand anderem die Swings zumuten wollen, die ich hatte, aber für mich ist das in Ordnung, da ich genau weiß, wenn ich gewinne, habe ich es mir allein verdient und wenn ich verliere, ist es allein meine Sache. Ich bin bereit und in der Lage, die Varianz zu ertragen, wohingegen es mich ärgert, wenn ich schlecht spiele.
Das Geld selber bedeutet mir nicht wirklich viel, da ich selber nicht viel Geld brauche und mir einige Tätigkeiten vorstellen könnte, die mir Spaß machen würden mit denen ich über die Runden kommen würde und da mein Sicherheitsbedürfnis ziemlich gering ist.
Ich sehe diesen Blog als eine Art Tagebuch, was ich veröffentliche, ich fühle mich aber definitiv nicht verpflichtet ihn unbedingt immer weiterzuführen. Wenn ich keine Lust habe, gibt es auch kein update, da es mir völlig egal ist, was Leute über mich denken, die mich nicht kennen.
Ok dann werde ich jetzt schnell duschen und frühstücken und fange dann die erste session an.