Preflop find ich den Call gut. Erstens hat eine 3bet gegen ein UTG-Raise meistens nicht viel Value und bei sovielen Callern muss man schon pushen, um nicht in eklige Postflopspots zu geraten und einen sehr großen Pot OOP spielen zu müssen.
Postflop find ich die Donkbet aber ziemlich schlecht. Wir haben nämlich optimale relative Position, d.h. wir können unseren Positionsnachteil durch einen Check in einen Positionsvorteil umwandeln. Dadurch, dass der Preflop-Aggressor als erstes nach unserem Check agieren muss, können wir beobachten, wie der gesamte Tisch die Hand am Flop spielt und vereinfachen uns das Leben drastisch. Denn alle Szenarien, die sich aus einem Check ergeben können, sind definitiv besser als wie die Hand nach der Donkbet abgelaufen ist.
Szenario 1:
UTG+1 cbettet, alle anderen folden oder callen. In dem Fall können wir genüsslich AI schieben. UTG+1 hat most likely JJ oder QQ, wogegen wir ~55% Equity haben und eher selten mal 99 oder TT (weil davon jeweils 1 aufm Board liegt) bzw. KK oder AA (dagegen haben wir Blocker) wogegen wir aber immer noch ~40% Equity haben. Der/die Caller hat/haben meistens einen Draw (entweder schlechterer Flushdraw oder Straightdraw). TwoPair und besser werden auf dem Drawheavy Board fast nie slowplayen. Durch das ganze Deadmoney im Pot haben wir overall aber immer einen +$EV-Spot
Szenario 2:
UTG+1 cbettet, ein nachfolgender Spieler pusht. In dem Fall können wir denke ich schon folden, da UTG+1 viel Stärke zeigt und ein weiterer Spieler trotzdem drüber geht. Da würde ich eigentlich von Twopair und besser ausgehen und dagegen reicht unsere Equity nicht mehr aus um Broke zu gehen. Wir haben wenig in den Pot investiert und müssen unseren Stack nicht in einem maximal marginalen Spot unterbringen
Szenario 3:
Alle Spieler checken. Auch nicht schlecht, wir sehen eine Freecard und können unseren Draw hitten. Angenehmer Nebeneffekt: schwächere Flushdraws sind immer noch in der Hand dabei und wenn der ankommt, werden wir quasi immer aufdoppeln.