Grundsätzlich sollte man bei allem bedenken, dass ein Abitur nur bescheinigt, dass man theoretisch die Fähigkeit besitzt ein Studium zu absolvieren. Nicht aber ob, bzw. wie gut oder schlecht, man es wirklich schafft.
Gleiches gilt für ein Diplom oder sonstige Abschlüsse, die einen qualifizieren gewissen Stellen zu besetzen. Ich habe etliche Leute, mit überdurchschnittlich guten Abschlüssen erlebt, die im Berufsleben versagen (werden). Und wieder andere, schlichtweg mittelmäßige Studenten, die einen super Job machen.
Um zum Beispiel bei einem großen Unternehmen eine Consulting-Stelle zu bekommen, brauchst du auf dem Papier einen Studienabschluss mit entsprechender Note in BWL / IT / WI... sonst fällst du im Bewerbungsprozess direkt durchs Sieb. Auf der anderen Seite heißt das noch lange nicht, dass auf jeder Stelle, die laut Stellenausschreibung einen Absolventen fordert - auch ein Absolvent sitzt. Es gibt sicher legale Wege Stellen zubekommen ohne den geforderten Studien-Abschluss dafür zu haben.
Es bleibt also, dass Abschlüsse dazu dienen den Bewerbungsprozess für das Unternehmen zu vereinfachen. Es wird aber keiner eingestellt nur weil er ein 1,0 Diplom hat. Abschlüsse und Noten sind Richtlinien, Orientierungshilfen - nicht mehr und nicht weniger. Jeder Personaler wird dir bestätigen, dass meist ganz andere Kriterien über Einstellung oder Absage entscheiden.
Entweder du hast was drauf oder nicht. Wahrscheinlich wird es aber derjenige der was drauf hat nicht nötig haben einen Abschluss zu fälschen. Womit wir abschließend zum Ergebnis kommen, dass jeder der es macht, das Nichtvorhandensein seiner Fähigkeiten tuschieren will und auffliegen wird.
Konkret auf das Thema bezogen heißt das: Solange du die Fähigkeiten tatsächlich hast, die dir ein solcher Abschluss bescheinigt bzw. die der Arbeitgeber von dir verlangt, wirst du nicht auffallen und es wird auch Niemanden stören.
Aber Vorsicht: ein Abschluss, bescheinigt weit mehr Fähigkeiten als er auf Anhieb erkennen lässt. Zum Beispiel das du in der Lage bist dir ein Ziel zusetzen (Berufswunsch), einen Weg einzuschlagen, um dieses Ziel zu erreichen (Studium) und nachhaltig nach Erfolg zustreben bis dieses Ziel erreicht ist (Abschluss + Bewerbung). Über den Zeitraum eines Studiums reifst du als Mensch, du lernst Aufgaben anzugehen, deine Zeiten einzuteilen etc. und prügelst nicht bloß sinnlos Lernstoff in dich rein.
Was ich noch ganz interessant fände, wäre folgendes Szenario.
Ich schicke mit meinen Bewerbungsunterlagen wie gefordert eine "Kopie meiner gefälschten Diplomurkunde" nur um zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und nicht wie oben beschrieben direkt durchs Sieb zu fallen. In diesem Gespräch spiele ich mit offenen Karten und stelle direkt klar, dass ich kein Diplom habe, aber - gemessen am Stellenprofil - die nötigen Fähigkeiten mitbringe, weil ich sie mir auf andere Art und Weise angeeignet habe.
Wäre das schon Dokumentenfälschung? Wie würden wohl die Personaler reagieren?