Original von xkinghighx
ein paar partielle ableitungen berechnen und einsetzen ist keine kunst.+ das bissl statistik ( es wirkt aus der sicht eines bwlers vllt so aber ein naturwissenschaftler macht das jeden tag )
Ich geb dir ja prinzipiell Recht, aber die Black-Scholes-DGL zu lösen (also einfach mal so ganz ohne jeden Hinweis) ist gar kein so ganz triviales Problem (allerdings bezweifel ich, dass das von den BWLern verlangt wird - wenn man ihnen einfach sagt, was unter welchen Umständen die Lösung ist, ists natürlich ziemlich simpel, aber mehr kann man ehrlicherweise nicht verlangen und ich kann auf jeden Fall Stück verstehen, dass das als nicht-Naturwissenschaftler erstmal ziemlich kompliziert aussieht - auch mit den ganzen fremden Zeichen, die man vielleicht gar nicht kennt - das meine ich auch jetzt gar nicht so ironisch, wie es klingt. Auch als Naturwissenschaftler sollte man nicht vergessen, dass man einmal angefangen hat
Und wenn man dir direkt nach dem Mathe LK so ne partielle DGL zugemutet hätte, hätteste auch erstmal n bißchen blöd geguckt
)
Aber es ist natürlich schon etwas dran, an dem was du schreibst. Ich besuche sehr gerne Veranstaltungen der nicht-naturwissenschaftlichen Fakultäten (weil mich mein Studium nur zufriedenstellt, wenn ich sowohl die naturwissenschaftliche als auch die geisteswissenschaftliche Sichtweise der Welt zumindest ein wenig kennen lerne) und habe bis jetzt noch kein Fach kennengelernt, in dem man in den ersten Semestern geistig so wachsen muss, um zu verstehen und auch zu bestehen, wie in Mathe oder Physik. Bei vielen Fächern habe ich sogar das Gefühl, dass das gar nicht der Fall ist. (meistens kommen die Studenten, die sich über das unglaublich schwere Studium beklagen, obwohl sie nur 3 oder 4 Tage die Woche überhaupt was haben trotzdem aus diesen Fächern). Viele sagen auch selbst, dass man mit dem, was man ausm Deutsch und Englisch LK kann, prinzipiell erstmal hinkommt und auch für mich war es eigentlich jedes Mal eine Erholung mich einfach in ne Veranstaltung zu setzen, der Mensch vorne redet in irgendner Sprache mit uns und man weiß direkt worum es geht.
Man sollte aber deshalb nicht den Respekt vor diesen Studiengängen verlieren. Und auch nicht glauben, dass man das alles könnte, wenn man nur wollte. Die Anforderungsprofile sind einfach andere. Zumindest sagt man mir, dass die BWLer in Köln (für Aachen trifft das nicht zu, da ist das Studium ein Witz!) oft einfach unter enormen Zeitdruck gesetzt werden und darunter einigermaßen vernünftige Ergebnisse produzieren müssen. Zeitdruck ist mir als Naturwissenschaftler unbekannt. (obwohl ich es sehr spannend fände da mal mitzumachen) Genauso habe ich einen Heidenrespekt vor Studiengängen, die das perfekte Beherrschen von mehreren Fremdsprachen verlangen. Das macht man nicht mal ebenso. Auch wenn du natürlich Recht hast, dass es manchmal schön wäre, wenn Menschen aus anderen Fakultäten zumindest eine Vorstellung davon hätten, was so ein Mathe- oder Physikstudium bedeutet und nicht nur gucken, als wäre man verrückt wenn man sagt, dass man Physik studiert.