Joa, so back in Wien und hab mir die ganzen Posts erst mal ausführlicher durchgelesen. Danke erst mal für die aufmunternden Worte. Charakteristisch ist aber das Wort 'einfach'. Ich soll 'einfach' dies oder jenes tun aber wenn es so einfach ginge, dann hätte ich es wohl schon getan. Ich glaub das kann auch kaum einer nachvollziehen, weil es ausschließlich in meinem Kopf stattfindet und in diesem ist die Frustration mittlerweile echt groß. Es ist nicht das erste mal, dass ich quasi bei 0 wieder anfangen muss und deswegen hat die Medaillie halt zwei Seiten. Zum einen bin ich relativ optimistisch, dass ich es recht schnell wieder auf meine regstakes schaffe aber andererseits vergrößert diese Erfahrung den dahinter liegenden Tilt.
Wenn ich so hochrechne komme ich auf 100k lifetimewinnings und stehe jetzt trotzdem quasi ohne Bankroll da und jedes mal, wenn ich dachte der Durchbruch ist geschafft, kommt irgendetwas, was mich wieder Meilenweit zurück wirft. Vor dem Black Friday gab es einige Momente, wo ich einen großen Teil meiner BR ausgecasht habe und dann wieder lowstakes grinden musste, dann gerebuilded, auf NL400 upgemoved und dort wieder meine BR zerstört. Dann wieder hochgegrindet, cashout, dann wieder hochgegrindet, Black Friday, dann wieder auf Stars hochgegrindet, im 11+r 8,6k geshippt und die NL200 Roll gehabt. Auch wieder nur auf die Fresse bekommen. Ich hab 4k draufgelassen, einen Teil ausgecasht und einen Teil verschenkt und am nächsten Tag bin ich halt 4k gedroppt. Wieder hochgegrindet und dann kam dieser verhängnisvolle Tag. Immer, wenn es höher in die Stakes geht, krieg ich ordentlich auf die Fresse. Genau so auch bei MTTs, wo ich bei den BIs > $50 nichts zu Stande bekomme und das liegt dann sicher nicht nur an Tilt und Skillwise ist der Sprung einfach nicht so groß, dass ich auf den niedrigeren Stakes gut performe und dann n ROI von -50% auf $50+ habe. Es ist in erster Linie tatsächlich eine nicht endenwollende Pechsträhne, die dann letztendlich den Tilt katalysiert. Pechsträhnen gehören dazu aber jeder, der in dieser Situation mal war und um sich herum gesehen hat wie andere tagtäglich godlike runnen wird psycholigisch nachvollziehen können wie man diese Ungerechtigkeit empfindet. Ich höre mich so oft den Satz hören, dass etwas doch so unfair ist und, obwohl das sicher stimmen mag, liegt es natürlich nicht unter meinem Einfluss Gerechtigkeit und Fairness mitzubestimmen. Am Ende des Tages muss ich mich damit abfinden, dass es nun mal so ist und ich nur mein bestes geben kann aber man kann es mir wohl auch nicht verdenken, dass ich beim x.ten mal dann nicht anfange sauer darüber zu werden.
Ich werde aber nicht aufgeben, mein Mindset war tatsächlich schon mal schlechter und auch, wenn ich immer noch Tilte ist mein C-Game oder Tiltgame von früher radikal schlechter als das von Heute.
Wie geht es nun weiter?
Ich bin mir nicht 100%ig sicher, was ich nun mache außer, dass ich es weiterhin versuchen werde. Eine Roll für NL50 habe ich nun noch auch, wenn es eher in die Kategorie des Aggro BRM fällt. Nichtsdestotrotz kommen niedrigere Stakes nur dann in Frage, wenn ich wirklich vollends broke bin. Ich brauche ca. 57k VPP für den 3.6k$ Milestone und könnte mich auf dieses Ziel fokussieren. NL100 wäre dafür deutlich besser, ich werde mich die Tage sicher mal umschauen, ob irgendeine Form von Staking oder Backing dahingehend sinnvoll ist. Möglicherweise achte ich auch penibler darauf in einem guten Gemütszustand zu spielen, wenn das Geld eines mehr oder minder Fremden at stake ist, das weiß ich nicht.
Alternative wäre einfach von NL50 wieder hochzugrinden. So richtig Lust habe ich auf das Limit obv nicht, nach dem es ja schon um höhere Summen auf NL200 ging aber das krieg ich sicher schon hin. Generell fällt es mir auch leichter mich wieder hochzugrinden als bei einem besimmten Punkt Moneyprintingstyle auf einem Limit konzentrierter zu grinden. Einfach weil die Beträge steigen und die Herausforderung größer wird. Beim grinden will ich nun einige Grundregeln beachten. Das ist mir in den vergangenen Wochen sogar größtenteils gelungen aber dieser eine Tag hat mich dann wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt:
1) Vor dem Grinden erst richtig wach werden, duschen, essen, vor die Tür gehen.
2) Pausen einlegen
3) Die Sessionlänge zeitlich begrenzen und wenn der Timer klingelt einfach aufhören
4) Nicht auf den Graphen schauen
Davon ist 1) natürlich das einfachste, die anderen Ziele hängen stark damit zusammen, wie es mit 4) aussieht. Letztendlich hat es eben den größten Einfluss, wenn ich den Stand der Session sehe und das auf mich einwirkt.
Ich werde die Tage dann berichten. Die Pause in Wien, wo ich einfach nicht ins Forum geschaut habe und auch mit niemandem über Poker geredet habe hat schon mal gut getan und ich bin wieder richtig heiß auf dieses Game. Stay tuned.