Aus Wiki:
Die Anhörung in Savannah, in deren Verlauf der Fall Troy Davis erneut aufgerollt werden sollte, fand im Juni 2010 statt. Troy Davis und seinen Rechtsvertretern wurde aufgetragen, Troy Davis’ Unschuld ohne Zweifel zu beweisen, obwohl der Fall 20 Jahre zurücklag und schon seinerzeit keine physischen Beweise (wie DNA-Spuren oder Fingerabdrücke) sichergestellt worden waren. Die einzige Möglichkeit für die Verteidigung bestand darin, die Zeugen aufzurufen, die bei Troys ursprünglicher Verurteilung gegen ihn ausgesagt hatten. Von 9 Zeugen widerriefen 7 ihre damalige Aussage vor Gericht und sagten aus, dass sie zum Zeitpunkt von Troys Verhaftung von der Polizei zu ihren Aussagen genötigt worden waren. Viele der Zeugen waren damals selbst verhaftet worden und man hatte gedroht, sie selbst als Mörder anzuklagen. Von den beiden Zeugen, die ihre Aussage nicht widerrufen haben, ist eine Person schwer psychisch krank. Der damit letzte wirkliche Zeuge ist Sylvester Coles, der Mann, der ursprünglich selbst unter Tatverdacht stand. Sylvester Coles war bei der Anhörung nicht anwesend, eine Tatsache, die der verhandelnde Richter, William T. Moore, der Verteidigung schwer ankreidete, da dies seiner Meinung nach die Fakten verzerre. Die Verteidigung hingegen argumentierte, dass sie keine Möglichkeit gehabt habe, Coles gegen seinen Willen zur Verhandlung zu bringen und dass es ohnehin keinen Sinn ergebe, jemanden aussagen zu lassen, der kein Interesse daran haben könne, Troy Davis' Unschuld zu beweisen. Drei Monate nach Abschluss der Anhörung verkündete Richter Moore sein Urteil:[1] „While the state’s case may not be ironclad, most reasonable jurors would again vote to convict Mr Davis of Officer MacPhail’s murder. A federal court simply cannot interpose itself and set aside the jury verdict in this case absent a truly persuasive showing of innocence.“ „Der Fall ist zwar nicht vollkommen wasserdicht, die meisten Mitglieder einer Jury würden jedoch Mr. Davis wieder wegen Mordes an Officer MacPhail verurteilen. Ein Bundesgericht kann sich nicht anmaßen, das Urteil einer Jury zu missachten, wenn die Unschuld des Angeklagten nicht zweifellos bewiesen ist.“