Wenn du es ernst meinst und motiviert bist, dann ist noch was möglich, auch wenn es schon merklich schwieriger geworden ist. Die Edges sind kleiner geworden. Deshalb solltest du dein Studium auf alle Fälle durchziehen, auch wenn du erfolgreich pokerst. Denn es kann sein, dass in einigen Jahren nichts mehr zu holen ist in Poker. Vll. kommt es zu weiteren Rakeerhöhungen. Vll. brechen die Spielerzahlen noch weiter ein, etc. Kurz gesagt, die Zukunft ist ungewiss. Stand jetzt schaut es so aus, dass du noch genug gewinnen kannst, wenn du gut bist.
Als Spielvariante würde ich auf jeden Fall NL spielen, weil es dort mehr Traffic gibt. Wenn du bei Texas Hold'em bleiben willst, was aufgrund der Trafficsituation empfehlenswert ist, dann würd ich 6max Cashgames oder MTTs spielen, weil sich diese Spiele sehr gut multitablen lassen (spieltechnisch und aufgrund des besten Traffics). Außerdem sind die Edges größer, wenn die Stacksizes größer sind. Zu SnGs kann ich nicht viel sagen. Die kann man sehr gut multitablen, aber kA. wie dort die Competition ausschaut und ob es genug Spieler gibt.
Rake ist überall ein Thema. Da musst du dich selbst bissl schlau machen und schauen welche Seite für dich am besten passt. Viele spielen nach wie vor auf Pokerstars, obwohl man dort nicht mehr viel an Rakeback bekommt. Wenn dir Stats nicht so wichtig sind, dann spiel auf Partypoker und misch noch 2-3 andere kleinere Seiten mit rein, damit du genug Auswahl hast . Wenn dir das zu blöd ist, bleibt nur Pokerstars. Dort musst du aber mit schlechterem Rakeback und besserer Konkurrenz leben. Dafür gibts mehr Auswahl.
Am Ende zählt, dass du genug Traffic hast und einfach besser spielst als die Gegnerschaft. Daher musst du viel dazulernen, in möglichst kurzer Zeit. Verinnerliche die Basics und fang dann mit GTO Content an. Man spielt zwar nicht oder kaum nach GTO aber man braucht das Know-How trotzdem, um eine gute Basisstrategie zu haben. Das ist dann wichtig, wenn man gegen stärkere Gegner spielt. Und befasse dich gründlich mit den psychologischen Aspekten des Spiels. Das ist nicht zu unterschätzen, wird aber ständig unterschätzt.
Dass du mal hauptberuflich pokerst, ist unwahrscheinlich. Sieh es also eher als Nebenjob oder als Freizeitbeschäftigung an. Wenn es doch mal zum Beruf wird, dann wächst du da sowieso langsam rein. Also vergiss nicht auf dein Studium. Die Prüfungen und Arbeiten schreiben sich nicht von selbst. Da musst du viel Zeit investieren. Poker braucht auch viel Zeit, sollte aber erstmal nicht an erster Stelle stehen, weil wie erwähnt ungewiss ist, wie sich Poker in den nächsten Jahren entwickeln wird und natürlich weil nicht klar ist, wie gut du werden kannst.
LG