Zum Forum springen
wirtschaftszusammen...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] wirtschaftszusammenhänge für anfänger

35 Beiträge
19 Benutzer
0 Reactions
5,733 Ansichten

Erstmal zu der Inflation:
Inflation hat eigentlich nur einen einzigen Hauptgrund:
Die Erhöhung der Geldmenge im Markt!
Alle anderen Gründe haben nur minimalen Einfluss! Der Geldmengenzuwachs entsteht durch 2 Dinge: Zinsen und Kredite von der Zentralbank und den Geschäftsbanken.

Geschäftsbanken leihen sich Geld von der Zentralbank verzinst in der Höhe der Leitzinsen. Dieses Geld kommt nicht von Reserven oder Steuergeldern sondern aus dem NICHTS!!!

Geschäftsbanken verleihen Geld an Privatkunden oder Firmen. Allerdings verleihen sie NICHT das Geld anderer Kunden von Sparbüchern/Girokonto oder das Geld von der Zentralbank. Nein, sie hinterlegen Geld auf ihr Konto der Zentralbank und dürfen diese Summe dann 50mal verleihen. Wenn die Bank 1.000€ bei der EZB einzahlt, darf sie 50.000€ verleihen! Woher kommen die 49.000€? Aus dem NICHTS! Sie werden in den Computer eingetragen oder gedruckt!

Alles Geld, dass aus dem nichts kommt ist Schuld an der Inflation, nicht etwa der Ölpreis! Wenn die Leute mehr Geld für Benzin ausgeben, können sie bei gleicher Geldmenge weniger Geld für andere Produkte ausgeben. Die Inflation würde bei +/-0 liegen (mit kleinen Abweichungen).

Zinsschuld kommt ebenfalls aus dem Nichts. Sie sind dazu da, da der Verleiher von Geld ja ein Risiko eingeht. Außer natürlich bei Geschäftsbanken, die Haupt"verleiher", die in Wirklichkeit Geld nicht verleihen, sondern erschaffen!

Man könnte meinen, das es ein Betrug ist, das Banken einfach Geld schaffen können, um sich die Zinsen darauf einzustreichen, und das ist es mMn auch, und ich bin da nicht der einzige:

Mit den Leitzinsen ist dann auch logisch, die Banken müssen ja das geliehene Geld plus Zinsen zurückzahlen, wodurch die Geldschöpfung eingedämmt wird, wenn die Leitzinsen erhöht werden!
Dass die Wirtschaft durch Leitzinssenkung angekurbelt wird, entsteht dadurch, das Geldausgeben bevorzugt, und Sparen "bestraft" wird! Durch niedrige Zinsen denken alle , sie haben mehr Geld und geben mehr aus. Aber irgendwann merkt der Markt, dass das Geld weniger wert wird und erhöht die Preise (Inflation). Werden die Zinsen immer weiter gesenkt, endet das in Stagflation! Es ist also ein kurzfristiger Vorzieheffekt! Es ist eine Illusion, dass man die Wirtschaft so nachhaltig ankurbeln kann!

Ich weiß nicht, ob das so 100%ig richtig ist, aber in etwa so funktioniert der ganze Quatsch...


pokerHaJo
Beigetreten: 28.10.2007
Oldschool Grinder

ja endlich hab ich wieder die links zu diesem videos. schon letztens gesucht. dafür thx.

aber ein teilfehler ist da.
klar die inflation ist schuld und nicht der ölpreis. aber dieser steigt durch die inflation und da öl zu mehr als 70% wenn nicht noch mehr von der wirtschaft benötigt wird, steigt nicht nur durch reine inflation sondern auch durch den inflationären wertzuwachs des öls der preis.
aber klar ursprung ist die inflation, aber trotz allem erhöht dies diese ursache noch einmal. so wie dies aber auch für andere rohstoffe stimmt, allerdings werden diese nicht zwigend von so einem großteil benötigt, deswegen wird es nicht so direkt bemerkt.


CMB
CMB
Beigetreten: 17.02.2007
Oldschool Grinder

@Kloppy,

ich glaub da kriegst Du einiges ein wenig durcheinander. Für den Fall das bei Dir demnächst mal eine Abi-Klausur, BWL/VWL Schein oder sonstiges anliegt lies lieber ein paar Dinge nochmal nach. Und youtube ist vielleicht auch nicht die beste Quelle.

1. Mit Geldmenge ist nicht nur das reine Bargeld gemeinst, sondern verschiedene Klassifizierungen, welche u.a. auch nur nach Buchwert berechnet werden. Zudem gibts verschiedene Berechnungsmethoden, siehe

http://de.wikipedia.org/wiki/Geldmenge

2. Inflation ist ein komplexer Begriff, deshalb beschäftigen sich Wissenschaftler ja auch damit. Die Gründe sind kompliziert. z.B. steigen gerade die Milchpreise, dieses führt zu Inflation. Der Grund ist aber nicht mehr Geld sondern dass die Bauern höhere Preise durchgesetzt haben. Die höheren Energiepreise, Hauptantrieb für die momentane Inflation, haben ebenfalls nix mit mehr Geld zu tun.

3. Geld kommt nicht aus dem Nix. Das grundsätzliche Geschäftsmodell einer Bank liegt darin das eine Bank für Kundeneinlagen weniger Zinsen zahlt als für Kredite verlangt. Hinzu kommt Investmentbanking sowie sehr komplexer Vorgänge zwischen Banken wie z.B. Kreditverkauf. Jede Bank muß für das Geld welches sie von der EZB erhält (bzw. Bürgschaften) massive Sicherheiten bieten, seit Basel II z.B. muß jeder Kundenkredit mit 30% Eigenkapital abgedeckt sein, welches bei Privatkunden z.B. für den Hausbau durch die Anzahlung geschieht.

4. Die EZB schafft nicht Geld aus dem "Nichts", alle Beträge sind durch Zahlungsverpflichtungen der Mitgliedsstaaten abgedeckt. Desweiteren haben die westlichen Industriestaaten massive Goldreserven, welche ebefalls als Sicherheit dienen können.

http://de.wikipedia.org/wiki/Goldreserve

5. Natürlich bedeutet die Vergabe von Krediten dass die Wirtschaft wächst wenn mehr Wertschöpfung als Verlust aus dieser Vergabe eintritt. Bei Firmen bedeutet dass das z.B. die Bäcker die ihre Öfen finanzieren mit ihren Zinsen die Bäcker die pleite gehen mit abdecken müssen, was sie ja auch tun. Das gleiche gilt für Häuslebauer. hier entsteht langfristige Wertschöpfung sowie lokaler Gewinn, z.B. weil durch niedrigere Heizkosten weniger Geld ins Ausland fliesst. Du vergisst hier beim Wirtschaftswachstum Wertschöpfung durch Wertsteigerung oder schlichtweg erfolgreiches Unternehmertum.

Gruß,
CMB


Regentropfen
Beigetreten: 07.02.2005
Oldschool Grinder

Original von CMB
seit Basel II z.B. muß jeder Kundenkredit mit 30% Eigenkapital abgedeckt sein, welches bei Privatkunden z.B. für den Hausbau durch die Anzahlung geschieht.

halbwissen ftw!

darüberhinaus entsteht das durch die geschäftsbanken geschaffene geld tatsächlich "aus dem nichts", nur ist dieser prozess nicht neu und wird von der zentralbank antizipiert und gesteuert (bspw über den mindestreservesatz)


Hi,
ich habe ja extra geschrieben, dass vielleicht nicht alles 100% richtig ist. Außerdem stimmt nicht, dass youtube meine verlässliche Quelle ist. Das mit der Inflation, die durch Geldmengenzuwachs entsteht, habe ich aus dem "Mankiw". Das ist, glaube ich, das meistverkaufte Werke über die Grundzüge der Wirtschaft!

Auszug: Mankiw Was sind die Ursachen der Inflation? In den meisten Fällen einer anhaltenden und hohen Inflationsrate lässt sich ein und derselbe Schuldige dingfest machen: Geldmengenwachstum.

3) Geld kommt sehr wohl aus dem Nichts, oder wieso verliert unser Geld ständig an Wert? Weil mehr Geld entsteht, als neue Waren und Dienstleistung hinzukommen.

Wikipedia: Geldschöpfung

"Das grundsätzliche Geschäftsmodell einer Bank liegt darin das eine Bank für Kundeneinlagen weniger Zinsen zahlt als für Kredite verlangt" <-- Genau das ist falsch. Das glauben die meisten Menschen, ist aber definitiv nicht so! So sollte das vielleicht in einem normalen Finanzsystem sein.

Mindestreservesatz

In dem Absatz "Mindestreservesatz" ist eine Rechnung eingefügt, die das nochmal genauer erklärt.

5) Was das für Häuslebauer bedeutet, konnte man in den USA ja prima verfolgen. Da konnten irgendwann die Ersten die Kredite nicht mehr bezahlen, die viel zu lax vergeben wurden und selbst der dümmste Mensch hat irgendwann bemerkt, das die Häuser viel zu teuer waren und die Blase war geplatzt. Tolle Wertschöpfung! Dann wurde massiv Geld in den Markt gepumpt, um die Banken rauszuhauen, die sich verspekuliert haben. Ein Jahr später wundern sich die Leute über Inflation...


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

danke für eure posts ich wills für mich noch mal rekapitulieren, ich bitte um berichtigungen!

ihr meint dass sich eine bank wie zb die dresdner bank geld von der EZB leihen muss. steht der leitzins bei 3% leiht sich die dresdner bank das geld von der ezb also für 3% und verleiht das geld an privat-und geschäftskunden für ein bisschen mehr, sagen wir 3,5% um am ende 0,5% gewinn zu haben.

wenn die EZB nun den leitzins erhöht sagen wir auf 4% und die dresdner bank bei ihren 3,5% zins bleiben würde, hätte sie am ende ein minus von 0,5% der kreditsumme. da die dresdner bank aber gewinn machen möchte erhöht sie ihrerseits die zinsen für privat- und geschäftskunden auf sagen wir 4,5% um am ende wieder ihren gewinn von 0,5% zu haben.

ist das soweit richtig?

nun meine nächste frage:
wenn ich nun meine BR auscashe und vllt noch mit meiner oma zusammenlege kann ich doch eine eigene privatbank eröffnen. ich hätte mein geld somit nicht von der EZB geliehen und wäre damit auch nicht abhängig von ihren zinsveränderungen und alle leute würden nur noch bei mir kredite aufnehmen weil ich immer unter dem leitzins geld verleihen könnte!
haut das hin?


Original von Excellent
ist das soweit richtig?

Ja, kann man so zusammenfassen. Wobei die Spanne zwischen Leitzins und Kreditzinsen größer als 0,5 % sein wird (je nach Laufzeit, Risiko, Sicherheiten usw. des Kredites natürlich unterschiedlich).

Original von Excellent
nun meine nächste frage:
wenn ich nun meine BR auscashe und vllt noch mit meiner oma zusammenlege kann ich doch eine eigene privatbank eröffnen. ich hätte mein geld somit nicht von der EZB geliehen und wäre damit auch nicht abhängig von ihren zinsveränderungen und alle leute würden nur noch bei mir kredite aufnehmen weil ich immer unter dem leitzins geld verleihen könnte!
haut das hin?

Theoretisch nicht ganz falsch, wobei eine Bankgründung natürlich in der Praxis nicht so einfach ist ;). Dafür mußt du aber nicht mal eine Bank eröffnen, du kannst ja auch als privater Kredite vergeben. Nur mußt du dir nun eine Frage stellen: Nehmen wir zum Beispiel an der Leitzinssatz der EZB ist 3%, die Banken verleihen momentan zu 4%. Du hast Geld auf der hohen Kante und möchtest es verleihen. Würdest du es jetzt wirklich um 3% oder noch weniger tun, wo du doch auch mehr Zinsen (zumindest 4%) verlangen könntest??


schönes wetter heute


_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

danke für eure hilfe, ich habs jetzt gerafft ;)


superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von Kloppy
Hi,
ich habe ja extra geschrieben, dass vielleicht nicht alles 100% richtig ist. Außerdem stimmt nicht, dass youtube meine verlässliche Quelle ist. Das mit der Inflation, die durch Geldmengenzuwachs entsteht, habe ich aus dem "Mankiw". Das ist, glaube ich, das meistverkaufte Werke über die Grundzüge der Wirtschaft!

Auszug: Mankiw Was sind die Ursachen der Inflation? In den meisten Fällen einer anhaltenden und hohen Inflationsrate lässt sich ein und derselbe Schuldige dingfest machen: Geldmengenwachstum.

3) Geld kommt sehr wohl aus dem Nichts, oder wieso verliert unser Geld ständig an Wert? Weil mehr Geld entsteht, als neue Waren und Dienstleistung hinzukommen.

Wikipedia: Geldschöpfung

"Das grundsätzliche Geschäftsmodell einer Bank liegt darin das eine Bank für Kundeneinlagen weniger Zinsen zahlt als für Kredite verlangt" <-- Genau das ist falsch. Das glauben die meisten Menschen, ist aber definitiv nicht so! So sollte das vielleicht in einem normalen Finanzsystem sein.

Mindestreservesatz

In dem Absatz "Mindestreservesatz" ist eine Rechnung eingefügt, die das nochmal genauer erklärt.

5) Was das für Häuslebauer bedeutet, konnte man in den USA ja prima verfolgen. Da konnten irgendwann die Ersten die Kredite nicht mehr bezahlen, die viel zu lax vergeben wurden und selbst der dümmste Mensch hat irgendwann bemerkt, das die Häuser viel zu teuer waren und die Blase war geplatzt. Tolle Wertschöpfung! Dann wurde massiv Geld in den Markt gepumpt, um die Banken rauszuhauen, die sich verspekuliert haben. Ein Jahr später wundern sich die Leute über Inflation...

Oo, was du schreibst ist gelinde gesagt "wirr", ich glaube du hast Mankiw entweder sehr selektiv gelesen ODER du hast ihn einfach nicht verstanden...

1. Inflation: "in den MEISTEN Fällen...." Völlig Richtig. Nur kann Inflation entweder deshalb entstehen weil die Geldmenge steigt (Formel: M (Geldmenge) x V (Kreislaufgeschwindigkeit des Geldes, konstant bis sinkend)= P (Preisniveau), ODER weil schlicht und einfach die Produktionskosten, sagen wir, für Benzin, aufgrund sinkender Rohöhbestände und politischen Problemen angestiegen sind und diese an die Verbraucher weitergegeben werden.

Mankiw redet von ANHALTENDER und HOHER (SIMULTAN!!!) Inflation. Anhaltend UND, !!!!!!!!!!!!!!!WICHTIG!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!, UND Hohe Inflation ist in den allerseltensten Fällen durch produktionsbedingte Preissprünge zu erklären. Deshalb, und nur deshalb, schreibt Mankiw was er geschrieben hat.

3. Geldschöpfung wird mit einberechnet, wenn die Zentralbank bestimmt, wieviel Geld an die Banken verliehen wird (mit Hilfe der Leitzinsen :) ).

Am simpelsten kann es auf folgende Formel gebracht werden:

Wachstum der Geldmenge= (1/(1-C)) X (neu emittierte Banknoten a.k.a neu verliehenes Geld), C ist der Mindestreservesatz.

Wobei zu bedenken sind dass die Refinanzierungsgeschäfte normalerweise eine Laufzeit von max. 1 Woche bis 3 Monaten haben, und dann erneuert ("Roll-Over") werden müssen.
Das Wachstum der Geldmenge ergibt sich also:

(1/(1-C)) x (Volumen neuer Refinanzierungsgeschäfte - Volumen alter Refinanzierungsgeschäfte).

Die Geldschöpfung als solche steht also zu 100% unter der Kontrolle der Zentralbank und ist nicht eine Zentralaufgabe von privaten Geschäftsbanken. Auch bedenke folgendes: Geldschöpfung im Sinne von Kreditvergabe ist Privatbanken nur dann möglich, wenn NACHFRAGE besteht....

5.) Völlig wirr und konfus und noch dazu völliger Unsinn.
a) Die Investmentbanken wurden rausgehauen um ein Übergreifen der Krise auf das komplette Finanzsystem zu verhindern. Allerdings in der Tat ein diskussionswürdiges Verfahren der FED, insbesondere im Sinne von Moral Hazard ( http://de.wikipedia.org/wiki/Moral_Hazard ).

b) Durch die Rettungsaktion wurde NICHT die Geldmenge erhöht (der Zinssatz blieb stabil, ergo gab es entweder keine Veränderung der Geldmenge oder ein Aufschwung der Wirtschaft und die damit einhergehenden Zinssteigerungstendenzen haben eine mögliche Zinssenkung genau kompensiert.... Unwahrscheinlich, wenn man bedenkt dass sich die US-Wirtschaft bereits in der Rezession befand als der "Bail-Out" von Lehman-Brothers stattfand.

c) Geldpolitik hat aufgrund der empirisch bewiesenen Tatsache, dass Preise erst sehr verzögert auf Änderungen von Angebot und Nachfrage reagieren, nur langfristige Auswirkungen auf die Inflation, mit "ein Jahr später" ist da gar nichts.

d) die Immobilienkrise hat Zins- und InflationsSENKENDE Auswirkungen (durch den Vermögensverlust sinken tendenziell Nachfrage und Preisniveau)

e) die Inflation in den USA wird insbesondere durch die hohen Rohöl und Nahrungsmittelpreise befeuert. Beide Preise werden auf dem WELTmarkt festgesetzt, und sind somit von monetären Entwicklungen in den USA abgekoppelt (zumindest weitgehend).

So, Wirtschaft für Anfänger, weitere Teile auf Anfrage.

@ Excellent: Dich zwingt niemand dazu Geld für mindestens den Zentralbankzins zu verleihen, allerdings wärest du dumm wenn du weniger verlangen würdest: warum solltest du für 2% Geld verleihen, Risiko auf dich nehmen dass der Kreditnehmer dich im Stich lässt, wenn du doch von der Zentralbank RISIKOLOS 3% bekommst? :)


superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Kloppy, nur für dich:

Die europäische Zentralbank hat ausführliche Berichte ihrer Tätigkeiten auf ihrer Homepage, lies und bitte bitte bitte VERSTEHE es bevor du dich auf YOUTUBE auf die Suche nach "systemkritischen-alternativen" Videos machst....

http://www.ecb.eu/pub/pdf/other/gendoc2006de.pdf

Kapitel 3-5, bitte besonderes Augenmerk auf Kapitel 3 legen.


Ignite
Beigetreten: 15.02.2006
PokerStrategist

Habe mal aus meinen Vorlesungsunterlagen ma was rausgekramt...

ab Seite 75 gehts um die Geldpolitik der EZB, ab 97 um die Standing Facilitities im einzelnen...

http://rapidshare.com/files/121174487/Chapters_1-3.pdf


superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Hm, ich glaub so viel Realismus ist kloppi nicht gut bekommen :) er hat sich verschaemt in eine Ecke zurueckgezogen und postet nicht mehr ;)


Blutschwein
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

Original von IckeDJK
Wenn die Zinsen steigen, spart der Bürger. Es ist weniger Geld im Umlauf (die Inflation sinkt).

Sinken die Zinsen, konsummiert der Bürger. Es ist mehr Geld im Umlauf (die Inflation steigt).

Die EZB versucht die Inflationsrate immer bei ca. 2% zu halten.

Thats it kurz und knapp ;)

Bin am Pokern... Kann ja mal einer ausführlicher erklären. Hab keine Zeit.

einfacher hätte man es nicht formulieren können...ich wäre für eine sinkende inflationsrate, dann kaufen die leute mehr häuser, was dann wieder besser für mich ist ;)


CMB
CMB
Beigetreten: 17.02.2007
Oldschool Grinder

@Regentropfen

Basel II habe ich zwar stark vereinfacht ist aber trotzdem richtig und hat nunmal deutliche Auswirkungen in Deutschland. Vor Inkrafttreten durften Bank Kredite sozusagen nach beliebigen Risikokriterien vergeben, solange die Bank selber nachweislich stabil aufgestellt war (also bilanzierte Sicherheiten). Da die vorhandenen Sicherheitsmechanismen die eine Überschuldung einer Bank verhindern sollen aber immer komplexeren Geschäftsmodellen und riskanteren Einzelgeschäften gegenüberstanden hat man ein komplilziertes Paket an Kontrollmaßnahmen eingeführt, der Einfachheit Basel II genannt. Für unsere Diskussion einfach mal nach dem entscheidenen Begriff

Mindesteigenkapitalanforderungen (engl. Begriff weiß ich jetzt nicht)

Das Result hieraus ist nunmal das ein Häuslebauer in der Praxis 30% Eigenkapital aufbringen muß oder den besten Zinssatz nicht mehr bekommt, wobei unter 20% extrem schwierig ist und die weiteren Risikofaktoren wieder drauf gerechnet werden. Ich habe hier aktuell grad 2 befreundete Familien die grad gebaut haben. Das lief so

1xFam 4 Kinder an Bord mit WK Förderung, 1x festangestellt seit 10+ Jahren im Großkonzern, Alterschnitt Ehepaar unter 40, keine direkten negativ Kritieren (Schufa, Score)

1xFam Doppelverdiener (sie verbeamtet, er arbeitet für die Stadt), 20+% Eigenkapital cash, beide Familien wohlhabend.

Diese beiden Beispiele zeigen wie man sehr gut ein Haus bauen kann, bedeutet aber auch dass man als, sagen wir mal, Pokerspieler der ein BWL Studium grad abgeschlossen hat, den ersten Job hat, 10% Anzahlung für eine Eigentumswohnung per Pokern verdient hat, in Deutschland von keiner Bank eine Finanzierung erhält. VOR Basel II und vor den letzten Krisen (so bis vor ca. 10 Jahren) war sogar die sog. 110% Finanzierung üblich, d.h. ohne Eigenkapital inkl. der Kosten für Notar, Grunderwerbssteuer etc. Wenn die Bonität schlechter war war der Kredit halt teurer.

BTW, 99+% aller Häuser und sog. privater Geschosswohnungbau wurden vor Basel II errichtet.

Ist auch egal, der Punkt ist dass es theoretische Zusammenhänge gibt die sich relative simpel darstellen lassen dass die Praxis aber heutzutage sehr kompliziert ist und sich durch Vereinfachungen wie "wir haben zu wenig Geld weil die EZB blöd ist" nicht darstellen lassen. Die Finanzinstrumente mit denen die Banken untereinander dealen sind ja sogar dermaßen komplex geworden dass selbst Experten nach Monaten der Analyse teilweise nicht wissen mit wieviel sie besagte Produkte der Hypothekenkriese bewerten sollen, oder ob diese überhaupt betroffen sind. Und diese Jungs verrechnen sich über Millarden.

Gruß,
CMB


Teilen: