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sarc
Beigetreten: 06.06.2008
PokerStrategist

Original von DarkZonk
Mir macht der Job halt eigentlich Spaß, das ist der große Punkt. Ich liebe die meisten meiner Händler (bis auf meinen Inder, der mich in den Wahnsinn treibt...) und es macht mir so viel Spaß mit denen zu arbeiten.
Wir hatten diese Woche ein Training für neue Leute aus den Ländern, die so einen grundsätzlichen Überblick über alles bekommen haben... aus Taiwan war auch einer da. Und sie hatten Gastgeschenke mitgebracht und das war wieder der Wahnsinn... haben mir erstmal so einen geilen Whiskey aus Taiwan mitgebracht und noch Dragon Ball Figuren (habe beim letzten Besuch gesagt, dass ich das geil finde, als wir an so Figuren vorbei gelaufen sind, haben sie sich instant gemerkt). Die Arbeit mit den Leuten macht halt unglaublich viel Spaß und Freude und ich möchte das eigentlich nicht missen. Zusätzlich habe ich eben das Gefühl, dass ich eigentlich echt viel lerne, weil ich eben mit so vielen verschiedenen Ländern arbeite, dort die größten Firmen unsere Kunden sind usw usw.

Dann hör auf zu vergleichen. ;-) Srsly, du wart mit der Kohle am Anfang ja mal zufrieden, sonst hättest da nicht angefangen, oder? Oder war das ein "lieber mal nehmen, ich find ja sonst ex nix"? Wenn du jetzt also nicht wüsstest, dass du auf der Stelle bei anderen Firmen mehr verdienen könntest, wärs so ok? Also ist das Problem vielleicht nicht, dass du auf der Stelle zu wenig verdienst, sondern dass andere auf so ner Stelle mehr verdienen?

Und ich hoffe ja immer noch auf das Business Development, um ehrlich zu sein. Vllt bin ich da zu naiv, aber ich habe das geglaubt und glaube das immer noch, dass er das versuchen wird.

Ich glaub auch, dass das versucht wird. Ich glaub nur nicht, dass es was wird.


Antwort
Zitat
DarkZonk Themenstarter
DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008
Oldschool Grinder

Ich gebe die Tage mal ein Update, ist bisschen was passiert, habe jetzt schon 2 Bewerbungen rausgeschickt. Bin entschlossen zu wechseln jetzt. Heute leider keine Zeit für was ausführliches. Wenn ps.de in Indien nicht gesperrt ist, dann hoffentlich von da ;)


Antwort
Zitat
Woerni
Beigetreten: 11.09.2006
PokerStrategist

Mit Hola Proxy geht PS von überall.


Antwort
Zitat
DarkZonk Themenstarter
DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008
Oldschool Grinder

So, bin grade auf der Reise nach Indien und habe kurzen Aufenthalt in Warschau.

Seit der Gehaltsvereinbarung gab es mehrere Einschläge in kurzen Abständen... eigtl unglaublich, wenn man sich überlegt, wie kurz das erst her ist, aber das zeigt auch, wie es in der Firma im Moment steht.

Ich gehe sie mal chronologisch durch....

1. Einschlag: Zielvereinbarung

Da wurden halt die üblichen 12% angesetzt. Absolut irrational, wenn man sich mal überlegt, was abgeht. Dass unsere Geräte im Moment massiv an Boden auf die Konkurrenz verlieren und die Entwicklung absolut nicht mithalten kann, lasse ich dabei schon außen vor... Aber mit der schwächelnden Wirtschaft, jetzt auch noch mit Corona etc ist das halt absolut hirnlos. Gab da auch keinen Diskussionsspielraum, das ist das Ziel, was der Geschäftsführer vorgegeben hat, das an meinen Chef weitergegeben hat und das jetzt auf uns geschmissen wird. Argumente wie Corona gelten gar nicht beim GF, wenn man ihm sagt, dass China blank liegt etc... da kommen dann so fundierte Argumente wie "Aber China kann ja im Sommer explodieren". Auf meine asiatischen Märkte strahlt es natürlich langsam auch aus... grade Korea und Japan sind ja gut betroffen.
Das gleiche 12% Ziel haben alle anderen Vertriebler auch bekommen, da bin ich also nicht benachteiligt, aber alle haben eben auch gesagt, dass sie sich von ihrem Bonus schon verabschiedet haben und es absolut demotivierend und frustrierend wirkt.
Ich finds halt auch lächerlich, wie sich die Geschäftsleitung da der Wirklichkeit versperrt. Da wird einem jede Motivation geraubt. Anstatt dass man sowas sagt wie "Ich weiß die Zeichen stehen grade schlecht und das wird kein Rekordjahr werden, aber ich glaube an meine MItarbeiter, 5% schaffen wir trotzdem!" oder irgendwas in der Richtung, was auch nur ansatzweise das Gefühl gibt, dass man gehört wird und dass irgendeine Form von Motivation vermittelt wird... nein, stattdessen kommt es rüber, als ob der Geschäftsführer wie ein kleines Kind Augen schließt und Finger in die Ohren und die Realität auszublenden versucht,indem er seine ach so tolle Vision und seine 12% immer wieder ausruft.
Da braucht es auch keinen Psychologen für, dass es nur mit Druck etc, der die Motivation killt, nicht klappt. Keine AHnung, was die sich da denken, aber wenn man Mitarbeitern die Motivation killt, kriegt man auch keine guten Ergebnisse. Das Gegenteil ist der Fall. Die direkten Sales Reps haben jetzt auch vor kurzem einen European Sales manager als Chef vorgesetzt bekommen, der jetzt auch ähnlich frei dreht (komme ich gleich noch zu) und nur seine leeren Phrasen drescht (we will be in a high expectatin/high support environment - nur dass man vom Support nichts sieht aber immer mehr Druck und nur Managergelaber. Die beiden deutschen Sales Reps haben auch einfach gegen ihren Wunsch/Willen jetzt noch zwei Kollegen dazu bekommen, die Gebiete sollen aufgeteilt werden, die sollen gleichzeitig den Umsatz in einem halb so großen Gebiet um 12% streigern (verglichen mt Vorjahr im vollen Gebiet), die neuen Mitarbeiter nebenbei noch einarbeiten etc. Es ist nur noch abstrus. (Ganz nebenbei wollten die keine neuen Kollegen haben, wöhrend mein Kollege und ich um einen dritten gebeten haben, den es aber nicht gibt :|) Die neue Mitarbeiterin für eines der Vertriebsgebiete hat jetzt von dem European Sales Manager auch schon auf den Deckel bekommen, weil sie ihre Kinder mal aus dem Kindergarten abholen musste, gab dann echt, laut ihr, Aussagen wie "I dont want that your family affects your work life" usw usw..

2. Einschlag: Anwaltsfall

Kann hier nicht zu sehr ins Detail gehen, weil das vertraulicher Patentkram ist im Rahmen eines Prozesses. Ein Kunde aus meinem Betreuungsgebiet hatte meinen Distributor gefragt, ob er sich für einige fachliche Fragen direkt an mich wenden könne. Nach Absprache zwischen Distributor und mir hab ich dem natprlich zugestimmt und ihn ein bisschen beraten. War nichts besonderes, eher Standardkram. Ist auch schon 3-4 Monate her. Dann wurde ich vor einiger Zeit von einer Anwaltskanzlei angeschrieben, dass der Kudne sich in einem fetten Patentstreit gegen eine andere Firma befindet und die Anwaltskanzlei die vertritt und sie auch nach Experten für fachliche Aussagen etc suchen, das wäre auch mit Honorar verbunden etc.
Ich hab dann in dem Gespräch mit dem ANwalt auch gesagt, dass ich da an meine Kollegen aus der Applikationsabteilung verweisen würde, weil die da noch die größeren Experten sind, die sich noch viel mehr im Detail mit solchen Fragestellungen auskennen. Gemacht, getan, der Fall wurde dann an unser US Office weitergeleitet und läuft jetzt. Der Typ aus den USA hat nen Vertrag mit nem Honorar von 350 USD/h für die FIrma unterzeichnet.
Ich habe dann nach dem Zielvereinbarungsgespräch gesagt, dass ich mir da ne Beteiligung wünschen würde (finders fee), weil diese Geschicht ja nur dadurch reingeholt wurde, weil ich den Kunden gut beraten habe und der scheinbar sehr happy mit meiner Art war. Da war die Antwort dann sehr ausweichend ("sowas muss ja eigentlich auch so gehen innerhalb einer Firma" etc...) Wurde dann damit vertröstet, dass ich meinen Chef daran erinnern soll und man mal schuat, was da an Umsatz rumkäme. Finde ich hart lächerlich.

3. Einschlag: European Sales Manager

Wie bereits beschrieben haben wir ja neue Mitarbeiter für die Sales Gebiete bekommen. Der eine Mitarbeiter fängt jetzt am 1.3. an und soll eingearbeitet werden. Der European Sales manager (ESM) ist sein Chef und hat zusammen mit dem Chef der Laborabteilung, den Einarbeitungsplan erstellt. In dem wurden alle möglichen MItarbeiter, mich inklusive, einfach eingeplant, ohne, dass wir jemals gefragt wurden etc...Da war ich dann auch für Sessions eingetragen, bei denen ich noch der Dienstreise jetzt nach Indien bin bzw. an dem 3 Tagen danach, an denen ich mir Urlaub genommen hatte, um mich von der Reise zu erholen (grade Indien schlaucht mich immer sehr, ist nicht mein Lieblingsland und bin immer etwas fertig danach). Bin dann zu dem ESM gegangen und gesagt, dass ich da nicht kann etc und ob er nicht auch einfach 1-2 Sessions übernehmen könnte - nein, sein Chef (und auhc mein Chef) hätten ihm gesagt, er soll da nicht involviert sein, er soll das nur delegieren. Es gab da keine wirkliche Lösung etc. Ich bin einfach ein Vollidiot und viel zu nett und zu gut und habe dann angeboten, dass man ja das Training an 2 Tagen tauschen könne und ich dann auf einen Tag Urlaub verzichten würde, damit ich das Training machen könne.... (ja ja, ich bin ein riesiger Depp...). Ein Tag später kam dann noch die Mail vom ESM (der keine 30 meter entfernt sitzt), dass ich ja für die anderen Tage auch noch den Ersatz organisieren solle etc. Hab dann geantwortet, dass ich eigentlich denke, dass das die Aufgabe vom Chef des neuen Mitarbeiters sei... da kam dann nur so ne typische Manager/Chef-Antwort, wie es zu laufen hat (auch meinen Chef ins cc gesetzt) bla bla. Das hat mich so sehr geärgert. Ich habe grade für die fucking FIrma auf einen Tag Urlaub verzichtet und das ist der Dank, dass ich alles andere auch noch machen muss und mich um alles kümmern muss (für Sesions, für die ich eingeteilt wurde ohne auch nur einmal gefragt zu werden, ob ich da bin). Kein dankeschön für meinen Einsatz gar nichts. Hab das dann organisiert und bin zu dem ESM hiingegangen und gesagt, dass ich das nicht okay finde, ich ihabe da grade auf einen Tag Urlaub verzichtet für die FIrma und hätte mir gewünscht, dass da dann so viel Dankbarkeit/Zwischenmenschlichkeit herrscht, dass dann der Chef wenigstens das kurz übernimmt und ich nicht auch noch das aufgebürdet bekomme... WIrklich viel kam bei dem Gespräch auch nicht rum "finds gut, dass du das angeprochen hast, bla bla", aber keine wirkliche Einsicht/Entschuldigung oder irgendwas. So viel zur High Support Environment...

4. Einschlag: Meeting

Das war ein Meeting am DOnnerstag und war für mich endgültig der Nail in the Coffin. Hatte mit meinem Chef eigentlich nur unseren regelmäßigen Updatetermin und wollte vor allem über die Reise sprechen. Etwa 1,5 Wochen vorher kam aus dem COntrolling ne Mail mit einer tollen Ankündigung, dass wir jetzt unsere Opportunities in so ne neue tolle Excel-Tabelle einpflegen sollen (wir haben in einer 20 Mio+ Umsatz-Firma imme rnoch kein CRM, soll jetzt kommen dieses Jahr). Die Mail kam natürlich aus dem Nichts, mit null vorheriger Besprechung, null Erläuterung etc. Ich wollte dann in dem Meeting nur kurz erfragen, ab wann ein Projekt denn in die Liste reinsoll, zB erst wenn ein Angebot geschrieben wurde etc - weil mein Kollege, der viel mehr Länder hat, in denen er noch direkt vertreibt, während ich vor allem die Länder mit dem weit entwickelten Distributoren habe und eher wenige Direktländer, da nur 10 Projekte eingetragen hatte und für mich, als jemand, der eigentlich dann viel weniger haben sollte, nicht klar war, wo das Kriterium liegt etc
Das Gespräch ist dann sehr schnell dahin gegangen, dass ich die Liste allen Distributoren schicken solle, da mir alle Projektlisten einholen solle, regelmäßig updaten etc. Und da ging es dann los. Als ich zum einen meinte, dass das gar nicht so leicht sei, weil die Distributoren sowas nicht einfahc so immer rausgeben etc und das vor allem eine Heidenarbeit ist und ich jetzt ja schon überlastet sei etc... Sein wunsch ist es, dass ich am besten nur noch der Tabellenheld sei, der die Projektlisten anguckt und nur fragt, wie wir diese Projekte gewinnen, immer Druck machen etc.
Ich habe das nicht mal per se abgelehnt (obwohl ich das auch anders sehe), aber einfach gesagt, dass dafür gar nicht die Zeit sei im MOment, weil ich so schon kaum hinterherkomme.
Ich kriege gar nicht mehr zusammen, wie das Gespräch danach ging, aber im Nachhinein war ich nur noch sprachlos, ich schreibe einfahc mal die Hauptpunkte auf die müssen nicht unbedingt in der Reihenfolge gefallen sein.

- Ich würde meinen Job ja eigentlich ganz falsch machen, so geht Distributor Management ja gar nicht etc. Ich bin für meine Distributoren halt auch der erste Ansprechpartner für technische/naurwissenschaftliche Fragen. Das liegt enfach daran, dass unsere Geräte und die Wissenschaft dahinter echt komplex und weitläufig ist und ein Disttributor eben auch an seine Grenzen kommt und Hilfe braucht. Das sind Fragen, die ich dann eben auch beantworte und zB großen Wert darauf lege, dass die Antworten auch schnell kommen (meist binnen 24 h), damit die Leute eben Ihre Kunden entsprechen beraten können usw. Ich habs mir auch selber zur Aufgaber gemacht, dafür zu sorgen, dass unsere Distributoren entsprechende Updates bekommen, welche neuen Geräte/Methoden es gibt etc. etc. Wenn ich das nicht machen würde, würde das keiner machen, die Distributoren würden komplett hinten überfallen. Das ist für mich keine Lösung, weil ich denke, dass diese Leute eben Vollzeit quasi für unsere Firma arbeiten (sind natürlich beim Distributor angestellt, machen aber vollzeit nur uns) und auch entsprechende Bildung brauchen etc.
Das sei aber alles gar nicht mein Job, das sei zwar nett, dass ich das mache, aber irrelevant. Das sei ja Aufgabe der Produktmanager. Da habe ich dann gesagt, wenn ich jetzt alle solchen Anfragen an die weiterleite, dauert es Wochen, bis Antworten kommen etc und das wird nicht helfen. Ich könnte hier noch ewig weiter ins Detail gehen, ich bin bis jetzt noch angepisst.. aber Bottom line war, dass ich ja Aufgaben machen würde, die gar nicht mein Job seien und die Distributoren dann eben mal 1 Woche auf ihre Antwort warten müssten etc und ich viel mehr in diesen Tabellen sein müsste etc.

- Ich würde meine Zeit ja unnötig verschwenden und könnte die viel effektiver nutzen etc. Da hat er dann ewig auf 1-2 Tagen rumgeritten, wo ich Gäste empfangen habe, die er für unnötig gehalten hatte...

Es gab noch so viel mehr, ich kriege das hier alles gar nicht kohärent zusammen, dass es ne stimmige Geschichte wird, aber es war echt das aller krasseste. Der Job sei ja ganz anders, es müsse viel mehr um Tabellen gehen, sein idealer Vertriebler sei ja jemand, der gut reden könne, aber von den Produkten eigentlich gar nix wissen müsste sondern dafür immer die Produktmanager fragen müsste. Die Produktmanager sind in unserer Firma aber ganz anders eingespannt etc und sind so schon überlastet. Ich kann die Aufgaben zwar abgeben, aber dann würden Antworten eben ewig dauern. Und das ist nicht, wie ich glaube, dass die Leute betreut werden müssten.
Es war einfach nur krass, wenn man sich mal überlegt, dass ich erst seit einem Jahr dabei bin, im letzten Jahr meine 12% Wachstum sogar geschafft habe, während Alteingesessene, die seit 15 Jahren in der Firma sind und viel mehr verdienen als ich etc das nicht geschafft haben....

Könnte jetzt noch viel mehr erzählen, es würde ein noch viel längerer Text werden, der sehr wirr ist, aber die Zusammenfassung ist im Endeffekt, dass mein Chef wahrscheinlich selber im totalen Meltdown ist, er hat letztes Jahr seinen Bonus schon nicht bekommen, weil das Ziel nicht erreicht wurde und fürchtet für dieses Jahr wahrscheinlich selbiges.... und jetzt denken sie wahrscheinlich, dass mit mehr Kontrolle und mehr Druck alles besser werden würde.

Für mich ist an dem Tag der Entschluss gefallen, dass ich hier nicht bleiben werde. An dem Abend war ich endgültig gebrochen... hatte sogar ernssthaft überlegt, zum Arzt zu gehen und mich krankschreiben zu lassen für die Reise nach Indien, einfach weil ich gar keinen Bock mehr hatte. Die Arbeit mit den Distributoren hatte mich immer gehalten, immer motiviert etc. Aber das ist alles echt vergangen jetzt, bin echt im Resignationsmodus.

Habe 3 coole Stellenausschreibungen in Hamburg gefunden und auch schon auf alle 3 Bewerbungen rausgeschickt.
Eine wäre im Bereich Buisness Development für einen Distributor und zwei wären Produktmanager für Anwendungen, die genau au das passen, was mit unseren Geräten gemacht wurde... denke, dass ich auf 3 Stellen sehr gut passen würde und werde mich weiter umschauen.

Sorry, falls das alles wirr war, aber ich bin auch echt nur noch angekotzt


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Kurze Antwort? Selbst Schuld!

Wenn dein Chef sagt, dass X nicht dein Aufgabenbereich ist, dann musst du das eben liegen lassen, auch wenn du es anders siehst. Sonst wird deine Argumentation "Überlastung" ja direkt wieder hinfällig. Du machst Arbeit, die du nicht machen sollst und beschwerst dich gleichzeitig über zuviel Arbeit. Ich würde an deiner Stelle ganz anders agieren. Wenn du das nicht kannst, dann scheiterst du auch bei deinen nächsten Arbeitsstellen. Es geht als Angestellter nicht immer so wie du möchtest. Höre auf deinen Chef und wenn es so ist wie du es dir vorstellst, dann werden sich andere beschweren bei deinem Chef und du kannst auf deinen Chef/Arbeitsanweisung verweisen.

Zu den Boni. Geht es nicht auch darum Boni zu bekommen, wenn es der Firma gut geht? Wenn das Asia-Geschäft einbricht, dann fehlt Geld und für die Mitarbeiter ist dann kein Geld mehr da. Deutsche Autokonzerne haben auch viel weniger Boni dieses Jahr bezahlt und die Arbeiter haben auch gleiche Arbeit geleistet. Natürlich leidet darunter die Motivation, aber so ist das nunmal. Man will einfach einen Anteil variabel halten. Alternativ wären es wohl Entlassungen.

PS: Eigentlich schon wieder zuviele Worte. Alleine wie du etwas für falsch hältst, dann aber mit deinen Taten (Urlaubsverzicht) deinem Chef doch Recht gibst. Dein Gehalt/Verdienst ist dein geringstes Problem.


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dak113
Beigetreten: 25.04.2009
PokerStrategist

Denke aycaramba hat da schon vieles richtiges gesagt.
So wie sich das liest je bekomme ich aber auch zunehmend das Bild dass du a) von dem Laden wechseln musst weil dein Image wohl ziemlich unten durch ist und b) aus dieser Erfahrung nicht nur mitnehmen solltest welche Arbeitsbedingungen du dir wünschst sondern vor allem auch wie Entscheidungen auf Managementeben getroffen werden.
Ist nicht böse gemeint aber du wirkst teilweise schon noch wie ein Student der sich die ideale Welt ausmalt. Für die Karriere ist es immer förderlich sich zu überlegen wie du deinem Chef (oder noch besser dem Chef deines Chefs) das Leben einfacher machst. Im Moment machst du das Leben deines Chefs aber wohl nur komplizierter, da du in seinen Augen der ständige fordernde Berufseinsteiger bist, der Ziel- und arbeitsvorgaben nicht akzeptiert.


Antwort
Zitat
Guuruu
Beigetreten: 02.08.2006
Elite Grinder

Du gibst ihm jetzt wirklich den Tipp, ein Ja-sager zu sein?

Ich gebe dir recht, dass man gewisse Dinge durchführen und eine Hilfe für seine Kollegen und Chefs sein sollte. Aber sorry, wenn ich immer das tue, was andere von mir wollen und das dann ohne nachzudenken, werde ich nur zu einer Marionette. Auch von Dingen, die mir mein Chef sagt. Natürlich diskredetiere ich die Autorität nicht, vor allem auch nicht vor anderen Personen, aber ich tue bei weitem nicht alle Dinge, die falsch sind.
Außerdem... So wie ich das verstehe, hat sich sein Aufgabengebiet und seine Verantwortung nicht verändert. Warum soll er plötzlich die Dinge komplett anders machen als letztes Jahr (wo er seine Ziele erreicht hat)?

Falls dem so ist, dann finde ich es legitim gerade bei den Zielgesprächen anzuführen, dass diese so nicht haltbar sind.


Antwort
Zitat
dak113
Beigetreten: 25.04.2009
PokerStrategist

Er soll kein Ja-Sager werden aber muss meiner Einschätzung nach auf jeden Fall lernen wie die Politik auf den höheren Ebenen funktioniert.
Das fängt damit an nicht immer alles direkt persönlich zu nehmen, geht über den Punkt nicht nach jedem Hasenschiss neue Konditionen zu verlangen und endet schließlich damit die richtigen Dinge anzupacken.


Antwort
Zitat
Guuruu
Beigetreten: 02.08.2006
Elite Grinder

Original von dak113
Er soll kein Ja-Sager werden aber muss meiner Einschätzung nach auf jeden Fall lernen wie die Politik auf den höheren Ebenen funktioniert.

Geb ich dir recht.

Original von dak113
Das fängt damit an nicht immer alles direkt persönlich zu nehmen

! Dann hat man das große Ganze nicht im Blick und wird zu einer Belastung.

Original von dak113
geht über den Punkt nicht nach jedem Hasenschiss neue Konditionen zu verlangen

Per se, gebe ich dir hier recht.

Man kann aber Dinge ansprechen und da auch ab und an im Detail.
Wenn mir jemand sagt, ich muss 12% erreichen, soll aber alles verändern, dann frage ich mich warum. Vor allem, wenn ich das alles im letzten Jahr erreicht habe. Da habe ich dann "alle Hasenschisse" parat.
Das ist doch oft auch eine dumme Taktik, die von oben kommt. Alle paar Monate / Wochen etwas ändern und dann verlangen, dass der Mitarbeiter das schon mitmacht. Warum? Und da frage ich dann auch ab und zu nach Konditionen.

Man sollte, wie du schon sagst, aber das Maß wissen und sich der politischen Belange bewusst sein. So Hampelstielchen braucht keiner.

Original von dak113
und endet schließlich damit die richtigen Dinge anzupacken.

Finde alles gut, was du sagst und das ist dann am Ende die Krux.

Trotzdem sollte man aufpassen, nicht ohne Profil am Ende dazustehen. Das bringt dann auch wieder nichts. Vor allem, weil OP noch jung ist und dadurch Karriere machen kann.


Antwort
Zitat
DarkZonk Themenstarter
DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008
Oldschool Grinder

Grüße aus Indien!

Die Antworten machen mich hier in der Tat etwas nachdenklich, ich habe bisher deutlich anders gesehen... hmm

Wenn dein Chef sagt, dass X nicht dein Aufgabenbereich ist, dann musst du das eben liegen lassen, auch wenn du es anders siehst. Sonst wird deine Argumentation "Überlastung" ja direkt wieder hinfällig. Du machst Arbeit, die du nicht machen sollst und beschwerst dich gleichzeitig über zuviel Arbeit. Ich würde an deiner Stelle ganz anders agieren. Wenn du das nicht kannst, dann scheiterst du auch bei deinen nächsten Arbeitsstellen. Es geht als Angestellter nicht immer so wie du möchtest. Höre auf deinen Chef und wenn es so ist wie du es dir vorstellst, dann werden sich andere beschweren bei deinem Chef und du kannst auf deinen Chef/Arbeitsanweisung verweisen.

Ich verstehe den Punkt absolut. Die Sache aus meiner Sicht ist nur, dass X immer Teil des Jobs war - ich habe mir das nicht selbst auferlegt. X, in diesem FAll vor allem die naturwissenschaftlich/technische Beratung der Distributoren, wenn sie von Kunden Fragen bekommen etc, war immer Teil dieses Jobs, war Teil der Stellenausschreibung und ist in der FIrma organisch so verwachsen. Mein Chef will am besten, dass ich die Aufgabe abgebe, ohne, dass die Strukturen für das Abgeben vorhanden sind. Ich sträube mich nicht mal per se dagegen, das teilweise abzugeben, ich möchte nur, dass vorher eine entsprechende Struktur geschaffen ist, dass diese Sachen auch beantwortet werden... Denn sonst bin ich überzeugt, dass sich das deutlich auf die Zahlen auswirkt - und das dann eben als erstes auf meinen Umsatz abfällt und ich wieder der Schuldige für den fehenden Umsatz bin. Ic möchte doch eigentlich nur, dass die Straße gebaut ist, bevor sie befahren wird.
Selbstverständlich mache ich meinen Job noch nicht optimal, das wäre nach 1.5 Jahren ja auch unmöglich. Natürlich könnte ich an der einen oder anderen Stelle nch effizienter sein und halte mich vllt mit Dingen zu lange auf/müsste die eher noch abgeben. Das ist ja auch ein Lernprozess, den ich gehen möchte und muss.
Aber diese wissenschaftich/technische Beratung war einer der Gründe, warum sie für die Stelle einen Chemiker eingestellt hjaben und eben keinen BWLer (war noch vom alten Chef so initiiert). Es ist doch auch irgendwo verständlich, dass ich nicht super happy darüber bin, wenn grad versucht wird, die Stelle, auf die ich mich beworben habe und die ich angenommen habe, komplett zu ändern?
Und ich war ja auch nie dagegen, gewisse Sachen anzupassen, zu verändern. Es geht immer besser. Was mich so geärgert hat, war die Tatsache, dass es in dem Gespräch eben nur noch so klang, als ob ich den Job ja ganz falsch machen würde und der Job eigentlich ganz anders ginge... eben mit nur noch Druck machen und Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle. Ich habe den Aspekt der Förderung der Distributoren eben stärker gewichtet, weil ich weiß, dass die Distributoren sonst kaum bis gar nichts mehr von Neuerungen etc erfahren würden, wenn ich mich darum nicht kümmern würde. Und egal, wie ich es drehe und wende, komme ich da nicht auf ein anderes Ergenis. Wie soll man erklärungsbedürftige Geräte verkaufen, wenn man vom Hersteller nicht die enstprechenden Informationen etc bekommt.
Ich bin überzeugt, dass dieser Aspekt eben komplett abfallen würde, wenn ich das nicht machen würde und dass ich dann derjenige bin, der das abkriegt, weil die Zahlen ja nicht stimmen. Muss ich wirklich mein Haus erst anzünden, um zu beweisen, dass die Farbe nicht feuerfest war? Gibt es da keinen besseren Weg?

Und abgesehen davon bin ich ja wie gesagt nicht gewissen Anpassungen/Verbesserungsvorschlägen gegenüber offen, aber wenn mir das Gefühl gegeben wird, dass ich den Job ja ganz falsch machen würde, obwohl ich im letzten Jahr einer der wenigen war, der ihr Ziel erreicht hat, in meinem ersten Jahr in der Firma, während viele andere ihr Ziel nicht erreicht haben, dann fällt es mir wirklich schwer das zu akzeptieren. Die hard facts sprechen bisher für mich und mienen Approach, ich habe die Ergebnisse reingeholt. Das finde ich so krass/unfair, weil eben die "Vorwürfe" auf nichts beruhen, was sich nachweisen lässt oder wofür es einen Anhaltspunkt gibt. Wenn meine Zahlen schlecht gewesen wären oder irgendwas, wäre es ja eine ganz andere Geschichte. Aber ich habe mein Ziel geschafft, viele andere nicht, und ich mache meinen Job so falsch? Sorry, aber da verstehe ich echt nicht, wie ich das einfach so hinnehmen soll....

Zu den Boni. Geht es nicht auch darum Boni zu bekommen, wenn es der Firma gut geht? Wenn das Asia-Geschäft einbricht, dann fehlt Geld und für die Mitarbeiter ist dann kein Geld mehr da. Deutsche Autokonzerne haben auch viel weniger Boni dieses Jahr bezahlt und die Arbeiter haben auch gleiche Arbeit geleistet. Natürlich leidet darunter die Motivation, aber so ist das nunmal. Man will einfach einen Anteil variabel halten. Alternativ wären es wohl Entlassungen.

Für mich ist Boni hier nicht das gleiche wie der variable Anteil vom Gehalt. Wie gesagt liegt mein Fixgehalt jetzt bei 54k. Der variable Anteil ist der, der das Gehalt dann der Stelle angemessen machen soll. Ein Jahresbonus ist für mich etwas, was die Firma am Ende der gesamten Belegschaft zahlt, wenn das Jahr gut lief. Das erwartet keiner. Aber so habe ich doch eine effektive Gehaltskürzung bekommen, werde hier also quasi für meinen variablen Anteil als Teil meiner Stelle bestraft? Wenn der Betrag x letztes Jahr für Umsatz y da war, wann wäre er dieses Jahr für Umsatz y ja theoretisch auch wieder da, ohne, dass die Firma gleich pleite geht. Ich wollte das Geld ja nie geschenkt haben. Aber so wie du es hier jetzt beschreibst,wäre es ja so, dass alle Leute, die nicht im Vertrieb sind und keinen variablen Anteil haben (alle Leute in der R&D, Produktmanager usw. usw.) ihr normales, volles Gehalt bekommen, nur bei den Vertrieblern wird das Gehalt dadurch effektiv gekürzt. Der Bonus ist für mich etwas, was alle am Ende des Jahres gleichermaßen bekommen und natürlichfällt der klein aus oder findet gar nicht statt, wenn das Jahr schlecht lief.

Das sind so ein bisschen meine Gedankengänge dazu... Ich verstehe eure Punkte absolut und sie machen mich auch auf jeden Fall nachdenklich, ob ich vielleicht vieles so falsch sehe... Gleichzeitig ist aber die Stimmung in der ganzen Firma schlecht wegen der Aktionen seitens des Managements etc. Das ist für mich so ein Punkt... wenn das alles nur auf meinem Mist gewachsen wäre (ich hätte als einziger schlecht performed; ich wäre der einzige, der die Stimmung grade schlecht findet/nicht happy ist), dann würde ich das natürlich auch ganz anders sehen.
Wenn ich die Sachen, die in der FIrma grade passieren meiner Freundin erzähle, die bei Unilever arbeitet, ist sie auch immer geschockt. Im Mittelstand sollte Kommunikation etc ja eigentlich besser laufen, alles auf kürzerem Wege usw, während Unilever ja nun der Paradekonzern ist, da läuft es aber alles menschlicher und direkter (ist natürlich samplesize n = 1)..


Antwort
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Tornano
Beigetreten: 11.12.2007
Elite Grinder

Link Text...
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Ich würde Dir raten, diese beiden als Hörbücher oder Bücher (je nachdem, was Dir mehr zusagt) zu besorgen. Wenn Du die durch hast, kannst Du das Ganze vermutlich besser einordnen.

Wenn Du ein besserer Verkäufer werden möchtest, dann gibt es da auch ne Menge, was Du machen kannst. Zielvereinbarungen in der Art und Weise, wie Du sie beschreibst sind Quatsch, aber ich glaube trotzdem, dass 12% mehr Umsatz - vermutlich auch in einem nicht so guten Jahr - in Asien machbar sein sollten.


Antwort
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alwayswinning1111
Beigetreten: 22.07.2008
Oldschool Grinder

auf poker übertragen: op hat seit 2015 in seinem casinogame auf 2/4 keinen grossen bluff mehr gerunnt am river vs regs und wundert sich dass er 100% folds kassiert oder sich in 1/20 der fälle auch mal valuetowned. die regs sagen ihm aber alle wie gut er spielt ^^


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meistermieses
Beigetreten: 31.12.2006
Elite Grinder

So oder so, würde insta kündigen. Du hast bei der Fima wenig Perspektiven und dir geht es auch mental nicht gut. Da hilft nur ein Tapetenwechsel. Stimme den anderen auch zu. Lol auf Urlaub verzichten. Zonk, srsly, du musst mal bisschen egoistischer an die Sache rangehen und an deine Gesundheit denken.


Antwort
Zitat
CMB
CMB
Beigetreten: 17.02.2007
Oldschool Grinder

@Zonk,

Ich lese diesen thread mit Interesse und ich bin mir absolut bewusst dass ich früher meine Ansprüche nie wirklch durchgesetzt habe. Aber Deine Einstellung irritiert mich sehr. Ich würde Dich nicht einstellen. Und wenn ich als Arbeitgeber diese Gedanken lesen würde würde ich Dich feuern. Ich bezweifle auch das Du bei einem grossem Unternehmen einen Job bekommst oder behältst. Ich begründe das gerne in den nächsten Tagen.

Gruss,
CMB


Antwort
Zitat
lostsoul
Beigetreten: 11.04.2007
PokerStrategist

Original von CMB
@Zonk,

Ich lese diesen thread mit Interesse und ich bin mir absolut bewusst dass ich früher meine Ansprüche nie wirklch durchgesetzt habe. Aber Deine Einstellung irritiert mich sehr. Ich würde Dich nicht einstellen. Und wenn ich als Arbeitgeber diese Gedanken lesen würde würde ich Dich feuern. Ich bezweifle auch das Du bei einem grossem Unternehmen einen Job bekommst oder behältst. Ich begründe das gerne in den nächsten Tagen.

Gruss,
CMB

Ich würde nen billigen Leibeignenen, der auch noch was drauf hat, definitiv einstellen.


Antwort
Zitat
DarkZonk Themenstarter
DarkZonk
Beigetreten: 21.12.2008
Oldschool Grinder

Original von lostsoul

Original von CMB
@Zonk,

Ich lese diesen thread mit Interesse und ich bin mir absolut bewusst dass ich früher meine Ansprüche nie wirklch durchgesetzt habe. Aber Deine Einstellung irritiert mich sehr. Ich würde Dich nicht einstellen. Und wenn ich als Arbeitgeber diese Gedanken lesen würde würde ich Dich feuern. Ich bezweifle auch das Du bei einem grossem Unternehmen einen Job bekommst oder behältst. Ich begründe das gerne in den nächsten Tagen.

Gruss,
CMB

Ich würde nen billigen Leibeignenen, der auch noch was drauf hat, definitiv einstellen.

Yeah, ich hab nen neuen Job :|

@CMB hau gerne raus, lerne immer gerne was dazu. Ich merke auch selbst, dass ich mich da in eine ungünstige Sackgasse verfrachtet habe, denke aber, dass ein Tapetenwechsel + das Feedback hier definitiv helfen


Antwort
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Diddy81
Beigetreten: 14.09.2005
Oldschool Grinder

Original von DarkZonk
Grüße aus Indien!

Die Antworten machen mich hier in der Tat etwas nachdenklich, ich habe bisher deutlich anders gesehen... hmm

Wenn dein Chef sagt, dass X nicht dein Aufgabenbereich ist, dann musst du das eben liegen lassen, auch wenn du es anders siehst. Sonst wird deine Argumentation "Überlastung" ja direkt wieder hinfällig. Du machst Arbeit, die du nicht machen sollst und beschwerst dich gleichzeitig über zuviel Arbeit. Ich würde an deiner Stelle ganz anders agieren. Wenn du das nicht kannst, dann scheiterst du auch bei deinen nächsten Arbeitsstellen. Es geht als Angestellter nicht immer so wie du möchtest. Höre auf deinen Chef und wenn es so ist wie du es dir vorstellst, dann werden sich andere beschweren bei deinem Chef und du kannst auf deinen Chef/Arbeitsanweisung verweisen.

Ich verstehe den Punkt absolut. Die Sache aus meiner Sicht ist nur, dass X immer Teil des Jobs war - ich habe mir das nicht selbst auferlegt. X, in diesem FAll vor allem die naturwissenschaftlich/technische Beratung der Distributoren, wenn sie von Kunden Fragen bekommen etc, war immer Teil dieses Jobs, war Teil der Stellenausschreibung und ist in der FIrma organisch so verwachsen. Mein Chef will am besten, dass ich die Aufgabe abgebe, ohne, dass die Strukturen für das Abgeben vorhanden sind. Ich sträube mich nicht mal per se dagegen, das teilweise abzugeben, ich möchte nur, dass vorher eine entsprechende Struktur geschaffen ist, dass diese Sachen auch beantwortet werden... Denn sonst bin ich überzeugt, dass sich das deutlich auf die Zahlen auswirkt - und das dann eben als erstes auf meinen Umsatz abfällt und ich wieder der Schuldige für den fehenden Umsatz bin. Ic möchte doch eigentlich nur, dass die Straße gebaut ist, bevor sie befahren wird.
Selbstverständlich mache ich meinen Job noch nicht optimal, das wäre nach 1.5 Jahren ja auch unmöglich. Natürlich könnte ich an der einen oder anderen Stelle nch effizienter sein und halte mich vllt mit Dingen zu lange auf/müsste die eher noch abgeben. Das ist ja auch ein Lernprozess, den ich gehen möchte und muss.
Aber diese wissenschaftich/technische Beratung war einer der Gründe, warum sie für die Stelle einen Chemiker eingestellt hjaben und eben keinen BWLer (war noch vom alten Chef so initiiert). Es ist doch auch irgendwo verständlich, dass ich nicht super happy darüber bin, wenn grad versucht wird, die Stelle, auf die ich mich beworben habe und die ich angenommen habe, komplett zu ändern?
Und ich war ja auch nie dagegen, gewisse Sachen anzupassen, zu verändern. Es geht immer besser. Was mich so geärgert hat, war die Tatsache, dass es in dem Gespräch eben nur noch so klang, als ob ich den Job ja ganz falsch machen würde und der Job eigentlich ganz anders ginge... eben mit nur noch Druck machen und Kontrolle, Kontrolle, Kontrolle. Ich habe den Aspekt der Förderung der Distributoren eben stärker gewichtet, weil ich weiß, dass die Distributoren sonst kaum bis gar nichts mehr von Neuerungen etc erfahren würden, wenn ich mich darum nicht kümmern würde. Und egal, wie ich es drehe und wende, komme ich da nicht auf ein anderes Ergenis. Wie soll man erklärungsbedürftige Geräte verkaufen, wenn man vom Hersteller nicht die enstprechenden Informationen etc bekommt.
Ich bin überzeugt, dass dieser Aspekt eben komplett abfallen würde, wenn ich das nicht machen würde und dass ich dann derjenige bin, der das abkriegt, weil die Zahlen ja nicht stimmen. Muss ich wirklich mein Haus erst anzünden, um zu beweisen, dass die Farbe nicht feuerfest war? Gibt es da keinen besseren Weg?

Und abgesehen davon bin ich ja wie gesagt nicht gewissen Anpassungen/Verbesserungsvorschlägen gegenüber offen, aber wenn mir das Gefühl gegeben wird, dass ich den Job ja ganz falsch machen würde, obwohl ich im letzten Jahr einer der wenigen war, der ihr Ziel erreicht hat, in meinem ersten Jahr in der Firma, während viele andere ihr Ziel nicht erreicht haben, dann fällt es mir wirklich schwer das zu akzeptieren. Die hard facts sprechen bisher für mich und mienen Approach, ich habe die Ergebnisse reingeholt. Das finde ich so krass/unfair, weil eben die "Vorwürfe" auf nichts beruhen, was sich nachweisen lässt oder wofür es einen Anhaltspunkt gibt. Wenn meine Zahlen schlecht gewesen wären oder irgendwas, wäre es ja eine ganz andere Geschichte. Aber ich habe mein Ziel geschafft, viele andere nicht, und ich mache meinen Job so falsch? Sorry, aber da verstehe ich echt nicht, wie ich das einfach so hinnehmen soll....

Aus meiner Sicht, sollte man hier differenzieren.

Die gequotete Antwort beschreibt aus meiner Sicht eher eine Arbeit eines Sachbearbeiters. Er hat in der Regel als Ziel unterschiedliche Aufgabenpakete in einer gewissen Zeit zu erfüllen. Kommen hier weitere Aufgabenpakete dazu, dann kürzt der Chef bei den bestehenden Aufgabenpaketen bzw. verteilt um. Wenn dann etwas schief läuft aufgrund der Kürzung bzw. Umverteilung, hat der Chef das zu verantworten, weil das Ziel des Sachbearbeiters die Erfüllung der Aufgabenpakete ist.

In deinem Fall ist das Ziel einen gewissen Umsatz zu erreichen. Wie dieser erreicht wird, ist aus meiner Sales-Erfahrung heraus dem Chef in der Regel egal, wichtig ist nur, dass er erreicht wird und dafür steht der Salesmitarbeiter gerade und wird auch dafür bezahlt. Daher kann ich sehr gut nachvollziehen, dass du dir hier ungern reinreden lässt, weil dein Gehalt auf Basis des erreichten Umsatzes gezahlt wird und nicht auf Basis von 40h da sein. Aus meiner Sicht ist das Reporting eine zusätzliche Aufgabe, die du zu erfüllen hast. Das Reporting wird dich Zeit kosten, dies bedeutet, dass du weniger Zeit in den Sales stecken kannst und dadurch wahrscheinlich weniger Umsatz generieren wirst. Der Knackpunkt ist daher aus meiner Sicht nicht das System/ deine Aufgaben, da du ja ein Umsatzziel hast und daran bemessen werden solltest. Daher würde ich darüber nicht sprechen. Der Knackpunkt ist, dass du jetzt zusätzlich Reportingaufgaben hast, die anscheinend eine Menge Zeit kosten und dich davon abhalten diese Zeit in den Sale zu stecken. Darüber sollte man aus meiner Sicht sprechen und dafür eine Lösung finden.

Original von DarkZonk

Zu den Boni. Geht es nicht auch darum Boni zu bekommen, wenn es der Firma gut geht? Wenn das Asia-Geschäft einbricht, dann fehlt Geld und für die Mitarbeiter ist dann kein Geld mehr da. Deutsche Autokonzerne haben auch viel weniger Boni dieses Jahr bezahlt und die Arbeiter haben auch gleiche Arbeit geleistet. Natürlich leidet darunter die Motivation, aber so ist das nunmal. Man will einfach einen Anteil variabel halten. Alternativ wären es wohl Entlassungen.

Für mich ist Boni hier nicht das gleiche wie der variable Anteil vom Gehalt. Wie gesagt liegt mein Fixgehalt jetzt bei 54k. Der variable Anteil ist der, der das Gehalt dann der Stelle angemessen machen soll. Ein Jahresbonus ist für mich etwas, was die Firma am Ende der gesamten Belegschaft zahlt, wenn das Jahr gut lief. Das erwartet keiner. Aber so habe ich doch eine effektive Gehaltskürzung bekommen, werde hier also quasi für meinen variablen Anteil als Teil meiner Stelle bestraft? Wenn der Betrag x letztes Jahr für Umsatz y da war, wann wäre er dieses Jahr für Umsatz y ja theoretisch auch wieder da, ohne, dass die Firma gleich pleite geht. Ich wollte das Geld ja nie geschenkt haben. Aber so wie du es hier jetzt beschreibst,wäre es ja so, dass alle Leute, die nicht im Vertrieb sind und keinen variablen Anteil haben (alle Leute in der R&D, Produktmanager usw. usw.) ihr normales, volles Gehalt bekommen, nur bei den Vertrieblern wird das Gehalt dadurch effektiv gekürzt. Der Bonus ist für mich etwas, was alle am Ende des Jahres gleichermaßen bekommen und natürlichfällt der klein aus oder findet gar nicht statt, wenn das Jahr schlecht lief.

Bonus ist aus meiner Sicht ein sehr weiter Begriff. Ich habe Verträge gesehen, wo der Bonus aufgeteilt wurde auf die eigene Leistung, die Teamleistung und den Erfolg der ganzen Firma bzw. es nur Bonus für einen Bereich gab z.B. nur eigene Leistung. Je nachdem wie der Bonus hier definiert ist, machen aus meiner Sicht unterschiedliche Argumentationen Sinn. Wenn der Bonus z.B. 100% auf eigene Leistung gezahlt wird, macht eine Argumentation auf Basis von "der Firma geht es schlecht" wenig Sinn. Bin ich bei BMW am Band und kriege einen Bonus auf das Jahresergebnis würde eine solche Argumentation Sinn ergeben.

Grundsätzliches aus meiner Sicht - ein Teil eines Sales-Jobs ist es auch, am Anfang des Jahres zu bewerten, mit welchem Aufwand und welcher Wahrscheinlichkeit erreiche ich meine Umsatzziel am Ende des Jahres. Ist die Erreichung der Umsatzziele utopisch aufgrund der Rahmenbedingungen, solltest du dir am Anfang des Jahres schon Gedanken machen wie du damit umgehst und welche Konsequenzen du ziehst.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Original von Diddy81
Grundsätzliches aus meiner Sicht - ein Teil eines Sales-Jobs ist es auch, am Anfang des Jahres zu bewerten, mit welchem Aufwand und welcher Wahrscheinlichkeit erreiche ich meine Umsatzziel am Ende des Jahres. Ist die Erreichung der Umsatzziele utopisch aufgrund der Rahmenbedingungen, solltest du dir am Anfang des Jahres schon Gedanken machen wie du damit umgehst und welche Konsequenzen du ziehst.

Guter Punkt. Wenn du mit 110% Einsatz am Anfang schon weißt, dass du keine Boni bekommen wirst, dann würde ich auch eher dazu neigen Arbeit nach Vorschrift zu machen. Heißt nicht schlechte Arbeit, sondern gute Arbeit in der entsprechenden Arbeitszeit und mich eventuell eher Weiterbilden. Du solltest als erstes auf dich schauen und erst danach auf die Firma. Die Firma wird es genauso machen!

Sonst nimm dir das hier aber nicht zu sehr zu herzen, sondern sehe die Dinge als Denkanstöße. Ich glaube die Wenigsten haben 1 Jahr nach der Ausbildung alles richtig gemacht geschweige sind in deiner jetzigen Position. Dein Selbstvertrauen sollte durch diesen Thread nicht weniger werden.

Ich würde das ganze auch noch unter Erfahrung sammeln einordnen. Man muss nicht alles perfekt machen, sollte aber aus den Fehlern lernen. Man geht 13 Jahre in die Schule, studiert 5-6 Jahre und im Grunde bringt einem keiner "Arbeitsleben" bei. Ich kenne 2 Freunde dich nach einer Ausbildung erst nach einem Jobwechsel glücklich wurden, einfach weil sie weiterhin eher als Praktikanten/Auszubildende angesehen wurden. Sollte mit deiner Ausbildung sicherlich nicht so extrem sein, aber ein Jobwechsel ist auch immer ein Neustart mit seinem Umfeld.


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Woerni
Beigetreten: 11.09.2006
PokerStrategist

Lass mal einen Accordarbeiter, der laut Refa 130% schaffen kann, zusätzlich noch einige Handgriffe mehr machen müssen die damals nicht mit gestoppt wurden, und somit nur noch maximal 120% schaffen kann. Der Arbeiter ist Ruck Zuck beim Betriebsrat und der Stopper kann gleich nachbessern.


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Zitat
Betrunkener
Beigetreten: 22.01.2006
Elite Grinder

Ich sehe die Sache größtenteils so wie OP. In der Situation würde ich mich auch nach einem neuen Job umschauen.

Wenn der Bonus nicht erreichbar ist, dann würde ich auch nur das nötigste machen und nicht viel Energie investieren. Eher 40h/Woche und nicht 60h/Woche. Dieses Gehalt ohne den variablen Teil ist für einen guten Laboranten angemessen aber nicht für einen Dr. der Chemie.

Wenn dein Chef sagt, dass du die Fragen nicht mehr beantworten sollst sondern es weiter leiten sollst und der (mögliche) Kunde dann zwei Wochen auf eine Antwort warten soll, dann würde ich es genauso machen. -> Weniger Arbeit. Das sollen die dann selber ausbaden. Wollen die dich vielleicht mit einem BWLer ersetzen oder den naturwissenschaftlichen Anteil geringer zu gestallten um dem nächsten nicht so viel zu bezahlen?

Irgendwas mit den Chefs und Abteilungsleitern auszudiskutieren und zu verhandeln hat wenig Chancen, wenn da von oben andere Anweisungen kommen. Das kenne ich auch und da beißt man nur auf Granit. Ich würde mich auch nicht für die Firma und das Team aufopfern. Davon hat man hier wahrscheinlich nichts und später wird es gerne vergessen und in keiner Weise anerkannt, wenn man dann etwas zurück haben will. Selber genauso erlebt.


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