Original von ReCrown
bevor ich nen neuen thread eröffne grabe ich mal diesen hier aus..
habe vor ca. 3 Jahren eine Typisierungsaktion mitgemacht und heute tatsächlich einen Anruf bekommen, dass ich als potentieller Spender in Frage kommen würde.
Jetzt bekomme ich Post und es werden danach Tests gemacht ob ich 100 % in als Spender in Frage komme.
Angenommen bei mir passt alles usw.. ist das Spenden gefährlich? Habe jetzt gelesen, dass unter Vollnarkose am Beckenkamm das Knochenmark entnommen wird. Okay normale OP unter Vollnarkose usw. Aber sonst? Kann da was passieren?
Ich bin aufgeschlossen und werde es definitiv tun, wenn ich in Frage komme.
Jedoch würde ich gerne vorher wissen wollen, was passieren kann und wie das dann mit dem Versicherungsschutz ausschaut.
Habe keine Lust, dass irgendwas schief läuft und am Ende ich kaputt & pleite da stehe.
Hoffe ihr versteht was ich meine..
Hey Recrown,
ich habe vor ein paar Jahren Knochenmark per besagter OP gespendet, da ich die OP der alternativen Möglichkeit (sich mehrere Stunden an die Nadel hängen, von Praepman beschrieben) vorgezogen habe.
Du musst noch einige Male Blut abnehmen lassen. Ich habe im Vorfeld bestimmt 4 oder öfter Mal Blut abnehmen lassen und erst dann stand fest, dass ich als Spender in Frage komme. Das liegt soweit ich weiss daran, dass das Testen einzelner Merkmale viel Geld kostet und sie bei weiterer Übereinstimmung etappenweise weiter testen. Das ganze Prozedere vom ersten Brief bis zur OP ging bei mir über knapp 4 Monate. Du kannst jederzeit Nein sagen und zurücktreten von der Spende. Selbst am Tag der OP ist das noch möglich.
Du wirst außerdem vor der OP nochmal komplett durchgecheckt (inkl. Lungenfunktion, Ultraschall von Bauchorganen usw.), da der Empfänger hopps gehen würde, falls du auch nur einen Minierreger besitzt. Ihm werden vor der Transplantation möglichst alle eigenen Zellen abgetötet und dann das Spendermaterial eingepflanzt, woraus neue Zellen entstehen sollen. Da zum Spendezeitpunkt alle Zellen tot sind, hat der Empfänger somit auch kein Abwehrsystem, sprich ist extrem anfällig gegenüber allen Erregern.
Zur OP und den Risiken kann ich nur sagen, dass es sich laut damaliger Aussagen befreundeter Mediziner/Medizinstudenten, um keine sehr komplizierte OP handelt und es wohl ein Routineeingriff ist. Du hast natürlich im OP-Fall eine OP unter Vollnarkose, die immer ein gewisses Risiko mit sich bringt. Zu genaueren Risiken kann ich dir leider keine Auskunft geben und ich weiss auch nicht, wer wie haftet, falls etwas schief gehen sollte.
Ich wurde nach der OP noch eine Nacht zur Überwachung da behalten und durfte am Tag darauf gehen. Folgen: Ca. 2-3 Tage lang fühlt sich dein hinterer unterer Rücken über dem Steißbein, der Bereich dem das Knochenmark mit Hilfe dickerer Nadeln entnommen wird, so an, als ob dir ein Brauereigaul ordentlich in den Arsch getreten hätte.
Ansonsten kann alles was ich verfasst habe natürlich keinen ärztlichen Rat ersetzen und sind nur meine persönlichen Erfahrungen/Meinungen. Falls du noch was von mir wissen willst, frag einfach.
Ich würde dir empfehlen einfach die Ärzte vor Ort vor der OP bzw. Spende per Nadel zu fragen. Bis es bei mir soweit war, war ich nur etliche Male bei meinem Hausarzt, der mir das Blut für die Tests entnommen hat. Wenn es dann richtig ernst mit der Spende wird bzw. du als Spender tatsächlich in Frage kommst, wirst du wie gesagt nochmal richtig gründlich durchgecheckt und sprichst auch mit mehreren Ärzten. Das wurde bei mir in einer Klinik durchgeführt und du kannst alles fragen, was du willst.
Gruß Felix