Man muss es einmal realistisch betrachten:
Obwohl es viele Möglichkeiten gibt sich in Sachen Poker weiterzubilden oder zu verbessern, wird es nicht jeder, der meint ein guter Spieler zu sein, schaffen sich in den Limits weiter nach oben zu arbeiten.
Viele Spieler, auch vermeintliche "Regulars" - vor allem auf den kleineren Limits, vielleicht bis NL200 - haben nur ein eingeschränktes Spielverständnis. Sie wissen, wie sie in bestimmten Situationen eine bestimmte Hand spielen sollen, jedoch fehlt vielen Spielern das grundlegende Verständniss. Sie kopieren und emulieren Spielstile von erfolgreicheren Spielern (Pokervideos, Artikel etc.), können jedoch nicht selbstständig sagen, warum eine Entscheidung in einer bestimmten Situation +EV ist. Sie machen es, weil es im Video gezeigt wurde.
Häufig ist ihnen nicht klar, warum sie gerade in einem bestimmten Moment in der Hand setzen. Die Qualitäten dieser Spieler sind vor allem Diziplin und auch die Fähigkeit viele Hände pro Stunde zu spielen.
Da nun auch die schlechteren Spieler Zugang zu Pokerlehrmaterial haben, verringert sich mit der Zeit die "edge" der "regulars" (alle machen das, was im Video gezeigt wurde). Die Varianz nimmt folglich zu. Viele Spieler können damit nicht umgehen und "tilten". Dies hat wiederum Auswirkungen auf ihr gesamten Spiel, vor allem wenn sie viele Tische spielen.
Post wie der Originalpost hier in diesem Thread sind dann das Resultat dieser Entwicklung.
Die Fähigkeit selbständig - auf Basis des vorhandenen Pokermaterials - Lösungsansätze zu entwickeln ist eine Fähigkeit, die mit der Zeit immer wichtiger wird, da zur Zeit jeder günstig an Lehrmaterial kommt.
Viele Spieler haben diese Fähigkeit nicht und werden diese auch nie entwickeln, da sie entweder kognitiv dazu nicht in der Lage sind oder einfach das Verhältnis von Spielen: Fortbilden einfach nicht balanciert ist (Fische & Gambler z.B. spielen nur und bilden sie nie fort; multitabling nits spielen auch nur).