Ist es wie beim Poker auch so, dass man, wenn man die Veranlagung dazu hat auch ohne Content pauken sehr weit kommen kann? Wie Isildur oder Antonius zb?
wenn du dich selbst (irgendwann) als fortgeschrittenen Anfänger betrachtest sind alle Bücher von Mark Dworezki nuts.
Der beste Schachtrainer der Geschichte und die Bücher sind alle weltklasse, aber wie gesagt: man sollte schon ein grundsätzliches Niveau haben, sonst sind die Bücher zu überfordernd.
Ansonsten Eröffnungen sich angucken und versuchen zu verstehen wieso bestimmte Züge ständig gespielt werden und was die Idee dahinter ist und wieso andere Züge als eher zweifelhaft gelten. (wird in guten Eröffnungsbüchern auch erklärt)
Und Taktikaufgaben lösen schärft den Blick ungemein und kann auch sehr kurzweilig sein.
Ansonsten halt spielen, spielen, spielen und sich hinterher die Fehler die man gemacht hat mit ner engine angucken und verstehen was falsch war und dann wieso man den Fehler gemacht hat und dran arbeiten sowas abzustellen
Original von mnl1337
Ist es wie beim Poker auch so, dass man, wenn man die Veranlagung dazu hat auch ohne Content pauken sehr weit kommen kann? Wie Isildur oder Antonius zb?
Weder Isildur, noch Antonius sind so contentfaul wie es oft kolportiert wird und wären ganz sicher nicht da wo sie sind, wenn sie nicht hart an sich und ihrem game gearbeitet hätten.
Gleiches gilt für Schachgenies. Es gibt immer wieder Spieler die unglaublich schnell ein enorm hohes Niveau erreichen und das scheinbar mühelos, aber irgendwann kommt für jeden der Punkt wo Talent alleine nicht mehr ausreicht und um weltklasse zu werden muss man 1. vom Talent her genial sein und 2. sehr hart an sich arbeiten - wie übrigens überall. ...auch im Poker
Naja, die 10 000 Stunden Theorie (um auf einem Gebiet ein Experte zu werden) ist ja schon älter. Ich glaube jetzt im Internet-Zeitalter und auch gerade beim Schach wo riesiges Wissen vorhanden ist (kannst Taktik mit tausenden von Kombinations-Aufgaben üben, hast riesige Datenbanken mit x Millionen Partien und riesiges bekanntes Eröffungswissen, kannst mit Programmen und über Internet-Gegner gezielt die typischen Stellungen die aus deinen Eröffnungen hervorgehen trainieren, fürs Endspiel gibts auch 1000 Übungsaufgaben und Studien usw.) geht sowas inzwischen schneller.
Ich meine früher (oder auch bei anderen Gebieten als Schach) gabs dieses Wissen in dieser Art nicht. Sie sind mehr einfach losgelaufen, haben selbst Wege finden müssen, es gab Irrtüme und Sackgassen die Zeit kosteten usw. Aber ok, selbst 10 000 Stunden, das wäre dann quasi eine Art Luxus-Gefängnis mit 8-9 Stunden Arbeit/Tag und nach 3 Jahren hätte man dann dafür dann noch 14 Millionen (50 Mio abzüglich 36 Mio für 36 Monate). Bzw. habe die Challenge ja mit Options-Möglichkeiten ausgestattet, man könnte z. B. auch 12 Monate trainieren, dann einen Shot wagen, bei Verlust sich in Raum zurückkaufen (wären dann 50Mio - 12 Mio - 10 Mio, also 28 Mio sind noch übrig), dann noch mal 2 Jahre tranieren (um auf die 10k Stunden zu kommen) und dann hätte man immerhin nach 3 Jahren noch 4 Mio Gewinn (bzw. wenns gut läuft hat man nach einem Jahr dann 38 Mio).
@meistermieses
Also mit 2350 bist als Amateur-Spieler damit ja im Spitzenbereich. Spieler mit höherer Wertung sind ja quasi alles Profis (oder Ex-Profis die noch von ihrer damaligen Arbeit profitieren). Bei uns (südlicheres Bundesland) gibts 23xx-Spieler der damit x-facher Landesmeister geworden ist. Trotzdem ist dein Bescheidenheit natürlich sympathisch, also wenn ich mal ein Poker-Training brauche, buche ich dich
Edit/Zusatz:
Zu den 350 Elo Unterschied. Ich schätze mal 200 Punkte kommen alleine davon ob du Vollzeit oder Hobby/Freizeitspieler bist. 50 Punkte dann noch mal wie diszipliniert du als Vollzeit-Profi agierst, 50 Punkte bei gutem Umfeld (Spitzentrainer oder Kontakt und Austausch mit anderen Spitzenprofis...) und die letzten 50 Punkte sind dann wohl wirklich angeborenes Talent.
moin moin
Das bestes Schachanfänger Buch ever ist für mich Max Euwe: Meister gegen Amateur.
5 Sterne und so. Ansonsten finde ich content am Anfang gar nicht so wichtig, such dir lieber einen starken Gegner und lass dir was erklären und Aufgaben stellen.
kann zwar auf diesem Niveau den psychologischen Druck nicht so sehr einschätzen, aber ich glaube, dass dieser besonders im Schach, verbunden mit einer solchen Wette, riesig ist. Habe die Erfahrung gemacht, dass es mir, wenn ich ein paar stressige tage hinter mir oder den Kopf nicht frei habe, unmöglich ist meine Leistung in einer Turnierpartie abzurufen. Auch gerate ich dann viel schneller in Zeitnot. Unter den beschriebenen Bedingungen ist es doch unmöglich seine Leistung zu bringen. Kann nicht einschätzen wie viel ELO-Punkte man unter seinem Niveau spielen würde, aber ich denke, dass das schon heftig ist. Wie will man sich denn auf eine Schachpartie konzentrieren, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht. Vor allem wird es auch nicht leichter. Nach 2 Niederlagen kann man mmn die dritte Partie auch schon total vergessen, weil man dann eh kaum noch einen klaren Gedanken fassen kann. Denke daher, dass auch einige GMs ablehnen würden, denn auch die Trainingsmöglichkeit vorher sollte man nicht überschätzen. Man müsste erstmal mit seiner Situation klar kommen und den Kopf frei kriegen. Ich wüsste gar nicht, wo ich anfangen sollte.
Wenn z.B. zwei Spieler 3 mal gegeneinander spielen und der Spieler mit 3x Weiß nach den ELO Werten nen EV von ca. 2 Punkten hat (für unsere Wette sicher viel zu hoch), was meint ihr wie der EV unter Berücksichtigung des psychischen Drucks aussieht?
@Santalino2
Das ist ein Thema in das ich viele Stunden investiert hab in meiner Rolle als "Senior E-Learning Expert". Was ich im Moment denke:
• logische Verifikationseinheit des Bewusstseins (aktives Denken) << unterbewusste Mustererkennung (unterbewusstes Denken und assozziieren). Ist aber sehr grob, Abgrenzung macht nicht wirklich Sinn eigentlich.
• Unterbewusstsein zu trainieren dauert und benötigt Routine.
- Unterbewusstsein funktioniert ohne Sprache
- Unterbewusstsein kann bestimmte logische Operationen nur langsam (Negation)
- Wissen wird gelagert in semantischen Netzen, die aber auch trainiert werden müssen, damit Information schnell abrufbar ist und bleibt.
- Unterbewusstsein versteht die ganzen Optimeriungsziele und das Zusammenspiel von Faktoren.
good read: http://de.wikipedia.org/wiki/Phasen_des_kreativen_Prozesses#Vier-Phasen-Modell
und: http://de.wikipedia.org/wiki/Wissen#Wissensrepr.C3.A4sentation_in_der_k.C3.BCnstlichen_Intelligenz
Alles recht basic, aber guter Einstieg.
Ergebnis jedenfalls. Wissen aneigenen alleine hat erstaunlich wenig Einfluss auf die Spielstärke. Verfügbarkeit von Wissen macht alles nicht viel besser. Was was bringen kann ist der Zyklus der Selbstkorrektur. Irgendwann stellt man immer die Grenzen eines Ansatzes fest, aber da kann es durchaus helfen, wenn man Jemanden hat, der einen frühzeitg davor warnt seine Zeit in einer Sackgasse zu verbrennen. Ohne Wissen kann man den Point of Interest nicht finden, weil höchstens emotional begründet man das eine wichtiger findet als das andere.
Nen wirklich starken Trainer zu haben, kann also neben Talent, den Effekt von xk Stunden Training verändern.
Cliffs: Im Schach dauert es trotzdem ewig bis sich die ganzen Aha-Erlebnisse gesetzt haben.
Hab sehr wenig Ahnung von Schach aber dieses ELO klingt für mich wie die Kampfkraft bei Dragon Ball "OMG over 9000 you cant beat him!" ♦
Original von hanz007
Hab sehr wenig Ahnung von Schach aber dieses ELO klingt für mich wie die Kampfkraft bei Dragon Ball "OMG over 9000 you cant beat him!" ♦
ist aber wenn man drüber nachdenkt eigtl. n ziemlich guter Vergleich ♦ ♦ ♦ ♦
Arne, hast du für morgen (?) eigentlich einen Dolmetscher gefunden, der chinesisch beherrscht?
Original von KTU
Danke!Hab deinen Request weitergeleitet und er meint: "Kommt heute".
Bin mir allerdings nicht sicher, ob das "chess24 heute" näher an "heute" ist oder sich bereits an PokerStrategy.com Zeitangaben orientiert.
bitteschön.
https://chess24.com/de/lesen/news/geschwaetzblitz-mit-jan-gustafsson-2
Original von KTU
Nahtoderfahrungen auf der anderen Seite haben allerding schon wissenschaftliche Erkenntnisse gebracht. Kann jeder selber googlen. Da gibt's recht klare Fälle, wo Seele und Körper getrennt waren und Menschen Sachen gesehen haben, die sie nach der Maden-Theorie hätten nicht sehen dürfen können.
Interessante Erläuterung, aber was genau meinst du damit? Google spuckt in der Richtung nämlich genau einen Treffer aus, der total wirr ist.
Original von KTU
Original von KTU
Danke!Hab deinen Request weitergeleitet und er meint: "Kommt heute".
Bin mir allerdings nicht sicher, ob das "chess24 heute" näher an "heute" ist oder sich bereits an PokerStrategy.com Zeitangaben orientiert.bitteschön.
https://chess24.com/de/lesen/news/geschwaetzblitz-mit-jan-gustafsson-2
Danke, pure gold !!! Finde Jan kommt super sympathisch rüber und es ist sehr unterhaltsam.
Hey liebe Blogleser,
ich bin morgen wieder auf Reise und langweile mich immer in Flughäfen. Darum fänd ich es nett, wenn ihr mir hier Fragen stellt, die ich dann morgen beantworten kann. Fragen aus allen Bereichen sind erwünscht!
Bin gespannt.
Sorry, wenns vielleicht was zuviel geworden ist... ich weiß ja nicht, wie lange du am Flughafen warten musst ♦
1.) Was ist derzeit eigentlich deine genaue Aufgabe bei ps.de? Wieviel Zeit nimmt das Content erstellen, kontrollieren, verbessern und in Form bringen so in Anspruch? Ist das meiste eine korrigierende, "praktische" Tätigkeit, oder sitzt du auch oft an "kreativen" Aufgaben, wo du einfach mal 2-3 Stunden mit Stift und Block am Schreibtisch sitzt, alle 5 Minuten ein Blatt zerreisst und in den Mülleimer wirfst, ehe du etwas "erschaffen" hast, womit du zufrieden bist?
2.) Hast du irgendwelche Pläne für die berufliche Zukunft "nach Poker", bzw. kannst du dir vorstellen, deine derzeitige Tätigkeit auf Gibraltar noch sehr lange fortzuführen oder möchtest du schon irgendwann mal in einem anderen Bereich arbeiten, sei es in Gibraltar, Deutschland oder anderswo?
3.) Spielst du eigentlich noch aktiv Poker? Wenn du nix über Volumen und Limit verraten willst, dann vll. ob du schon noch "grindest" oder dich nur ab und an mal für eine Stunde an die Tische setzt.
4.) Hängt zwar irgendwo mit 3.) zusammen, aber siehst du deine Spielstärke derzeit recht nah am Limit, wenn du auch in Betracht ziehst, wieviel du dich derzeit mit Poker beschäftigen kannst oder denkst du, dass du auch im Rahmen deiner Möglichkeiten noch sehr viel weiter kommen wirst/könntest? Obv ist es ja etwas anderes, ob man noch einen Job bei ps.de zu machen hat oder ob man sich 8h am Tag auf sein Pokerspiel konzentrieren und die eine oder andere private Coachingstunde nehmen kann
5.) Du hast in "Abschied von Chartpoker" damals dein "3-Säulen-Modell" vorgestellt, wo du meintest, dass die 3. Säule, die Spieltheorie, noch viel zu wenig beachtet wird und wo viele Spieler auch noch große Fehler machen. Denkst du, dass die 3. Säule mittlerweile stark aufgeholt hat, wo mittlerweile jedes 5. Wort im Strategie-Bereich "Gameplan" oder "GTO" ist?
6.) Ich weiß nicht, ob du es schonmal irgendwo geschrieben/gesagt hast, aber wie sieht in deinen Augen das "perfekte" Theorie zu Praxis Verhältnis aus. 60% spielen, 40% Theorie? Oder doch ganz anders?
7.) Wie siehst du ganz persönlich die Zukunft von Poker? Bist du eher pessimistisch und siehst Poker so langsam den Bach runtergehen, glaubst du, dass sich die derzeitige Situation mit dem derzeitigen Reg-Fisch-Verhältnis und der Tatsache, dass selbst viele Fische schonmal was von einer Cbet gehört haben, in etwa so halten wird oder siehst du sogar nochmal einen Boom, falls beispielsweise die Amis in den weltweiten Poker-Pool zurückkehren werden?
