Hallo zusammen.
Ich bin ganz neu hier und möchte mich erstmal vorstellen.
Ich heiße Robert, bin 25 Jahre und komme aus Dortmund. Zurzeit studiere ich an der TU-Dortmund im 11. Semester Statistik. Allerdings muss ich nur noch meine Masterarbeit schreiben und bin dann ich fertig. Ab Februar will ich mit der Promotion zu beginnen.
In meiner Freizeit fahre ich gerne ans Wasser, um dem Kitesurfen nachzugehen. Außerdem gehe ich in letzter Zeit ziemlich viel mit einem Kollegen am Rhein angeln ♦. Als sei das nicht schon genug Ablenkung von der Masterarbeit, habe ich vor 2 Wochen wieder mit dem pokern begonnen.
In erster Linie will ich mir hier ein paar Ratschläge abholen, einige Hände durchsprechen und nicht zuletzt natürlich von meinen Erfolgen berichten, es ging schon turbulent los, dazu mehr weiter unten. Neben den Poker-Berichten will ich nen bissl was über meine Masterarbeit erzählen und ein Einblick geben, was man als Statistiker so treiben kann. Alle Nicht-Interessierten können den Spoiler "Statistik" ruhig versiegelt lassen ;-)
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Spoiler
Was heißt wieder mit dem Pokern angefangen?
Wirklich angefangen habe ich vor 2 Jahren. Mit einem Freund einfach mal gesagt „lass ne Runde online-Pokern“. Gesagt getan ab zu Pokerstars bei der 20+20$ Promotion mitgemacht und dann ca 2 Monate Cash-Game gespielt mit leichten Verlusten. Dann erstmal ein Jahr nicht weiter, dann im Winter mal ein SnG probiert und es lief direkt ganz gut. Da habe ich mal begonnen nen bissl in die Literatur einzulesen und durchaus Spaß an der Sache gehabt. Nebenbei habe ich angefangen kleine MTT's zu spielen und auch da entsprechende Inhalte „gelernt“, unter anderen natürlich die Harrington-Bücher.
Im Grunde lief es Break-Even teilweise hat man sich kurz was auf die Varianz eingebildet aber dann wieder gedroppt, ein auf und ab zwischen 40 und 90$.
Als ich mal wieder am droppen war, dachte ich mir mal wieder eine Runde Cash-Game zu testen – NL2 Zoom und erlebte einen kräftigen Upswing, der sah dann so aus:
Natürlich direkt: „Hey coole Sache, das hat viele angenehme Seiten“. Viel angenehmeres Zeit-Management und anscheinend sehr saftige Ergebnisse auf den Micros. Allerdings kam es wie es kommen musste; Viele überspielte Hände, am Ende nochn paar mal ordentlich Pech gehabt und dann Reißleine gezogen.
Den Rest meiner BR habe ich dann im Urlaub für so witzige Dinge wie Omaha auf den Kopf gehauen, durchaus bewusst weil ich einfach nen bissl am Handy daddeln wollte...
Poker-Aktuell
Spoiler
Vor 14 Tagen habe ich abends, nach nen paar Stunden Masterarbeit gedacht, "Mensch du könntest mal wieder ne Runde" pokern. Diesmal auf 888-Poker aus dem mega wichtigen Grund: Easy Paypal-Einzahlung möglich. Ich wollte wieder Cash-Game spielen da ich es einfach zeitlich viel angenehmer finde. Ok los gings:
Den riesigen Betrag von 20$ investiert und dann erstmal eine Runde NL 2 Fullring :
Ok, sagen wir mal ausbaufähig ♦
Der Grund warum ich so früh aufgehört habe ist, dass ich mal ne Runde Snap probiert habe, also wie bei PokerStars Zoom und das lief deutlich besser.
Seitdem „grinde“ ich Abends Snap auf NL 2, das läuft ganz gut.
Mein Oktober-Monatsziel war von 20$ auf 40$ hoch, dass lief super und ich habe schon eine Woche eher, also nach 9 Tagen Poker ♦ mein Ziel erreicht.
Weitere Ziele die ich mir gesteckt hatte:
- November 100$ BR erreichen
- Dezember 150$ BR erreichen
- ab 150$ auf NL5 SNAP, falls unter 120$ falle zurück zu NL 2.
Soweit so gut. Dann kam gestern Abend.
Wieder nen bissl gepokert bis kurz vor 22Uhr. Dann hatte ich eher Lust vorm TV zu chillen. Ich habe aber gesehen, dass ich ein Ticket zum „$5000 Special Sunday Freeroll“ habe, welches um 23.10 Uhr anfing. Schnell da angemeldet, die 888-App aufs Handy installiert und ab vorn TV. Anfangs nen einfach nur ganz nebenbei das Tuni beachtet, doch dann als es nahe der bezahlten Plätze kam ein wenig ernsthafter gespielt. Hatte mich selbst über den 1$ gefreut den es für die ersten bezahlten Plätze gab, aber es lief einfach gut. Ende vom Lied Platz 3 und 250$ Preisgeld-> nette erste Handysession ♦
Und nun?
296$ BR, nette Rendite ausgehend von 20$ in ein paar Tagen. Aber alle gesetzten Ziele hinfällig.
Weiter Cash-Game, wenn ja jetzt NL5 SNAP? Doch wieder MTT's versuchen? Beides mischen?
Bin für jegliche Ratschläge dankbar, vielleicht einige wenige „saftige“ MTT's spielen, aber ich weiß nicht genau, will diesen 3. Platz nicht überbewerten- wisst ja, was man übers blinde Huhn sagt ...
Statistik
Spoiler
Da das Ganze ja Poker und Statistik heißt, gibt’s noch ein paar statistische Einschübe.
Wens nicht interessiert kanns überspringen, ich versuche dennoch verständlich für alle, die nen bissl was mit Mathe anfangen können dazustellen und mal zu zeigen was man als Statistiker so treibt.
Und nicht zu letzt soll es mich selbst, wie auch das schreiben über meine Pokerergebnisse motivieren weiterzumachen.
Los geht’s...
Ich schreibe meine Arbeit grade über das Thema „Hochdimensionale Value at Risk Backtest“.
An sich ein greifbares Thema, welches auch aufs Pokerspiel anwendbar ist, daher will ich es hier vorstellen.
Value at Risk, was ist das?
Der sogenannte Value at Risk (kurz VaR) ist ein Risikomaß für Kapitalanlagen.
Also im Grunde hohes Risiko des Anlage X=hoher VaR(X). Das schöne ist, dass der VaR denkbar einfach ist.
Man gibt sich ein Niveau vor, häufig alpha=5% und bestimmt bzw. schätzt das 1-alpha, sprich 95% Quantil der Verlustverteilung. Also den Wert, den 95% der Verluste (zumeist die Rendite Handelstage) nicht überschreiten. Vereinfacht aufs Pokern bezogen, ihr guckt euch eure letzten 100 Spieltage an, sortiert diese nach den Verlusten und der 5. größte Verlust ist euer VaR zum 5% Niveau.Von diesem Wert könnt ihr sagen, diesen Verlust überschreite ich nur 5% der Tage bzw. durchschnittlich alle 20 Tage.
Soweit so gut?
Es stellt sich natürlich die Frage ob diese Aussage plausibel ist. Es können mehrere Sachen auftreten, die obige Aussage nichtig machen. Z.B. euer Spiel verbessert/verschlechtert sich signifikant ihr tiltet etc.
Und genau da setzt der Backtest an.
Ihr habt eure Tagesendergebnisse bis zum Tag t-1. Damit könnt ihr den VaR für den Tag t schätzen. Wir schreiben da VaR_t|t-1 , gesprochen „der VaR für t gegeben den Informationen bis t-1“.
Nun könnt ihr das im Prinzip jeden Tag aufs neue machen und stets festhalten ob ihr den geschätzten VaR überschreitet, also ob der Verlust in t größer ist als VaR_t|t-1, ist dies der Fall kodieren wir das mit einer 1 ansonten mit einer 0.
Diese Folge von 0en und 1en können wir in einem Vektor, nennen wir ihn I anordnen.
Jeder Eintrag in dem Vektor I gibt nun an, ob der VaR an diesem Tag überschritten wurde.
Nun ist die Überlegung die Folgende:
Wenn die Schätzung bzw. das Modell korrekt ist, sollte:
- twa 5% der Einträge von I eine 1 sein
- die Einträge von I unabhängig voneinander sein
Der 1. Punkt sollte klar sein. Was genau meint der 2.?
Eine 0 oder 1 im Vektor sollte nicht beeinflussen was der Wert des folgenden/der folgenden Werte ist. Wenn ihr „korrekt“ pokert und fahrt einen großen Verlust ein, der größer ist als der VaR und ihr euch korrekt verhaltet (also der VaR plausibel ist), hat das keinen Einfluss auf das Spiel am nächsten Tag. Wenn ihr allerdings auf Tilt seid neigt ihr auch am nächsten Tag noch dazu hohe Verluste einzufahren (wer kennt es nicht), sprich ihr habt eine höhere Wahrscheinlichkeit erneut einen Verlust größer als der VaR einzufahren. Auf den Vektor I bezogen hieße das, dass zwei Einträge I_t-1 (gemeint ist der t-1. Eintrag von I) und I_t (t-te Eintrag von I) positiv korrelieren, sprich 0en am Tag t-1 rufen tendenziell eher 0en am Tag t hervor und 1en eben die 1.
Es ist dann klar dass die Aussagen des VaR nichtig sind.
So das war Episode 1 ♦
Was hochdimensional-Backtest sind, wie wir Modellverletzungen entdecken können etc., kommt dann wenn Interesse besteht, neben neuen Pokermeldungen dazu.
ps.: Wie kann ich die Bilder einbinden?







