Original von Th0m4sBC
Jura ist jetzt bei weitem nicht der einzige Beruf bei welchem 70h+ / Wochen üblich sind. Dafür brauchste nichtmal studieren, reicht einfach so selbstständig zu sein.
Richtig, Rechtsanwälte sind nun mal auch "selbstständig" (Freiberufler) in vielen Fällen, lässt sich nicht vermeiden.
Wer allerdings Staatsanwalt oder Richter wird, macht sich arbeitstechnisch nicht so sehr kaputt - dafür ist das Gehalt auch unverhältnismäßig niedrig. Und wenig arbeiten die auch nicht. Was nicht bedeutet, dass es da für einen Rechtsanwalt besser laufen müsste.
Top 20% sind natürlich super, wer da nicht mehr drunter fällt, sollte zumindest Zusatzqualifikationen aufweisen können. Sonst wirds hart auf einem Arbeitsmarkt, der mit durchschnittlichen Juristen überschwämmt ist - aber eben auch eine relativ hohe Nachfrage an gute bis sehr gute Juristen hat.
Der Arbeitsmarkt bietet alles von miesem bis fantastischem (Einstiegs-)Gehalt.
Aber Jurist ist auch nicht gleich Jurist, es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten - was ist schon nicht irgendwie mit Recht verflochten?
Das Studium IST hart, weiß nicht, warum da immer alle, die es NICHT studieren, etwas anderes behaupten müssen. Auswendig lernen ist was für die BWL-Nebenfach-Leute, bringt bei Jura aber nix, man muss es schon verstehen. So viel kann niemand "auswendig lernen" und sich "am Gesetz entlanghangeln". Alles Quatsch, bitte nicht glauben.
Man darf nicht außer Acht lassen, dass die Examen zu den schwersten gehören - die Vorbereitung beginnt demnach sehr früh (siehe "wer an seine ersten 2-3-4 Semster denkt"). Letztlich ist das der Grund dafür, dass viele erst im 1. Examen aufs Maul fliegen.
Da ist die gesamte Studienstruktur aber auch scheiße (finde dafür keine bessere Bezeichnung). Man weiß einfach nicht vorher genau, woran man ist und man hat von seinen x Semestern ohne 2 anständige Examen gar nix.
Wer ins Ausland möchte, wird auch da Arbeit finden. Aber nicht ohne entsprechende Weiterbildung.
Darüber hinaus gibt es aber auch viele Bereiche, die eng mit der Auslandsarbeit (besonders nach USA und England) verbunden sind und entsprechend zum Hin- und Herreisen zwingen oder einladen, wie mans sehen möchte.
Worum gehts im Studium?
Abstraktes Wissen auf den Einzelfall anwenden, Probleme entdecken und durch Argumentation lösen. Manch eine Meinung und Problemfälle zu kennen erleichtert das Ganze, daher auch ein hoher Lernanteil. Ersetzt aber keinesfalls eine gut durchdachte Argumentation und letztlich überhaupt das Entdecken von Problemen. Würde es daher als argumentatives Problemlösen bezeichnen, aber nicht ohne entsprechenden Lern- und Leseaufwand, das ist richtig. Es gibt nie DIE Lösung, für Mathematiker klingt das vermutlich schrecklich - ich könnts verstehen.
Nehme an, dass mir die Juristen hier zustimmen werden. Wenn nicht, dann können die dir sicherlich auch noch ihre Sicht beschreiben.