Ich studiere Informatik an der TU München inzwischen im 9. Semester und kann dir eventuell auch nochmal einen besseren einblick geben.
Ich konnte vor dem Informatikstudium auch kein bisschen programmieren, ich hab aber ein Naturtalent mich in logische Probleme einzuarbeiten und zu lösen, egal obs Sudokus sind oder andere Sachen, und das ist viel wichtiger und daran sollte man auch Spass haben.
Was lernt bei einem Hochschulstudium in Informatik? Kannst dir ja mal den Studienplan vom Informatik bachelor an der TU München anschauen:

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Ich lass die Mathematik-Spalte mal unkommentiert. Du siehst aber schon dass allein die schon mehr wie 1/4 ausmacht. Und andere Fächer haben dann auch nochmal oft einen großen Mathe-Teil (zB Theoretische Informatik)
Im ersten Semester lernst du Java (Einführung in die Informatik1 + Praktikum) und kriegst eine kurze Einführung und Übersicht wie ein heutiger Computer aufgebaut ist (CPU,RAM, Register, Recheneinheiten, Assembler, Mikroprogrammierung, etc)
Im zweiten Semester lernst du die Grundlagen der Softwaretechnik(wiki), also nicht wie man programmiert sondern wie ein komplexes Programm idealerweise aufgebaut ist -> Softwarearchitekturen, Design-Patterns, Möglichkeiten um den eventuell mehrjährigen Entwicklungsprozess einer Software zu steuern(SCRUM) etc.
Hinzu kommt noch eine Vorlesung zum Thema Algorithmen und Datenstrukturen -> Wie sortiert oder durchsucht man große Mengen an Daten? Wie kann die Effizienz von solchen Algorithmen berechnet werden? Wieder nix zum programmieren sondern viel Mathe und Beweise...
(Linksammlung: Graphentheorie,Dijkstra, Sortieren, Suchen,
Effizienz von Algorithmen)
Im dritten Semester kommen Grundlagen (!) zu Betriebssystem und Datenbanken -> Für was brauch man Betriebssysteme? Welche Aufgaben übernehmen sie? Welche Probleme gibt es? Für was braucht man Datenbanken? Wie können Daten geschickt gespeichert werden? Welche Probleme und Lösungen gibt es? Und auch hier wieder -> du wirst weder ein serverbetriebssystem einrichten oder entwickeln, noch wirst du ein datenbanksystem installieren/verwalten/benutzen. Es geht immer nur um die grundlegenden Funktionalitäten...
Im vierten Semester kommen Grundlagen zu Rechnernetzen (wie kommunizieren Computer miteinander? Was sind MAC-Adressen/IP-Adressen/Bridges/Switches/UDP/TCP/ISO-OSI Modelle/Verchlüsselungen/Signierungen etc pp.
Dazu kommt wohl einer der theoretischsten Vorlesung: theoretische Informatik (wiki). Da lernt man so tolle sachen wie eine Programmiersprache aufgebaut sein muss damit sie ein Computer versteht und sie funkioniert...
FAZIT (tl&dr):
Das Studium besteht :
- mindestens zur Hälfte (für Schul-verhältnisse) aus nicht trivialer Mathe
- zu einem drittel aus Grundlagen der Informatik:
hier lernst du die Grundlagen die eine hohe Halbwertszeit haben. obwohl sich in der Informatik sehr schnell sehr viel ändert (zB ändern sich die Technologien innerhalb von kürzester Zeit ), gibt es Wissen dass schon seit sehr vielen Bestand hat und auch auf weitere Sicht sehr wichtig bleiben wird...
- aus teilweise praktischen Anwendungen oder zB wissenschaftlicher Arbeit (wissenschaftliche Paper schreiben, Abschlussarbeit etc)
Programmieren ist, wie schon angesprochen, wenn überhaupt ein winziger Teil vom Studium. Viel mehr lernst du halt die absoluten Basics in der ersten Vorlesung und den Rest durch learning-by-doing wenn du zB im 5. Semester im Bachelor-Praktikum eine Software entwickelst mit deren Hilfe du mit einer Wii-Remote ein Spielzeug-RC-Auto steuerst (nur ein beispiel von vielen möglichen).
Wie du aber vermutlich jetzt schon ahnst, lernst du praktisch nur Grundlagen die nicht wirklich aktuell sind, Mathe, und praktisch kein Programmieren. Wenn du also in die Realität entlassen wirst hast du erstmal überhaupt keine Ahnung von nix. Dafür lernst du mit Hilfe deiner Grundlagen sehr schnell sehr effektiv neue Sachen...
Ich hoffe du kannst dir jetzt bisschen mehr unter einem Informatikstudium vorstellen. Ich bin nur durch Zufall dazu gekommen, und es war wohl einer meinen besten Entscheidungen Informatik zu studieren.
Zum Thema Homepage/App/Pokerbot programmieren:
Die ersten beiden bringt du dir am besten selber bei. Anfangen würd ich mit Java (openbook, C#(openbook bzw HTML,Javascript,JQuery,PHP (da findest du per google auch genug sachen). Würd dir aber dazu raten erst mit ner OOP anzufangen (also java oder c#, c++ find ich für anfänger die sichs selber beibringen eher ungeeignet)
Ein Pokerbot der nicht verliert benötigt aber neben exzellenter Programmierkenntnissen in verschiedenen Bereichen, auch eine vernünftige Mathematische Kenntniss des problems - schließlich willst du ja mit deinem Bot gewinnen und nicht verlieren
. Das wäre also eher ein Projekt für die etwas weitere Zukunft...
Programmieren im allgemeinen lernt man aber nicht mit Büchern oder Tutorials , sondern durch learning-by-doing (das ist eigentlich auch immer der erste Satz in Tutorials ;)). Also nur durch reines lesen lernt man eigentlich nix, erst durchs selber probieren kommt man weiter...
puh wollte mich eigentlich kürzer fassen ^^...