Original von Slev1nK
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Wär cool, wenn du die Fragen die du im Openpost geschrieben hast, aus rechtlicher Sicht kurz beantworten könntest
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Schau mal in meine YouTube Channel in der Playlist Poker. Dort ist einiges erklärt.
Aber ganz kurz generell:
1. Strafbarkeit ist kein praktisches Problem
2. Steuern
Je mehr Geld du mit Poker verdienst und je länger der Zeitraum ist, desto geringer ist die Chance, LEGAL und steuerfrei in Deutschland zu Pokern. Es gibt verschiedene Strategien, wie Gewinne nicht besteuert werden, aber es dir wichtig ist, dass du keine Steuern zahlst, ist Deutschland das falsche Land.
Ich sage immer: Gehe davon aus, dass du in Deutschland deine Gewinne versteuerst, aber es gibt realistische Chancen, diese legal zu umgehen.
3. Darf ich Pokerverluste absetzen?
Wenn ich Berufspokerspieler bin, darf ich Pokerverluste steuerlich (Buy In gilt als Betriebsausgabe) geltend machen. Problematisch ist, dass die Finanzämter dem sehr schnell einen Riegel vorschieben und dir "Liebhaberei" vorwerfen.
4. In Deutschland zu Pokern, ohne seine Gewinne gegenüber den jeweiligen Instanzen offenzulegen, ist (langfristig) ein Himmelfahrtskommando.
Du machst dich relativ schnell strafbar (Steuerhinterziehung; Hinterziehung von Sozialabgaben), wenn du deine Gewinne nicht offenlegst. Die Wahrscheinlichkeit, dass das herauskommt ist in den ersten Jahren sehr sehr gering. Auch mittelfristig ist es eher unwahrscheinlich, dass das Finanzamt (u.a.) auf dich aufmerksam wird. Dein Problem ist ein anderes: Bis Mitte / Ende 20 spielt es sich relativ entspannt. Ab 30 können die meisten nicht mehr schlafen, wenn in der Vergangenheit Gewinne oberhalb von 250.000 Euro erzielt wurden, niemals eine Steuererklärung abgegeben wurde und auf den Konten wenig Rücklagen sind. Wie oben beschrieben: Wenn du deine Gewinne nicht offenlegen möchtest, spiele nicht in Deutschland. Zudem machst du dich erpressbar gegenüber Dritten und ich kann dir versichern, dass macht wenig Spass.
Nur nochmal um die Downsite dieses Vorgehens zu beschreiben:
- Steuern nachzahlen zzgl. Zinsen
- Steuerstrafverfahren (Geldstrafe in Höhe der Steuerschuld)
- Ab 1 Mio hinterzogener Steuern Freiheitsstrafe
5. Darf ich oberhalb von 10.000 Euro auf deutsche Bankkonten auscashen?
Wenn du dich so verhältst, wie ich es vorschlage, darfst du soviel auscashen wie du möchtest. Hintergrund ist, dass meine Mandanten Gewinne gegenüber dem FA anzeigen. Machst du das nicht, wovon ich absolut abrate, gibt es unteschiedliche Meldepflichten der Banken bei Transaktionen oberhalb von 10.000 Euro. Hier droht nicht direkt der Zugriff durch das FA, aber die Möglichkeiten erhöhen sich.
In dem Zusammenhang gibt es aber ein viel größeres Problem. Spielst du normal auf Stars, Party, ect, hast du eine Bankroll und kannst den Geldfluss nachweisen. Spielst du über Mittler in Südamerika, USA oder Asien, fließt das Geld nicht vom Pokeranbieter in deine Bankroll. In dem Zusammenhang solltest du genau darlegen können, woher die Gelder stammen, die du ggf. in Bitcoins ausgezahlt bekommst.
Warum?
Hier drohen nicht nur steuerliche Probleme, sondern dramatische Probleme. Schließlich kann dir vorgeworfen werden, dass es sich nicht um Pokergewinne handelt, sondern die Gelder aus illegalen Geschäften (Drogenhandel, Waffenverkäufen, ect) stammen. Auch wieder ein Problem, dass kurzfristig völlig unproblematisch ist, einem langfristig auf die Füße fallen kann. Hier wäre ich Vorsichtig und würde zumindest über kurze schriftliche Vereinbarungen zu Nachweisbarkeit festhalten, woher die Gelder stammen.
6. Die Rechtslage ist hervorragend.
Nur Berufspokerspieler müssen Steuern zahlen! Wo gibt es so etwas sonst noch? Egal ob du Unternehmer oder Investor bist, jeder Euro muss versteuert werden. Es gibt zwar keine Garantie, dass du als Amateuerspieler angesehen wirst und deine Gewinne nicht besteuert werden, aber du hast realistische Chancen, wenn du die richtigen Gegebenheiten schaffst.