Frage 1: Aus welchen Gründen spielst du Poker? (Bei dieser Frage spielt es keine Rolle, wie konkret deine Antwort ausfällt; allerdings solltest du versuchen, alle Gründe zu erfassen und zu erklären)
Poker ist für mich eine gute Möglichkeit, sich jederzeit mit anderen Menschen messen und sich gegen sie beweisen und sie schlagen zu können. Ich mag den Wettbewerb mit anderen Menschen und war daher vor Poker auch schon eine Zeit lang im Esport aktiv, jedoch ist Poker im Vergleich dazu viel leichter zugänglich und logistisch weniger aufwändig, denn zu jeder Tageszeit stehen hier im Internet zahlreiche Tische und Gegner zur Verfügung.
Natürlich ist es ebenfalls interessant, dass man beim Poker durch überlegenes und erfolgreiches Spiel nicht bloß Selbstbestätigung, sondern auch beachtliche finanzielle Gewinne erlangen kann und die Aussicht darauf ist sicherlich auch ein Faktor, der mein Interesse daran erhöht, mich mit Poker zu beschäftigen.
Da ich aber im Moment noch weit davon entfernt bin, um nennenswerte Beträge zu spielen, betrachte ich das Ganze derzeit nur als Hobby und denke bisher nicht groß darüber nach, mal irgendwann vielleicht von Poker zu leben oder ähnliches.
Ich finde es außerdem gut, dass Poker relativ komplex ist, weil es dadurch viele Möglichkeiten gibt sich zu verbessern und sich einen Vorteil gegenüber dem Durchschnittsspieler zu erarbeiten, so dass trotz des Glücksfaktors Varianz langfristig ein erfolgreiches Spiel möglich sein sollte.
Dieses ist auch mein Ziel. Also ich möchte schon auf lange Sicht Gewinn machen können und nicht bloß breakeven spielen und mir damit meine Zeit vertreiben. Diese Gewinne brauchen allerdings nicht riesig groß zu sein. Sie sollten lediglich irgendwie erkennbar sein, auch um ein bisschen sowas wie eine Erfolgsbestätigung zu haben.
Frage 2: Was sind deine Schwächen beim Poker? (Welche Fehler, denen du dir bewusst bist, machst du während des Spiels? Spielst du, obwohl du müde bist? Tiltest du leicht? Willst du zu oft den Showdown sehen? Schreib alle Schwächen auf, die du bei dir bereits bemerkt hast.)
Ich fürchte ich mache noch sehr viele der typischen Anfängerfehler, wie zum Beispiel zu häufig zu callen und ähnliches. Postflop spiele ich generell noch ziemlich planlos. Ich habe wohl einfach noch viel zu wenig Zeit in das Lernen der Theorie investiert. Auch mache ich leider beim Spielen oft noch andere Sachen am Computer nebenbei, was mich eventuell ablenken könnte.
Ich schätze ich muss lernen, dass ich einfach noch viel ernsthafter und konzentrierter an die Sache rangehen muss, wenn ich meinen eigenen Ansprüchen gerecht werden will, denn selbst die untersten Limits schlagen sich nicht durch Talent alleine. Vermutlich ist das etwas neu für mich, weil ich in der Schule und in der Uni nie besonders viel für meinem Erfolg tun musste.
Es fällt mir auch sehr schwer mein eigenes Können überhaupt richtig einzuschätzen, da man ja an seinen Ergebnissen erst ab einer ziemlich großen Samplesize wirklich etwas ablesen kann. Wenn man aber so wenige Anhaltspunkte hat, um zu erkennen ob man auf dem richtigen Weg ist, dann fehlt leider auch ein wenig die Motivation, um wirklich so aktiv zu spielen, dass man diese aussagekräftige Samplesize in absehbarer Zeit mal erreicht, weil man sich einfach nicht sicher ist, ob es die zu investierende Zeit am Ende auch wert ist.
Kurz gesagt: Die Tatsache, dass es keine Erfolgsgarantie gibt, selbst wenn man noch so viel Zeit und Aufwand investiert wie man kann, hält mich glaube ich ein wenig davon ab, dies zu tun. Hier muss ich wohl noch irgendwie ein besseres Mindset erlangen.
Frage 3: Was heißt es, tight-aggressiv zu spielen? (Beschreibe mit eigenen Worten, was tight-aggressiv bedeutet und warum diese Spielweise funktioniert.)
Tight zu spielen bedeutet nur mit sehr wenigen Starthänden überhaupt in das Spiel einzusteigen, also nur mit den profitabelsten. In alle anderen Hände wollen wir möglichst gar kein Geld investieren, da sie zwar ab und zu mal gewinnen können, aber man auf Dauer mit ihren Verlust macht. Zudem sind sie postflop auch noch schwerer zu spielen als starke Hände und es gibt keinen Grund sich unnötig in solche Situationen zu bringen.
Aggressiv zu spielen heißt, dass man die Hände die man spielt häufig raised oder betted und nur selten called. Damit wollen wir unsere starken Hände verteidigen und zum einen Foldequity erzeugen und zum anderen möglichst viel Value aus den Händen herausholen. Besonders vor dem Flop limpen sollte man fast nie, damit der Big Blind nicht umsonst mitspielen kann, denn sonst könnte er mit zwei Karten ein gutes Blatt treffen, mit denen er sonst überhaupt nicht eingestiegen wäre.
Postflop macht callen auch nur selten Sinn, denn wenn man überzeugt ist die beste Hand zu halten, dann kann man ja auch raisen und ansonsten sollte man oft lieber folden, da halt nur die beste Hand den Pot gewinnt. Callen macht am ehesten Sinn bei guten Draws, also wenn man profitable Odds hat am Turn oder River noch die beste Hand zu bekommen.
Ein weiteres Merkmal von aggressivem Spiel ist die Continuation Bet, weil wir den Gegnern generell möglichst selten erlauben wollen weitere Karten umsonst zu sehen.