@Santalino2: Ich nehme dir das bestimmt nicht böse. Beim Studium weißt du halt für was du die eher "unnützen/langweiligen" Fächer machst. Ich meine, dafür gibt es ja das Ziel, das Studium gut zu beenden, um dann in einem passenden Job zu arbeiten.
Für meinen Job hier finde ich keine Motivation. Und nicht das da ein falscher Eindruck entsteht, aber es war früher mal genau andersrum.
Als ich damals hier angefangen habe, gab es noch keinen Außendienst. Den habe halt komplett ich aufgebaut. Die Innenstadt sieht halt heut zutage nur so aus, weil "Ich" das damals alles abgearbeitet habe. Ich habe der Stadt etliche tausend € an Mehreinnahmen in den letzten Jahren gebracht indem ich unzählige Geschäfte gefunden habe, welche für die Sondernutzung nicht zahlen. Müssten so um die 150 Geschäfte gewesen sein. Also die Hälfte von allem was wir heute registriert haben.
Ich war und bin immer sehr freundlichen mit allen Kunden umgegangen und habe im Außendienst für fast alles eine Lösung gefunden.
Nur gibt es halt Ausnahmen, die sich einfach an keine Auflagen halten wollen. Wenn so was ist, spreche ich mit den Geschäftsführern und suche eine Lösung und wenn es die nicht gibt, wird eine Anzeige geschrieben und ein Verwarngeld/Bußgeld wird fällig.
Bloß wenn man immer wieder zu manchen hingeht, die immer alles falsch machen und die immer nur 50€ Bußgeld bekommen und sich in 3 Jahren nichts geändert hat, verfliegt diese Motivation in manchen Fällen irgendwann.
Genauso im Innendienst. Habe immer versucht meine Leistung zu erbringen, auch als es mir gesundheitlich sehr schlecht ging und trotz der daher eingehenden 100% Schwerbehinderung. Ich war in den letzten 3 Jahren fast keinen Tag krank und habe auch die Arbeit angetreten wenn es mir schlecht ging.
Und trotzdem wird sich über jeden kleinen Fehler aufgeregt, als würde die Welt untergehen und man wird ständig von seiner Vorgesetzten schlecht geredet und bekommt gesagt, wie wenig man sich angeblich anstrengt.
Von mir wurden Arbeitsleistungen verlangt, welche Sachbearbeitertätigkeiten sind. Sprich Entgeldgruppe 8. Ich habe allerdings nur Entgeldgruppe 5, was einen erheblichen Unterschied ausmacht. Entgeldgruppe 5 sieht zusätzlich nur Zuarbeitet und Unterstützen von Tätigkeiten sowie kleinere selbstständige Tätigkeiten aus. EG 5 ist die Bezahlung für Vorzimmerarbeit.
In den letzten Jahren habe ich die Plakatierungen komplett selbstständig gemacht sowie alles was dazugehört. Bei Sondernutzungen (Infostände, Promotionaktionen, Verteilaktionen) habe ich auch bis auf ganz wenige Ausnahmen alles selber gemacht. Mir die Anträge gesucht, bearbeitet, mit den Antragstellern bei Ungereimtheiten besprochen, beraten, Fachämter informiert, Genehmigungen geschrieben.
Oder z.B. der letzte Betriebsausflug. Eigentlich waren wir ein Team von 5 Mitarbeitern, die den organisieren sollten. Da aber keiner wirklich was gemacht hat, habe ich den kompletten Betriebsausflug selber geplant und mir nur kurze Rückmeldungen geholt ob meine Pläne so umsetzbar wären. War ein sehr erfolgreicher Betriebsausflug und es waren so viele mit wie schon seit Jahren nicht mehr.
Und es gab noch einige unschöne Vorfälle, die mich sehr geärgert haben und die auch letztendlich zu dem aktuellen Verhältnis zwischen meiner Vorgesetzten und mir geführt haben.
Wenn man seine Arbeit ordentlich und motiviert macht und dann eine Stelle ausgeschrieben wird, welche Tätigkeiten man sowieso schon gemacht hat und man sich darauf bewirbt. Bekommt dann gesagt, man traut einem die Stelle nicht zu „Schwerbehinderung – Belastbarkeit“, da die Stelle die „Einweisung“ von psychisch Kranken vorsieht. Man sich deswegen nicht bewirbt, weil man schon im Vorfeld von der Vorgesetzten gesagt bekommt, dass man sowieso nicht genommen werden würde. Dafür dann aber eine gerade ausgelernte Auszubildende die Stelle bekommt, da die damals auch gute Arbeit gezeigt hat und einfach ein Liebling von meiner Vorgesetzten ist und diese dann zu allem Überfluss in den letzten 2 Jahren auch nicht nur einmal zu einer Einweisung gegangen ist, welches der Grund war, das man mir die Stelle nicht zugetraut hat, macht einen das einfach nur wütend.
Und egal was man hier macht, es wird einem ständig alles genau anders ausgelegt.
Bsp.: Es gibt Flächenmarkierungen für die Außengastronomie. Im Januar habe ich zu der Sacharbeiterin gesagt, dass die farblichen Punkte bald verblassen und ob ich diese nicht lieber nachzeichnen soll. Wurde mir gesagt, dass machen wir nicht mehr oder vielleicht später. Zwei Monate später kommt die selber Sacharbeiterin zu mir und beschwert sich, dass man die Punkte nicht mehr richtig sieht und ich diese nachzeichnen soll. Toll nun sind die meisten komplett verblasst und man müsste alles neu ausmessen.
Oder wenn man mehr macht als man soll heißt es gleich, dass das nicht geht, da ich nicht der Sachbearbeiter bin und ich nur auf Weisung arbeiten soll. Wenn ich aber was nicht mache, was mir nicht gesagt wurde, heißt es, dass man die Arbeit nicht sucht oder sich nicht anstrengt.
Oder man bekommt Aufträge auf den Tisch, welche man schon vor ein bis zwei Monaten abgearbeitet hat und die Sachbearbeiterin beschwert sich, warum da nichts gemacht wurde. Dann bin ich draußen und überprüfe das und stelle fest, dass ich genau das gleiche bereits gemacht habe und das Ergebnis der Sachbearbeiterin schon vorgelegt habe.
Genauso das Arbeitsklima. Es wird morgens beim Frühstückstisch nur gelästert. Momentan über mich, was ich so gehört habe. Z.B. wurde jahrelang über meine Kollegin gelästert, mit der ich zusammen im Büro sitze. Die reißt sich seit Jahren den Arsch auf und versucht die Mehrarbeit irgendwie zu meistern. Und wenn man dann morgens am Frühstückstisch sitzt, wird genau über diese Kollegin von der anderen Sachbearbertin und der Vorgesetzen gelästert, dass die Ihre Arbeit nicht wirklich packt und dann noch eine Gehaltserhöhung verlangt. Und im Umkehrschluss sagt die Vorgesetzte der Kollegin ständig wie toll sie alles macht und wir gut sie die Arbeit bewältigt und wie zufrieden sie mit ihr ist.
So ich hoffe, dass man mich nun ein wenig mehr verstehen kann. Irgendwann resigniert man einfach wenn einem das Leben nur schwer gemacht wird. Damals vor ein bis zwei Jahren dachte ich noch, dass ich länger hierbleibe, aber im Laufe der Zeit mit dieser Vorgesetzen verliert man mehr und mehr den Spaß an der Arbeit und alles wird nur noch zur Quall. Ich kann verstehen, warum es so viele Menschen mit Burnout gibt. Alleine bei uns in der Verwaltung sind über 35% von ~1k Angestellten im letzten Jahr länger als 6 Wochen krank gewesen und dabei erhöht sich die Rate der psychisch Kranken/Burnout immer mehr.