Ich bin Ingenieur und seit dem Studium Mitglied im VDI. Auch wegen meiner eigenen Erfahrungen glaube ich nicht an den Fachkräftemangel in meiner Branche. Viel mehr glaube ich, dass es schlicht und ergreifend darum geht, Löhne zu drücken. Zu einem ähnlichem Schluss kommt auch diese ARD Reportage, die ich jedem, besonders natürlich jedem Ingenieur und Informatiker, ans Herz legen möchte:
Der Arbeitsmarktreport - das Märchen vom Fachkräftemangel
In der Reportage kommt auch Marco Dadomo, "Prozessmanager Strategie und Kommunikation" beim VDI mehrmals zu Wort. Auch er beschwört den Fachkräftemangel unter Ingenieuren und nennt zum Beispiel die Herabsetzung des Mindesteinkommens für Ingenieure auf 32.000€ einen Erfolg.
Ich frage mich, warum ich eigentlich Mitglied im VDI bin. Ohne dass ich es genauer geprüft hätte, ging ich bisher davon aus, dass der VDI die Interessen der Ingenieure vertritt. Tatsächlich scheint es aber so zu sein, dass er Erfüllungsgehilfe der Arbeitgeber ist, die pro Stelle nicht nur 5, sondern 50 oder 500 Bewerber haben wollen, um sich erstens Weiterbildung und Einarbeitung zu sparen und zweitens natürlich die Gehälter niedrig zu halten.
Das ist hier vielleicht nicht der richtige Ort, aber ich Frage mich, wie andere Ingenieure und Informatiker das sehen. Außerdem interessiert mich, ob es innerhalb des VDI eine Diskussion darüber gibt. Ich für meinen Teil muss meine Mitgliedschaft im VDI überdenken.