Original von Penishaubize
Selbst für bestehende Konzerne greift die Logik imho in vielen Bereichen nicht, weil man die meisten Produkte auch abseits der Haltbarkeit weiterentwickeln kann. Außerdem kann man sich obv. niemals sicher sein, dass keine anderen Firmen in den Markt stoßen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass in einem offenen Markt ohne Absprachen und mit Konkurrenz ein Unternehmen Innovation irgendeiner Art zurückhalten würde. Das macht imho einfach marktwirtschaftlich niemals Sinn.
Ich denke, da gehst du etwas naiv an die Sache ran, wenn du glaubst, du kannst mal eben so in Milliardenmärkte als Startup oder aus einem anderen Bereich querschiessen, das wäre nämlich entgegen deiner Aussage langfristig höchst unwirtschaftlich.
Selbst wenn du finanzielle Mittel etwas angleichen willst und 2 Milliardenkonzerne gegeneinander antreten lässt - das wird nie passieren. Siemens wird nicht in den Autobau gehen und z.B. VW, BMW und Mercedes verärgern und auf dem deutschen Markt günstige, einfache Autos anbieten, wie es der Grossteil der Bevölkerung eigentlich haben möchte, oder z.B. Elektroautos.
Das kann nicht funktionieren, weil die bereits bestehenden Marktgrössen zusammenarbeiten und dann Siemens übernehmen, und schon ist die Konkurrenz Geschichte. Und reicht es dazu nicht (unwahrscheinlich), drängen die Autohersteller halt mit ein paar Firmenzukäufen auf die Maschinen- und Elektromärkte von Siemens, und machen diese kapputt. Dann haben am Ende alle verloren.
Fazit - keiner rüttelt an den grossen, denn die haben genug Geld sich zu wehren, und Geld regiert die Welt.
Da träumst du ein wenig von einer funktionierenden, reinen Marktwirtsschaft, die haben wir aber nunmal nicht.
Das Kartell zu Glühlampen ist schon lange bewiesen und uralt, vor allem wurden sie ursprünglich mit einer höheren Lebensdauer als 1000h hergestellt, dann aber von allen grossen Herstellern auf 1000h verringert (Osram, Philips etc.), und diese 1000h hatten über ein halbes Jahrhundert bestand bis heute !
Aber es gibt auch genug andere Beispiele, Drucker mit eingebauten Zählchips, Fernseher/Monitore mit Sollbruchstellen wie z.B. Kondensatoren, Apple hatte ja sogar schon angefangen bei i-irgendwas Geräten den Akku fest einzubauen, so dass man diesen nicht mehr austauschen konnte. Jeder weiss aber, dass ein Akku meist nur 2-3 Jahre hält (je nach Nutzung). Dagegen wurde btw in den USA geklagt und gegen Apple auch gewonnen, seitdem haben sie die Produktion wieder umgestellt.
Die Konzerne versuchen soviel Umsatz und Gewinn wie möglich, und das heisst auch, ein Gerät ist ein gutes Gerät, wenn es auf dem deutschen Markt nach 2 Jahren defekt ist und die Gewährleistung abgelaufen ist.
Gerade im Elektro/Multimediabereich wird sowas gern gemacht, früher haben viele auch 5 Jahre Garantie gegeben, wer macht das denn heute noch? Ich glaube nur Dell? Wer langlebige Geräte bauen würde, könnte das ja problemlos machen, nur mehr Umsatz bringt es halt wenns nach 2 Jahren kapputt geht.
Auch werden ja einige Dinge gar nicht richtig entwickelt, weil es nicht gewünscht ist, siehe Beispiel Elektroauto. Kalifornien hatte mal ein Gesetz vor über 10 Jahren, der den Anteil der Neuzulassungen vorgeschrieben hatte und die Autobauer verpflichtet waren, Elektroautos herzustellen. GM z.B. hat das auch gemacht, hat die Autos aber nie verkauft, sondern immer nur verleast. Schon damals gab es vernünftige Elektroautos, das ist 10-15 Jahre her, und die hatten auch nicht nur ne Reichweite von 30km oder konnten nur 30kmh fahren oder waren so unpraktisch und sahen so beschissen aus wie dieses französische Teil ohne Türen heute, Izzy oder wie das heisst. Aber 2 Jahre später hatte die Regierung gewechselt, Gesetz wurde gekippt, und GM (wie auch die anderen Hersteller) haben alle die Leasingverträge gekündigt, und alle mussten ihr Elektroauto wieder abgeben, obwohl das niemand wollte. Die Autos wurden verschrottet.
Wie gesagt, das ist über 10 Jahre her !
Und fragt man heute nach Elektroautos? Ja muss erforscht werden blabla, Leistungen reichen nicht, zu teuer in der Produktion, will niemand haben...Sorry, aber glaubwürdig ist das nicht, vor über 10 Jahren wurden bereits Elektroautos mit einer Reichweite >200km gebaut, und heute ist das alles nicht mehr machbar?
Ein Elektroauto hat viel weniger mechanische Teile, geht somit seltener kapputt, muss seltener in die Werkstatt, es wird kein Öl usw. benötigt, und statt Benzin lädt man mit Strom auf was erheblich günstiger ist.
Die deutschen Hersteller sind da übrigends genauso, was haben nicht alle schon seit vielen Jahren Elektroautos auf Messen vorgestellt, aber wurde mal was in Serie gebaut? Irgendwie nicht, und wenn ich nur sowas herstelle wie den Izzy, der nichtmal gebaut ist um ein Auto zu ersetzen, und dann noch geringe Stückzahlen, ja dann ist klar dass so ein schwachsinnig aussehendes Gefährt ohne Türen für viel Geld niemand haben will.
Aber mal nen simplen Kleinwagen wie den Golf als Elektro mit ner Stückzahl von >10.000 Stk. herzustellen, das tut niemand, weils nicht von Konzernen gewollt ist, obwohl sich so ein Fahrzeug locker verkaufen würde. Man will ja nicht der Ölindustrie ans Bein pissen
http://de.wikipedia.org/wiki/General_Motors_EV1
Wir haben halt keine freie Marktwirtschaft auf dieser Erde, die ganz grossen Konzerne haben sich schon alles eingeteilt, und da wird sich allgemein nicht gegenseitig was kapputt gemacht