Hallo,
ich möchte mit diesem Blog wieder beginnen über meine Pokerreise zu schreiben.
Worum geht es hier und warum schreibe ich diesen Blog? Ich möchte mit einem leicht philosophischen Beitrag beginnen.
Ich möchte euch zu Beginn warnen. Ich habe bereits vor knapp über einem Jahr hier einen Blog geführt, bei dem ich sehr sparsam bei den typischen Informationen war. Beispiel: Hände, auf welcher Seite ich spiele oder Graphen.
Falls ihr sowas sucht, seid ihr hier falsch. Ich werde vielleicht manchmal ein paar Hände posten, werde euch manchmal durchgeben wie es in diesem Monat finanziell läuft aber mehr auch nicht. In diesem Blog geht es um etwas anderes:
Es geht darum, für mich selber die Herausforderungen zu reflektieren die meiner Meinung nach wichtiger sind. Vorallem wenn man Poker wie ich aus verschiedenen Motiven spielt, die von Geld für größere Ziele bis Training von Konzentration und Disziplin gehen. Was sind meine Ziele? Warum setze ich mir diese Ziele? Was will ich endgültig mit Poker erreichen? Wie evaluiere ich meine Ziele? Wie steht meine Pokerleistung im Zusammenhang mit meine restlichen Leben? Wieviel habe ich an meinem Spiel und wie gearbeitet?
Ich spiele nun seit 6,5 Jahren Poker und meine Winnings gehen in den mittleren Sechsstelligen Bereich. Meine Ziele mit Poker sind derzeit davon zu leben (ca. 2000 Euro im Monat Ausgaben) und gleichzeitig ein Overlay von 100.000 Euro in den nächsten 20 Monaten herzustellen. Ich spiele up to NL400.
Das Overlay nutze ich um mein Online Unternehmen aufzubauen und genug Zeit zu haben um meine restliche Zeit so nutzen zu können wie es will.
Langfristig möche ich weder für immer Poker spielen noch diesem Spiel mehr Priorität geben als ein typisches Hobby es bekommt.
Wie sehe ich den Beruf "Poker"?
Ich kann darauf keine klare Antwort geben. Aber ich kann euch ein wenig über meine Erfahrungen erzählen. Poker ist ohne Zweifel ein Spiel bei dem es möglich ist, mit Einsatz, Konzentration und Disziplin mehr Geld zu machen als in vielen anderen Berufen. Damals, als ich begonnen habe war es deutlich einfacher viel Geld zu machen - aber darum geht es nicht.
Es gibt viele andere Bereiche , viel Geld zu machen, einen Job zu bekommen oder irgendwo anstellt zu sein halte ich für die denkbar schlechteste Option um dieses Ziel zu erreichen.
Warum spiele ich noch Poker und nehme nicht die anderen Optionen? Warum spielen die meisten Leute die hauptberuflich spielen Poker?
Nun, es gibt einen Punkt der nennt sich Realität. Theoretisch könnten wir alles machen. Wir könnten alle mit SEO, Online Marketing, Forex, Wettbüros blablabla anfangen und damit reich werden - über Jahre, wenn wir uns das zum Ziel setzen. Aber die Frage ist immer : Was machen wir wirklich?
Der zweite Punkt ist der dass ich aktuell noch Poker im Momentum habe, ich habe eine Hourly von ca. 100 $ pro Stunde und damit bin ich "zufrieden". Und hier setzt auch der Punkt an - bei 100 $ die Stunde kommt schnell zufriedenheit ein, man beginnt Denkfaul zu werden, lebt in den Tag hinein, setzt sich entweder keine neuen Ziele oder wenn doch, setzt man sie nicht um. Wir sind ziemlich faule Wesen im Schnitt, wir Menschen.
Und das ist auch der Grund warum die meisten Leute, meiner Meinung nach hauptberuflich Poker spielen. Man gewöhnt sich an etwas. Man ist zufrieden, man schaut sich garnicht nach anderen Möglichkeiten um. Warum sollte man auch? 100 $ die Stunde, 200 $ die Stunde, manche die ich kenne machen 1000 $ die Stunde. Ist doch ganz cool, außerdem macht das Spiel auch Spaß, man hat sich ja daran gewöhnt, die Denkrätsel zu lösen, neue Lines zu entdecken, die Challenge gegen immer bessere Spieler zu suchen.
Und das ist auch nicht schlimm. Was ich nämlich gelernt habe, in den letzten Jahren ist dass es nicht wirklich ums Pokern geht wenn man es spielt. Es geht um die Auswirkungen aufs restliche Leben. Die Freizeit, die Reisen, die Freiheit, die Möglichkeiten die man hat. Wenn man Poker gerne spielt und es gleichzeitig auch als Mittel zum Zweck sieht kann es großartig sein. Und ich kenne einige Beispiele die das wirklich sehr geil machen und ein geiles Leben haben.
Viele aber sind meiner Meinung nach in einem Kreislauf aus dem sie schwer wieder rauskommen. Mich inklusive. Man pokert, macht Geld, es ist nichts weiter als ein Job. Man sucht nicht nach Alternative weil sich das nicht gut anfühlt. Man hat kein Ziel weil man irgendwie faul ist. Man macht sich keine Gedanken über die Zeit danach. Für mich ist das ungefähr genauso schlimm wie wenn Leute angestellte in einem Job sind den sie nicht mögen. Wenn etwas kein größeres Ziel hat - ist es für mich nichts was ich länger machen will.
Ich möchte mit Poker nun das Grundkapital aufbauen, weg vom "ich spiele nur um über die Runden zu kommen und mache dann 6 Monate Pause sobald ich einigermaßen genug Geld habe und spiele dann wieder mehr" zum Spielen mit Sinn, spielen mit größeren Ziel.
Und hier rum geht in diesem Blog. Was passiert after you get a pro? Was passiert wenn du seit Jahren den Traum vieler Menschen lebst? Welche Herausforderungen gibt es?
Ich weiss, für viele uninteressant. Aber vielleicht kann ja der eine oder andere doch etwas mitnehmen.
Ich will ca. 30000-50000 Hände spielen, und ca. 1 Stunde mein Spiel verbessern. Die nächsten 20 Monate, danach sage ich wahrscheinlich adios zum Pokern.
Viel Spaß beim Lesen. Für Feedback und Kommentare bin ich dankbar. Ich lerne gerne dazu.