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2plus2is4
Beigetreten: 20.05.2008

Original von Qazzie

Original von 2plus2is4
die piraten zu wählen bringt absolut nix da die PP niemals die 5% hürde packen wird

dümmster Post im Thread

du hast ihn getoppt ;)


@w3cRaY: Nur weil du passiv die vorhandenen Informationen aufnimmst, ist noch niemandem geholfen. Es kommt darauf an, was du daraus machst. Und wenn du ungültig wählst (das ist für mich wie gesagt fast das Gleiche wie nicht wählen) und dich auch sonst nicht aktiv am politischen Geschehen beteiligst, dann machst du nichts daraus.


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von engineer
@w3cRaY: Nur weil du passiv die vorhandenen Informationen aufnimmst, ist noch niemandem geholfen. Es kommt darauf an, was du daraus machst. Und wenn du ungültig wählst (das ist für mich wie gesagt fast das Gleiche wie nicht wählen) und dich auch sonst nicht aktiv am politischen Geschehen beteiligst, dann machst du nichts daraus.

Ich glaube, wir haben hier einfach verschiedene Standpunkte, die sich aus der Argumentation nicht auf eine Linie bringen lassen. Du fordest, dass ein guter Demokrat aktiv an der Demokratie mitwirken soll, am besten durch eigenes Engagement. Ich fordere, dass die Leute, die sich Politik zur Lebensaufgabe gemacht haben und auch mit meinem Geld in ihren Positionen entlohnt werden, ihren Job machen sollen. Und wenn mir ihre Arbeit nicht gefällt, wähle ich sie nicht.


Fernseher
Beigetreten: 16.02.2007

Original von w3cRaY
Ich fordere, dass die Leute, die sich Politik zur Lebensaufgabe gemacht haben und auch mit meinem Geld in ihren Positionen entlohnt werden, ihren Job machen sollen. Und wenn mir ihre Arbeit nicht gefällt, wähle ich sie nicht.

es ist doch eigentlich ganz einfach.
wenn man nicht wählen geht, weil einem die arbeit der politiker nicht gefällt, dann steckt man sie alle zusammen in eine schublade und sagt ihr macht alle nicht das was ich will.
aber es gibt doch politiker bzw. parteien, die manche sachen besser, d.h. in größerer übereinstimmung mit den eigenen vorstellungen machen als andere parteien. wenn man diese "partei des kleinsten übels" wählt, schwächt man damit die noch "schlechteren" parteien, zu denen auch die extremen gehören. du bestimmst also mit deinem kreuz nicht nur, wen du haben willst, sondern auch, wen nicht!

z.b. gibts viele frustrierte nichtwähler, die kein bock auf diese ganzen politiker haben, die dauernd versprechungen machen und sie nicht einhalten. die denken sich jetzt, denen verpass ich einen denkzettel bzw. die machen die arbeit nicht gut, also "belohn" ich sie auch nicht mit einer stimme. dass es noch viel schlimmere politiker wie rechte/linke gibt, ist ihnen egal, die würden sie ja eh nicht wählen. aber genau das ist der punkt, durch ihr nicht wählen unterstützen sie diejenigen, die sie als letztes gewählt hätten.


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von Fernseher

Original von w3cRaY
Ich fordere, dass die Leute, die sich Politik zur Lebensaufgabe gemacht haben und auch mit meinem Geld in ihren Positionen entlohnt werden, ihren Job machen sollen. Und wenn mir ihre Arbeit nicht gefällt, wähle ich sie nicht.

es ist doch eigentlich ganz einfach.
wenn man nicht wählen geht, weil einem die arbeit der politiker nicht gefällt, dann steckt man sie alle zusammen in eine schublade und sagt ihr macht alle nicht das was ich will.
aber es gibt doch politiker bzw. parteien, die manche sachen besser, d.h. in größerer übereinstimmung mit den eigenen vorstellungen machen als andere parteien. wenn man diese "partei des kleinsten übels" wählt, schwächt man damit die noch "schlechteren" parteien, zu denen auch die extremen gehören. du bestimmst also mit deinem kreuz nicht nur, wen du haben willst, sondern auch, wen nicht!

z.b. gibts viele frustrierte nichtwähler, die kein bock auf diese ganzen politiker haben, die dauernd versprechungen machen und sie nicht einhalten. die denken sich jetzt, denen verpass ich einen denkzettel bzw. die machen die arbeit nicht gut, also "belohn" ich sie auch nicht mit einer stimme. dass es noch viel schlimmere politiker wie rechte/linke gibt, ist ihnen egal, die würden sie ja eh nicht wählen. aber genau das ist der punkt, durch ihr nicht wählen unterstützen sie diejenigen, die sie als letztes gewählt hätten.

Ich finde es nicht sonderlich erbauend, dass ich mir mühsam einen Lichtstrahl aus dem Dunkel der Programme raussuchen soll, an den ich mich dann klammere und sagen kann "hey, mir gefallen 80 von 100 Punkten gar nicht, aber von den übrigen 20 find ich 3 gut und deshalb wähle ich Partei xy". Wäre es nicht Politik, sondern ginge es um ein Produkt, was man kaufen soll, würde man dieses Produkt nicht kaufen. Wäre es eine Dienstleistung, würde man sie nicht in Anspruch nehmen. Nur weil es Politik ist soll ich den gesunden Menschenverstand (in meinen Augen) hier über Bord gehen lassen? Das halte ich im Sinne der Demokratie für falsch.

Und das Argument mit der indirekten Unterstützung der Extremen ist in meinen Augen einfach nicht richtig. Schau dir meine ersten 2 Posts auf der vorigen Seite an.

Ich bin übrigens nicht frustriert, sondern gehe sehr nüchtern an die Fakten ran ;).


mirop
Beigetreten: 25.11.2007

Original von Fernseher

Original von w3cRaY
Ich fordere, dass die Leute, die sich Politik zur Lebensaufgabe gemacht haben und auch mit meinem Geld in ihren Positionen entlohnt werden, ihren Job machen sollen. Und wenn mir ihre Arbeit nicht gefällt, wähle ich sie nicht.

es ist doch eigentlich ganz einfach.
wenn man nicht wählen geht, weil einem die arbeit der politiker nicht gefällt, dann steckt man sie alle zusammen in eine schublade und sagt ihr macht alle nicht das was ich will.
aber es gibt doch politiker bzw. parteien, die manche sachen besser, d.h. in größerer übereinstimmung mit den eigenen vorstellungen machen als andere parteien. wenn man diese "partei des kleinsten übels" wählt, schwächt man damit die noch "schlechteren" parteien, zu denen auch die extremen gehören. du bestimmst also mit deinem kreuz nicht nur, wen du haben willst, sondern auch, wen nicht!

z.b. gibts viele frustrierte nichtwähler, die kein bock auf diese ganzen politiker haben, die dauernd versprechungen machen und sie nicht einhalten. die denken sich jetzt, denen verpass ich einen denkzettel bzw. die machen die arbeit nicht gut, also "belohn" ich sie auch nicht mit einer stimme. dass es noch viel schlimmere politiker wie rechte/linke gibt, ist ihnen egal, die würden sie ja eh nicht wählen. aber genau das ist der punkt, durch ihr nicht wählen unterstützen sie diejenigen, die sie als letztes gewählt hätten.

so sehe ich das auch. jede nichtabgegebene stimme für die partei die man noch am wenigstens nicht wählen würde ist eine stimme für alle parteien die man noch weniger wählen würde.


Fernseher
Beigetreten: 16.02.2007

Original von w3cRaY
Und das Argument mit der indirekten Unterstützung der Extremen ist in meinen Augen einfach nicht richtig. Schau dir meine ersten 2 Posts auf der vorigen Seite an.

Hab ich mir schon angesehen, da ist wie gesagt ein Denkfehler drin. Du unterstützt durch Nichtwählen nicht die Parteien mit dem höchsten Stimmanteil. Gehen wir von einem Random-Nichtwähler aus, profitiert niemand von seiner "Nicht-Stimme".
Allerdings sind die meisten Nichtwähler solche Leute wie du, die die SPD besser finden als die NPD. Es gibt unter den Menschen mit extremen Meinungen einen geringeren Anteil an Nicht-Wählern als unter den Menschen, die eben etwas "gemäßigtere" Meinungen haben. Das ist einfach so, und damit unterstützt man mit dem Nichtwählen meist die Partei, die man einfach als letztes gewählt hätte.


StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von w3cRaY
Ich finde es nicht sonderlich erbauend, dass ich mir mühsam einen Lichtstrahl aus dem Dunkel der Programme raussuchen soll, an den ich mich dann klammere und sagen kann "hey, mir gefallen 80 von 100 Punkten gar nicht, aber von den übrigen 20 find ich 3 gut und deshalb wähle ich Partei xy".

Unser Land ist groß. Das solltest du einmal realisieren. 80 Mio Einwohner haben so unglaublich viele verschiedene Interessen, dass es überhaupt nicht möglich ist eine so hohe Übereinstimmung zu erzielen, wie du sie offenbar gerne hättest. Dazu glaube ich auch nicht, dass wirklich alle vier großen ernst zu nehmenden Parteien (bei manchen sind es sogar fünf!) so weit von deinen Grundüberzeugungen weg sind wie du es darstellst. Wenn du wirklich der Ansicht bist, dass keine der Parteien nicht wenigstens 50 % deiner Grundüberzeugungen widerspiegelt, dann bist du entweder ganz schön wirr oder ganz schön schlecht informiert... oder eben doch frustriert!

Ich bin übrigens nicht frustriert, sondern gehe sehr nüchtern an die Fakten ran ;).

Wenn uns der Platz hier in diesem Thread gelassen wird, würde mich echt mal interessieren, was du für Grundüberzeugungen hast, die wirklich derart zu keiner Partei passen wie du es darstellst. Ich tippe eigentlich doch auf Frustration :)


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von Fernseher

Original von w3cRaY
Und das Argument mit der indirekten Unterstützung der Extremen ist in meinen Augen einfach nicht richtig. Schau dir meine ersten 2 Posts auf der vorigen Seite an.

Hab ich mir schon angesehen, da ist wie gesagt ein Denkfehler drin. Du unterstützt durch Nichtwählen nicht die Parteien mit dem höchsten Stimmanteil. Gehen wir von einem Random-Nichtwähler aus, profitiert niemand von seiner "Nicht-Stimme".
Allerdings sind die meisten Nichtwähler solche Leute wie du, die die SPD besser finden als die NPD. Es gibt unter den Menschen mit extremen Meinungen einen geringeren Anteil an Nicht-Wählern als unter den Menschen, die eben etwas "gemäßigtere" Meinungen haben. Das ist einfach so, und damit unterstützt man mit dem Nichtwählen meist die Partei, die man einfach als letztes gewählt hätte.

Du hast eigentlich alles richtig gesagt und doch die falschen Schlüsse gezogen.

Also, wir einigen uns darauf:

die Stammwählerschaft der NPD ist wesentlich (unterstreichen und 3 !!! dahintersetzen) geringer als die Stammwählerschaft von CDU oder SPD. Zur Stammwählerschaft zählen auch vor allem Leute, die regelmäßig zu den Wahlen gehen.

Die Wählerschaft der extremen Parteien kommt also zum Großteil aus Unentschlossenen oder Protestwählern. Ich sehe keinen Anhaltspunkt dafür, dass gerade diese Leute häufiger zur Wahl gehen sollten als die Nicht-Stamm-Wähler von CDU oder SPD, welche auch nicht regelmäßig zur Wahl gehen.

Von daher wird die Gesamtanzahl der abgegebenen Stimmen kleiner, prozentual werden aber die großen Parteien gestärkt, da sie wesentlich mehr Stammwähler aufweisen als die extremen Parteien und nicht so abhängig von den Wankelmütigen oder Protestwählern sind.

Extrembesipiel: keiner der Nicht-Stammwähler geht zur Wahl und alle Stammwähler gehen zur Wahl. Da kann die NPD einpacken.

Wer mir hier den mathematischen Fehler zeigt, der kann mich überzeugen.

@ StefanNRW:
Ich weiß, wie groß unser Land ist... und so unterschiedlich sind die Interessen nun einmal doch nicht, wenn es um soziale Absicherung wie Arbeitslosengeld, Renten, Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Mindestlohn usw. usw. geht. Dazu kann man auch als Laie relativ genau Stellung beziehen, und die wichtigen Themen der Programme zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie NICHT Individueninteressen tangieren, sondern das deren Diskussion im Interesse des Volkes ist!

Des weiteren solltest du unterscheiden, wann ich einmal etwas übertreibe (siehe den von dir gequoteten Post, dass waren beliebig eigesetzte Zahlen und sollten nur meine Argumentation etwas verdeutlichen). Übrigens würde mich interessieren, wann du sagst, dass dir ein Programm zusagt. Reicht nur ein guter Punkt? Müssen es 10 sein? Wie viele negative, nicht zu deinen Vorstellungen passende Punkte kannst du verschmerzen? Wo suchst du den Kompromiss, und wie weit?
Ich bin weder wirr im Kopf noch schlecht informiert. Ich müsste entweder alle Parteien wählen (also alle 5, denn jede hat irgendwo nen Punkt, der mir zusagt), oder keine, weil alle (mir bisher bekannten) Programme diverse negative Punkte enthalten, wo bei mir einfach die Kompromissgrenze überschritten ist.

So far
RaY


Original von mirop

Original von hotnix

Original von Mahagoni
Ich wähle meine Grünen, weil ich sehr gerne in der Natur bin und auch Tiere sehr mag.

Und daß laß ich mir auch nicht von so Möchte gerne Prommis verbieten!!!

:heart:

winner :heart:

Schönes Beispiel. Wisst ihr überhaupt, was die machen? Und seid ihr euch auch darüber bewusst, dass sie für Dinge verantwortlich sind, die genau das Gegenteil von Umweltschutz bewirk(t)en? Die Grünen sind leider für mich ein Beispiel einer aufgestiegenen Partei, die genau so wie die CDU, SPD und FDP geworden ist. Es ist alles Einheitsbrei, wenns um funtamental wichtige Entscheidungen geht.

Ich hoffe, es behauptet jetzt niemand das Gegenteil. Wenn doch, erwarte ich von der Person, dass sie vorher mindestens 3 Dinge aufzählt, bei denen die Grünen genau das Gegenteil vom Sinnvollen gemacht haben

@ alle anderen

Es gibt auch die Möglichkeit, ungültig zu wählen, um zumindest zu zeigen, dass man willig ist zu wählen. Ich bin aber mittlerweile der Meinung, dass das keine Lösung ist, die irgendwas bewirkt. Die, die mit den großen Parteien unzufrieden sind (und kleinere nicht als Alternative sehen), gehen eben einfach gar nicht wählen.

Man kann nur irgendwie hoffen, dass es zu einer Konstellation kommt, bei der sich alle Parteien behindern, damit sie nichts Schlimmeres anrichten können.


StefanNRW
Beigetreten: 15.08.2007

Original von w3cRaY
@ StefanNRW:
Ich weiß, wie groß unser Land ist... und so unterschiedlich sind die Interessen nun einmal doch nicht, wenn es um soziale Absicherung wie Arbeitslosengeld, Renten, Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Mindestlohn usw. usw. geht.

Öhm, doch!?!

Außerdem sehe ich hier noch nicht, warum man bei diesen Themen nicht Parteien findet, die überwiegend das wollen, was man selber möchte...

Dazu kann man auch als Laie relativ genau Stellung beziehen,

Das wiederum glaube ich zwar nicht, sollte aber niemanden vom wählen abhalten!

und die wichtigen Themen der Programme zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie NICHT Individueninteressen tangieren, sondern das deren Diskussion im Interesse des Volkes ist!

Ich vermute jetzt einfach mal, dass ich in 5 der 6 von dir genannten Themen eine andere Ansicht habe als du. Jedes Individuum kann also sehr unterschiedliche Ansichten vom Interesse des Volkes haben. Sorry, aber du machst dir die Sache hier eindeutig zu einfach!

Des weiteren solltest du unterscheiden, wann ich einmal etwas übertreibe (siehe den von dir gequoteten Post, dass waren beliebig eigesetzte Zahlen und sollten nur meine Argumentation etwas verdeutlichen).

Darum hab ich dich ja auch nicht auf 3 % festgenagelt ;)

Übrigens würde mich interessieren, wann du sagst, dass dir ein Programm zusagt. Reicht nur ein guter Punkt? Müssen es 10 sein? Wie viele negative, nicht zu deinen Vorstellungen passende Punkte kannst du verschmerzen? Wo suchst du den Kompromiss, und wie weit?

Für mich wird eine Partei wählbar, sobald etwas mehr als die Hälfte meiner Grundüberzeugungen abgedeckt ist. Damit eine Partei trotzdem nicht wählbar ist, müssen schon eine Menge negative Punkte dazu kommen, dass sie für mich nicht wählbar wird.

Ich bin weder wirr im Kopf noch schlecht informiert. Ich müsste entweder alle Parteien wählen (also alle 5, denn jede hat irgendwo nen Punkt, der mir zusagt), oder keine, weil alle (mir bisher bekannten) Programme diverse negative Punkte enthalten, wo bei mir einfach die Kompromissgrenze überschritten ist.

Du beschränkst das auch immer so auf Punkte. Für mich zählt erst einmal die Grundüberzeugung. Nach dieser sind für mich übrigens erstmal alle vier etablierten Parteien wählbar (weil ich durchaus auch ein kleines bißchen wirr bin :) ). Erst danach schaue ich auf einzelne Punkte, wodurch für mich zwei Parteien davon nicht mehr wählbar und eine fast nicht mehr wählbar wird. Hab also eine einfache Wahlentscheidung :)

Trotzdem, auch bei der Partei, die ich wählen würde, gibt es Punkte, mit denen ich absolut nicht zufrieden bin. Damit muss man dann manchmal leben...

Ich bin jetzt einfach mal so dreist und äußere eine Vermutung:

Arbeitslosengeld, Renten, Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Mindestlohn

Du bist gegen Hartz IV, gegen Rentenkürzung, gegen private Energiekonerne, gegen den Afghanistan Einsatz und für Mindestlohn - und genau deshalb bist du frustriert!


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von StefanNRW

Original von w3cRaY
@ StefanNRW:
Ich weiß, wie groß unser Land ist... und so unterschiedlich sind die Interessen nun einmal doch nicht, wenn es um soziale Absicherung wie Arbeitslosengeld, Renten, Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Mindestlohn usw. usw. geht.

Öhm, doch!?!

Außerdem sehe ich hier noch nicht, warum man bei diesen Themen nicht Parteien findet, die überwiegend das wollen, was man selber möchte...

Dazu kann man auch als Laie relativ genau Stellung beziehen,

Das wiederum glaube ich zwar nicht, sollte aber niemanden vom wählen abhalten!

und die wichtigen Themen der Programme zeichnen sich ja gerade dadurch aus, dass sie NICHT Individueninteressen tangieren, sondern das deren Diskussion im Interesse des Volkes ist!

Ich vermute jetzt einfach mal, dass ich in 5 der 6 von dir genannten Themen eine andere Ansicht habe als du. Jedes Individuum kann also sehr unterschiedliche Ansichten vom Interesse des Volkes haben. Sorry, aber du machst dir die Sache hier eindeutig zu einfach!

Des weiteren solltest du unterscheiden, wann ich einmal etwas übertreibe (siehe den von dir gequoteten Post, dass waren beliebig eigesetzte Zahlen und sollten nur meine Argumentation etwas verdeutlichen).

Darum hab ich dich ja auch nicht auf 3 % festgenagelt ;)

Übrigens würde mich interessieren, wann du sagst, dass dir ein Programm zusagt. Reicht nur ein guter Punkt? Müssen es 10 sein? Wie viele negative, nicht zu deinen Vorstellungen passende Punkte kannst du verschmerzen? Wo suchst du den Kompromiss, und wie weit?

Für mich wird eine Partei wählbar, sobald etwas mehr als die Hälfte meiner Grundüberzeugungen abgedeckt ist. Damit eine Partei trotzdem nicht wählbar ist, müssen schon eine Menge negative Punkte dazu kommen, dass sie für mich nicht wählbar wird.

Ich bin weder wirr im Kopf noch schlecht informiert. Ich müsste entweder alle Parteien wählen (also alle 5, denn jede hat irgendwo nen Punkt, der mir zusagt), oder keine, weil alle (mir bisher bekannten) Programme diverse negative Punkte enthalten, wo bei mir einfach die Kompromissgrenze überschritten ist.

Du beschränkst das auch immer so auf Punkte. Für mich zählt erst einmal die Grundüberzeugung. Nach dieser sind für mich übrigens erstmal alle vier etablierten Parteien wählbar (weil ich durchaus auch ein kleines bißchen wirr bin :) ). Erst danach schaue ich auf einzelne Punkte, wodurch für mich zwei Parteien davon nicht mehr wählbar und eine fast nicht mehr wählbar wird. Hab also eine einfache Wahlentscheidung :)

Trotzdem, auch bei der Partei, die ich wählen würde, gibt es Punkte, mit denen ich absolut nicht zufrieden bin. Damit muss man dann manchmal leben...

Ich bin jetzt einfach mal so dreist und äußere eine Vermutung:

Arbeitslosengeld, Renten, Energiepolitik, Auslandseinsätze der Bundeswehr, Mindestlohn

Du bist gegen Hartz IV, gegen Rentenkürzung, gegen private Energiekonerne, gegen den Afghanistan Einsatz und für Mindestlohn - und genau deshalb bist du frustriert!

Also, ich gehe erstmal auf die letzten Vermutungen ein ;).
Ich bin für Hartz 4, konzeptionell sehr gut, Ausführung bisher nur ausreichend.
Renten gehören nach dem Riester-Faktor behandelt, denn der macht wirklich Sinn in meinen Augen. Da ein großer Teil der CDU Stammwählerschaft aber aus der Sparte der Rentner kommt, wird über jedes Maß hinaus eine Aussetzung der Rentenerhöhung (was ja eine effektive Kürzung wäre) abgelehnt. Ich bin allerdings nicht wirklich firm in der Rentenpolitik. Ich weiß nicht, wieviel Rente aus Steuermitteln bedient werden muss (man muss ja erst einmal die Beamten von dieser Summe abziehen).
Ich bin für den Afghanistan Einsatz, weil wir nicht immer meckern können und dann nicht zu unserer Verantwortung stehen können. Auch wir haben (auch mit Truppen, wenn nötig) unseren Beitrag zu leisten.
Ich bin nicht gegen private Energiekonzerne, im Gegenteil. Jedoch wünsche ich mir mehr Investition in regenerative Energien, die Umsetzung von Kraft-Wärme-Kopplung im großen Stil, und, obwohl ich pro Atomenergie bin (da wir einfach die Grundlast derzeit nicht durch nicht CO2-ausstoßende Energielieferanten decken können), die Reduzierung von Atomkraftwerken auf das notwendige Minimum.
In der Tat bin ich für Mindestlohn, zumindest so lange, wie Lohn-Dumping und Endlos-Praktikum in unserer Gesellschaft noch zum guten Ton gehört. Wenn die Unternehmer irgendwann begreifen, dass es nicht immer nur um Gewinnmaximierung gehen kann, dass es auch soziale und ethische Komponenten gibt, weil der Mensch eben keine Maschine ist, die man an und ausschalten kann, kann man den Mindestlohn gern wieder abschaffen. Denn er ist volkswirtschaftlich gesehen keine gute Lösung zur Preisstabilisation von Produkten und Marktstabilisation.

Jetzt kennst du meine Meinung, und kannst sie mit deiner abgleichen und schauen, wie viele Schnittpunkte wir tatsächlich haben.

Mit der Grundüberzeugung geb ich dir Recht: alle Volksparteien (für mich nicht einschl. der Linken, das hat aber ideologische Gründe - Stichwort Utopie des Kommunismus) sind wählbar. Allerdings heißt wählbar nicht, dass man wählen muss. Man muss mich überzeugen, dass kompetente Leute gute Ideen voranbringen können; dann hat man meine volle Unterstützung. Aber du weißt doch selbst, wie es läuft: z.B. die FDP. Sie spricht von einer Steigerung der Bildungsausgaben auf 10% des BIP. Ein Traum, wenn es wahr werden würde! Doch aus den 10% werden dann in den Koalitionsvereinbarungen Anhebung auf 3,5 in 5 Schritten innerhlab von 4 Jahren. Alles Lüge und Augenwischerei. Ich würde gerne anders denken, aber Politiker haben schon so oft enttäuscht, und ich bin einfach nicht mehr naiv genug zu glauben, dass sie auch nur einmal die volle Wahrheit sagen.

Achja, ich habs einfach mal kurz ausgerechnet.

Setting: 1000000 Wähler.
55% wählen Volkspartei 1, wenn alle zur Wahl gehen.
35% wählen Volkspartei 2, wenn alle zur Wahl gehen.
10% wählen Volkspartei 3 (extrem), wenn alle zur Wahl gehen.

(das ist schon völlig utopisch, aber ich wollte einfach mal nen extremes Beispiel haben).

50% der Wähler von Partei 1 sind Stammwähler.
25% der Wähler von Partei 2 sind Stammwähler.
10% der Wähler von Partei 3 sind Stammwähler (wie bei der NPD).

Zur Wahl gehen nur die Stammwähler.
-> Stimmen:
Partei 1: 275000
Partei 2: 87500
Partei 3: 10000

Prozentual:
Partei 1: 73,8%
Partei 2: 23,5%
Partei 3: 2,7%

Wie man sieht, verschiebt sich das prozentuale Verhältnis hin zu den großen Parteien (der großen Partei).
Die Proznete sind willkürlich gewählt, aber das Merkmal, dass die extreme Partei wesentlich weniger Stammwähler hat als die beiden anderen ist erfüllt, so wie, dass alle Nicht-Stammwähler gleich behandelt werden. Dies ist ein vereinfachtes Beispiel, welches ich in 3 Minuten hingekliert hab. Im Großen und Ganzen sollte mit den richtigen Prozentwerten für Stamm- und Nicht-Stammwähler aber das gleiche herauskommen.

Grüße
RaY


NoSekiller
Beigetreten: 29.08.2006

noch mal zum Thema enthaltungen/ungueltige Stimmen stärken die Randparteien:

man muss erst mal 2 Sichtweisen unterscheiden:

a) Welche Parteien profitieren allgemein von einer niedrigen Wahlbeteiligung?
Das sind logischerweise die, mit vielen Stamm-Wählen...welche das sind, weiß ich nich genau...ich ging bisher immer davon aus, dass sind die Extremen, aber kann gut sein, dass dem nicht so ist.

b) Welche Parteien profitieren davon, wenn ich nicht wählen gehe/ungülitg wähle?
Logischerweise alle Parteien, die ich nicht gewählt hätte => die Einzige Partei der ich schade, wenn ich nicht wähle ist die, die ich gewählt hätte, wenn ich gewählt hätte (geiler Satz!).
Man schadet also der Partei, die noch am ehesten die eigene Meinung vertritt.

Ich kann zwar verstehen, dass man keinen Bock hat eine Partei zu unterstützen, die die eigenen Interessen zwar nur zum Teil vertritt und es wäre wohl auch gut, darauf aufmerksam zu machen, dass man sich von keiner Partei vertreten fühlt, aber ob das der richtige Weg ist (und ob er zu Erfolg führt)? Die Frage muss wohl jeder für sich selbst beantworten...


BitByter
Beigetreten: 24.10.2007

@w3cRaY:
imho machst du bei der stammwähler-argumentation einen entscheidenden fehler: richtig ist: die großen haben absolut gesehen mehr stammwähler (klar). richtig ist auch, dass die extremen (wie z.b. im osten gesehen, war es sachsen?) immer dann erfolge haben, wenn viele unentschlossene sie wählen. aber: das gilt für eine normale wahl, mit einer normalen wahlbeteiligung, die etwas abnormale vorraussetzungen hat, die dafür sorgen, dass die extrmen zulauf von unentschlossenen bekommen. wenn nun eine wahlt stattfindet, in der es eine erschreckend niedrige wahlbeteiligung gibt, z.b 30% oder 40%, dann profitieren die parteien mit stammwählern. dazu gehören nunmal auch die rechten. die spd z.b. ist auch eine partei der unentschlossenen, wenn die aber zu hause bleiben.... genau wie die erfolge der linken oft darauf zurückzuführen sind, dass man den großen parteien einen denkzettel verpassen möchte usw.
einzelne stimmen werden einfach mehr wert, je weniger leute wählen gehen. und die leute die npd (bei einer normalen wahl) wählen, wählen eigentlich immer npd...


TOM SCIENTOLOGY CRUISE LOL kk


Ich geh auch nur noch wählen, weil wir das als Familientradition wahrnehmen. Einen politischen Nutzen hat meine Stimmenabgabe nicht. Bei mir gibt es keine Kandidaten, die auch nur ansatzweise meine Positionen vertreten und eine realistische Wahlchance haben. Und selbst dann wäre es grob unwahrscheinlich, dass meine Stimme wahlentscheidend wäre. Und selbst wenn dieser unwahrscheinliche Fall eintrete würde, wäre das nur dann von Bedeutung, wenn dieser Kandidat als Abgeordnete das Zünglein an der Waage wäre. Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Stimme irgendwas bewirkt, ist also gleich Null. Sich vor Ort in nützlichkeitsorientierten Initiativen zu engagieren, ist wesentlich besser für das Gemeinwesen.

Der individuelle Nutzen einer Stimmenabgabe ist politisch also negativ, wenn das Gehen zum Wahllokal ein Aufwand ist, dem man sonst nicht nachgehen würde. Es ist aber ganz gut, dass es noch viele Leute mit demokratischen Illusionen gibt, die Wählen als Ihre Pflicht und Ihre Stimmenabgabe als nützlich betrachten. So bleibt das demokratische System bestehen und es wird auch bei noch deutlich niedrigerer Wahlbeteiligung nicht ins Wanken geraten. Das sollte doch Grund für eine friedliche Koexistenz von Nichtwählern und Wählern sein. Die Wähler kriegen ihr demokratisches Plazebo und dürfen sich in ihrem vermeintlich höheren Engagement sonnen. Und die Nichtwähler haben ihre Ruhe.


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von BitByter
@w3cRaY:
imho machst du bei der stammwähler-argumentation einen entscheidenden fehler: richtig ist auch, dass die extremen (wie z.b. im osten gesehen, war es sachsen?) immer dann erfolge haben, wenn viele unentschlossene sie wählen. aber: das gilt für eine normale wahl, mit einer normalen wahlbeteiligung, die etwas abnormale vorraussetzungen hat, die dafür sorgen, dass die extrmen zulauf von unentschlossenen bekommen. wenn nun eine wahlt stattfindet, in der es eine erschreckend niedrige wahlbeteiligung gibt, z.b 30% oder 40%, dann profitieren die parteien mit stammwählern. dazu gehören nunmal auch die rechten. die spd z.b. ist auch eine partei der unentschlossenen, wenn die aber zu hause bleiben.... genau wie die erfolge der linken oft darauf zurückzuführen sind, dass man den großen parteien einen denkzettel verpassen möchte usw.
einzelne stimmen werden einfach mehr wert, je weniger leute wählen gehen. und die leute die npd (bei einer normalen wahl) wählen, wählen eigentlich immer npd...

Sry, aber ich verstehe dich nicht.

Ich quote dich selbst:
richtig ist: die großen haben absolut gesehen mehr stammwähler (klar)

in der es eine erschreckend niedrige wahlbeteiligung gibt, z.b 30% oder 40%, dann profitieren die parteien mit stammwählern.

Demnach profitieren die Parteien mit der größeren Menge an Stammwählern. Und das sind nachweislich die großen Parteien (siehe Statistiken zur Bundestagswahl 2002, 2005). Jeder unentschlossene Wähler ist gleichgestellt, von daher ändert eine niedrigere Wahlbeteiligung (insofern sie nicht wirklich sehr sehr gering ist, so dass eben NICHT MEHR alle Stammwähler zur Wahl gehen und man gleichzeitig behauptet, die der NPD wüden es tun) nichts am Ergebnis. Ob du bei der Berechnung der Standardabweichung eines zufälligen Mittelwerts die Hälfte der Zufallszahlen streichst ist der Standardabweichung (so lange du nur zufällig streichst und die Stichprobe weiter signifikante Größe im Vergleich zur alten Stichprobe besitzt) total brille. Das heißt aber auch, dass der Fehler des Mittelwerts sich nicht ändert und somit das Ergebnis nicht geändert wird.


NoSekiller
Beigetreten: 29.08.2006

Original von w3cRaY

Original von BitByter
@w3cRaY:
imho machst du bei der stammwähler-argumentation einen entscheidenden fehler: richtig ist auch, dass die extremen (wie z.b. im osten gesehen, war es sachsen?) immer dann erfolge haben, wenn viele unentschlossene sie wählen. aber: das gilt für eine normale wahl, mit einer normalen wahlbeteiligung, die etwas abnormale vorraussetzungen hat, die dafür sorgen, dass die extrmen zulauf von unentschlossenen bekommen. wenn nun eine wahlt stattfindet, in der es eine erschreckend niedrige wahlbeteiligung gibt, z.b 30% oder 40%, dann profitieren die parteien mit stammwählern. dazu gehören nunmal auch die rechten. die spd z.b. ist auch eine partei der unentschlossenen, wenn die aber zu hause bleiben.... genau wie die erfolge der linken oft darauf zurückzuführen sind, dass man den großen parteien einen denkzettel verpassen möchte usw.
einzelne stimmen werden einfach mehr wert, je weniger leute wählen gehen. und die leute die npd (bei einer normalen wahl) wählen, wählen eigentlich immer npd...

Sry, aber ich verstehe dich nicht.

Ich quote dich selbst:
richtig ist: die großen haben absolut gesehen mehr stammwähler (klar)

in der es eine erschreckend niedrige wahlbeteiligung gibt, z.b 30% oder 40%, dann profitieren die parteien mit stammwählern.

Demnach profitieren die Parteien mit der größeren Menge an Stammwählern. Und das sind nachweislich die großen Parteien (siehe Statistiken zur Bundestagswahl 2002, 2005).

lest doch einfach noch mal meinen Post...ihr redet nämlich imo beide am Thema vorbei^^ ist doch total egal wer davon profitiert, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist. Relevant ist doch für mich persönlich nur, wer davon profitiert, wenn ich nicht wählen gehe.


w3cRaY
Beigetreten: 12.06.2007

Original von NoSekiller
lest doch einfach noch mal meinen Post...ihr redet nämlich imo beide am Thema vorbei^^ ist doch total egal wer davon profitiert, wenn die Wahlbeteiligung niedrig ist. Relevant ist doch für mich persönlich nur, wer davon profitiert, wenn ich nicht wählen gehe.

Im Prinzip hast du Recht nose, aber nur, wenn man überhaupt eine Partei bevorzugt. Und das tue ich (im Moment) noch nicht.


itSmIn3z
Beigetreten: 17.09.2008

Original von 2plus2is4
die piraten zu wählen bringt absolut nix da die PP niemals die 5% hürde packen wird

Deswegen sollte man sie sicher nicht nicht wählen! ABER:
Die setzen sich vor allem für ein neues Urheberrecht und für Informations/Pressefreiheit und gegen die zunehmende Überwachung der Bürger etc. ein (siehe Kinderpornographie-Seiten-Sperr-Debatte). GUT!
Allerdings sind das halt auch die einzigen Themen die sie wirklich interessieren und zu anderem machen sie auch bewusst keine Aussagen, deswegen halt ich das auch für problematisch. Man beschränkt seine Wahl dieser Partei halt automatisch auf diese Themen. Und ohne mich tiefgründig damit beschäftigt zu haben, sehe ich in Bezug auf diese Themen z.B. nicht soviel Unterschiede zu den Grünen.


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