Original von cYde
Ich habe mir deine letzten Posts jetzt nochmal durchgelesen und verstehe nicht ganz, wieso du zwischen Regulars und Freizeitspielern unterscheiden willst? Du kannst nicht demonstrieren, dass Menschen in bestimmten Situationen nicht dem Modell entsprechend handeln (in diesem Fall also eine rationale Entscheidung nicht zu treffen), wenn du nicht weißt, was für sie rational ist. Der Beispielspot den du beschreibst ist für mich keineswegs einer, bei dem man von einem klaren Fehler sprechen kann. Wir lassen doch auch Valuebets aus die stärkere Spieler machen würden und handeln deswegen nicht irrational. Zielführend wäre in meinen Augen ausschließlich die Betrachtung von Regulars (die auch halbwegs die gleichen Stakes spielen) und dann da zu filtern nach Spielern, die $x in den letzten 1.000 Händen gewonnen oder verloren haben oder die 4 Stunden oder mehr gespielt haben und die dann getroffenen Entscheidungen mit denen der Gesamtpopulation zu vergleichen. Eventuell verstehe ich dein Problem auch noch nicht richtig.
Ich erklär nochmal strukturiert die Sachen auf die es mir ankommt. Die Unterpunkte sollten helfen, dass man nicht aneinandervorbeiredet und klar ist, auf was Bezug genommen wird. Freue mich tierisch über jeden Kommentar. Alles was geschrieben wird hilft und ist eigtl immer gut.
1. Es existieren zwei Modelle die ich anschauen will: Das erste ist der homo oeconomicus, bei der der Graph adäquat zu dem mehrfach geposteten wie eine Ursprungserade mit Nutzen=Gewinn verläuft. Das zweite ist die Prospect Theory, die wie oben verläuft, nach der Menschen angeblich intuitiv handeln.
2. ANNAHME: Der perfekte Pokerspieler, der sich in solidem BRM befindet, sollte versuchen jede Entscheidung max $-EV zu treffen (womit er dem Modell des homo oeconomicus entspricht). Mein Regalias stellt eine Annäherung an diesen "perfekten" Pokerspieler dar. Auf jedenfall hab ich da schonmal sehr gute Leute zusammengefasst.
3. ANNAHME: Ein Freizeitspieler, der die Regeln kennt versucht seinem Verstand nach möglichst clever zu entscheiden und verhält sich eher entsprechend der Prospect Theory
4. Was versuche ich eigtl zu zeigen?
4.1: Annahme 2 und 3 treffen zu (qualitativ, in dem SInne, dass Reg näher an homo oec. dran ist als Fisch)
4.2: Würde man versuchen einen Graph dementsprechend für Reg und Fisch zu machen befinden sich beide Graphen zwischen Prospect Theory und homo oec.
-> ausschließen zu können, dass Entscheidungen komplett anders getroffen werden->z.B. dass Bewegungen um den Nullpunkt rum relativ egal sind und je größer der Gewinn/Verlust wird er wichtiger wird ist ja auch schon was wert
5. Poker ist nicht anderes als ein Entscheidungsraum für Investitionen und ich denke es gibt Situationen, bei denen man sehr objektiv sagen kann, dass eine Entscheidung besser ist oder schlechter->d.h. das Game lässt sich für meine Mittel verwenden
6. Es gibt jede Menge Probleme:
6.1: Modellierung eines Spots mit Samplesize, der einem von Kahneman's Experimenten gleicht.
Kahneman stellt einen vor die Wahl 30€ sicher oder 40€ zu 80% zu bekommen (und die große Mehrheit nimmt die 30€)
Mein bet secondpair spot nach checkcheck soll dem nahe kommen, hier ist jedoch klar, dass die "80%" nicht bekannt sind, sondern da das eigene Schätzen und Erfahrungswerte gefragt sind (was die Edge der Regs in dem Spot ausmacht)
->Bin immernoch auf der Suche nach besseren Spots!
6.2: Unvollständige Datenbank (Ich kenne nur Hände die zum Showdown gingen und sehe nie wenn einer der beiden foldet)
6.3 Einfluss des Gesamtvermögens auf Entscheidung
Ich bin immernoch recht stark davon überzeugt, dass da Potenzial da ist, was so eine Arbeit auch für mich interessant macht. Je mehr Punkte (also auch Probleme) man hat, desto besser ist es ja eigtl, weil man viele Sachen hat, auf die man eingehen kann. Ich denke Parallelen sind unumstritten, sodass das Thema nicht komplett abwegig und an den Haaren herbeigezogen erscheint.