Original von Bardar
Kaufst du eine Aktie von Rheinmetall so bist du "Mitbesitzer" des Unernehmens. Es gehört zu einem gewissen Teil dir.
Stimmt.
Original von Bardar
Und wenn dann mit Rheinmetallwaffen ein Massaker an Zivilisten veranstaltet wirst kann man natürlich argumentieren, dass du mitverantwortlich bist, da du es ja theoretisch hättest verhindern können.
Stimmt nicht. In welcher Weise habe ich jetzt mehr Einfluss auf das Stattfinden oder Ausbleiben des Massakers als vor dem Aktienkauf?
Original von Bardar
(Ich sehe das natürlich auch nicht so, aber so funktioniert normalerweise das Argument)
Dass man die Erde nicht umsegeln kann, weil sie eine Scheibe ist und man am Erdrand abstürzen würde, hat auch lange als Argument funktioniert. Das macht es nicht wirklich besser :-) Ein Argument überzeugt mich oder eben nicht, egal wie viele Personen es normalerweise glauben.
Original von Bardar
Du machst im Normalfall Gewinn mit einer Aktie weil sich das betreffende Unternehmen positiv entwickelt und mehr Gewinn einfährt. Das muss überhaupt nicht zum Nachteil von irgendwem sein. Verlust macht hier vor allem kein anderer Spekulant.
Völlig richtig. Ich meinte auch nicht, dass zwangsläufig ein anderer Spekulant Verluste macht. Falls das so rübergekommen ist, habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. Ich meinte, dass der einzige, der überhaupt Verluste machen kann, ein anderer Spekulant ist. Das ist immer dann der Fall, wenn er die Aktie mit Verlust verkaufen musste - oder je nach Sichtweise immer dann, wenn die Aktie nach dem Verkauf gestiegen wäre und ihm Gewinne entgangen sind. Manchmal steigt natürlich auch einfach der Wert des Unternehmens nachhaltig und gar kein Spekulant macht Verluste.
Und schließlich:
Original von Bardar
Das Argument ist bei diesem Punkt, dass wenn ich Rheinmetall kaufe und die Aktie ordentlich steigt, Rheinmetall wahrscheinlich einfach mehr Waffen verkauft hat und dadurch mehr Gewinn macht und an die Anteilseigner (in diesem Fall du) ausschütten kann --> und das nach der Meinung vieler Leute unmoralisch.
Ja, aber die Leute irren sich. Die Kausalkette ist nicht: Ich mache Gewinn beim Aktiengeschäft -> dadurch hat Rheinmetall mehr Waffen verkauft. Genau umgekehrt: Rheinmetall hat mehr Waffen verkauft -> dadurch mache ich Gewinn beim Aktiengeschäft. Wieso sollte es moralisch verwerflich sein, wenn ich Gewinn an einem Ereignis mache, das ohnehin stattfindet, ohne dieses Ereignis im geringsten zu beeinflussen?
Original von Bardar
Also das ist jetzt nur noch grober Unsinn.
Beherrschen wir uns doch mal ein bisschen. Manchmal haben Menschen unterschiedliche Sichtweisen, ohne dumm zu sein oder Unsinn zu reden. Das kommt vor.