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[Geschlossen] eben auf ARD: Bericht aus Berlin

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Mtoy
Beigetreten: 02.04.2007
Oldschool Grinder

Hoffen wir einfach (für das Wohl dieser Welt) das der Neoliberalismus untergeht, so wie die Neoklassik vor ihm.


micha1100
Beigetreten: 08.02.2006
PokerStrategist

Original von eltazo
um aber wirklich nen freien markt zu schaffen muss der arbeitnehmer gestärkt werden.....so wie es jetzt ist gibt es doch schon genug leute die für 3.5€ oder so arbeiten. das liegt an der einseitige abhänigkeit.

Nein, das liegt wohl eher daran, daß es sich wegen der staatlichen Beihilfen für den Arbeitnehmer trotzdem lohnt. Auch wenn die Arbeitnehmerrechte in den letzten Jahren nicht unerheblich geschwächt wurden, sehe ich die "einseitige Abhängigkeit" eigentlich nicht.


Original von eltazo

Original von micha1100

Original von NattyDread

Original von micha1100
Aber ich würde mir ein System wünschen, in dem die Löhne tatsächlich durch den Markt bestimmt werden.

... Wenn der Markt den Lohn bestimmt, hätten wir zwar eine geringe bis nicht vorhandene Arbeitslosigkeit, dafür aber auch Stundenlöhne <1€. ...

Sorry, aber das ist Unsinn. Markt heißt Angebot und Nachfrage. Glaubst du ernsthaft, daß sich Arbeitnehmer finden würden, die für <1€ arbeiten? Das würden nichtmal illegale Ausländer tun. Da wäre ja betteln profitabler.

Wie schon mehrfach gesagt, würden ohne staatliche Zuschüsse sicherlich eine Reihe von Billigjobs ersatzlos wegfallen. Aber die Arbeitsplätze, die wirklich gebraucht werden, würden auch auch annehmbare Löhne erzielen.

um aber wirklich nen freien markt zu schaffen muss der arbeitnehmer gestärkt werden.....so wie es jetzt ist gibt es doch schon genug leute die für 3.5€ oder so arbeiten. das liegt an der einseitige abhänigkeit.

Um einen wirklich freien Markt zu haben darf weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gestärkt werden. Ansonsten wäre es kein freier Markt.

Die Preise bzw. Löhne richten sich nach Angebot und Nachfrage. Für Jobs wie Putzfrau, Lagerarbeiter, Fließband, Müllmann etc. gibt es millionenfach Nachfrage, weil viele unqualifizierte nichts anderes machen können (damit beschränke ich mich nicht auf die genannten Berufe, sondern auf einfache Tätigkeiten). Wenn die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches übersteigt, entstehen extrem niedrige Preise.

Logischerweise würde niemand für <1€ arbeiten, aber der vom Markt bestimmte Stundenlohn würde bei unqualifizierten Arbeitern irgendwo in dieser Region liegen. Die Personen, die nicht arbeiten wollen, verhungern oder müssen betteln. Denn bei einem Arbeitsmarkt, der völlig ohne Regulierung in der Lohnfindung ist, darf es auch kein Arbeitslosengeld geben. Dieses wirkt quasi als Mindestlohn, da keiner (allgemein gesprochen) für weniger arbeiten geht. D.h. wenn du einen freien Arbeitsmarkt forderst, entstehen Dumpinglöhne und Arbeitslose leben in Armut.

Edit: Nur um das klar zu machen: Ich halte eine freien Arbeitsmarkt für schlecht.


micha1100
Beigetreten: 08.02.2006
PokerStrategist

Original von NattyDread

Original von NattyDread
um aber wirklich nen freien markt zu schaffen muss der arbeitnehmer gestärkt werden......

Um einen wirklich freien Markt zu haben darf weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gestärkt werden.

Aha _biggrin:


micha1100
Beigetreten: 08.02.2006
PokerStrategist

Original von NattyDread
Um einen wirklich freien Markt zu haben darf weder der Arbeitgeber noch der Arbeitnehmer gestärkt werden. Ansonsten wäre es kein freier Markt.

Die Preise bzw. Löhne richten sich nach Angebot und Nachfrage. Für Jobs wie Putzfrau, Lagerarbeiter, Fließband, Müllmann etc. gibt es millionenfach Nachfrage, weil viele unqualifizierte nichts anderes machen können (damit beschränke ich mich nicht auf die genannten Berufe, sondern auf einfache Tätigkeiten). Wenn die Nachfrage das Angebot um ein Vielfaches übersteigt, entstehen extrem niedrige Preise.

Logischerweise würde niemand für <1€ arbeiten, aber der vom Markt bestimmte Stundenlohn würde bei unqualifizierten Arbeitern irgendwo in dieser Region liegen. Die Personen, die nicht arbeiten wollen, verhungern oder müssen betteln. Denn bei einem Arbeitsmarkt, der völlig ohne Regulierung in der Lohnfindung ist, darf es auch kein Arbeitslosengeld geben. Dieses wirkt quasi als Mindestlohn, da keiner (allgemein gesprochen) für weniger arbeiten geht. D.h. wenn du einen freien Arbeitsmarkt forderst, entstehen Dumpinglöhne und Arbeitslose leben in Armut.

Ich will nicht die völlige Abschaffung eines sozialen Auffangnetzes. Die hierdurch geschaffene Art eines absoluten Mindestlohns muß man dann halt in Kauf nehmen. Ich halte nur für falsch, wenn die Regularien so ausgestaltet sind, daß es sich allein wegen der Zuschüsse lohnt, Jobs zu Hungerlöhnen anzunehmen.

Ich würde mir nie anmaßen, die Folgen eines bestimmten Systems genau vorhersagen zu können, aber ich denke, daß ein wirklich freier Arbeitsmarkt (in dem von dir genannten Sinn, den ich so nicht unterstütze) nicht zu absoluten Billiglöhnen führen würde. Wer keine Zuschüsse erhält, wird logischerweise keine Arbeit annehmen, die es ihm nicht ermöglicht, zumindest Essen und Miete abzudecken. Für die absoluten Hungerlöhne würde es daher trotz Arbeitslosigkeit meiner Meinung nach keine große Nachfrage geben.
Außerdem würde durch einen derartig freien Arbeitsmarkt auch ganz sicher der Druck auf die Geringqualifizierten erhöht werden. Einige von denen würden sicherlich in die Gosse abrutschen, aber ich vermute, daß ein erheblicher Teil der Leute, die sich momentan mit Stütze+Minijobs ganz gut über Wasser halten, sich dann doch die Mühe machen und eine Qualifizierung erreichen würden, wenn es für sie ums nackte Überleben ginge.

Aber wie gesagt, das will ich ja gar nicht. Ich bin einfach nur gegen eine flächendeckende Subventionierung geringbezahlter Jobs.


:heart: :heart: :heart:

Aus welchem Post ist das erste Zitat? Wenns nicht völlig aus dem Zusammenhang gerissen ist, ist die Aussage natürlich sinnlos von mir :tongue:

Ein freier Markt darf vom Staat oder anderen Institutionen nicht beeinflusst werden.

Ich wollte dir das ja gar nicht unterstellen. Habe auch deine Aussage schon verstanden mit den Löhnen. Aber du forderst dann ja keinen freien Markt, sondern Mindestlöhne, so dass jeder ohne staatliche Zuschüsse überleben kann.
Bin nur auf den freien Markt angesprungen, weil der "Neo"liberalismus so verteufelt wird.

Das Grundlegende Problem ist nur folgendes:
Wie ich oben schon beschrieben habe könnten manche Jobs von ca. 80% der Weltbevölkerung erledigt werden. In China oder anderen Billiglohnländern kostet die Arbeitsstunde evtl. 20 Cent, in Deutschland momentan €2-4 bei wirklich unqualifizierten Arbeiten (z.T. auch weniger). Diese Löhne werden dann aufgestockt. Wenn wir einen Mindestlohn von €8 hätten (wird ja sogar noch höher gefordert) ist die Differenz einfach viel zu hoch.
Wenn du die €3 pro Stunde nimmst im Vergleich zu den 20 Cent (beides nur fiktiv, genaue Zahlen kenne ich nciht. Aber das Verhältnis sollte ungefähr passen), bleibt der Arbeitsplatz z.T. noch in Deutschland, weil die Verlagerung kostspielig ist und man u.U. noch subventioniert wird. So ist eine Anstellung in Deutschland für den Unternehmer +-0 oder leicht +EV.
Wenn jetzt aber der Mindestlohn eingeführt wird, wird aus dem leicht +EV ein dickes -EV und sehr viele Billigjobs werden verlagert. Einmal führt das zu neuen Arbeitslosen und zum anderen macht es die Eingliederung der vielen unqualifizierten Jobsuchenden fast unmöglich, weil die Anforderungen höher sind.


Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von NattyDread
@Djax:
FDP/CDU/CSU/SPD neoliberaler Bullshit. Links wählst du nach eigenen Angaben nicht. Grünenwähler oder Priaten?

Irgendwie scheinst du mich Kategorisieren zu wollen :)

Ich habe bisher interessiert diese und auch andere Politikdiskussionen auf PS.de verfolgt, aber du zerstörst sie regelmäßig. Ich will dir weder Wissen noch Unwissen unterstellen, aber der reine Aufbau deiner Posts ist destruktiv.

Diese Unterstellung weise ich zurück. Schau dir einfach mal objektiv den Diskussionsverlauf im Grundeinkommen Thread ein. Ich war die ganze Zeit an einer konstruktiven Diskussion interressiert, im Gegensatz zu ein paar anderen Spezies!

Regelmäßig bezeichnest du die Meinung anderer als Quatsch, Bullshit etc. oder unterstellst anderen, sie hätten deine Aussagen nicht verstanden.

Was soll ich den sagen wenn ich dieser Überzeugung bin? Aber ich werde mich zurückhalten.

Selbst bringst du aber keine Gegenargumente, sondern nur abwertende Kommentare. So kann man keine Diskussion führen. Deine Posts sind ein Mix aus Beleidigungen, Arroganz und Werbung für dein neues Zinssystem, was du in einem separaten Thread vergeblich versucht hast zu erklären (wahrscheinlich haben wir es nicht verstanden).

Ich bin halt der tiefsten Überzeugung das es nichts bringt über Auswirkungen zu diskutieren. Es sind die Systemfehler die es zu verstehen gilt und angegeangen werden müssen. Aber ich scheine mich wirklich auf den allgemeine Diskussionstil hier angepasst zu haben und werde versuchen in diesem Punkt ebenfalls mich zurückzuhalten.

Wenn du dich an Diskussionen beteiligst, bring doch bitte selbst ausformulierte, logisch begründete Argumente und nicht nur Unterstellungen, Behauptungen oder Satzbruchstücke.

Was eine Unterstellung ist ;)

Original von StefanNRW
Sorry, mit dir zu diskutieren macht nicht wirklich Spaß. Ich glaub ich wollte schon auf der ersten Seite nicht mehr mit dir diskutieren, wenn ich mich richtig erinnere. Warum ist das so? Deine einzigen Argumente sind "Du hast das nicht verstanden" und "neoliberaler Bullshit", ansonsten schreibst du einfach nichts, auch auf Erklärungen nichts. Erklärungen und Argumente von dir fehlen. Vielleicht auch dazu morgen mehr, aber so macht es weder Spaß noch hat es Sinn.

Hier gilt ebenfalls das oben gesagt. Es ist halt Bullshit was die verzapfen. Hat wahrscheinlich nicht mal mehr viel mit Neoliberal zu tun wie mein Auszug einer Rede von Rüstow, einer der Mitbegründer des Neoliberalismus, zeigt. Aber ich werde versuchen mich zurückzuhalten. Es läuft halt im Grunde genommen immer auf die Systemfehler hinaus. Ihr wollt den bösen Hartz 4 Schmarotzern die Kohle kürzen obwohl diese schon halb ums überleben kämpfen. Die andere Seite will den bösen Unternehmen und Reichen an die Geldbeutel obwohl die Unternehmen nicht wissen welche Tricks sie noch anwenden sollen um der steigende Zinslast Herr zu werden und die Reichen sich schlicht und einfach arm rechnen.
So eine Diskussion bringt nichts!
Du solltest deine kritische Haltung welche du gegen alles "Linke" hast auch mal auf andere Themen anwenden.

Um das ganze konstruktiv zu gestalten wollte ich jetzt ausführlich auf unser Geldsystem eingehen. Da ich aber selber nicht so der große Schreiber bin und gerade ein Buch (kann ich jedem Empfehlen) lese in dem das wunderbar beschrieben ist überlass ich das lieber jemandem der das kann.
Nehmt euch mal 10 Minuten Zeit und lest den Brief.
Brief an Max Mustermann


micha1100
Beigetreten: 08.02.2006
PokerStrategist

Original von NattyDread
:heart: :heart: :heart:

Aus welchem Post ist das erste Zitat?

Sorry, bei genauerer Betrachtung stelle ich fest, daß das erste Zitat offenbar von Eltazo stammte und du es nur zitiert hattest. Bin da offenbar mit dem Zuordnen der Quotes und der Poster durcheinandergekommen (das hat man nun davon, wenn man so nett sein will und nicht immer alle Zitat-Zitat-Zitate original quoten will...). Asche auf mein Haupt. :(

Aber du forderst dann ja keinen freien Markt, sondern Mindestlöhne, so dass jeder ohne staatliche Zuschüsse überleben kann.
...
Das Grundlegende Problem ist nur folgendes:
Wie ich oben schon beschrieben habe könnten manche Jobs von ca. 80% der Weltbevölkerung erledigt werden. In China oder anderen Billiglohnländern kostet die Arbeitsstunde evtl. 20 Cent, in Deutschland momentan €2-4 bei wirklich unqualifizierten Arbeiten (z.T. auch weniger). Diese Löhne werden dann aufgestockt. Wenn wir einen Mindestlohn von €8 hätten (wird ja sogar noch höher gefordert) ist die Differenz einfach viel zu hoch.
Wenn du die €3 pro Stunde nimmst im Vergleich zu den 20 Cent (beides nur fiktiv, genaue Zahlen kenne ich nciht. Aber das Verhältnis sollte ungefähr passen), bleibt der Arbeitsplatz z.T. noch in Deutschland, weil die Verlagerung kostspielig ist und man u.U. noch subventioniert wird. So ist eine Anstellung in Deutschland für den Unternehmer +-0 oder leicht +EV.
Wenn jetzt aber der Mindestlohn eingeführt wird, wird aus dem leicht +EV ein dickes -EV und sehr viele Billigjobs werden verlagert. Einmal führt das zu neuen Arbeitslosen und zum anderen macht es die Eingliederung der vielen unqualifizierten Jobsuchenden fast unmöglich, weil die Anforderungen höher sind.

Im Ergebnis fordere ich, daß man mit einer Vollzeitstelle mehr als das absolute Existenzminimum verdienen muß. Wenn man so will, kann man das wohl als Mindestlohnforderung ansehen. Auf jeden Fall bleibe ich bei meiner Meinung, daß Billiglöhne, die (nur) durch staatliche Subventionen zustandekommen, schlecht sind.

Ich denke, dieses ewige Drohen mit den billigen Arbeitssklaven in Fernost ist zu einem gewissen Teil reine Propaganda. Es können keineswegs alle Arebitsplätze ins Ausland verlagert werden, und bei denen, wo es möglich ist, hat dies in vielen Fällen trotzdem Nachteile. Sieh dir beispielsweise die Stundenlöhne im Wachschutz an. Die sind zum Teil ein Witz, und das wohl kaum, weil die Arbeitsplätze sonst nach Fernost verlagert würden.
Letztlich bin ich ja nicht einmal dagegen, daß einheimischen Firmen geholfen wird, im Land zu bleiben. Nur, wie ich schon mehrmals gesagt habe, sollte dies auf eine Art und Weise geschehen, die gezielt den bedürftigen Unternehmen hilft und nicht allen Firmen erlaubt, fast nach Belieben die Löhne zu drücken, egal ob nötig oder nicht.


diego666
Beigetreten: 19.02.2006
Oldschool Grinder

Original von larseda

Original von Nemanja1977

Original von PPlay

Original von Djax
Ist lustig das nachdem die Zuschauer die Frage mit der Medienkampagne massiv gepusht haben die Modaratoren auf einmal im Gegensatz zu sonst lammfromm waren. Man kann zu den Linken stehen wie man will aber diese Medienkampagne gegen alles Links der CDU ist im Sinne einer demokratischen Meinungsbildung bedenklich.

So ein Quatsch, es ist genau andersrum. Vllt in diesem Fall, normalerweise ist alles weiter rechts als CDU Nazi und auch sonst ist die Meinung in den Medien weiter links.

Alles weiter rechts der CDU ist auch Nazi...

CSU ?

Die Union sagt selber, es darf keine demokratische Partei rechts neben der Union geben, also alles rechts neben der Union ist laut eigener Definition Naz.

Allerdings sieht man ja an Sachsen, wo CDU Mitglieder auf NPD Märschen mitmarschieren, dass die Grenze fließend ist.


@micha
Das beruhigt mich ein Bisschen mit dem Zitat :P

Das mit den Stellenverlagerungen ist keine Propaganda. Natürlich kann man nicht jeden Job verlagern. Unter den Jobs, die Geringqualifizierte ausführen können ist Wachmann ein gutes Gegenbeispiel. Allerdings können viele Arbeitsschritte in Firmen, Zulieferbetrieben, verarbeitenden Industrieen etc. verlagert werden. Ich habe leider keine genauen Zahlen, aber ich tippe mal auf ca. 500.000-1.000.000 Jobs je nach Höhe des Mindeslohns.

@Djax:
Erst mal danke für die Einsicht. Wenn du fest von etwas überzeugt bist, ist das kein Grund, keine Argumente zu bringen, weil wir deinen Gedankengang nicht kennen. Vergleichbar mit einer Handdiskussion beim Poker, die du einem Bekannten, der nicht spielt, erklären musst. Da kannst du nicht "Fold Pre, wie gespielt call River wg. Odds" sagen, auch wenns für dich noch so eindeutig ist.

Ich habe übrigens nicht ein mal die Kürzung von den momentanen Hartz4 Bezügen gefordert. Ich bin der Meinung, dass deren Höhe sehr gut ist. Nicht zu hoch, nicht zu tief. Es erfüllt genau den Zweck - Sicherung des Überlebens, ohne in Armut leben zu müssen (Definitionen von Armut variieren; das weiß ich :P)


StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007
Oldschool Grinder

Original von micha1100
Nein, ich fürchte, du hast nicht recht. Ich habe nie bestritten, daß die Arbeitsmarktlage für Geringqualifizierte bescheiden ist. Fakt ist aber, daß ein großer Teil dieser Leute mehr oder weniger selbst schuld an seiner Ausbildungssituation ist. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber im großen und ganzen kann in Deutschland jeder mit ein bißchen gutem Willen eine vernünftige Qualifikation erwerben. In deinen letzten Links finde ich auch nichts Gegenteiliges.

Ah, ich dachte es ginge eher um die Zahl. Aber du kannst meiner Ansicht nach nicht sagen, dass ein großer Teil dieser Menschen selbst dran schuld ist (ein Teil allerdings sicherlich, aber deshalb sollen ja nicht alle leiden müssen). Da sind viele, die von ihren Eltern vor, in und nach der Schule nicht ausreichend gefördert wurden und da ist unser Bildungssystem, dass das nicht ausgleicht. Ich denke das ist eigentlich bekannt genug, aber bei Bedarf kann ich hierfür natürlich auch Quellen suchen. Ein großer Teil der Menschen mit geringer Qualifikation ist meiner Ansicht nach nicht absichtlich in diese Situation geraten. Da sind ja auch die, die einen Arbeitsplatz mit einfacher Tätigkeit hatten, der aber plötzlich nicht mehr so sicher ist, wie es vielleicht noch vor 15 bis 20 Jahren schien. Sich dann noch weiter zu qualifizieren ist auch nicht ganz einfach. Es gibt viele Gründe, warum man nur eine geringe Qualifikation haben kann und arbeitslos ist. Manche davon sind auf die Menschen selbst zurückzuführen, die meisten meiner Ansicht nach nicht (wie gesagt, bei Bedarf such ich was zum Bildungssystem raus, aber ich glaub das weißt du eigentlich auch selbst). Und ganz unabhängig davon: Das sind ja auch nicht die Philosophen, die dann ins Grüne gehen und ein bißchen vor sich hin philosophieren - bei der aktuellen Stimmungsmache gegen böse und unfähige Manager ohnehin nicht - sondern schon allein um soziale Unruhen zu vermeiden kommt man nicht drum rum hier etwas zu tun.

Du hast durchaus recht, daß durch den Kombilohn zwischen dessen Bezieher und dem Arbeitgeber möglicherweise freier verhandelt werden kann, aber man muß ja auch die Leute berücksichtigen, die über der Kombilohngrenze liegen. Deren Position wird durch die Kombilohnbezieher erheblich geschwächt, so daß auch der Kombilohn insgesamt eine lohndrückende Wirkung haben würde.

Hm. Beim ersten Punkt sind wir uns ja schonmal einig :) Nun frage ich mich aber schon, warum die Position derjenigen, die über der Kombilohngrenze liegen, geschwächt würde? Diejenigen, die den Kombilohn in Anspruch nehmen würden, sind allein von der Qualifikation keine Konkurrenz für diejenigen, die keinen Kombilohn in Anspruch nehmen müssen. Die Situation von Angebot und Nachfrage für höher qualifizierte Arbeitnehmer wird dadurch ja nicht beeinträchtigt. Vielleicht wirkt es sich ja teilweise sogar positiv aus, denn das Austragen eines kostenlosen regionalen Wochenblättchens (auch wenn es hier manche gerne in die Tonne kloppen, aber bei uns in der Stadt ist das vor allem bei alten Menschen durchaus sehr beliebt) bedingt ja auch, dass irgendjemand Artikel schreibt, Werbung einholt, die Zeitung gedruckt wird... Verglichen mit einem Mindestlohn, der hier oft bedeuten würde, dass der Vertrieb eingestellt werden müsste, bleiben also durchaus auch Arbeitsplätze für Höherqualifizierte erhalten. Auch verglichen mit der aktuellen Situation lohnt sich dann manche Rationalisierung oder Verlagerung noch nicht - auch dort bleibt mehr Arbeit für Höherqualifizierte. Ich sehe eigentlich keinen Grund, weshalb deren Löhne dadurch unter Druck geraten sollten, dass Geringqualifizierte erhöhte Jobchancen bekommen.

aber Lohnzuschüsse jede rArt laden auch solche unternehmen ein, dies auszunutzen , die es eigentlich gar nicht nötig haben.

Richtig, davon muss man sogar ausgehen (geht das ifo-Institut in den Berechnungen auch). Wenn es dem Durchschnitt davon besser geht, sag ich allerdings nur "Na und!?". Und ich sehe ehrlich gesagt noch nicht, dass der durchschnittliche Arbeitnehmer hiervon Nachteile haben könnte, bin aber gespant auf eine nähere Ausführung deinerseits.

ch denke, dieses ewige Drohen mit den billigen Arbeitssklaven in Fernost ist zu einem gewissen Teil reine Propaganda. Es können keineswegs alle Arebitsplätze ins Ausland verlagert werden, und bei denen, wo es möglich ist, hat dies in vielen Fällen trotzdem Nachteile. Sieh dir beispielsweise die Stundenlöhne im Wachschutz an. Die sind zum Teil ein Witz, und das wohl kaum, weil die Arbeitsplätze sonst nach Fernost verlagert würden.

Nicht alle Arbeitsplätze können verlagert werden, aber eben doch viele und mehr als man denkt. Einige Hotels schicken ihre Wäsche schon heute zum reinigen nach Polen, schon heute gibt es in unserem real vier SB-Kassen, schon heute lohnen sich SB-Bäckereien und als Kunde kann ich auch rationalisieren, indem ich nicht alle vier sondern alle fünf Wochen zum Frisör gehe. (weil immer viele sagen, Frisöre, Verkäufer und Reinigung könnte man nicht verlagern - kann man teilweise schon und teilweise rationalisieren...) Im Wachschutz geht es natürlich nicht um Verlagerung, aber darum wie viele den Job machen können und wie viele nicht. Auch hier ist die Situation von Angebot und Nachfrage nicht arbeitnehmerfreundlich. Vor allem weil auch hier die Arbeitgeber durchaus Rationalisierungsmöglichkeiten haben. Durch Aufstellen von Kameras und Nutzen eines Überwachungsraumes, beispielsweise. Oder auch der Ordnungsdienst bei einem im Schnitt sehr friedlichen Eishockeyspiel. Da kann ich auch einfach 8 statt 10 Ordnern nehmen. Und glaub mir, der in einer Branche tätige Arbeitgeber, der sich wirklich damit auskennt, der hat bei Verlagerung und Rationalisierung bestimmt mehr Phantasie als ich. Darum finde ich es kein gutes Argument zu sagen, man könne ja nicht alles verlagern oder rationalisieren...

@djax

Nö, ich glaub schon, dass ich nicht nur allem "Linken" gegenüber kritisch bin. Ich diskutiere ja unter anderem deshalb (nicht nur wegen der aberwitzigen Hoffnung ich könnte tatsächlich jemanden überzeugen ), um meine Positionen zu testen und neue Argumente zu finden. Darum bin ich ja auch recht enttäuscht von deinem Auftreten in diesem Thread, da von dir bis jetzt kein langer Beitrag mit Argumenten und Gegenargumenten kam, so als hättest du Angst deine Position zu testen.

Interessant immerhin, dass du scheinbar einfach ein völlig anderes System als das aktuelle bevorzugst. Ich habe bis jetzt kein besseres gefunden. Allerdings diskutieren wir ohnehin aneinander vorbei, wenn du in deinem System diskutierst und ich in dem jetzigen. Heute Abend werd ich mir denke ich mal den von dir verlinkten Brief durchlesen - ist der aus dem Buch, das du gerade liest? Der Autor hat Neuphilologie studiert. Das ist jetzt erstmal nicht abwertend, ich muss mir das ja schließlich auch erst in Ruhe durchlesen, aber wenn ich dann auch Sätze wie diesen von dir lese:

obwohl die Unternehmen nicht wissen welche Tricks sie noch anwenden sollen um der steigende Zinslast Herr zu werden

dann finde ich das durchaus schwierig. Weil ich die aktuelle Unternehmensfinanzierung eigentlich nicht unvernünftig finde. Aber genau deshalb sollst du ja auch mehr schreiben.


Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von StefanNRW
Nö, ich glaub schon, dass ich nicht nur allem "Linken" gegenüber kritisch bin.

Hast du dich schon mal gefragt wie unser Geldsystem funktioniert? Warum trotz im steigendem Wachstum es der Allgemeinheit schlechter geht? Ob es funktionieren kann wenn die Zinslast immer weiter expotentiell steigt? Ob Smith, Erhard oder Eucken auch nur entfernt geblaubt hätten das betriebswirtschaftliche Rationalität und die Marktgesetze von selbst für einen friedlichen Zusammenleben der Gesellschaft sorgen können?
Oder was ich gerade lese von Oskar Negt: „Was hat es denn für einen Sinn, wenn der 57jährige Großvater fünf Jahre länger arbeitet, die 35jährige Tochter arbeitslos ist und der 17jährige Enkel überhaupt gar keine Zukunftsperspektive für Ausbildung und Arbeitsplatz hat?“ ..............

Ich diskutiere ja unter anderem deshalb (nicht nur wegen der aberwitzigen Hoffnung ich könnte tatsächlich jemanden überzeugen ), um meine Positionen zu testen und neue Argumente zu finden. Darum bin ich ja auch recht enttäuscht von deinem Auftreten in diesem Thread, da von dir bis jetzt kein langer Beitrag mit Argumenten und Gegenargumenten kam, so als hättest du Angst deine Position zu testen.

Die hab ich nicht. Ich teste sie grad an einem VWLer siehe Politikforum.

Interessant immerhin, dass du scheinbar einfach ein völlig anderes System als das aktuelle bevorzugst. Ich habe bis jetzt kein besseres gefunden.

Bist du dir überhaupt der Probleme bewusst?

Allerdings diskutieren wir ohnehin aneinander vorbei, wenn du in deinem System diskutierst und ich in dem jetzigen. Heute Abend werd ich mir denke ich mal den von dir verlinkten Brief durchlesen - ist der aus dem Buch, das du gerade liest? Der Autor hat Neuphilologie studiert. Das ist jetzt erstmal nicht abwertend, ich muss mir das ja schließlich auch erst in Ruhe durchlesen, aber wenn ich dann auch Sätze wie diesen von dir lese:

obwohl die Unternehmen nicht wissen welche Tricks sie noch anwenden sollen um der steigende Zinslast Herr zu werden

dann finde ich das durchaus schwierig. Weil ich die aktuelle Unternehmensfinanzierung eigentlich nicht unvernünftig finde. Aber genau deshalb sollst du ja auch mehr schreiben.

Da muss ich dir zustimmen das wir dann aneinander vorbei diskutieren. Aber ich diskutiere durchaus anhand von den Problemen des aktuellen Systems.
Freut mich das du dir Zeit nimmst den Brief zu lesen. Das Buch ist von Amery. Der Brief nicht. Das Buch ist mehr eine Sammlung von verschiedenen Briefen von verschiedenen Autoren.

Du findest es schwierig den Brief zu lesen weil ich irgend eine Position vertrete? Vielleicht findest du sie nicht unvernünftig weil du nicht alle Komponenten betrachtest? Ich schreibe doch extra aus der Sicht der Unternehmer die im Zwang zum ewigen Wirtschaftswachstum immer weiter zum Rationalisieren, Optimieren, etc. ständig getrieben sind und die welche auch nur ein wenig langfristig denken, sofort aufgefressen werden.


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