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Krach-Bumm-Ente
Beigetreten: 01.05.2006

Original von klaus8003
In Österreich sind jetzt die ersten Tests zur Dunkelziffer-Erfassung ausgewertet:

Von bisher 1161 ausgewerteten Stichprobentests auf das Coronavirus unter Personen in Schlüsselberufen waren sechs positiv, das entspricht 0,52 Prozent. Die Checks wurden am Samstag und am Montag in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Supermärkten durchgeführt, hieß es am Nachmittag aus dem Bundeskanzleramt. So will man dem Anteil der „asymptomatisch“ Infizierten bei Schlüsselkräften auf die Spur kommen. Insgesamt wurden Proben von etwa 1500 Personen gewonnen, eine wissenschaftliche Auswertung folgt.

https://www.krone.at/2129495

Kann die Zahlen jetzt nicht wirklich einordnen, hatte mit deutlich mehr gerechnet.

Bei 8,9 Millionen Einwohnern sind das hochgerechnet ca. 45k Infizierte. Offiziell sind es ca. 11k, also Faktor von 4. Die Stichprobenzusammensetzung wird die Zahl der Merkmalsträger in der Population imo unterschätzen, da sich Personen in Schlüsselberufen eher schützen und verantwortungsvoller handeln, als die jüngeren Generationen.
Bevölkerungsdichte ist auch ein Faktor, in Österreich ca. 100 Menschen je km², in Deutschland ca. 230.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006

Original von StefanNRW
https://divi.de/register/kartenansicht

nach unten scrollen, in der Tabelle nach rechts scrollen - da sieht man dann wie viele Corona-Patienten auf den Intensivstationen der teilnehmenden Krankenhäusern liegen (leer sind sie nicht und nach ca. 2 Verdopplungen - von heute an gesehen - wären sie, wenn das zu schnell geht, überfüllt).

Das ist ein bißchen das Problem an den Maßnahmen. Wenn sie wirken wird es immer Menschen geben, die sagen, dass es übertrieben war, es passiert ja gar nix. An der Übersterblichkeit in Europa, insbesondere Italien, kann man aber sehr wohl sehen, dass etwas passiert.

www.euromomo.eu

Die Deutschlandkarte mit den Fällen sieht ziemlich genau so aus wie eine Deutschlandkarte der Bevölkerungsdichte.

==> Das Virus scheint bereits ziemlich proportional verteilt zu sein

Jetzt meine Frage: Spricht das nicht dafür, dass das Virus bereits verteilt ist? Oder anders gefragt, müsste es nicht lokale Hotspots geben
wenn das Virus erst seit kurzem in Deutschland ist?

@hackfleesch

Was wäre dein Szenario, in dem du sagst, dass die Maßnahmen übertrieben waren?


Antwort
Zitat

@ Krach-Bumm-Ente

Genau andersrum, die Mitarbeiter in den Berufen haben ein viel höheres Risiko infiziert zu sein. Selbst mit Schutz. Also wird die Zahl eher überschätzt imo.


Antwort
Zitat
Fantomas741
Beigetreten: 13.08.2006

Original von klaus8003
In Österreich sind jetzt die ersten Tests zur Dunkelziffer-Erfassung ausgewertet:

Von bisher 1161 ausgewerteten Stichprobentests auf das Coronavirus unter Personen in Schlüsselberufen waren sechs positiv, das entspricht 0,52 Prozent. Die Checks wurden am Samstag und am Montag in Pflegeheimen, Krankenhäusern und Supermärkten durchgeführt, hieß es am Nachmittag aus dem Bundeskanzleramt. So will man dem Anteil der „asymptomatisch“ Infizierten bei Schlüsselkräften auf die Spur kommen. Insgesamt wurden Proben von etwa 1500 Personen gewonnen, eine wissenschaftliche Auswertung folgt.

https://www.krone.at/2129495

Kann die Zahlen jetzt nicht wirklich einordnen, hatte mit deutlich mehr gerechnet.

"In schlüsselberufen" ist wohl das Stichwort... der gro Büro Handwerkermob wurde dann übergangen. Könnte man natürlich extraploieren auf andere bereiche aber die Dunkelziffer erscheint mir als zu gering ehrlich gesagt.


Antwort
Zitat
Thomas6409
Beigetreten: 12.07.2006

Original von beni

Was wäre dein Szenario, in dem du sagst, dass die Maßnahmen übertrieben waren?

Es gibt keins, weil man das schlicht nicht wissen kann. Das ist so wie wenn du nach 6 Bier in der Kneipe mit nem Taxi nach Hause fährst statt mit deinem Auto mit dem du gekommen bist. Du kannst am nächsten Tag nie wissen, ob du unfallfrei nach Hause gekommen wärst, wenn du stattdessen selbst gefahren fährst. Daraus, dass du mit dem Taxi gesund nach Hause gekommen bist, dann aber abzuleiten dass deine Vorsicht übertrieben war und du doch hättest selbst fahren sollen, ist einfach absurd.


Antwort
Zitat
reptile
Beigetreten: 04.03.2005

Wie ist eigentlich das Gesundheitssystem in Frankreich? Die hatten gestern einen Rekord von 1355 Toten. Wie ist das überhaupt möglich?

https://www.euromomo.eu/ , Wenn Italien Glück hat dann haben sie dasselbe Maximum wie 2016/2017 und das mit extrem harten Maßnahmen (bleibt aber immer noch abzuwarten, kw 14 hat ungefähr dieselbe Anzahl wie 13 weiß nicht genau wie das in der Kurve dann aussehen wird, evtl ein Plateau?). Es ist aber ziemlich klar dass ohne Maßnahmen das Peak locker übertroffen wäre. Ich verstehe immer noch nicht wie hier Leute es immer noch verharmlosen. Uk,Spanien und Frankreich hat immer noch stark steigende Zahlen, denke die werden es übertreffen.
Wir haben bisher ziemlich viel Glück, wieso auch immer. Aber wir haben immer noch einen deutlich exponentiellen Wachstum mit 12-17% bei den toten, das kann auch schnell richtig schlimm werden.

Wenn man zu den Toten dann noch liest, dass Leute mit milden Symptomen evtl bleibende Schäden haben könnten dann kriegt man doch ein wenig Angst. Ob das stimmt oder nicht weiß man obv noch nicht, aber würde mich freuen wenn Goodgrief weiterhin postet, aber nicht auf unnötige Diskussionen eingeht.
Wie ist das überhaupt möglich, wenn man milde Symptome hat aber die Lunge anscheinend stark in Mitleidenschaft gezogen wurde?

Zu der Diskussion, dass nur Menschen gestorben wären die eh tot krank sind. Das ist 1. eine ziemlich makabere Diskussion. Ich bezweifle, dass alle diese Menschen in den nächsten 2 Monaten eh gestorben wären. Die Diskussion ist abgesehen davon absolut hinfällig, es sieht atm danach aus dass in mehreren Ländern eine starke Übersterblichkeit stattfinden wird trotz Maßnahmen. Dh. dass Leute sterben die normal nicht gestorben wären, damit ist diese Diskussion einfach schon beendet. Wenn Italien so einen Lockdown gemacht hätte bei einer Influenza Saison dann würde man das sicher auch in der Statistik beobachten können, es ist einfach so offensichtlich dass Corona schlimmer ist als Influenza.

Die große Frage ist wie man das Problem löst, ein Spagat zwischen nicht zu vielen toten und einer nicht zu zerstörten Wirtschaft. Ich war anfangs auch überrascht, dass es keine Einreiseverbote gab. Denke da wurde viel zu schwach reagiert, die Zahlen in China waren ziemlich eindeutig + offensichtlichen Fakten wie einer asymptotischen Ansteckung. Die Sache ist natürlich, vielleicht hätte das nichtmal was gebracht, kann man jetzt im Nachhinein vermutlich sagen, wenn man die anderen Länder sieht die dort ja eigentlich besser reagiert haben glaube ich. Wir sind aber wie weiter oben schon geschrieben, an einem Punkt wo die Regierung nicht gewinnen kann, sind die Maßnahmen zu hart wird gesagt der Virus ist nicht schlimm und die Wirtschaft leidet zu stark, sind sie zu schwach sterben zuviele Leute. Den Sweetspot zu treffen ist nur mit Glück möglich.


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von beni

Die Deutschlandkarte mit den Fällen sieht ziemlich genau so aus wie eine Deutschlandkarte der Bevölkerungsdichte.

==> Das Virus scheint bereits ziemlich proportional verteilt zu sein

Nein, die Patienten werden in Deutschland nur gut verteilt, weil sie dann besser behandelt werden können. So wurden zum Beispiel Patienten aus Heinsberg nach Düsseldorf gebracht. Diese Karte ist sicherlich nicht geeignet um etwas über die Verteilung des Virus auszusagen. Überhaupt ist auf eine Karte schauen und sagen "sieht ziemlich genau aus" keine gute Methode, weil man dann nämlich immer genau das sieht, was man gerade sehen möchte.

Jetzt meine Frage: Spricht das nicht dafür, dass das Virus bereits verteilt ist? Oder anders gefragt, müsste es nicht lokale Hotspots geben
wenn das Virus erst seit kurzem in Deutschland ist?

Es gab doch mindestens einen lokalen Hotspot, über den prominent berichtet wurde!? Heinsberg. Aber auch so Örtchen wie Neustadt a.d. Waldnaab.

Langfristig gleicht sich das natürlich trotzdem der Bevölkerungsdichte an. Und es ist ja auch schon dabei. Verstehe nicht so ganz was du damit sagen möchtest.


Antwort
Zitat
Zatox11
Beigetreten: 09.01.2011

Ich habe mir das "Jung und Live Interview" mit Karl Lauterbach über die aktuelle Corona Situation angesehen. Insgesamt macht der Mann auf mich einen seriösen und vernünftigen Eindruck, seine Aussagen klingen nachvollziehbar und durchdacht, aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung. Einige zentrale Aussagen decken sich mit dem hier schon mehrfach zitierten "MaiLab-Video":

-> wir brauchen eine "Supression", also ein nach unten drücken der Kurve, sodass die Fallzahlen auf einen Wert zurück gehen, bei dem wir wieder jeden einzelnen verfolgen können (er spricht hier von ca. 100 bis 200 Fällen pro Tag)
-> aktuelle Maßnahmen sind nicht zu streng und müssen unbedingt bis zum 20. April durchgehalten werden
-> Öffnung von Schulen, Kitas etc. ab dem 20. April eher nein als ja
-> wenn die Kurve weit genug nach unten gedrückt wurde, ist eine Rückkehr zur Normalität (mit einigen Einschränkungen) möglich

Dann noch ein paar weitere Cliffs:
-> zur Risikogruppe gehören neben älteren Menschen auch Raucher oder Leute mit Asthma
-> bei schweren Krankheitsverläufen entstehen sehr oft bleibende Schäden (die reine Betrachtungsweise von überlebt und nicht überlebt greift zu kurz)
-> düstere Prognose für USA, dort ist eine Rückkehr zu Phase 1 relativ unrealistisch
-> er ist für Corona-Bonds, sieht aber gleichzeitig keine Möglichkeit, das aktuell zu realisieren
-> befürchtet, dass wir evtl. zu früh vom Gas gehen, was die Maßnahmen angeht, was uns später auf die Füße fallen könnte
-> Zeit bis zum Impfstoff nach seinen Schätzungen und denen von seinen Kollegen aus den USA ~18 Monate


Antwort
Zitat
HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008

Original von reptile
Wie ist eigentlich das Gesundheitssystem in Frankreich? Die hatten gestern einen Rekord von 1355 Toten. Wie ist das überhaupt möglich?

Deswegen:

NOTE ON FRANCE DATA:

On April 2, France reported 884 additional deaths that have occurred in nursing homes over the past days and weeks [source]. The French Government did not include these deaths in their official count, as their count only takes into consideration deaths of hospitalized patients. Following international standards of correct inclusion, our statistics will include these deaths, and will add them to the April 2, 2020 count following the attribution criteria of date of report.

If and when the French government determines and communicates the correct distribution of these additional deaths over time, we will adjust the historical data accordingly. A similar issue took place on February 12, when China reported an additional 13,332 new cases in a single day due to a change in how cases were diagnosed and reported in Hubei.

https://www.worldometers.info/coronavirus/


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von beni
Wenn ich zwei Thesen habe:

T1: Virus ist neu aus China

T2: Virus ist schon lange hier, nur hat nie jemand danach gesucht

Dann erwarte ich bei T1, dass es ungleichmäßig verteilt ist und bei T2, dass es einigermaßen gleichverteilt ist.
Wenn die Patienten natürlich neu verteilt werden bringt die Karte aber nichts, das ist klar.

Aber gut, warten wir ab.

Naja, aber die ungleichmäßige Verteilung wird doch durch die Hotspots ganz wunderbar gezeigt (Heinsberg, Neustadt, Hohenlohe, Tirschenreuth - um nur ein paar zu nennen). Und T2 wird außerdem auch dadurch widerlegt, dass die Fälle von Patienten, die wegen dieses Virus beatmet werden müssen, Tag für Tag ansteigen. Die gab es vorher nicht. T2 wird auch durch Italien, Spanien und Frankreich widerlegt. Eigentlich durch alle Länder. Diese Belastung in den Krankenhäusern gab es vorher nicht. Diese Beatmungsfälle gab es vorher nicht. Das denken sich die Chefärzte in München, Berlin, Düsseldorf, Bonn etc. ja nicht alle gleichzeitig aus. Die Italiener lassen auch nicht aus Spaß ältere Menschen sterben, damit jüngere beatmet werden können. (nur ein Fall von vielen: https://eu.usatoday.com/story/news/world/2020/03/24/covid-19-italian-priest-who-donated-his-ventilator-has-reportedly-died/2906351001/). Auch die Übersterblichkeit steigt ja nicht zufällig zeitgleich mit all dem an.

www.euromomo.eu

https://divi.de/register/kartenansicht

Jeder hat hier selbst die Möglichkeit das mit zu beobachten (Achtung, hin und wieder ändert sich die Zahl der teilnehmenden Kliniken).

An diesem Beitrag von JollyRoger183 kann jeder was über die bisherige Entwicklung lernen.

https://www.pokerstrategy.com/de/forum/thread.php?postid=19883156#post19883156

Am 23.03. waren es noch 232 Patienten wegen Covid-19 in ICUs. Heute sind es 2424 (Zahl der teilnehmenden Kliniken ist von 600 auf 900 gestiegen, hat sich also nicht verzehnfacht).


Antwort
Zitat
bumblebeebee
Beigetreten: 06.06.2006

Original von Zatox11
Ich habe mir das "Jung und Live Interview" mit Karl Lauterbach über die aktuelle Corona Situation angesehen. Insgesamt macht der Mann auf mich einen seriösen und vernünftigen Eindruck, seine Aussagen klingen nachvollziehbar und durchdacht, aber das ist natürlich nur meine persönliche Meinung.

Fand den Lauterbach schon immer einen der Besseren. Leider zu ehrlich für die Politik und wird daher nie ein relevantes Amt begleiden.
ab Minute 29:30
https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-vom-27-maerz-2020-100.html


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006

1.Ein paar kleinere Hotspots ändern daran nichts. Wenn ich sämtliche Kleinstädte aufliste dann ergibt das eine ewig lange List und deshalb zufallsbedingt ein paar Ausreißer in beide Richtungen.

2. Sicher wenn man heute deutlich mehr Menschen beatmen muss als "normal" dann würde es das widerlegen. Aber dazu muss man die Zahlen jetzt mit den Vorjahreszahlen vergleichen. (Gesamtzahl der Menschen, die beatmet/intensivmedizinisch behandelt werden müssen). Nur zu sagen wir müssen heute xy beatmen wegen Corona reicht nicht aus. Die Zahlen hab ich bisher nicht gesehen.

3. Die Übersterblichkeit, in der Tat eine sehr gute Zahl, da Tote zählen einfach ist und es keine Dunkelziffer dabei gibt. Bisher sind wir selbst in Italien noch ca. auf dem Niveau von 2017, das damals offenbar als völlig normal angesehen wurde.

Am 23.03. waren es noch 232 Patienten wegen Covid-19 in ICUs. Heute sind es 2424 (Zahl der teilnehmenden Kliniken ist von 600 auf 900 gestiegen, hat sich also nicht verzehnfacht).

Also wenn die Patienten neu verteilt werden - da hab ich von dir gerade gelernt - dann sagt das auch nichts aus.


Antwort
Zitat

Original von beni

Am 23.03. waren es noch 232 Patienten wegen Covid-19 in ICUs. Heute sind es 2424 (Zahl der teilnehmenden Kliniken ist von 600 auf 900 gestiegen, hat sich also nicht verzehnfacht).

Also wenn die Patienten neu verteilt werden - da hab ich von dir gerade gelernt - dann sagt das auch nichts aus.

Ist das ein Scherz? Dreisatz? 1,5x mehr Kapazität aber 10x mehr beatmete Covid-19 Patienten? Keine Aussage?


Antwort
Zitat
Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008

Original von Fantomas741
"In schlüsselberufen" ist wohl das Stichwort... der gro Büro Handwerkermob wurde dann übergangen. Könnte man natürlich extraploieren auf andere bereiche aber die Dunkelziffer erscheint mir als zu gering ehrlich gesagt.

Oesterreich hat von allen Laendern eine der geringsten Dunkelziffern, da sehr viel getestet wurde. Sieht man auch anhand der Sterberate.


Antwort
Zitat
SeriousF
Beigetreten: 31.08.2007

@Zinsch: Falsch. Einfach nur falsch. Die Restriktionen der Testung sind in Österreich massiv und es wird auf Grund fehlender Reagenzien viel weniger getestet als möglich wäre.

Edit: Bin sehr gespannt auf die Antikörpertests und erwarte (/erhoffe) mir als Ergebnis, das sehr viele Menschen die Krankheit bereits überstanden haben.
Wie ich zu dieser Erwartung komme: Das Virus geht seit mindestens Jänner bereits um die Welt. Viele Patienten haben nach zwei Wochen keine nachweisbare Viruslast mehr im Rachenbereich. Oft ist das Virus auch zum Todeszeitpunkt gar nicht mehr nachweisbar. -> PCR Tests können nur ein Bild der aktuell Infizierten darstellen und auch das nicht vollständig korrekt. -> Leute die die Krankheit bereits überstanden haben werden bei einer angenommen hohen Basisreproduktion und einer angenommenen Verbreitung seit Jänner einfach komplett durchs Raster fallen. -> Die Dunkelziffer könnte enorm sein, ohne das wir es mit stichprobenartigen PCR Tests feststellen würden.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006

Original von Maronne748

Original von beni

Am 23.03. waren es noch 232 Patienten wegen Covid-19 in ICUs. Heute sind es 2424 (Zahl der teilnehmenden Kliniken ist von 600 auf 900 gestiegen, hat sich also nicht verzehnfacht).

Also wenn die Patienten neu verteilt werden - da hab ich von dir gerade gelernt - dann sagt das auch nichts aus.

Ist das ein Scherz? Dreisatz? 1,5x mehr Kapazität aber 10x mehr beatmete Covid-19 Patienten? Keine Aussage?

Nein, das ist ganz einfache Bruch- oder Prozentrechnung. In Szenario T2:

Vorjahr:
100 Menschen die beatmet werden müssen verteilt auf 10 Klinken. Keiner mit Diagnose Corona weil nicht danach gesucht wurde.

aktuelles Jahr:
100 Menschen die beatmet werden müssen. Zuerst verteilt auf 10 Kliniken. Eine davon ist teilnehmende Klinik. Jetzt wird getestet. In allen Kliniken hat jeweils 1 Patient hat Corona. Fünf der neun teilnehmenden Kliniken schicken die Patienten zu den Spezialisten der teilnehmenden Klinik.

Et voila hat sich dort die Menge der Coronapatienten direkt verfünffacht.


Antwort
Zitat
Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008

@SeriousF
Hier wurde analysiert, wie viele der Faelle mit Symptomen in den Laendern erwirscht wurden. In Oesterreich schaetzt man, dass ~45% aller Menschen mit Symptomen getestet wurden, womit man im oberen Viertel liegt.

Also so schlecht ist es nicht.


Antwort
Zitat
SeriousF
Beigetreten: 31.08.2007

@Zinsch:
Ich kenne persönlich einige Fälle mit "milden Symptomen" die gar nicht mal so mild sind, denen auf Grund fehlender Kontakte zu bestätigten Infizierten bzw. fehlender Rückkehr aus einem Risikogebiet, ein Test verweigert wurde. Nur mit Symptomen ist es ziemlich schwierig getestet zu werden. Davon abgesehen ist es ja auch ziemlich lächerlich die Rückkehr aus einem Risikogebiet als Testkriterium zu definieren während in ganz Europa community spread stattfindet und zeugt einfach nur davon wie miserabel die Situation der Testkapazitäten sein muss.


Antwort
Zitat
StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von beni
1.Ein paar kleinere Hotspots ändern daran nichts. Wenn ich sämtliche Kleinstädte aufliste dann ergibt das eine ewig lange List und deshalb zufallsbedingt ein paar Ausreißer in beide Richtungen.

Das ist so ein bißchen typisch für Diskussionen mit dir: Du behauptest es müsste Hotspots geben. Man nennt dir Hotspots. Jetzt ändern Hotspots plötzlich nichts mehr. Dann lass doch das Hotspot-Argument von vorne herein weg und verschwende nicht unsere Zeit.

2. Sicher wenn man heute deutlich mehr Menschen beatmen muss als "normal" dann würde es das widerlegen. Aber dazu muss man die Zahlen jetzt mit den Vorjahreszahlen vergleichen. (Gesamtzahl der Menschen, die beatmet/intensivmedizinisch behandelt werden müssen). Nur zu sagen wir müssen heute xy beatmen wegen Corona reicht nicht aus. Die Zahlen hab ich bisher nicht gesehen.

Naja, ich glaube die Leute haben tatsächlich gerade besseres zu tun als etwas für jeden offensichtliches nachzuzählen. Wenn es keinen Unterschied zu sonst gäbe würden das die Ärzte in den Kliniken wohl merken, meinst du nicht auch? Ich finde gerade auch keine absoluten veröffentlichten Zahlen, aber aus dem, was veröffentlicht wurde, kann man schon Schlüsse ziehen, zum Beispiel hier:

https://link.springer.com/article/10.1007/s00134-010-1863-z

Die haben die Daten von 400 Intensivstationen angeschaut, um zu schauen wie viele Menschen mit Lungenentzündungen beatmet werden müssen. Über 3 Jahre (!!)(2005 - 2007) gab es knapp 6000 Fälle, die beatmet werden mussten. Wir haben hier jetzt gerade Daten von mittlerweile 1052 Intensivstationen und da liegen gerade gleichzeitig 2000 Menschen, die mit ner Covid-19 Lungenentzündung beatmet werden müssen. Also 6000 in 3 Jahren gegenüber 2000 aktuell, nur heute, diese Woche. (Ja, es ist ein Faktor 2,5 in der Zahl der Intensivstationen dabei, aber dafür auch mehr als ein Faktor 100 in der Zeit...)

Ab wann würdest denn du sagen "es ist nicht alles wie immer"?

3. Die Übersterblichkeit, in der Tat eine sehr gute Zahl, da Tote zählen einfach ist und es keine Dunkelziffer dabei gibt. Bisher sind wir selbst in Italien noch ca. auf dem Niveau von 2017, das damals offenbar als völlig normal angesehen wurde.

Hm, nein. Es ist normal, dass es eine Grippewelle jedes Jahr gibt. Die führt zu einer Übersterblichkeit. Soweit ich mich erinnere gilt die Grippewelle 2017 als die stärkste in 30 Jahren, ganz normal war das also nicht - aber nicht verhinderbar und es wurde dem ja auch die gesamte Bevölkerung ausgesetzt. Hier haben wir iene ganz andere Situation - wir sind am Ende der Grippewelle und haben plötzlich eine stark erhöhte Übersterblichkeit - obwohl erst kleine Teile der Bevölkerung der Krankheit ausgesetzt waren - möchtest du erst sehen, dass es noch viel schlimmer ist wenn man große Teile der Bevölkerung dem Krankheitserreger aussetzt, bevor du dann sagst "ok, jetzt können wir was machen"?

Am 23.03. waren es noch 232 Patienten wegen Covid-19 in ICUs. Heute sind es 2424 (Zahl der teilnehmenden Kliniken ist von 600 auf 900 gestiegen, hat sich also nicht verzehnfacht).

Also wenn die Patienten neu verteilt werden - da hab ich von dir gerade gelernt - dann sagt das auch nichts aus.

Die neue Verteilung ändert doch an der Menge nichts?


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010

Dafür steckt jeder Infizierte im Mittel nur noch eine andere Person an. Sinkt dieser Wert weiter, wäre die Epidemie nicht nur verlangsamt, sondern eingedämmt, sagt RKI-Präsident Wieler.

Wenn man sieht wann wir angefangen haben mit den Maßnahmen ist es durchaus realistisch den Wert auf unter 1 zu bekommen in den nächsten Tagen. Zusätzlich soll es auch wärmer werden.


Antwort
Zitat
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