Original von DerEismann
Nein, der Grund ist n schwacher Charakter. Ich will nicht abstreiten, dass gesellschaftliche Rahmenbedingungen so ein Verhalten durchaus begünstigen können, das ändert aber nichts an der Schuld des Individuums.
Wieviele leute hattens ähnlich schwer und sind nicht zu brutalen Schlägern geworden? Willensfreiheit unzo.
Achja, die Juristerei und die Willensfreiheit...
Is jetzt krass OT, aber das gibt n sehr ergiebiges Diskussionsthema.
Das Gesetz begründet sich ja auf der Schuldfähigkeit und Willensfreiheit des Individuums, schließt also Prädestination kategorisch aus.
Nun waren die 90er Jahre ja, von der Öffentlichkeit leider weitestgehend unbemerkt, das Jahrzehnt der Neurologie. Es wurden unglaublich viele Fortschritte in der Hirnforschung gemacht. Immens viele Enddeckungen und Grundlagenarbeit.
Eine dieser unbestrittenen Entdeckungen ist (unter vielen anderen) eine für unser Rechtsverständnis (und unser Lebensverständnis im Allgemeinen) nicht unerhebliche.
In Versuchen wurde reproduzierbar aufgezeigt, das vermeintlich bewusste Handlungen, schon vor dem Bewusst werden im vom Gehirn initiiert werden.
Zum Beispiel sollten Probanden ihre Hand/Arm/Sonstwas bewegen.
Aber: noch bevor der bewusste Impuls kam dieses auch zu tun, war im Gehirn schon der Prozess angelaufen es zu tun. Das Gehirn, so scheint es, gaukelt uns nur vor wir hätten eine Entscheidung getroffen, eine Aktion in Gang gesetzt. Evtl. deswegen damit wir nicht erschrecken wenn unsere Arme sich von alleine zu bewegen beginnen :-)
Klar, ich bin auch nicht vollends überzeugt davon das die Herren Wissenschaftler ins kleinste Detail alle Prozesse im Gehirn verfolgen konnten. Aber als Diskussiongrundlage für Prädestination ist das mehr als interessant.
Da kommt als verstärkendes Element dazu, dass wir nach dem naturwissenschaftlichen Weltbild der Physiker sowieso alle prädestiniert sind.
Wieso? Weil seit dem Urknall alle existierenden Teilchen sich in einer "definierten" Bahn, nämlich vom Zentrum des Universums weg, bewegen. Das gilt natürlich auch für alle Teilchen die an unserer Gehirnchemie beteiligt sind. Wenn jetzt alle AKtionen eines Menschen (Gefühle, Taten, Entscheidungen, usw.) nichts weiter sind als die Auswirkungen von chemischen Prozessen, ist die Frage wo dabei ein freier Wille ins Spiel kommt nicht mehr zu beantworten. Diesen Text hier schreibe ich nur weil ich vor drei Wochen ne Dose Redbull getrunken habe, in Verbindung mit vielen anderen chemischen Einflüssen...
Ein vortreffliches Thema um bei Wein/Bier/Pot mit ein paar guten Freunden im Garten bis zum Morgengrauen zu verbringen...
But as I said: extremly offtopic.