Train hard! Feel good!
Ich möchte gerne einen Blog starten um mich nach 1,5 jähriger Verletzung wieder zurück in die Spur zu bringen.
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Hier ein paar Bilder meiner Verletzung noch mit Fixateur Extern
CT Unterschenkel re.

Unterschenkel re.

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Original vom Arztbrief
Drittgradig offene Unterschenkeltrümmerfraktur mit offener Partialluxation im Chopard-Gelenk rechts
Decollement-Verletztung der Ferse rechts
Calcaneusfraktur rechts
Risswunde Perineum
Vordere Beckenringfraktur rechts mit Ausstrahlung in den vorderen Acetabulumpfeiler
Anämie
Wem es wie mir geht, hier auf Deutsch. Ich habe mir den rechten Unterschenkel offen zertrümmert. Das heißt Schienbein, Wadenbein waren nur noch Trümmer. Das Sprunggelenk war ausgekugelt (alle Bänder gerissen), dazu habe ich mir die Ferse abgesäbelt am Stein. Hinzu kommt eine Beckenringfraktur und als Bonbon habe ich entsprechend viel Blut verloren(2-3 Transfusionsbeutel). Mir wurde gesagt, dass man mir vor 15 Jahren sicherlich den Unterschenkel abgenommen hätte, da es damals irreparabel gewesen wäre. Größtes Problem war das offene Schienbein, es stand immer im Raum, dass ggf. Haut transplatiert werden müsste.
Hoffe man kann etwas auf Röntgenbilder erkennen.
Ich bin 24 Jahre alt und ein wahnsinniger Sportfreak. Der seitdem 10.10.2011 wieder genesen ist, nachdem ich mich am 13.06.2010 schwer beim Kitesurfen verletzt habe.
Ich war mein ganzes Lebens immer aktiv und habe nie ein Risiko gescheut. Den Großteil meiner Jugend habe ich mit Fußball spielen verbracht. Neben dem Fußball habe ich mit Bike Trial, Wakeboarden, Skifahren und anderen Sportarten beschäftigt.
- Besondere Affinität besteht zum Wasser
Da ich als Kind das Glück hatte direkt vor einer Wakeboardanlage aufzuwachsen, habe ich den Großteil des Sommers auf dem Wasser verbracht.
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Nach der Bundeswehr, bin ich direkt zum Studium und bin dort durch einen großen Zufall mit meiner größten Sucht in Berührung gekommen.
Irgendwie bin ich an der Nordsee als Studienort gelandet und dort mit richtigen Surfern in Kontakt gekommen. Da mal wieder keine Wellen in Sicht waren für die Jungs, sind wir wakeboarden gegangen. Dabei hat sich ein guter Freund von mir, unglücklicherweise den Oberschenkel gebrochen (ich habe in meiner Zeit an der Wakeboardanlage noch nie jmd sich den dicksten Knochen brechen sehen, aber es soll ja bekanntlich für alles das erste Mal geben)
Dieser Kumpel hatte am Steinhudermeer (Hannover) einen Schnupperkurs im Kitesurfen gebucht. Da er diesen nun nicht antreten konnte, hat er ihn mir geschenkt.
Ich wurde sofort angefixt! Da mir der Schnupperkurs nicht ausreichte, habe ich in Cuxhaven einen 5 Tageskurs gemacht. Dabei stellte es sich schnell heraus,dass Ich nicht ganz talentfrei bin. Sicherlich half mir mein Können vom Wakeboarden, doch ist das gleichzeitige Lenken des Kites nicht zu unterschätzen.
Nach dem Kurs in Cuxhaven habe ich meine komplette PokerRoll für mein Kitezeug ausgecasht und direkt 2k€ in den Sport investiert.
Wer an dieser Stelle Infos zu dem Kitezeug haben will:
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füge ich ein bei entsprechender Fragen ♦
Es vergehen 2,5 Jahre intensiven Surfen, mit Trips nach Dänemark (Klitmøller, Hvide Sande), Spanien (Tarifa) und natürlich Nord-/Ostsee.
Impressionen aus der Zeit:
Ich habe mittlerweile ein entsprechendes Level erreicht, dass ich mit einem Kumpel an einem eigenem Sicherheitssystem gearbeitet habe, um das Kiten entsprechend sicher zu gestalten. Und hier nimmt das Unglück seinen Lauf.
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Leider muss man heute sagen, dass ich Fehler gemacht habe.
So kam es dazu, dass ich meinen 12m² Schirm auf eine 1:1 Lenkung umgebaut habe.*
Bei diesem Umbau habe ich Fehler gemacht:
- habe mich auf die Angaben des Herstellers verlassen, zur Montierung an den entsprechenden Anknüpfpunkten
- habe die Länge der Depowerleinen nicht kontrolliert
- habe mein System an einem falschen Ort getestet
Kommen wir nun zu dem Punkt, wo ich mich selber fast zerstört habe:
Es war das Wochenende um das Spiel WM Spiel in Südafrika Deutschland - Australien in Durban. Es stand eine jährliche Party mit meinen ganzen Freunden an. Am Samstagmorgen ging es dann mit meinem Windsurferkumpel Richtung Heiligenhafen um dort zu Rocken.
Wir haben Heiligenhafen 5 Stunden gerockt, obwohl wir nur wenige Stunden geschlafen haben und entsprechend verkatert waren.
Der Plan war, Sonntagmorgen noch eine kleine Session am Yachthafen in Großenbrode zu rocken, uns dann auf den Weg nach Hamburg zu machen, um dort Schland anzufeuern beim Public Viewing.
Hier könnte ich nun entsprechende Floskeln einbauen wie:
Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt
oder
Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben
etc.
Kurze Beschreibung zum Spot:
Yachthafen Großenbrode, ist kein Spot für Kitesurfer besonders nicht bei ablandigen Bedingungen. Warum?
- Aufriggen ist nur auf der Kaimauer möglich, was für Kiter mit 30m Leinen entsprechend schlecht ist
- Start ist ebenfalls bei ablandigen Bedingungen nur auf der Kaimauer möglich, da der Schirm sonst abgedeckt ist und verwirbelt wird.
- daher sollte man entsprechende Verwirbelungen des Windes unbedingt beachten
- hier mal ein Bild vom Spot allerdings sieht man den Yachthafen nur im Hintergrund, man kommt nur von dieser Seite ins Wasser (ohne 2km zu laufen)
- im Bildhintergrund sind die Bäume zu erkennen, welche für zusätzliche Verwirbelungen bei ablandigen (rechte Seite des Bildes) Bedingungen sorgen
- auf dem Bild sind leider die Felsenbrocken nicht zu erkennen, welche die Kaimauer prägen.
Wer sich also zutraut, bei ablandigen Bedingungen auf einer Kaimauer zu starten, welche entsprechend der umherstehenden Bäume zusätzlich verwirbelt wird. Noch dazu mit dem Schirm durch Felsbrocken hindurch zu laufen. Der erlebt wohl einen der schönsten Spots in Deutschland. Besonders was das Freestylen betrifft. Findet man bei ablandigen Wind hinter der Kaimauer einen 2km langen Flachwasserspot bei enormen Hackbedingungen.
Meine eigene Arroganz hat mich bestraft, denn ich war mir wohl sehr bewusst, wie schwierig dieser Spot ist. Dazu habe ich für einen größeren Schirm entschieden, um entsprechend Druck zu haben. Denn ich wollte bei ablandigen Bedingungen nicht mein Material verlieren, weil ich nicht wieder an Land komme.
Die oben aufgezählten Punkten sind in der Regel für mich zu beherrschen, kommen wir nun jedoch zu dem Punkt größerer Kite. Wie ich oben geschrieben habe ist dieser umgebaut und am falschen Ort getestet worden. Richtig, auf der Kaimauer habe ich meinen eigenen Umbau erstmals getestet. Heute muss man sagen, ich war ein Idiot und zu geil auf diesen Spot.
Der eigene Umbau und die nicht kontrollierte Leinenlänge der Depowerleine , sorgten dafür das der Kite beim Start schon leicht kippte und nicht stabil stand. Ich führte das auf die Verwirbelungen zurück und zog den Start durch. Doch die Leinen waren einfach zu lang, so dass er im Profil völlig instabil war. Der Schirm kippte nach innen, eine Böe ergriff den Kite und zog ihn voll durch die Powerzone.
Ich war zu langsam bzw. reagiert gar nicht, da war es schon zu spät. Der Kite hob mich ca. 4m in die Luft und lies mich auf einen Felsbrocken zu fliegen. In letzter Sekunde zog ich meine Beine an den Körper und dämpften mit dem rechten Bein den Aufprall am Felsbrocken.
Ich fasse nochmal kurz die Fehler zusammen:
- Start auf einer verwirbelten Kaimauer, welche mit Felsbrocken dekoriert ist
- Böeige, ablandige Bedingungen
- ein zu großer Schirm, für die Windstärke (ca. 16-18kn)
- eigener Umbau ohne die Leinenlängen zu kontrollieren
- System am falschesten Ort der Welt getestet
- Situation völlig unterschätzt und zu langsam reagiert
Vier Wochen und sieben Operationen später, habe ich das Krankhaus im Rollstuhl verlassen. Mein Bein wurde mit einer Titanplatte + 12 Schrauben versehen. Hier das letzte Röntgenbild vor der Entfernung(September 2011)
In der Zeit im Krankenhaus habe ich knapp 11kg abgenommen. Man muss ehrlicherweise sagen, dass ich vor dem Unfall meinen Körper habe etwas schleifen lassen. So dass ich bei 1,73m 90kg gewogen habe
Jedoch habe ich immer um die 75kg - 85kg gewogen, was damit zusammenhing, dass ich bei der Bundeswehr mit Krafttraining angefangen habe und mir Athletik schon immer wichtig war. Ich denke, dass ich auf Grund des Krafttraining den Unfall so gut überstanden habe, auch wenn ich sicherlich 5kg zuviel hatte, hat meine komplette Stabilität viel abgefangen.
Von Mitte Juli - Ende November 2010 war ich mit Krücken unterwegs und konnte so erst im Dezember für 4 Wochen zur Reha gehen. Ich war sehr fleißig in dieser Zeit und war sehr zufrieden mit mir, wieder so gut unterwegs zu sein.
Doch ist der Status Quo für mich nie ausreichend, also ging es im Februar mit meinem besten Kumpel in den Skiurlaub. Dank einer wunderbaren Unfallversicherung habe ich mir neue Rocker Ski mit einer Shizo Bindung gekauft.
Doch die Platte im Bein war sehr hinderlich, wer sich mit Skifahren etwas auskennt, wird sicherlich schon mal etwas von einer Skischuhrandprellung gehört haben. Dieser führt normalerweise auf einen falschen Schuh zurück. Bei mir war es jedoch die Titanplatte, welche Schmerzen verursacht hat, so bin ich 6 Tage unter starken Schmerzen gefahren.
Man kann sich mein Skistil entsprechend vorstellen: Linkskurven bin ich auf dem Innenski gefahren und Rechtskurven auf dem Außenski. Das rechte Bein wurde so komplett entlastet, jedoch funktioniert das im Gelände nicht, wenn man richtig umsteigt. Daher dann auch Schmerzen.
Aber wenn man mit 60cm Neuschnee belohnt wurde, ist das zu akzeptieren
Ich wusste schon während des Urlaubs, die Platte muss raus. Leider müssen die Dinger 12-15 Monate drin bleiben. So dass meine Platte nun am 01.09.2011 entfernt wurde. Nun sind die 6 Wochen rum, die für Heilung nach der Entfernung vorgesehen waren und ich kann wieder voll belasten.
Jetzt heißt es fit: Für den kommenden Skiurlaub und die neue Surfsaison!
Doch habe ich einige Einschränkungen hinzunehmen, mein Sprunggelenk ist teilweise versteift, was bedeutet: Mir fehlen 5° in der Fußhebe und 10° in der Fußstreckung, das heißt ca. 16% fehlen in der Bewegung. Diese werde ich wohl auch nicht wieder bekommen. Dies bedeutet: Joggen & Fußball fällt für mich als Sport raus. Alternativen sind gesucht.
*Erklärung von 2:1 -> 1:1 Lenkung bei einem Kite :
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bei Rückfragen werde ich es an dieser Stelle erläutern, doch jetzt schreib ich erstmal alles runter




