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Arbeitssicherheit - psychische Belastung messbar?

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nemesis0381
Beigetreten: 25.12.2014
Poker Player

Moin, ich wollte mal ein Problem darstellen worauf ich erstmal keine Antwort finde und es sehr knifflig ist, aber vielleicht habt ihr ja noch Ideen oder andere Feedback.

Es geht um die Arbeitssicherheit die auch beinhaltet die Gefährdungsbeurteilung durch die psychische Belastung. Ich zitiere auch mal kurz vom Link

"Dass die Psyche eine wichtige Rolle bei der Gesundheit im Beruf spielt, ist heute unbestritten. Wie groß ist der Zeitdruck? Kann ohne störende Unterbrechungen gearbeitet werden? Wie viel Rückhalt geben Vorgesetzte?

Rahmenbedingungen wie diese wirken sich auf die einzelnen Beschäftigten aus; sie fördern deren Wohlbefinden – sie können aber auch die Gesundheit gefährden.

Unternehmen sind daher verpflichtet, in der gesetzlich geforderten Gefährdungsbeurteilung auch auf psychische Belastungsfaktoren einzugehen. Seit 2013 steht diese Anforderung explizit im Arbeitsschutzgesetz."

https://www.bgw-online.de/DE/Arbeitssicherheit-Gesundheitsschutz/Gefaehrdungsbeurteilung/Gefaehrdungsbeurteilung-Psyche/Gefaehrdungsbeurteilung-Psyche_node.html

Nun sind z.b. Gesundheitsgefährdungen wie z.b. durch Lärm ganz einfach technisch messbar aber um die psychische Belastung zu ermitteln (messen) wäre es ja eine nur valide durch eine z.b. stichprobemartige anonyme Befragung der Mitarbeiter.

Wie man in der Führungsposition des Unternehmens dazu steht (Geschäftsführer) weiß man und zwar werden jegliche Mitarbeiterbefragungen abgelehnt, sogar "normale" Mitarbeitergespräche sind sehr unerwünscht.

Es gibt aber kaum eine bessere Erfassung der psychischen Belastung durch anonyme Gespräche. Die Beurteilung durch ein z.b. Abteilungsleiter ist wohl kaum valide und spiegelt nicht den wirklichen Zustand dar.

Der Arbeitgeber hat vielleicht Angst das Missstände aufgezeigt werden (was natürlich auch als persönliche Kritik aufgenommen werden kann) und dadurch auch eventuell gehandelt werden muss.

Man möchte keinen was böses sondern nur der Anforderung nachkommen und eine Belastung ist ja nicht immer was negatives es gibt ja auch z.b positiven oder negativen Stress.

Habt ihr vielleicht Ideen wie man sich einigen könnte um so genau wie möglich die Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung nachzukommen.


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Zitat
6 Antworten
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Schwieriges Thema und die Mitarbeiter selbst wissen ja häufig nicht ob sie wirklich von der Arbeit psychisch übermäßig belastet sind. Auch was neben der Arbeit passiert (Kinder, Geldmangel, Partner, Krankheit usw.) spielen da mit rein und dass dann auf die Arbeit runterzubrechen ist nicht so einfach. Auch ist jede Person anders...

Anonyme Befragung finde ich z.B. gut. Dabei sollte man aber nicht nur die psychische Belastung abfragen, sondern viele Dinge zur Arbeit und aus der allgemeinen Befragung eben auch Rückschlüsse auf die psychische Belastung ziehen. Umfrage natürlich freiwillig. Die Ergebnisse muss man ja nicht öffentlich machen und dann hätte die Geschäftsführung immerhin Anhaltspunkte wo man ansetzen kann. Müssen tut man so aber erstmal gar nichts und ich glaube davor hat man eher Angst. Im besten Fall ändert man kleine Sachen ohne großen finanziellen Aufwand und hat dadurch produktivere und zufriedenere Arbeitnehmer.

Jenach Größe des Unternehmen könnte man auch auch über einen Amtsarzt bzw. einen Psychologen nachdenken. Man sollte sich dann nur einen netten Namen wie "Sportpsychologe" einfallen lassen. Also jemand mit dem man normal reden kann und der Schweigepflicht unterliegt. Dieser könnte dann einmal im Jahr ein Bericht anfertigen zu Problemen. In dem Fall hätte man für das Thema auch die entsprechende Kompetenz eingekauft. Wenn ein BWLer eine Umfrage gestaltet und selbst auswertet, dann wäre das schon fragwürdig in meinen Augen. Wenn ein Psychologe nach täglicher Arbeit im Unternehmen etwas vermehrt feststellt, dann ist das fundiert und er hat meistens auch Möglichkeiten um das zu ändern.

Wenn das zu teuer ist, dann könnte man auch "nur" Worksshops zu dem Thema im Unternhmen durchführen. Also eine präventive Maßnahme.


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Zitat
Krach-Bumm-Ente
Beigetreten: 01.05.2006
BlackMember

Mit den Verantwortlichen psychoedukativ arbeiten und die Konsequenzen ihrer ablehnenden Haltung ausarbeiten. Gleichzeitig die Vorteile solcher Befragungen verdeutlichen.

Im Übrigen dann mit allen transparent arbeiten. "Ungefährliche" Begriffe wie Sportpsychologe verwenden widerspricht da meiner Auffassung von Transparenz und wird mittelfristig nur zu Problemen führen. Das Beste wird longterm definitiv Psychoedukation+Transparenz sein.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Kommt wohl auch auf das Unternehmen und den Mitarbeitern an. Wie hoch ist da die Akzeptanz? Wenn da 90% männliche Bauerarbeiter rumlaufen, dann kann man es auch gleich lassen. Wenn die Chefs nichts von Psychologen halten, dann ist es ebenfalls zum scheitern verurteilt. Wenn da vorwiegend Akademiker im jungen Alter sitzen, dann auch gerne transparent für Alle.

Eine allgemeine Empfehlung ist da nicht zielführend.


Antwort
Zitat
nemesis0381 Themenstarter
nemesis0381
Beigetreten: 25.12.2014
Poker Player

Dann mal weitere Cliffs.

Das Unternehmen besteht aus mehrere Betriebe die in ganz Deutschland verteilt sind. Somit ist die Mitarbeiteranzahl schon ca. 2000 Leute wenn man alle Betriebe zusammenzählt. (ca. 70% Frauen)

Die meisten Abteilungen wird das Niveau zwischen Akademiker und Baustelle einzuteilen sein, die Ausbildung ist aber jetzt auch nicht ohne. Im z.b. Qualitätsmanagementbereich hat man viele Akademiker aber ist halt nicht die Masse.

Die Hauptstelle des Unternehmens wird halt durch eine Geschäftsführung und co geleitet (Also eigentlich nur durch die eine Geschäftsführerin, die keine Aufgaben abgeben kann) welche auch hauptsächlich das sagen hat. Jeder einzelne Betrieb der dem Unternehmen zugehört hat zwar auch eine Geschäftsführung aber dies sind eher auf den Papier relativ viel machen dürfen die nicht ohne Rücksprache mit der Geschäftsführung des ganzen Unternehmens.

Auch gibt es z.b. in den einzelnen Betrieben keine Personalabteilung sondern diese gibt es nur in der Hauptstelle und darüber läuft dann alles wie z.b. Urlaubsanträge usw..

Jetzt geht es aber weiter, vor einiger Zeit wurde auch unser Unternehmen von einen ausländlichen Konzern aufgekauft welche auch andere Unternehmen in der Branche hier in Deutschland gehört von daher gibt es noch ein Geschäftsführer vom Konzern her der auch noch das sagen hat aber die Geschäftsführer der Unternehmen relativ viel Freiraum beim Handeln gibt.

Spoiler

zum Verständnis nochmal

Wie gesagt die Geschäftsführung von unseren Unternehmen und die Geschäftsführung von Konzern lehnen hauptsächlich Mitarbeitergespräche ab. Zu mal es auch vor Jahren eine Anfrage gab, aber damals ging es nicht um den Arbeitsschutz, sondern wollte man eine Umfrage der Zufriedenheit zur technischen Leitung/Abteilungsleitung starten.

Auch gab es Aussagen wie "Mobbing" gibt es nicht. Auch wenn sich manche Sachen im Laufe der Zeit verbessert haben sehe ich eher eine ablehnende Haltung der Firma gegenüber. Auch Überlegengungen wie man es der Firma solche Umfragen als Positiv verkaufen kann sind meisten ins Leere gelaufen.


Antwort
Zitat
Zander99
Beigetreten: 28.11.2008
Oldschool Grinder

Was ist jetzt dein Auftrag?

Es gibt sicher einige messbare Indikatoren die auf die psychische Belastung deuten.

Z.B. Anzahl der Krankheitstage pro Jahr, Verweildauer im Unternehmen, Anzahl an Reha Maßnahmen, Prozesse gegen den Arbeitgeber, Abmahnungen etc.

Nicht umsonst haben große Unternehmen Abteilungen für Gesundheitmanagement, bieten Sport und Beratung an und beschäftigen entsprechendes Fachpersonal.


Antwort
Zitat
nemesis0381 Themenstarter
nemesis0381
Beigetreten: 25.12.2014
Poker Player

Also ich habe jetzt nicht nachgefragt weil ich oder andere Arbeitskollegen unter höher psychischer Belastung auf Arbeit stehen.
Ich bin neben meiner normalen Arbeit (welche auch nichts mit Arbeitssicherheit zu tun hat) noch im Betreibsrat der Firma tätig. Der Gesamtbetriebsrat wurde von der Fachkraft für Arbeitssicherheit angesprochen.

Da die Geschäftsführung dem Thema sehr ablehnend ist war die Idee halt ob der Betriebsrat noch Ideen hat bzw. ein besseren Draht zur Geschäftsführung.

Danke an alle für das Feedback vielleicht kann man ja was erreichen obwohl es darüber eher eine ablehnende Haltung gibt.

Original von Zander99
Nicht umsonst haben große Unternehmen Abteilungen für Gesundheitmanagement, bieten Sport und Beratung an und beschäftigen entsprechendes Fachpersonal.

bei uns aber leider noch nicht


Antwort
Zitat
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