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[Geschlossen] Kampfplatz Klassenzimmer!Heute Nacht auf Ard

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stefeu
Beigetreten: 10.01.2007
Oldschool Grinder

Von welchen Gymnasien redest du larseda? Auf dem Gymnasium wo ich war (in Berlin) waren locker 50% Ausländer. Gilt übrigens als eines der anspruchsvolleren Schulen in Berlin.


Raindance86
Beigetreten: 09.10.2007
Oldschool Grinder

Original von larseda

Original von iakson
was ich für vorstellungen habe?

alle haben die gleiche chancen auf einer schule einen abschluss zu machen,

sowas höre ich immer nur von leute, die ein abi gemacht haben ...
genauso wie alle reichen immer sagen ... hätte ja jeder die chance gehabt

"Gleiche Chancen" ist nunmal ein sehr weitreichender Begriff. De facto steht es jedem frei sein Abi zu machen, selbst denen, die im Kindergarten noch kein Deutsch können. Die Frage ist nur: ist es wirklich jedem möglich diese Chance nutzen? Ganz sicher nicht. Aber das hängt eben in erster Linie nicht mit Religion oder Herkunft zusammen, sondern mit dem Umfeld. Sind die eigenen Eltern in der Lage sich zu integrieren (das gilt für Muslime wie für Langzeitarbeitslose)? Sind sie zumindest in der Lage jegliche Förderung zu nutzen (staatliche, ehrenamtliche etc.)? Aus welchen Beweggründen kommen sie nach D? In welcher Gegend wächst man auf? usw.

Sicherlich kann man hier zwischen Muslimen und Deutschen unterscheiden. Aber warum eigentlich? Ronny aus Chemnitz bekommt von seinen Eltern vorgelebt, dass Schule nicht so wichtig ist, dass Ausländer Arbeitsplätze nehmen und Murat aus Köln bekommt vorgelebt, dass man sich nicht integrieren muss und die Deutschen einen gar nicht haben wollen. Beide Fälle beruhen auf der Unfähigkeit sich in einer Gesellschaft zu integrieren, wo schwarze und weiße, arme und reiche, Muslime und Christen etc. zusammenleben sollten/müssten/könnten. Muss man das den Leuten vorwerfen? Oder der Schule? Dem Staat? Irgendwo haben alle ihre Pflichten, aber noch immer sind die wenigsten in der Lage den ersten Schritt hin zu einer respektvollen Basis zu schaffen.

Der erste Schritt hin zur Integration ist nicht die Integration von Andersgläubigen an sich, sondern eine gemeinsame Basis mit Chancengleichheit, wo man unabhängig vom Bildungsstand, von der Hautfarbe oder vom Einkommen miteinander leben kann, wo Kinder und Jugendliche nicht aus Langeweile, vorgegaukeltem Hass oder schlechter Zukunftschancen zu Verbrechern, Nazis oder Drogenopfern werden. Natürlich ist es unmöglich Armut auf kurz oder lang zu verbannen, genauso wird es immer Fremdenfeindlichkeit, radikale Meinungen und Drogen geben, aber es muss dagegen angekämpft werden, indem man endlich die Wurzel erkennt und zumindest den Kindern von heute die Möglichkeit gibt aus diesem Teufelskreis auszubrechen.

Kinder brauchen Bildung, Beschäftigung, einen Sinn und Zukunftsaussichten. Wie schwer kann es für einen Staat wie Deutschland sein dies zu bieten? Wie schwer kann es sein Kinder gleich zu behandeln und statt Ungläubigkeit Neugierde zu schaffen?

Solange es Problemviertel gibt, in denen sich radikale Gläubige, Rechts- und Linksradikale die Klinke in die Hand geben, solange Arbeitslose als arbeitsfaul und arbeitende als hochnäsig bezeichnet werden, solange die Probleme von den Medien und vom Staat nicht angesprochen werden, solange wird es eine immer größer werdende soziale Schere geben, die zu den genannten Problemen führt.

Naja, ich geh jetzt erst mal meinen Namen tanzen und setz einen Bachblütentee auf. :club:


Original von larseda

Original von bewnie

Original von larseda

Original von iakson
was ich für vorstellungen habe?

alle haben die gleiche chancen auf einer schule einen abschluss zu machen,

sowas höre ich immer nur von leute, die ein abi gemacht haben ...
genauso wie alle reichen immer sagen ... hätte ja jeder die chance gehabt

Original von iakson
und wenn dann jemand nicht lernwillig ist, sein hauptziel ist den schülern die ihre hauptschulzeit schnell mit guten noten beenden wollen, irgendwie so schlimm wie möglich zu machen, dann kann man so leute auch postwendend zurueckschicken.

Dahin zurückschicken wo sie geboren sind ?
gute Idee, hab mit den nach Köln ... das wird ihnen eine Lehre sein

Beantwortest du eigendlich noch meine Frage, was ein hauptschulabschluss bringt ? oder willst du nur in Ruhe weiter deine Vorurteile kundtun ?

Ist dein Vorschlag also dass nach der 4. Klasse alle die es nicht auf eine Realschule oder das Gymnasium geschafft haben, einfach bis sie 15 sind auf der Straße rumhustlen? Sobald sie dann 15 sind bewerben sie sich in Schreinerbetrieben frei nach dem Motto " joa, die letzten 5 Jahre hab ich auf der Straße Drogen getickt und eigentlich garnichts gemacht, aber vielleicht überzeug ich ja praktisch. Schreiben und rechnen kann ich im ja schon aus meiner Grundschulzeit im Ansatz."

also siehst du hauptschulen als halbtags geschlossene heime für die bildungsferne schicht, damit sie die arbeitende bevölkerung nicht belästigt ?

Zum Teil schon, jo. Ist aufjedenfall wohl wirksamer als Kinder die es nach der 4. Klasse nicht auf Real/Gym geschafft haben sich selbst zu überlassen und quasi mit 10/11 Jahren in die Arbeitslosigkeit zu schicken. So wenig mit dem Abschluss an sich auch anzufangen ist, immerhin haben die Kinder dann eine Halbtagsbeschäftigung und lernen zumindest im Ansatz, Termine und Pflichten einzuhalten. Was ist denn eigentlich dein Vorschlag? Tatsächlich die Kids nach der Grundschule einfach sich selbst zu überlassen? Oder sollen die dann mit 11 Jahren anfangen zu arbeiten?
Steh vielleicht aufn Schlauch, aber ich verstehs echt nicht


Original von stefeu
Von welchen Gymnasien redest du larseda? Auf dem Gymnasium wo ich war (in Berlin) waren locker 50% Ausländer. Gilt übrigens als eines der anspruchsvolleren Schulen in Berlin.

#

sehe jetzt auch nicht, dass gymnasien den reichen deutschen vorbehalten sind


Original von stefeu
Von welchen Gymnasien redest du larseda? Auf dem Gymnasium wo ich war (in Berlin) waren locker 50% Ausländer. Gilt übrigens als eines der anspruchsvolleren Schulen in Berlin.

dann klär uns mal bitte auf, von welcher sorte ausländer du da sprichst ...


larseda
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

Original von tiltnonstop

Original von stefeu
Von welchen Gymnasien redest du larseda? Auf dem Gymnasium wo ich war (in Berlin) waren locker 50% Ausländer. Gilt übrigens als eines der anspruchsvolleren Schulen in Berlin.

dann klär uns mal bitte auf, von welcher sorte ausländer du da sprichst ...

den guten ;) ... die steuern zahlen

aber im grunde hast schon recht ... kenn sowas atm nur aus erzählungen
weil in meiner Jugend konnte ich die ausländer zählen ^^(Brandenburg) und jetzt in Dresden sind es auch nicht soviel mehr

aber jede studie sagt, das nen guter ausländer auf die hauptschule geht und nen guter deutscher(eltern guter job) aufs gymnasium


Raindance86
Beigetreten: 09.10.2007
Oldschool Grinder

Original von larseda
aber jede studie sagt, das nen guter ausländer auf die hauptschule geht und nen guter deutscher(eltern guter job) aufs gymnasium

Vielleicht weil die Eltern Angst haben, ihr Kind könnte es nicht schaffen oder weil sie das Schulsystem nicht verstehen oder nicht deutsch sprechen oder ihrem Kind nicht helfen könnten und es deshalb lieber auf eine nicht so anspruchsvolle Schule schicken oder weil sie nicht wollen, dass ihr Kind in der "Minderheit" ist oder weil ihr Kind lieber mit den alten Freunden auf eine Schule gehen will oder weil sie andere Vorstellungen haben (mit 16 arbeiten gehen, nicht auf der Schulbank rumgammeln) usw.

Ansonsten spricht ja nichts dagegen, wenn ein türkisches Kind perfekt deutsch sprechen kann.


Muttermal
Beigetreten: 12.05.2007
Elite Grinder

.

Bei uns sind auch einige Ausländer, allerdings von ganz anderer Herkunft. Viele Asiaten (v.a. Chinesen) und einige aus Osteuropa, aber so gut wie keine Türken, Araber, bzw. Muslime im Allgemeinen.


DoktorBet
Beigetreten: 03.09.2006
Oldschool Grinder

Original von Moky2006
Hier in Deutschland haben mitnichten alle die gleichen Chancen einen guten Abschluss zu machen. Die Wahrscheinlichkeit zu studieren oder einen Abschluss auf dem Gymnasium zu erlangen wird noch immer maßgeblich von der Bildung des Elternhauses und dem gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst.

Und was genau ist daran jetzt schlimm?
Natürlich wird die Wahrscheinlichkeit von der Bildung der Eltern und dem gesellschaftlichen Umfeld abhängig sein, daran kann man ja schlecht etwas ändern. Die Eltern sind nunmal verantwortlich für die Erziehung ihrer Kinder und sie legen halt im Endeffekt mit ihren eigenen Wertvorstellungen schon fest, auf welche Schule ein Kind mal kommt.
Ansonsten seh ich überhaupt keine berechtigten Argumente dafür, dass in der Richtung keine Chancengleichheit herrscht... Vom finanziellen Einkommen ist der Bildungsweg meines Erachtens nach überhaupt nicht direkt abhängig. Meine Eltern waren Arbeiter und hatten zeitweise fast garnix und ich bin trotzdem aufs Gymnasium gegangen und studiere jetzt... und das hat nur einen Grund: Weil meiner Eltern glücklicherweise nicht dumm wie Brot sind und mich gut erzogen haben. Klar kann nicht jedes Kind gute Eltern haben, die kann man sich schließlich nicht raussuchen.
Aber wenn man dann meint, dieser Umstand wäre ungerecht, dann is auch das ganze Leben ungerecht. Jedenfalls nix, was die Politik ändern könnte.

Und wieso steht hier eigentlich die Frage im Raum, was ein (Haupt-)Schulabschluss bringen soll?
Ganz einfach - damit die grauen Zellen der Kinder nach der 4. Klasse nicht total vergammeln. Dass auch solche Leute einen Plan vom Leben bekommen (ja bitte jetzt keine Diskussion darüber, dass unser Schulsystem eh nichts relevantes fürs Leben vermittelt - das weiß ich auch, aber ich finde es stimmt nur bedingt). Dass sie wissen wie unsere Welt aussieht, was es darauf alles für tolle Dinge gibt und dass sie ihr eigenes Land darauf zeigen können. Dass sie wenigstens ein bisschen Ahnung von der Geschichte haben.
Und dass sie die Möglichkeit haben, sich zum Beispiel in diesem Forum anmelden und posten zu können, ohne dass sie nicht verstanden werden können, weil ihre Ausdrucksweise und Rechtschreibung so grottenschlecht ist.
Das sind alles Dinge, die ihnen ihre (wahrscheinlich meist eh total verantwortungslosen) Eltern nie beibringen würden. Und deshalb gehen die Kinder halt zur Schule und machen nen Abschluss. Damit sie die Chance haben, nen eigenen Weg zu gehen.
Und jeder kann schaffen was er will. Klar wird das Schicksal immer durch das Umfeld und die Eltern bestimmt, keine Frage. Ich glaube überhaupt nicht an die Freiheit des Willens. Aber die Kinder dann fast nur noch praktisch arbeiten zu lassen, ist ja wohl keine Lösung. Die peilen dann ja überhaupt nichts mehr vom Leben an sich.


Original von DoktorBet

Original von Moky2006
Hier in Deutschland haben mitnichten alle die gleichen Chancen einen guten Abschluss zu machen. Die Wahrscheinlichkeit zu studieren oder einen Abschluss auf dem Gymnasium zu erlangen wird noch immer maßgeblich von der Bildung des Elternhauses und dem gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst.

Und was genau ist daran jetzt schlimm?
Natürlich wird die Wahrscheinlichkeit von der Bildung der Eltern und dem gesellschaftlichen Umfeld abhängig sein, daran kann man ja schlecht etwas ändern. Die Eltern sind nunmal verantwortlich für die Erziehung ihrer Kinder und sie legen halt im Endeffekt mit ihren eigenen Wertvorstellungen schon fest, auf welche Schule ein Kind mal kommt.
Ansonsten seh ich überhaupt keine berechtigten Argumente dafür, dass in der Richtung keine Chancengleichheit herrscht... Vom finanziellen Einkommen ist der Bildungsweg meines Erachtens nach überhaupt nicht direkt abhängig. Meine Eltern waren Arbeiter und hatten zeitweise fast garnix und ich bin trotzdem aufs Gymnasium gegangen und studiere jetzt... und das hat nur einen Grund: Weil meiner Eltern glücklicherweise nicht dumm wie Brot sind und mich gut erzogen haben.

Sehe ich ähnlich und einzige alternative wäre hier die Kinder aus der Familie rauszunehmen und ihnen eine Erziehung zukommen zu lassen, welche sie nicht prädistiniert für ein Leben nach dem Hauptschulabschluss, wenn sie den überhaupt schaffen. Da es aber das Gute Recht der Eltern ist die eigenen Kinder zu erziehen, wie es ihnen beliebt (in einem gewissen Rahmen, das wurde ja schon teilweise eingeschränkt, was auch nicht zu verurteilen ist) wird sich daran auch nicht viel ändern. Es werden nun mal kaum Genies aus Familien kommen in denen das einzige intellektuelle Programm der Fernseher am Nachmittag ist und Bildung muss in diesem Zusammenhang noch nicht einmal teuer sein, musikalische Früherziehung, sportliche Talente und Förderung von geistigen Begabungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch erst einmal mit einfachen Mitteln bewerkstelligen, vorausgesetzt die Erziehenden sind überhaupt Willens dazu ihrem Kind etwas beizubringen und es zu fördern. Da dem aber anscheinend teilweise kaum so ist wird sich auch an den Bildungschancen nichts ändern und da brauchen wir uns gar nichts vorzumachen um daran etwas zu ändern müssten die Eltern in der gesamten und vor allem frühen Kindheit aktiv mitziehen, solange sie ihr Kind aber intellektuell verkommen lassen werden seine Bildungschancen auch nicht steigen.


@DoktorBet

Deine Erfahrung ist schön, jedoch ist es nicht der Regelfall (ähnlich wie beim pokern ist es hier die subjektive Wahrnehmung, die du erlebst, jedoch auf eine große Samplesize sieht es anders aus).
Wie du selbst festgestellt hast wird der potentielle Bildungsweg von den Möglichkeiten der Eltern beeinflusst. Kinder aus akademischen Familien haben statistisch gesehen eine größere Wahrscheinlichkeit selbst zu studieren als Kinder aus Arbeiterfamilien, und da spielen auch die finanziellen Möglichkeiten eine Rolle. Eltern, die ihren Kindern z.B. Nachhilfe finanzieren können haben dabei doch klar einen Vorteil den Kindern gegenüber, deren Eltern diese Möglichkeit nicht besitzen, nur um mal ein Beispiel heraus zu greifen.

Diesen Fakt kann sich das Kind natürlich nicht aussuchen, aber warum sollte dies denn nicht ungerecht sein?

Chancengleichheit gibt es nicht und kann auch nicht erreicht werden, aber es können Schritte unternommen werden, um diesem Ideal näher zu kommen als es momentan der Fall ist. Und diese können, oder sollten gerade von der Politik aus unternommen werden.
Warum sollte man nicht im Bildungssystem dafür sorgen, dass allen Kindern eine gute Bildung ermöglicht wird und die Kinder, die schwächen haben, gefördert werden? Zu sagen, dass die Politik nicht gegen die Chancenungleichheit gegensteuern kann ist imo blödsinn.

Und warum sehen eigentlich so viele hier als einzige Alternative zur Hautpschule das nichts-tun? Weshalb sollte man das Dreigleisige Schulsystem nicht vollkommen abschaffen und in einer einzigen Schule zusammenführen? So könnte jedes Kind nach seinen stärken und schwächen in den unterschiedlichen Schulfächern individueller gefördert werden und alle Kinder haben auf der weiterführenden Schule noch die Möglichkeit einen Abschluss zu erlangen, mit dem man in der Arbeitswelt auch etwas anfangen kann.
Heterogene Klassen können nämlich wunderbar funktionieren und den Schülern sogar verschiedene Bereicherungen geben, die sie in homogenen Klassen nicht haben.

Und jeder kann schaffen was er will

Ist ein toller Satz, der jedoch völlig an der Realität vorbei geht.


efkay
Beigetreten: 25.03.2005
Elite Grinder

Kernproblematik sehe ich in der Religion im allgemeinen: Wenn man den Leuten Prinzipien und werte vermittelt ohne diese Schauergeschichten und Aberglauben aus Bibel, Koran und Co. dann wird die Welt allgemein auch ein ganzes Stück besser


Raindance86
Beigetreten: 09.10.2007
Oldschool Grinder

Original von Phillemon

Original von DoktorBet

Original von Moky2006
Hier in Deutschland haben mitnichten alle die gleichen Chancen einen guten Abschluss zu machen. Die Wahrscheinlichkeit zu studieren oder einen Abschluss auf dem Gymnasium zu erlangen wird noch immer maßgeblich von der Bildung des Elternhauses und dem gesellschaftlichen Umfeld beeinflusst.

Und was genau ist daran jetzt schlimm?
Natürlich wird die Wahrscheinlichkeit von der Bildung der Eltern und dem gesellschaftlichen Umfeld abhängig sein, daran kann man ja schlecht etwas ändern. Die Eltern sind nunmal verantwortlich für die Erziehung ihrer Kinder und sie legen halt im Endeffekt mit ihren eigenen Wertvorstellungen schon fest, auf welche Schule ein Kind mal kommt.
Ansonsten seh ich überhaupt keine berechtigten Argumente dafür, dass in der Richtung keine Chancengleichheit herrscht... Vom finanziellen Einkommen ist der Bildungsweg meines Erachtens nach überhaupt nicht direkt abhängig. Meine Eltern waren Arbeiter und hatten zeitweise fast garnix und ich bin trotzdem aufs Gymnasium gegangen und studiere jetzt... und das hat nur einen Grund: Weil meiner Eltern glücklicherweise nicht dumm wie Brot sind und mich gut erzogen haben.

Sehe ich ähnlich und einzige alternative wäre hier die Kinder aus der Familie rauszunehmen und ihnen eine Erziehung zukommen zu lassen, welche sie nicht prädistiniert für ein Leben nach dem Hauptschulabschluss, wenn sie den überhaupt schaffen. Da es aber das Gute Recht der Eltern ist die eigenen Kinder zu erziehen, wie es ihnen beliebt (in einem gewissen Rahmen, das wurde ja schon teilweise eingeschränkt, was auch nicht zu verurteilen ist) wird sich daran auch nicht viel ändern. Es werden nun mal kaum Genies aus Familien kommen in denen das einzige intellektuelle Programm der Fernseher am Nachmittag ist und Bildung muss in diesem Zusammenhang noch nicht einmal teuer sein, musikalische Früherziehung, sportliche Talente und Förderung von geistigen Begabungen lassen sich bis zu einem gewissen Grad auch erst einmal mit einfachen Mitteln bewerkstelligen, vorausgesetzt die Erziehenden sind überhaupt Willens dazu ihrem Kind etwas beizubringen und es zu fördern. Da dem aber anscheinend teilweise kaum so ist wird sich auch an den Bildungschancen nichts ändern und da brauchen wir uns gar nichts vorzumachen um daran etwas zu ändern müssten die Eltern in der gesamten und vor allem frühen Kindheit aktiv mitziehen, solange sie ihr Kind aber intellektuell verkommen lassen werden seine Bildungschancen auch nicht steigen.

Kann die Aussage von Dr. Bet bestätigen. Mich hat's sogar noch etwas schlimmer erwischt: Ich hatte nie einen Vater! :f_frown: :f_biggrin: Aus'm Osten kommst du ja afaik auch.

Hinsichtlich der Förderung der eigenen Kinder will ich aber mal widersprechen. Klar ist es u. U. einfach sein Kind in einen Sportverein zu schicken, wo es zu Teamgeist, Arbeit und Verantwortung erzogen wird. Und man kann so viele kostenfreie Angebote wie Arbeitsgemeinschaften an Schulen, Bibliotheken oder andere Kulturgüter (Theater z. B.), die für sozial Schwache stark vergünstigt sind, nutzen. Aber man stellt sich das als Außenstehender meiner Meinung immer zu einfach vor:

-Kann ich mir ordentliche Sportkleidung leisten?
-Wird mein Kind wegen seiner Kleidung ausgegrenzt?
-Wird hinter dem eigenen Rücken getuschelt, weil man arm aussieht?
-Kennt man diese Angebote überhaupt bzw. wird man darüber hinreichend unterrichtet?

Oder stellt euch mal die Frage, warum viele Arbeitslose keine Hilfeeinrichtungen wie die Tafel nutzen, obwohl doch total Latte ist, was andere über einen denken. Stattdessen wird dann eben von ungesundem Fertigfraß und tagelang von Nudel gelebt, anstatt seiner Familie täglich ein frisches Essen bereitzustellen.

Die Leute haben Angst vor Vorurteilen, wissen teilweise gar nicht was ihnen "zusteht" oder haben sich mit ihrer Situation schon abgefunden und merken gar nicht, dass ihre Kinder eigentlich eine gute Chance hätten.

Hier muss gerade der Staat mehr tun und mit Hilfeangeboten an sozial Schwache herantreten. Er muss ein Bewusstsein dafür schaffen, dass nicht wichtig ist, was andere denken, sondern dass man das bestmögliche aus seiner Situation macht. Dass viele Eltern nur noch lethargisch vor sich hin leben und dem Klischee des Hartz4lers entsprechen, will ich dabei gar nicht verleugnen, aber ich denke es gibt viele die sich insgeheim eine bessere Zukunft wünschen und für ihre Kinder auf sehr vieles verzichten würden. Aber der Staat lässt viel zu locker und schaut dabei zu, wie sich arm und reich immer weiter voneinander entfernen.

Und um mal auf's Thema zurückzukommen: Ich denke es geht auch vielen Ausländern so, dass sie denken, sie werden sowieso nie richtig integriert und leben deshalb ihr eigenes Leben unter dem Banner der Herkunft und eigenen Religion. Engstirnige gibt es immer, in jeglichen Gruppen, aber es gibt sicherlich viel mehr Leute, die sich mehr Offenheit und mehr Miteinander wünschen und gerade die junge Generation wird dahingehend immer etwas weltoffener sein, als die Alten. Deshalb muss da angesetzt werden und - wie erwähnt - schon im Kindergarten gegen eine mögliche Gruppenbildung angekämpft werden.

**Edit by Bliss86: Spam wurde schon gelöscht**


DoktorBet
Beigetreten: 03.09.2006
Oldschool Grinder

@Moky
Du führst als eine mögliche Benachteiligung von Kindern mit wenig finanziellen Mitteln die Nachhilfe auf, die diese Kinder nicht in Anspruch nehmen können.
Der Fakt ist sicherlich richtig. Was nun zu betrachten wäre: Bringt Nachhilfe den Kindern denn irgendetwas nachhaltiges? Aus den Leuten, die damals in meinem Umfeld Nachhilfe in Anspruch nehmen mussten, ist heute nichts großartiges geworden(nur in Richtung Bildung gemeint). Solche Leute würden eh nie ein Studium schaffen, meiner Meinung nach (zumindest nicht durch Inanspruchnahme von Nachhilfe...) Ich glaube dass Nachhilfe wenn dann überhaupt nur einen sehr geringen Einfluss auf die Lernleistungen der Kinder hat. Aber ich hab mir jetzt auch keine Studien dazu durchgelesen, nur meine persönliche Erfahrung.
Siehst du denn hinsichtlich der Finanzen noch weitere Probleme, die dadurch entstehen? Außer der Nachhilfe?

Du sprichst von Ungerechtigkeiten und Chancenungleichheit, was die Bildung betrifft. Was genau sind denn die Punkte, die für dich diese Chancenungleichheit ausmachen (finanzielle Probleme haben wir ja schon als einen Punkt) und die auch durch eine Bildungspolitik behoben werden können?

Sowas sehe ich dann wirklich eher als ein Problem

-Kann ich mir ordentliche Sportkleidung leisten?
-Wird mein Kind wegen seiner Kleidung ausgegrenzt?
-Wird hinter dem eigenen Rücken getuschelt, weil man arm aussieht?

Das sind jetzt aber mmn nicht unbedingt Faktoren, die dem Kind Schwierigkeiten hinsichtlich seines Bildungswegs bereiten. Und, gucken wir doch mal, wo liegt da denn der Hase im Pfeffer? Doch nicht darin, dass die Leute so "wenig" Geld haben (global gesehen ist dieses "wenig" ja sowieso ein absoluter Witz), sondern wegen der ganzen perversen Medien/Werbung, die derartige Gefühle schüren. Da müsste man ja schon das ganze System ändern. Und das geht ja schlecht. Im heutigen Kapitalismus. Aber gut, das führt jetzt auch irgendwie vom Thema weg.

Ich seh jedenfalls noch keine wesentliche herrschende Chancenungleichheit in der Bildung in Deutschland. Bitte überzeugt mich. (ernsthaft)


Original von DoktorBet
Ich seh jedenfalls noch keine wesentliche herrschende Chancenungleichheit in der Bildung in Deutschland. Bitte überzeugt mich. (ernsthaft)

versuch ich ;) allerdings nicht jetzt, da ich gerad recht wenig zeit hab, werd morgen was schreiben


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