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belze
Beigetreten: 27.05.2005

Ich kann dir nur dazu sagen, dass ich ca. 1000mal stolzer auf mein Studium (obwohl das zwar erfolgreich, aber nicht excellent läuft) als auf meine "Pokerkarriere" (obwohl die im relativen Vergleich wahrscheinlich besser als mein Studium läuft) bin.

Und man hat neben jedem Studium genug Zeit, wenn man halt auch mal ordentlich den Arsch hochbekommt.


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Zitat
keevo
Beigetreten: 22.03.2008

Ok, ist vielleicht auch keine gute Diskussionsgrundlage, weil jeder eigene Vorstellungen und Werte hat. Wenn dir Poker, oder die Möglichkeiten die du aus deinem Erfolg auf dieser Schiene ziehst, eh nichts bedeutet, dann brauchste auch nicht stolz drauf sein.
Mir bedeutet es halt viel, dachte das wäre der Standard unter mehr oder weniger ambitionierten Spielern.
Glaub dir ja auch dass du auf dein Studium stolz bist, dieses verleugnest du aber ja auch nicht.
Naja, irgendwie vom Thema abgewichen ;)


Antwort
Zitat
belze
Beigetreten: 27.05.2005

Original von keevo
Ok, ist vielleicht auch keine gute Diskussionsgrundlage, weil jeder eigene Vorstellungen und Werte hat. Wenn dir Poker, oder die Möglichkeiten die du aus deinem Erfolg auf dieser Schiene ziehst, eh nichts bedeutet, dann brauchste auch nicht stolz drauf sein.
Mir bedeutet es halt viel, dachte das wäre der Standard unter mehr oder weniger ambitionierten Spielern.

Klar bedeutet es mir was. Alles andere wäre wohl ziemlich "ungewöhnlich".
Es ist mir aber auch klar, dass es nur ein Zeitabschnitt meines Lebens ist, der im Vergleich zum späteren Beruf wahrscheinlich doch relativ kurz ist.

Ist aber wahrscheinlich wirklich ne Diskussionsgrundlage, die von zu vielen Faktoren abhängt.


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Zitat
joosP
Beigetreten: 26.04.2007

Original von korn
....Was der 2+2 Artikel beschreibt ist meiner Meinung nach eher schlechtes BRM.

Was ich so mitbekomme ist der Fail bei Poker-Pros genau andersrum:

1. Leute brechen Studium ab / geben Job auf um Poker-Pro zu werden
2. Nun sind sie Poker-Pro, spielen bzw beschäftigen sich aber viel zu wenig mit Poker (unter 6 Stunden pro Tag). Sie sind also eher "Halbtags-Pro"
3. Wenn dann noch schlechtes BRM und ein teurer Lebensstil dazu kommen, sind die Probleme vorgezeichnet

Ich sehe es also andersrum:

I) Poker-only macht nur Sinn, wenn man es auch wirklich > 40h pro Woche, jede Woche, mit Disziplin und gutem BRM durchzieht. Dann sollte man als Ziel anpeilen, innerhalb von einigen Jahren gute Reserven angespart zu haben (so wie es Fußball-Profis auch tun sollten).

II) Die meisten Leute, die Poker-Pro werden, haben nur kein Bock mehr auf das, was sie sonst noch machen (Studium, Beruf) und sehen dies oft als Vorwand, damit dann aufzuhören und etwas mehr zu chillen.

III) Daraus folgt, dass die meisten Leuten eben auch wunderbar neben dem was sie (Studium, Beruf) verdammt viel und erfolgreich Poker können.

sim ist in den punkten ein gutes vorbild.


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hidigartmann
Beigetreten: 12.10.2007

ich habe ja im letzen absatz gesagt, dass das eine relative sache ist. ich wollte dich damit nicht kritisieren, ich möchte dich bei deiner entscheidung unterstützen. so ging es mir halt nach meiner "pokeronly"-phase.

mir bedeutet poker nicht mehr viel. trotzdem kann ich doch meine erfahrung teilen. ich habe größten respekt vor professionalität, wenn das dein ding ist mach es.


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Zitat
keevo
Beigetreten: 22.03.2008

Danke für die Quote joosp. So true.


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Jonasyyy
Beigetreten: 07.01.2010

Finde deine Einstellung zu dem ganzen sehr gut und reif .. Ich bin auch vor ein paar Tagen 20 geworden, mache grad noch mein Abi (einma wiederholt, yay) und mir hilft es immer sehr, in Blogs von gleichaltrigen oder Leuten, die in dieser Entscheidungsphase schon waren, zu lesen.

Du wirst schon das richtige für dich finden, die richtige Einstellung hast du meiner Meinung nach auf jedenfall schonmal :)


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Zitat
IronPumper
Beigetreten: 04.01.2008

Was halt interessant ist, dass hier jemand nur ein Studium anfangen will, um sein soziales Netzwerk zu erweitern, einen geplanteren Tagesablauf zu haben und mehr Abwechslung zu haben.

Ich denke, wenn man sich nur mal 1h intensiv Gedanken macht, dann wird man für sich persönlich (je nach Neigungen) wohl 100k+ Sachen finden, die die obigen 3 Punkte uvm. viel besser erfüllen.


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Zitat
mukzr
Beigetreten: 02.02.2007

@ ironpumper... glaub mir, dass haben viele (auch ich) gedacht, bevor sie sich fürs "freie jahr" entschieden haben...

du hast dir doch sicher auch schon oft vorgenommen nicht mehr zu tilten?
oder du hast dir sicher auch schonmal vorgenommen früher anfangen zu lernen?

etc. ich stell mir auch immer alles zu einfach vor (wie man obv an meinen plänen immer sieht) aber im endeffekt ist es dann immer so:

der wille ist stark aber das fleisch ist schwach...


Antwort
Zitat
IronPumper
Beigetreten: 04.01.2008

Original von mukzr
@ ironpumper... glaub mir, dass haben viele (auch ich) gedacht, bevor sie sich fürs "freie jahr" entschieden haben...

du hast dir doch sicher auch schon oft vorgenommen nicht mehr zu tilten?
oder du hast dir sicher auch schonmal vorgenommen früher anfangen zu lernen?

etc. ich stell mir auch immer alles zu einfach vor (wie man obv an meinen plänen immer sieht) aber im endeffekt ist es dann immer so:

der wille ist stark aber das fleisch ist schwach...

das hat doch nichts mit Willen zu tun.
Es muss ja nicht einfach sein, etwas zu finden was man längere Zeit mit Hingabe verfolgen kann.
Auch muss man sich ev. ausprobieren (was zumind, spannend sein kann).

Aber nur weil man nicht suchen will, sich für etwas wegzuwerfen, was man nicht will?

Finde ich falsch.


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Zitat
nekkx1
Beigetreten: 25.09.2007

guter quote joosp, kann dem nur zustimmen auch auf mich selbst bezogen ist/war es so.


Antwort
Zitat
cYde
Beigetreten: 04.12.2006

Korn's Post ist definitiv ziemlich gut und ich würde sagen, dass er auf mich auch ziemlich gut zutrifft. Allerdings wird dabei ein Kriterium vernachlässigt, nämlich dass man als Student nicht unbedingt fleisiger ist als in seinem Projahr. Die meisten, abhängig vom Studiengang, werden wohl auch als weniger fleisiger Mensch den Studiengang bestehen. Und dann? Da man kaum einen Traumabschluss erzielt, wird man wohl auf die Durchschnittsjobs zurückgreifen müssen. Das sind dann zwar überdurchschnittlich bezahlte Jobs aber ist das dann die Erfüllung? Ist es denn so toll für ein geregeltes Einkommen jede Woche schuften zu müssen? Ob man will oder nicht, ob es Spaß macht oder nicht?

Ich hatte mir für mein letztes Jahr sehr viele Pokerziele gesetzt, vor allem was das Volumen angeht und bin gnadenlos gescheitert, obwohl sie nicht gerade Unmengen an Zeit erfordert hätten. Und wisst ihr was? Ich würde es sofort wieder machen. Ich genieße die Freiheit jeden Tag so gestalten zu können wie ich möchte wahnsinnig. Ich freue mich beim Schlafengehen auf den nächsten Tag weil ich mit dem was mir Spaß macht auch noch Geld verdiene und mir von niemandem reinreden lassen muss. Und trotzdem verdiene ich mehr als die allermeisten Mitbürger.

Fakt ist einfach, dass Poker immer tougher wird. Ich bin mir sicher, dass sich ein Großteil der Leute, die jetzt in der Lage wären, monatlich mit moderatem Arbeitsufwand 10k+ zu machen und sich fürs Studium entscheiden, irgendwann im Leben maßlos ärgern werden. Es gibt natürlich den geborenen Arzt oder den tiltenden überaggro (;) joosP) Buddhisten der allen weltlichen Gütern abschwört und daher sein Glück nicht im Pokern finden wird aber diese Menschen dürften hier eher eine Ausnahme sein. Eine Chance wie Poker wird man unter Umständen nie wieder im Leben bekommen und auch wenn ich zugegebenermaßen keinerlei Ahnung vom Arbeitsmarkt habe bin ich mir sicher, dass ich auch vier Jahre später als der Durchschnitt mit einem guten Hochschulabschluss einen ebenso guten Beruf finden werde, auch wenn mir jetzt jeder Personalchef evtl. was anderes sagen würde. Das ist aber meine Überzeugung.

Das mit den sozialen Kontakten ist auch so eine Sache. Jemand der als Pokerpro keine hat, wäre sicherlich auch als Student nicht derjenige mit hundert Freunden und ner Frau für jeden Wochentag. Man hat ja genug Zeit um sozialen Aktivitäten nachzugehen, wenn man sonst zu einsam ist. Und übers Pokern habe ich zumindest auch jede Menge neuer cooler Leute kennengelernt. Dass man sich nicht täglich in der Uni sieht ist sicher "schade", macht Freundschaften aber auch nicht weniger real. Soll ja auch Freunde geben die in andere Städte umgezogen sind und die dadurch trotzdem nicht weniger Freund sind als vorher.

Ich denke, dass sich viele von einem tiefen Sicerheitsbedürfnis und vermutlich auch, zumindest unterbewusst, von den gesellschaftlichen Wertvorstellungen leiten lassen. Studium gilt als seriös. Mit einem Studium kriegste quasi sicher einen Job. Von einem Studium kannste ohne Weiteres erzählen. Das mag für manche durchaus das Richtige sein. Aber wenn du konstanter Winner bist und die Freiheit genießen willst, dann steht zu deinen Wünschen und lebe dein Leben. Du triffst keine Entscheidung für die Ewigkeit sondern erstmal nur für eine relativ kurze Zeitspanne. Du bist jetzt jung und kannst dich amüsieren. Evtl. erfährst du in 5 Jahren, dass du bald sterben wirst. Dann hilft dir dein abgeschlossenes Studium auch nicht mehr viel. Ich persönlich könnte dann z.B auf ne geile Zeit zurückblicken und würde wesentlich zufriedener sterben.

Ich hoffe ich konnte dir etwas helfen.


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2bad4nick
Beigetreten: 22.02.2008

Ich habe letztes Jahr in der gleichen Situation gesteckt. Hatte ein halbes Jahr Zeit, hab mein Limit easy geschlagen und wollte Pro werden.
Dann habe ich im Endeffekt viel zu wenig gespielt, hab nur noch gegammelt und hatte keinen Bock was zu unternehmen, von Sport ganz zu schweigen.

Jetzt, als Student, mit festem Tagesplan hat man noch mehr als genug Zeit zum Spielen.

Such dir einen geilen Studiengang, der dich interessiert und wähle 3 Module.
Selbst wenn du nur 3x die Woche in der Uni bist, wird sich ein Alltag einpendeln und genau sowas braucht man.

Wenn du nebenbei noch einen Sport machst, steht dem Pokerpro nichts mehr im Wege und du hast halt auch mal Ablenkung, wenn du 1-2 Tage kein Bock auf Grinden hast.


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Kreatief
Beigetreten: 28.01.2006

Ich kann so einiges nicht nachvollziehen was du schreibst, cyde.

1) "Schuften" ist sicherlich der falsche Ausdruck. Genauso wenig wie du als Pokerpro Pokern als "gambeln" ansiehst, sieht ein Arbeitnehmer seinen Wunschjob als "schuften" an. Ich habe studiert und arbeite nun in einem Job der mich sehr ausfüllt. Ich weiss, dass ich weniger verdiene als mit Pokern, jedoch würde ich niemals den Schritt gehen zu tauschen. Warum? Weil mir der Job viel gibt. Herausforderungen, Verantwortungen, Abwechslungen, Kreativität und vieles mehr. Das bietet Pokern sicherlich nicht.

2) Du sagst, du freust dich auf jeden Tag, um deinem pokerpro-sein nachzugehen. Auf der anderen Seite schreibst du, dass du deine Pokerziele nicht erreicht hast. Ich hoffe, dass liegt an weiteren Vorzügen des pokerpros wie reisen etc. Denn wenn du viel vergammelt hast und nicht, wie korn es schreibt, eine 40h Woche mit Pokern verbringst, dann kann ich die beiden Punkte nicht auf einen Nenner bringen.

3) Es geht nicht darum, "hundert Freunde und ne Frau für jeden Wochentag" zu haben. Ich "kenne" einige pokerpros, bei denen ich behaupten würde, die tatsächlichen realen Freunde und Kontakte halten sich schwer in Grenzen. Wenn es gut läuft, leben sie in einer Poker-WG und reisen ab und zu zu events, um andere Pokerpros zu treffen. Es ist nur allzu verständlich. Mir würde es ähnlich gehen und das würde mir arg zusetzen. Es gibt Ausnahmen, aber eben nur Ausnahmen.

4) Dass du einen guten Job mit einem verspäteten Abschluss bekommst, sehe ich genauso. Es sei denn, du studierst eine Richtung, in der es sowieso schwer ist eine Stelle zu bekommen.

5) Zum Thema "Sterben in fünf Jahren":


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keevo
Beigetreten: 22.03.2008

Interessant, jetzt gibts hier ne Menge "nitty" Meinungen und ein paar "laggy" Meinungen (hauptsächlich Cydes).
Ich muss sagen, instinktiv bin ich halt klar für die unabhängige "Ich geh meinen Weg"-Variante, also das was Cyde vertritt.
Allerdings ist es auch einfacher diese Meinung in seiner Position des Highrollers zu vertreten, als in der eines max. NL200 Grinders (hab zwar ne saftige hourly im Moment, allerdings muss man ja langfristig denken).
Ein Cyde kann, wenn er auf 1-5k nicht mehr so klar kommt, halt NL600 oder 400 crushen.


Antwort
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belze
Beigetreten: 27.05.2005

Cyde, meinst du wirklich, dass Leute, die die signifikanten Stakes wirklich gut beaten, sich theoretisch mit nem Durchschnittsabschluss zufrieden geben müssten? Das ist einfach zu nem großen Prozentsatz nicht richtig mMn. Damit meine ich nicht die SSS-Grinder, die nl200 drölftablen und ihre winnings aus dem rakeback ziehen, sondern die Leute, die wie du irgendwo die Highstakes beaten.

Poker gibt einem halt nen relativ direkten reward, der bei ner ausgeprägten Gegenwartspräferenz, die man mit bis zu einem gewissen Alter einfach hat, einfach mehr "zählt" als die Aussicht auf einen guten Job in x-xx Jahren. Das ist auch völlig normal und gut so und man muss auch sicherlich nicht nach nem schwarz/weiß Prinzip das eine oder andere machen, sondern kann sicherlich ohne Probleme ein Jahr, vielleicht auch zwei, vielleicht auch wie in deinem Fall vier, "nichts tun". Nichts tun im Sinne von Tätigkeiten, die als "solide" angesehen werden. Niemand kann dir sagen wie sich das ganze in deinem weiteren Leben auswirken wird, ich hasse dieses typische "blablabla ist gut für den Lebenslauf", weil ich einfach denke, dass mein Lebenslauf mich beschreiben soll und nicht Ich meinen Lebenslauf, aber das muss ein Personaler von einer Firma, die mir vielleicht meinen Traumjob anbieten kann noch lange nicht so sehen.
Klar kann mir in 5 Jahren jemand sagen, dass ich noch nen halbes Jahr zu leben habe und mit diesem Wissen würd ich heute vielleicht einige Sachen anders machen, aber imo ist diese "wow, ich lebe jeden Tag als wenn es mein letzter wäre"-Sache, die das ja abgeschwächt ist, ne ziemlich hohle Phrase.

Der Reward bei nem ordentlich durchgezogenen Studium kommt halt erst viel später und ist auch noch ner gewissen Varianz unterworfen, trotzdem glaube ich, dass es für viele der beste Weg ist ihr Studium dann halt in 12 oder 13 statt 10 Semestern durchzuziehen und sich die Zeit etwas angenehmer zu gestalten als quasi fulltime zu spielen.

ergo: Jeder muss es einfach für sich selber wissen. Dafür hab ich jetzt nen halben Roman geschrieben.


Antwort
Zitat
keevo
Beigetreten: 22.03.2008

Original von belze
aber imo ist diese "wow, ich lebe jeden Tag als wenn es mein letzter wäre"-Sache, die das ja abgeschwächt ist, ne ziemlich hohle Phrase.

Ne das stimmt nicht. Vielleicht denkst du so, da du dir in deinem Kopf schon Karriere-Erwartungen und Zukunftsabsicherungen ausmalst und deshalb FÜR die Zukunft lebst. Ich möchte aber so gut es geht im Hier und Jetzt leben, und das tun was ich gerne tu, wenn mir die Chance geboten wird.
Es ist typisch deutsches Denken "Aber was ist wenn du alt bist?!". Ähm wir leben in einem der fortschrittlichsten System der Welt (kommt auf Betrachtungspunkt an obv) das uns all diese Möglichkeiten und Sprungschanzen bietet, warum soll man sich dann nicht mal aus dem Nit-Denken befreien und der Western-Outlaw sein, den man schon immer in Filmen bewundert hat, weil er so unabhängig seinen Weg geht und auf die Moral und Regeln der unglücklichen Gesellschaft scheißt. Hat ja seine Gründe, dass diese Rollen immer eine Faszination ausüben, und nicht langweilige Karrieretiere.
Das ist es doch was man wirklich will, zumindest ich.


Antwort
Zitat
cYde
Beigetreten: 04.12.2006

Original von Kreatief
Ich kann so einiges nicht nachvollziehen was du schreibst, cyde.

1) "Schuften" ist sicherlich der falsche Ausdruck. Genauso wenig wie du als Pokerpro Pokern als "gambeln" ansiehst, sieht ein Arbeitnehmer seinen Wunschjob als "schuften" an. Ich habe studiert und arbeite nun in einem Job der mich sehr ausfüllt. Ich weiss, dass ich weniger verdiene als mit Pokern, jedoch würde ich niemals den Schritt gehen zu tauschen. Warum? Weil mir der Job viel gibt. Herausforderungen, Verantwortungen, Abwechslungen, Kreativität und vieles mehr. Das bietet Pokern sicherlich nicht.

Klar, wenn du deinen Traumjob hast mag das sicher stimmen. Aber mal ehrlich: Wieviel Prozent der arbeitenden Bevölkerung kann denn ehrlich behaupten, dass sie in ihrem Traumjob arbeiten? Der Prozentsatz mag unter Studierten etwas höher sein als im Gesamtschnitt aber gerade wenn man nicht die Bestnoten vorweisen kann, ist die Auswahl ja schonmal eingeschränkt.

2) Du sagst, du freust dich auf jeden Tag, um deinem pokerpro-sein nachzugehen. Auf der anderen Seite schreibst du, dass du deine Pokerziele nicht erreicht hast. Ich hoffe, dass liegt an weiteren Vorzügen des pokerpros wie reisen etc. Denn wenn du viel vergammelt hast und nicht, wie korn es schreibt, eine 40h Woche mit Pokern verbringst, dann kann ich die beiden Punkte nicht auf einen Nenner bringen.

Ich kann dir da nicht ganz folgen. Es liegt auch zu gewissen Teilen an Reisen aber ein Großteil der Zeit wurde auch vergammelt. Ich finde das schade im Hinblick auf die potentiellen Ergebnisse die ich hätte erzielen können, hätte ich die Zeit genutzt. Aber zu behaupten, dass ich beim "Gammeln" keinen Spaß hatte, wäre auch gelogen. Ich fühle mich natürlich auch besser wenn ich den Tag produktiv verbracht habe aber ab und an ein bisschen Nichtstuen ist auch schön. Natürlich ist so eine Einstellung gefährlich und man sollte auch nicht das Studium abbrechen/aussetzen um sich nen faulen Lenz zu machen aber ein Pluspunkt ist es für mich definitiv. Ich habe z.B einen Kumpel der in seiner Freizeit dauernd was machen muss/will. Er hat Spaß dran von Aktivität A zu Aktivität B zu wechseln und den ganzen Tag mit Dingen vollzustopfen. Das ist toll aber ich bin da anders. Und ich finds nicht schlimm wenn es nicht überhand nimmt.

3) Es geht nicht darum, "hundert Freunde und ne Frau für jeden Wochentag" zu haben. Ich "kenne" einige pokerpros, bei denen ich behaupten würde, die tatsächlichen realen Freunde und Kontakte halten sich schwer in Grenzen. Wenn es gut läuft, leben sie in einer Poker-WG und reisen ab und zu zu events, um andere Pokerpros zu treffen. Es ist nur allzu verständlich. Mir würde es ähnlich gehen und das würde mir arg zusetzen. Es gibt Ausnahmen, aber eben nur Ausnahmen.

Aber wie bereits geschrieben denke ich, dass es bei solchen Leuten eher an der sozialen Kompetenz mangelt und sie auch im Unileben nicht viele Kontakte knüpfen würden. Auch hier gibt es unterschiedliche Typen. Manche Menschen werden durch soziale Aktivitäten angeregt, andere erschöpft es. Durch die frei einteilbare Zeit hat man aber alle Möglichkeiten Freunde zu finden und Kontakte zu pflegen, wenn man dies wünscht.

Original von belze
Cyde, meinst du wirklich, dass Leute, die die signifikanten Stakes wirklich gut beaten, sich theoretisch mit nem Durchschnittsabschluss zufrieden geben müssten? Das ist einfach zu nem großen Prozentsatz nicht richtig mMn. Damit meine ich nicht die SSS-Grinder, die nl200 drölftablen und ihre winnings aus dem rakeback ziehen, sondern die Leute, die wie du irgendwo die Highstakes beaten.

Wenn sich ein leidenschaftlicher Pokerspieler genauso für ein Studium begeistern könnte wie fürs Pokern, dann wäre wohl für fast jeden der die Highstakes schlägt auch ein super Hochschulabschluss drin aber das muss erstmal passieren. Und ich könnte mich jetzt z.B einfach nicht fürs Studium motivieren, wenn ich weiß, dass ich währenddessen pokern könnte und würde hinterher die Zeit bereuen, die ich nicht dem Poker gewidmet habe. Es ist auch nicht so, dass das Gehirn unbegrenzt leistungsfähig ist. Die Pausen beim Poker sind ebenso wichtig wie das Spielen. Als Pro fallen die Pausen sicherlich großzügiger aus als sie müssten aber ich bin fest davon überzeugt, dass ich schlechter spielen würde, wenn ich schon paar Stunden gelernt hätte. Zudem schränkt die Uni zwangsläufig meine Tagesplanung ein. Ich muss Abstriche in Ernährung und Sport machen (vor allem zeitlich), was sich halt auch wieder auf die Performance auswirkt. Daher ist beides parallel machen für mich keine Option. Das wird dann nur beides halbherzig und am Ende bin ich dann auch mit beidem unzufrieden.

Meine "jetzt leben" Aussage war natürlich etwas überzogen. Natürlich muss man auch ein bisschen an die Zukunft denken aber es besteht ja auch ein Unterschied zwischen "Jeden Tag Party machen bis zum Umfallen" und "Viel Geld mit Poker verdienen und sein Leben freier gestalten und mehr genießen". Ich denke halt, dass wir uns im besten Alter befinden und wir alle Möglichkeiten haben um ein paar Jährchen zu erleben, auf die man für immer mit einem guten Gefühl zurückdenken kann. Und wenn es sowas wie einen Lebenssinn gibt, dann ist es für mich das Leben zu genießen.


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Valyrian
Beigetreten: 26.03.2009

Original von keevo

Original von belze
aber imo ist diese "wow, ich lebe jeden Tag als wenn es mein letzter wäre"-Sache, die das ja abgeschwächt ist, ne ziemlich hohle Phrase.

Ne das stimmt nicht. Vielleicht denkst du so, da du dir in deinem Kopf schon Karriere-Erwartungen und Zukunftsabsicherungen ausmalst und deshalb FÜR die Zukunft lebst. Ich möchte aber so gut es geht im Hier und Jetzt leben, und das tun was ich gerne tu, wenn mir die Chance geboten wird.
Es ist typisch deutsches Denken "Aber was ist wenn du alt bist?!". Ähm wir leben in einem der fortschrittlichsten System der Welt (kommt auf Betrachtungspunkt an obv) das uns all diese Möglichkeiten und Sprungschanzen bietet, warum soll man sich dann nicht mal aus dem Nit-Denken befreien und der Western-Outlaw sein, den man schon immer in Filmen bewundert hat, weil er so unabhängig seinen Weg geht und auf die Moral und Regeln der unglücklichen Gesellschaft scheißt. Hat ja seine Gründe, dass diese Rollen immer eine Faszination ausüben, und nicht langweilige Karrieretiere.
Das ist es doch was man wirklich will, zumindest ich.

ja dann go for it Alexander Supertramp :)


Antwort
Zitat
keevo
Beigetreten: 22.03.2008


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