Der vergebene Overhead Smash zum Matchverlust war schon bitter, aber insgesamt hätten's schon beide verdient gehabt. War nach dem ersten Satz eigentlich konstant ein ziemlich enges Match. Rafa war manchmal der leicht bessere, aber Thiem hat immer konsequent sein Spiel weitergespielt, super aufgeschlagen und sich nicht beirren lassen. Wenn Thiem noch ein wenig an dem mentalen Spiel und seiner Taktik feilt, dann steht im nichts im Weg, um in 1-2 Jahren regelmäßig Slams zu holen. Er ist von allen nachrückenden Spielern klar der vielversprechendste.
Top-Match von Beiden.
Sehe auch Thiem als vielversprechensten Nachkömmling. Er muss lernen insgesamt weniger Turniere zu spielen. Warum Zverev so hängt, habe ich noch nicht so verstanden.
Zverev leidet ein bisschen am Jürgen-Melzer-Syndrom. Sieht bei Thiem ähnlich aus, aber das wird sich noch legen, nehm ich an. Vor allem, wenn das Defensivspiel besser wird, sodass er vll. nicht immer so hart auf die Kugel draufgeht. Vll. liegts aber auch an der Trainervorgabe, dass er so spielen muss, kA. Jedenfalls brauchen beide Mentaltraining. Mal schauen obs bei Zverev jetzt den Trainereffekt gibt. Ein ehemaliger Topspieler wird mental ja sicher auch was vermitteln können. Und wo wir gerade beim Jürgen-Melzer-Syndrom und vielversprechenden Nachkömmlingen sprechen. Da gibts ja noch die Skandalnudel aus Australien. Den sehe ich vom Potential her vor Thiem und Zverev. Leider hat der aber gravierende Mentalprobleme. Ob der die Kurve kriegt, weiß ich nicht. Am wahrscheinlichsten wird für mich Thiem die Nummer 1, wenn die Großen aufhören oder nachlassen.
Aufschlag ist wichtiger, außer wenn die Plätze noch langsamer werden. Habt ihr die Isner-Raonic Partie gesehen? Ist ja irre, nicht mal ein Tiebreak. KA. was sich die Veranstalter dabei denken. Ist ja sinnlos verschiedene Beläge zu bespielen, wenn die dann am Ende alle gleich sind.
Kyrgios habe ich inzwischen komplett abgeschrieben was die absolute Weltspitze angeht. Er hat selber so oft gesagt, dass ihn Tennis nicht wirklich begeistert und er eigentlich mehr auf Basketball steht. Viele Experten haben ja gesagt, dass er eigentlich das meiste Potenzial von den jungen Leuten hat, vor allem wegen des Aufschlags, aber wenn er eben echt nichts macht, um sich zu entwickeln, dann wird er nie mit dem Leuten mithalten können, die etwas weniger talentiert sind, aber gleichzeitig viel mehr Disziplin haben. Und Zverev, hmm, da wird man wohl noch zwei Jahre warten müssen, um sich langsam ein Urteil erlauben zu können, aber ich hab ehrlich gesagt nie so viel in ihm gesehen, wie immer behauptet wird. Aber ich kann den Typen einfach so überhaupt nicht ausstehen von seiner Art her, dass ich da vielleicht nicht ganz objektiv rangehen kann. Thiem ist im Gegensatz halt ein total sympathischer und ehrlicher Typ.
Kyrgios ist in den Top30 und wenn ihm das reicht, dann ist das völlig ok und Geld verdient er so auch jede Menge. Er könnte natürlich mehr aus seinem Potenzial machen, aber vielleicht macht es in den nächsten Jahren ja nochmal "Klick" bei ihm. Wäre schön und er ist auch gerade mal 23 Jahre alt.
Zverev wird zu sehr gehypt, weil er halt jung und der einzige Deutsche mit Potential ist. Das Potential hat er auch auf jeden Fall. Er braucht aber noch Zeit. Thiem ist da vom Gesamtpaket her etwas weiter. Er ist auch etwas älter. Und Kyrgios ist halt Kyrigos. Da geb ich keine Prognose ab. Hat er vll. reiche Eltern? Kommt mir ähnlich vor wie bei Gulbis.
Original von Renne01
Aufschlag ist wichtiger, außer wenn die Plätze noch langsamer werden. Habt ihr die Isner-Raonic Partie gesehen? Ist ja irre, nicht mal ein Tiebreak. KA. was sich die Veranstalter dabei denken. Ist ja sinnlos verschiedene Beläge zu bespielen, wenn die dann am Ende alle gleich sind.
ja.aber sein Aufschlag ist vielleicht um 1 Klasse besser,während die Rückhand um 2 Klassen schlechter ist.
Original von matusow
Zverev hat aber schon größeres Potential als Thiem.
Glaub ich nicht. ist aber eine subjektive Angelegenheit. Ich glaub aber schon, dass beide das Zeug zur Nummer 1 haben. Momentan führt aber noch kein Weg an den Großen vorbei. Und dazwischen liegt dann nur noch ein Raonic oder Nishikori. Die müssten aber fusionieren um die 1 werden zu können. Also werden wohl die üblichen Verdächtigen noch ein paar Jährchen vorne sein, bis dann in 3-4-5 Jahren die Thiems und Zverevs nachrücken können. Shapovalov könnte vll. auch noch was werden. Sonst seh ich momentan keinen Spieler, der vorne mitmischen könnte, obwohl es schon ein paar gute junge Spieler gibt. Aber da muss man noch ein bissl warten und schauen, wie die Entwicklung voranschreitet.
Original von matusow
Zverev hat aber schon größeres Potential als Thiem.
Was eigentlich komisch ist.
Thiem als kleinerer SPieler sollte besser in der Defensive als Zverev sein.
Während das umgekehrt ist.
Original von matusow
Zverev hat aber schon größeres Potential als Thiem.
Was ist denn vom Potenzial her so viel besser an Zverev als an Thiem? Ich seh da nur die Körpergröße und damit verbunden dann halt den Aufschlag. Alles andere finde ich bei Thiem besser. Er hat ne viel bessere Rückhand, kann generell viel mehr ein Match von der Grundlinie diktieren und ist außerdem einer der fittesten Spieler. An guten Tagen spielt Thiem halt zweifelsohne wie eine Nummer 1, so wie heute Nacht z. B. Das habe ich bei Zverev noch nie gedacht. Bei Thiem sehe ich "nur" mentale Aspekte wie die Konstanz, Shot Selection und seinen generellen Turnierpan als Probleme. Zverev finde ich total oft viel zu passiv und er scheint mir nicht ansatzweise die Shots zu haben, die Thiem auspacken kann. Klar hat er auch schon saustarke Matches gegen top Leute gespielt, aber ich seh bei ihm noch viel mehr an seinem Spiel selber zu tun als bei Thiem. Und mental sind beide eben weit weg von so abgebrühten Hunden wie den Big 4.
Leute wie Shapovalov (oder z. B. auch Khachanov) kann man halt überhaupt nicht einschätzen. Manchmal sieht man die spielen und denkt sich: "wow, das ist ja unglaublich, was die abliefern können" - und dann spielen sie nächste Runde wie Müll. Von der Kategorie gibt es ja wirklich so einige Kandidaten und ich versteh nie so recht, warum es denen anscheinend so viel schwerer fällt als den top Leuten, zumindest eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen.
Original von DrPepper
Original von matusow
Zverev hat aber schon größeres Potential als Thiem.Was ist denn vom Potenzial her so viel besser an Zverev als an Thiem? Ich seh da nur die Körpergröße und damit verbunden dann halt den Aufschlag. Alles andere finde ich bei Thiem besser. Er hat ne viel bessere Rückhand, kann generell viel mehr ein Match von der Grundlinie diktieren und ist außerdem einer der fittesten Spieler. An guten Tagen spielt Thiem halt zweifelsohne wie eine Nummer 1, so wie heute Nacht z. B. Das habe ich bei Zverev noch nie gedacht. Bei Thiem sehe ich "nur" mentale Aspekte wie die Konstanz, Shot Selection und seinen generellen Turnierpan als Probleme. Zverev finde ich total oft viel zu passiv und er scheint mir nicht ansatzweise die Shots zu haben, die Thiem auspacken kann. Klar hat er auch schon saustarke Matches gegen top Leute gespielt, aber ich seh bei ihm noch viel mehr an seinem Spiel selber zu tun als bei Thiem. Und mental sind beide eben weit weg von so abgebrühten Hunden wie den Big 4.
Leute wie Shapovalov (oder z. B. auch Khachanov) kann man halt überhaupt nicht einschätzen. Manchmal sieht man die spielen und denkt sich: "wow, das ist ja unglaublich, was die abliefern können" - und dann spielen sie nächste Runde wie Müll. Von der Kategorie gibt es ja wirklich so einige Kandidaten und ich versteh nie so recht, warum es denen anscheinend so viel schwerer fällt als den top Leuten, zumindest eine gewisse Konstanz an den Tag zu legen.
Wie viele Spiele hast von Zverev außerhalb der Majors in voller Länge gesehen? Von Thiem? (nicht böse gemeint)
Matusow findet Zverev besser als Thiem ,weil Zverev viel sicherer und konstanter spielt.
Bei ihm ist Verhältnis Defensive/Offensive sehr gut.
Deshalb kann er konstant die Leistung abrufen und Turniere gewinnen.
und denk nicht,dass er Defensive spielt.
er geht zwar nicht auf die Winner,spielt aber trotzdem sehr schnell.
So dass man ihn nicht angreifen kann.
Thiem dagegen spielt immer volle Pulle und super riskant,weil er wahrscheinlich nicht so gut in der Defensive ist.
deshalb spielt er ein Mal sehr ,sehr gut und ein Mal super schlecht.
und um die Turniere zu gewinnen,muss man 3,4 sehr gut spielen.
Was du DrPepper machst ,ist die Schläge getrennt von einander zu betrachen.
aber wenn man "nur" gute Schläger hat,wird man nicht unbedingt viel gewinnen.
ich hab zB ShowMatch Sampras/Agassi vs Roddick/Blake gesehen.
Und Blake hat die besten Schläger/beste Technik von allen 4 SPielern.
Und hat am wenigsten gewonnen.
@DrPepper
Was ist daran so schwer zu verstehen, dass 18-23 jährige keine Konstanz im Spiel haben? Deren körperliche Entwicklung ist teilweise nicht mal abgeschlossen. Shapovalov z.B. ist gerade mal 19 und spielt erst seit einem Jahr auf der Tour. Dafür sind seine bisherigen Errungenschaften aussergewöhnlich gut. Neben ihm gibts mit u.a. Tsitsipas, Rublev, de Minaur, Auger-Aliassime, Tiafoe, Coric, Jarry, Chung und Co eine Menge interessante junge Spieler.
Denen muss man Zeit geben und deren Entwicklung abwarten. Viele Faktoren spielen eine Rolle. Chung und Rublev wurden dieses Jahr z.B. extrem von Verletzungen zurückgeworfen. Bei anderen sind es eben mentale Probleme... Kyrgios hat im kleinen Finger mehr Talent als Thiem und Zverev zusammen. Ist allerdings das beste Beispiel dafür, dass Talent und Potenzial nur die halbe Miete sind.
Das mit dem Talent Kyrgios' ist stark übertrieben. Inwieweit sein Talent größer als das Thiems' oder Zverevs ist, ist schwer zu sagen, sofern es denn stimmt. Imo stimmt das nicht. Das ist halt die Sache mit der Subjektivität. Das lässt sich schwer in Zahlen gießen. Wir können uns aber sicher darauf einigen, dass alle drei sehr talentiert sind und im Optimalfall Nummer 1 werden könnten.
Das Problem mit der Kritik an den jungen Spielern, ist, dass man sie zu sehr mit Federer und Nadal vergleicht, die schon recht früh richtig stark waren und mit 19 bzw. 22 Jahren ihren ersten GS Titel gewinnen konnten. Sowas ist nicht die Regel. Viele Spieler brauchen einfach etwas länger, wie zB. Murray.
Die anderen genannten Talente könnten es schaffen. Seh ich auch so. Ich wüsste aber nicht wem ich die größten Chancen geben würde/sollte. Gut ist schon mal, dass sie halbwegs groß sind. Unter 1.80 ist leider ein großes Handicap, siehe Nishikori. Nishikori mit Aufschlag wär die nächste Nummer 1. So wirds leider nicht reichen.
Ich beziehe "Talent" hauptsächlich auf das Spielverständnis, das intuitive Handeln und auch das Gefühl für den Ball. Dinge die man auch durch noch so viel Training nicht wirklich erlernen kann. In diesem Bereich ist Kyrgios unfassbar gut. Der spielt mit traumwandlerischer Leichtigkeit Volleys, Stopps und Flugbälle, die bei Thiem und Zverev selbst nach dem 20sten Versuch nicht mal im Feld landen.
Bei Nishikori liegt es eher an den Nerven und den Millionen Verletzungen, dass er nicht mehr erreicht hat.
Finde auch, dass Kyrgios eines der größten Talente ist.
Ich glaube Zverev wird auf lange Sicht trotzdem die größte Karriere haben. Aber wer weiß.. Vielleicht bleibt er auch (nur) auf Berdych, Tsonga Niveau.
Wie gesagt, wenn Kyrgios langfristig ein Top10 Spieler wird, würde mich das sehr überraschen. Ich denke er wird viel eher sowas werden wie ein Monfils oder ein besserer Gulbis, der zwar alle Anlagen hat, um ein top Spieler zu sein, dem kompetetives Tennis aber nicht so wichtig ist, dass er alles was er hat ins Training investiert. Ist ja ok ,wenn ihm das reicht, aber daher gehört er halt nicht in die Diskussion um die nächste Nummer 1.
Und wieso hat Talent was mit Spielverständnis zu tun? Ballgefühl, klar, intuitives Handeln, hmm, weiß nicht, was das genau heißen soll und ob man das wirklich unbedingt braucht, aber Spielverständnis? Wenn man das nicht lernen kann, was dann? So wie ich zumindest den Begriff verstehe hat er nur was mit Wissen und Erfahrung zu tun. Ich muss verstehen, wie ich einen Punkt aufbauen will und was meine Stärken und die des Gegners sind und mein Spiel darauf abstimmen. Vielleicht kriegt das einer schneller drauf als ein anderer, aber wieso sollte man das nicht lernen können?
Ich habe generell in Sportdiskussionen das Gefühl, dass viel zu oft gesagt wird, man könne gewisse Dinge nicht lernen und vieles sei hauptsächlich Talent. Hat nicht sogar einer der Klitschkos mal gesagt, dass Talent erst ganz, ganz oben überhaupt ein Faktor ist im Profisport und vorher eigentlich so gut wie alles gutes Training und Disziplin sind?
Was Talent angeht, bin ich bei dem Touch, den ein Federer oder Kyrgios haben, absolut der gleichen Ansicht, dass sowas nur wenige in dem Ausmaß haben, aber bei allen anderen Aspekten kann man mMn mit richtigem Training fast bis zum Optimum kommen. Talent ist ein sehr diffuser bzw. hypothetischer Begriff, weil man nie genau weiß, was damit wirklich gemeint wird. Gasquet galt z. B. früher als unglaublich talentiert und hat als Junior alles gewonnen, konnte aber später nie ganz oben mitmischen. War er jetzt talentiert oder nicht? Bei Nadal könnte man z. B. sagen, dass er körperlich und von seiner Vorhand enorm talentiert ist, aber letztendlich war das, was ihn wirklich zu dem mindestens zweitbesten Spieler aller Zeiten gemacht, seine harte Arbeit und seine Einstellung neben und auf dem Court. In den letzten Jahren hat er konstant seinen Aufschlag und seine Rückhand verbessert und als er letztes Jahr die FO ohne Satzverlust gewonnen hat, war das seine stärkste Leistung ever - und das obwohl er körperlich klar nicht mehr so unantastbar war wie noch vor 5 Jahren. Vom Ballgefühl her kommt mir Nadal auch bei weitem nicht so talentiert vor wie ein Federer ode sogar viele mittelmäßige Spieler, aber sein Spin ist dafür unerreicht. Ist das jetzt Talent oder Arbeit? Ich würde sagen, fast immer sind es 98%+ Arbeit und nur das letzte bisschen ist Talent, was nur dann ins Spiel kommt, wenn wirklich die absoluten Top Leute versuchen sich zu übertreffen.