Gestern hats uns dann an die Breitenbrunner Wände verschlagen. Mehrteiliges Massiv mit relativ kurzen, ansprechenden Routen bei breiter Streuung der Schwierigkeiten. Zwar Nordwand, aber es gab ja eh keine Sonne, deshalb... im Sommer mag ich da gern nochmal mit Family nen Tag abhängen. Flüssle direkt daneben, idyllisch.
Die Crux beim Alpinklettern ist für mich den Cool zu behalten. Funktionieren in der Ausgesetztheit.
Blöd gesagt, oder offensichtlich, bewegt man sich am Berg ganz anders als in der Boulderhalle. Alpinklettern ist in meinem Kopf eher so ein extrem steiles Steigen. Immer volle Bewegungskontrolle, keinen Sturz riskieren idR. Je nach Gestein sollte man eh nicht volle Pulle anziehen und antreten, Griffe und Tritte eher nach unten als nach außen belasten, vor allem wenn man schon ein paar Meter über dem letzten 100J alten, rostigen Normalhaken steht.
Alpinklettern ist nicht gleich Alpinklettern. Eingebohrte Touren gibts es ja auch zuhauf. Sogenanntes Alpines Sportklettern. Da kannst mans auch mal knallen lassen, an Bohrhaken, wenn man sich traut. Ich persönlich mag es mit einer Prise Abenteuer. Ein bisschen Unwohlsein und das Nicht-Wissen, obs klappt ist schon das Salz in der Suppe. Wenn ich weiß, ich schaffs, isses ein bisschen langweilig.
Insgesamt klettert man langsamer, statischer. Das ist anstrengender, ja, aber Gewöhnungssache. Die meisten Leute klettern ja eh eher undynamisch, sodass die Umstellung kleiner ist. Bist du Wettkampfboulderer? Dann ist das schon was anderes, was die körperliche Belastung angeht.
Der klettertechnische Schwierigkeitsgrad ist verglichen zu dem, was ich beim Sportklettern kann, super gering. Ich klettere 9er, in den Dolomiten mache ich jetzt nach mehreren Jahren 7er. 6er fordern mich da oft vollständig, 5er und leichter hab ich Riesenfun, Genussklettern, Flow.
Nach einer harten Seillänge mit super dicken Armen macht es obv Sinn so lange Pause zu machen, wie man voraussichtlich braucht, um souverän weitermachen zu können. Das fühlt man dann schon zuverlässig. Diesen Laktatbereich versuche ich natürlich so weit es geht zu vermeiden, machts ja nicht leichter in der Folge. Ich vergleich da mal Sportklettern zu Alpinklettern wie 400m Lauf zu Marathon.
Wegen der Gesamtheit des Erlebnisses ist die Schwierigkeit deutlich hintergründiger als beim Sportklettern oder Bouldern. Der Aspekt den grad zu pushen, ist aber jetzt nach ein paar Jahren auch hier funny, klar.








