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3rdTwin
Beigetreten: 25.04.2006

Ich finds ja immer witzig, wieviele immernoch meinen, das oberste Unternehmensziel der Bahn oder irgendeiner anderen Firma wäre, dass es den Mitarbeitern möglichst gut geht

In Deutschland wird (auch im im Vergleich zu anderen Ländern) viel zu wenig gestreikt.

Zum Streik der GDL hat es Augstein ganz gut getroffen:

"Die Kritik an Weselsky und seinen Leuten stellt in Wahrheit die Legitimität dieser Aufgabe infrage. Dass es einen Interessengegensatz gibt zwischen denen, die ihre Arbeitskraft hergeben, und denen, die sie nehmen - denn so herum wird ja ein Schuh aus dem Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmer -, das haben wir vergessen. Der Wind der öffentlichen Meinung bläst Weselsky auch deshalb so hart ins Gesicht, weil nicht wenig Leute inzwischen meinen, die Beschäftigten sollen gefälligst nehmen, was der Chef zahlt, und ansonsten das Maul halten."

"Die Bahn ist ein Unternehmen in Staatshand, das aber nach den Prinzipien des privaten Profits betrieben wird - das ist die vollkommene Perversion des modernen Kapitalismus. Um es klar zu sagen: Wer nicht will, dass Lokführer streiken, der soll sie wieder zu Beamten machen."

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bahn-streik-der-lokfuehrer-arbeitskampf-ist-ein-geschenk-a-1001337.html


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Zitat
HijackerStar
Beigetreten: 07.07.2008

Den Leuten geht es nicht um die Gehaltserhöhung, die gönnt die Mehrheit vermutlich den Angestellten der Bahn.
Das Problem ist nur, dass die GDL nicht nur die Bahn, sondern alle Millionen von Kunden bestreikt.
Das machen die Bahnfahrer einmal mit, beim zweiten Mal wirds langsam nervig und ab den dritten Mal fängt man an zu kotzen. Die Mehrheit sind Berufspendler die auf ihren Zeitkartenpreisen hängen bleiben, Ärger auf Arbeit kriegen, Freizeit flöten geht, vielleicht sogar der Urlaub abgesagt werden muss und was hat man am Ende davon? Vermutlich auch noch steigende Preise. Wen wunderts da, dass sich Zorn breit macht. Vor allem bei denjenigen, dessen Gehaltserhöhung unter dem Betrag liegen wird, welches noch von der GDL abgelehnt wurde. Das trifft dann natürlich auf Unverständnis.


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Zitat
Siedepunkt
Beigetreten: 08.10.2008

Es wird Zeit, dass man das grundgesetzlich verankerte Streikrecht erheblich einschränkt. Die Politik sollte hier schnellstmöglich reagieren.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007

Das Problem ist nur, dass die GDL nicht nur die Bahn, sondern alle Millionen von Kunden bestreikt.

du hast komische Vorstellungen.. Darf dann jetzt niemand mehr streiken weil der Bevölkerung Unannehmlichkeiten entstehen ?

Vor allem bei denjenigen, dessen Gehaltserhöhung unter dem Betrag liegen wird, welches noch von der GDL abgelehnt wurde. Das trifft dann natürlich auf Unverständnis.

Uninformiert .. der GDL gehts es primär um 2 Grundrechte die die Bahn streichen will.. Streikrecht und Koalitionsrechts.. es gab nicht mal richtige Gehaltsverhandlungen udn die GDL zeigt sich bei den Punkten auch kompromissbereit .. aber hauptsache erstmal wieder alles von bild.de nachgelabert..

Es wird Zeit, dass man das grundgesetzlich verankerte Streikrecht erheblich einschränkt. Die Politik sollte hier schnellstmöglich reagieren.

Und die Arbeitnehmer noch weiter benachteiligen? Was bleiben dann noch für Mittel sich zu wehren? Wie man sowas überhaupt vorschlagen kann ist für mich unbegreifflich heutzutage..


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009

Extra nachgeschaut, selbst in der Bild werden deine Punkte mit Streik- und Koalitionsrecht erwähnt ;)
Dass das aber aus Sicht der Bahn und EVG nicht akzeptabel ist dürfte klar sein, denn letztendlich versucht Weselsky sich über die Macht der Lokführer und einer von der GDL nicht näher bestimmten Zahl an tatsächlich Betroffenen mehr Mitglieder zu gewinnen. Und das kann nun wirklich nicht die Hauptaufgabe einer Gewerkschaft sein.
Insofern sind für mich nur die anderen Forderungen interessant und diese fallen imo zu hoch aus.


Antwort
Zitat
bl4ze88
Beigetreten: 03.03.2009

Original von Siedepunkt
Es wird Zeit, dass man das grundgesetzlich verankerte Streikrecht erheblich einschränkt. Die Politik sollte hier schnellstmöglich reagieren.

Soviel Behinderung in einem Satz :facepalm:

edit: Tatsache ist einfach, dass der Streik lange vorher angekündigt wurde. Uninformierte hätten sich spätestens nach dem 1. Streik darüber auf dem Laufenden halten - und damit meine ich gerade Personen, die auf die Bahn angewiesen sind und sich schon einmal eine Alternative suchen müssen.
Allerspätestens allerdings beim 2. Streik hätte man sich informieren MÜSSEN.
Wer über die 4 Tage nicht zur Arbeit kommt und immernoch den Streikenden die Schuld dafür gibt, sollte sich gegebenenfalls mal Gedanken machen.

Gruß
Ein Bahnfahrender


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007

versucht Weselsky sich über die Macht der Lokführer und einer von der GDL nicht näher bestimmten Zahl an tatsächlich Betroffenen mehr Mitglieder zu gewinnen. Und das kann nun wirklich nicht die Hauptaufgabe einer Gewerkschaft sein.

ähm, er verhandelt nur für seine Mitglieder die nicht Lokführer sind?


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Zitat
ipraythesun
Beigetreten: 11.01.2011

Original von bl4ze88

Original von Siedepunkt
Es wird Zeit, dass man das grundgesetzlich verankerte Streikrecht erheblich einschränkt. Die Politik sollte hier schnellstmöglich reagieren.

Soviel Behinderung in einem Satz :facepalm:

Begründung?

Ich bin mal gespannt, ob das Arbeitsgericht den Streik aussetzen wird.


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009

Und weshalb macht er das nicht in Absprache mit der EVG, welche bedeutend mehr Mitglieder in dem Bereich aufweist? MMn versucht man, ähnlich wie 2008, andere Gewerkschaften auszustechen, nur dieses Mal wesentlich radikaler.


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Zitat
KalleTorsten
Beigetreten: 21.07.2006

Original von knuddelhundi
Und die Arbeitnehmer noch weiter benachteiligen? Was bleiben dann noch für Mittel sich zu wehren? Wie man sowas überhaupt vorschlagen kann ist für mich unbegreifflich heutzutage..

Einfach BGE einführen und auf der anderen Seite das Streikrecht und Gewerkschaftsrecht abschaffen.

Streiks und Gewerkschaften sind einfach nicht mehr zeitgemäß. Das war sinnvoll als das Grundgesetz geschrieben wurde, aber inzwischen ist es überholt. Gewerkschaften geben den Arbeitern nur gemeinsam eine Stimme und missachten individuelle Bedürfnisse die heute viel wichtiger sind. Ausserdem gibt es immer unbetroffene Opfer bei solchen großen Streiks.

Mit einem BGE kann jeder Arbeitnehmer das aushandeln, wofür er bereit ist zu arbeiten. Aber er hat dann auch dafür zu arbeiten. Das Problem ist doch das heutzutage ein einzelner Arbeiter nicht einfach kündigen kann, wenn er mit den Bedingungen unzufrieden ist, weil er Repressionen vom Arbeitsamt und Existenzängste für seine Famillie zu befürchten hat.

Im Grunde haben so wohl große Unternehmen als auch Gewerkschaften Marktmacht und entstellen damit die Preise. Erst wenn der Lohn nicht mehr zum unmittelbaren Lebensunterhalt notwendig ist kann wirklich ein fairer Preis für Arbeit entstehen.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007

Original von dak113
Und weshalb macht er das nicht in Absprache mit der EVG, welche bedeutend mehr Mitglieder in dem Bereich aufweist?

Das muss er nicht.. Die Bahn stellt sich halt einfach quer und blockiert ein Grundrecht.. tut mir leid ich sehe nicht warum sich Gewerkschaften gegeneinander ausspielen lassen müssen.. die GDL muss für ihre Mitglieder eintreten .. auch wenn bei einer Berufsgruppe anteilig mehr in anderen Gewerkschaften sind..

Wenn sich die GDL nun mit einer schwächeren Gewerkschaft ins Boot setzt kann sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen.. Darauf spekuliert die DB ..

Das hat nix mit Machtkampf zu tun sondern nur mit der Raffgier der DB die darauf spekuliert mit einer schwächeren Gewerkschaft günstigere Verträge zu gestalten .. mehr is es nicht..

Einfach BGE einführen und auf der anderen Seite das Streikrecht und Gewerkschaftsrecht abschaffen.

tja, noch gibts kein BGE .. also eine sinnfreie Diskussion.. aber das BGE wär ja dann im Prinzip nur ne anders organisierte Streikkasse .. und ein Verzicht auf Arbeit auf Kosten des BGE auch nur ein individuell organisierter Streik ..


Antwort
Zitat
ipraythesun
Beigetreten: 11.01.2011

Bitter!!

Der Antrag wurde vom Arbeitsgericht abgewiesen. Jedenfalls wurde die Berufung zugelassen.

Hoffen auf das Berufungsgericht (LAG).


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007

Original von ipraythesun
Bitter!!

Der Antrag wurde vom Arbeitsgericht abgewiesen. Jedenfalls wurde die Berufung zugelassen.

Hoffen auf das Berufungsgericht (LAG).

Was is daran bitter? Hauptsache jeder Arbeitgeber kann erfolgreich gegen jeden Streik klagen.. Du lässt dich gern versklaven oder?


Antwort
Zitat
ipraythesun
Beigetreten: 11.01.2011

Jeder Streik muss angemesen sein. Auch wenn die Richterin hier die Angemessenheit bejaht hat, kann ich diese rechtliche Einschätzung nicht teilen.

Den Vorschlag von Siedepunkt kann ich nach so einer Entscheidung (ähnlich wie bei der Lufthansa) nur befürworten.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007

Jeder Streik muss angemesen sein. Auch wenn die Richterin hier die Angemessenheit bejaht hat, kann ich diese rechtliche Einschätzung nicht teilen.

Sind ja auch nur 2 Grundrechte in Gefahr .. Denkt ihr eigentlich auch mal über die Konsequenzen eines Streikverbots nach wenn ihr hier postet?

Zukünftig kann dann jeder Arbeitgeber klagen wenn seine Arbeitnehmer streiken wegem einem Vertrag der Grundrechte aushebelt .. Mir vollkommen unbegreiflich wie man gegen den derzeitigen Streik sein kann ..


Antwort
Zitat
Makrubi
Beigetreten: 06.05.2007

Einzig korrekte Entscheidung!

Was in diesem Land rechtens ist und was nicht entscheiden zum Glück weder die Propaganda-Medien noch die von den Propaganda-Medien gleichgeschalteten deutschen Kartoffelottos!


Antwort
Zitat
bumblebeebee
Beigetreten: 06.06.2006

Original von KalleTorsten

Einfach BGE einführen und auf der anderen Seite das Streikrecht und Gewerkschaftsrecht abschaffen
....

Mit einem BGE kann jeder Arbeitnehmer das aushandeln, wofür er bereit ist zu arbeiten. Aber er hat dann auch dafür zu arbeiten. Das Problem ist doch das heutzutage ein einzelner Arbeiter nicht einfach kündigen kann, wenn er mit den Bedingungen unzufrieden ist, weil er Repressionen vom Arbeitsamt und Existenzängste für seine Famillie zu befürchten hat.

Naja, so einfach ist es auch nicht. Dann kündigen halt 10.000 Lokführer, weil sie mit den Arbeitsbedingungen nicht mehr zufrieden sind. Wo bekommt die Bahn dann so schnell Ersatz her?


Antwort
Zitat
larseda
Beigetreten: 06.08.2006

Original von ipraythesun
Jeder Streik muss angemesen sein. Auch wenn die Richterin hier die Angemessenheit bejaht hat, kann ich diese rechtliche Einschätzung nicht teilen.

Den Vorschlag von Siedepunkt kann ich nach so einer Entscheidung (ähnlich wie bei der Lufthansa) nur befürworten.

"ich hab ja nix gegen Streiks ... aber doch bitte nicht an Werks- oder Feiertagen" -.-


Antwort
Zitat
KiliHH
Beigetreten: 23.04.2007

Trolol wieviele Leute hier rumlaufen, die in ihren BLW Vorlesungen gelernt haben, dass zu hohe Löhne zu schlechten Standortbedingungen rumlaufen und / oder die angepisst sind, weil sie ihre Bahnen nicht kriegen.

Wenn Kindergärten bestreikt werden oder die Autoindustrie, dann ist der Kunde auch betroffen. Ist doch nichts neues?

Was hier irgendwie anscheinend die wenigsten kapieren ist, und das hat der GLD Chef doch mehrmals deutlich gesagt, dass die DB das grundrechtlich verbriefte Streikrecht einschränken will.

Und lol @ die Bundesregierung sollte das Streikrecht im GG einschränken. Abgesehen davon, dass das neoliberaler Bullshit ist, geht das überhaupt nicht. Nach Art. 19 Abs. 2 GG darf ein Grundrecht nicht in seinem Wesensgehalt angetastet werden. Arbeitbehmerrechte sind unwiderruflich in unserer Verfassung verankert, und das ist auch gut so.


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Zitat
wusah
Beigetreten: 06.02.2006

Ich kann wegen dem Streik dieses Wochenende nicht zu einer Familienfeier. Trotzdem bin ich froh um die Entscheidung des Gerichts. Vor allem auch dass es keine wischiwaschi Begründung gab, sondern klar gesagt wurde dass der Streik verhältnismäßig ist :f_thumbsup:


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