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Jahresabschluss - Wertuntergrenze/Wertobergrenze

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2bad4nick
Beigetreten: 22.02.2008
Oldschool Grinder

Hallo,
ich habe eine Frage zur Ansetzung von Herstellkosten.
Wenn ich eine Wertobergrenze und Wertuntergrenze bei den Herstellkosten habe und einmal einen möglichst hohen und einmal einen möglichst niedrigen Gewinn ausweisen möchte, muss ich laut meiner Lösung wie folgt ansetzen:

niedriger Gewinn --> Wertuntergrenze
hoher Gewinn --> Wertobergrenze

Kann mir jemand diesen Sachverhalt in einfachen Worten erläutern?


Antwort
Zitat
5 Antworten
Schnipsi
Beigetreten: 31.03.2006
PokerStrategist

bei der Produktion fallen Kosten an (Rohstoffe, Personal, etc.)
==> VERMINDERN den Gewinn

zum Abschlussstichtag bewertest du dein Lager. Wenn da zB Fertigmaterialien ( = selbst produzierte Güter) dabei sind, musst du diese in der Bilanz im Umlaufvermögen ausweisen, d.h. du musst eine Buchung à la
Vorrat Fertigerzeugnisse / Bestandsveränderungen
machen.

Vorratskonto ==> Bestandskonto, nicht ergebniswirksam
Konto "Bestandsveränderung" ==> Erfolgskonto ==> ergebniswirksam

Folge:
wenn du den Mindestansatz wählst (nur Einzelkosten aktivieren), buchst du zB
Vorrat FE / BV 100,- EUR
==> erhöht deinen Gewinn um 100,-

wenn du aber den Höchstansatz wählst (Einzelkosten + angemessene Teile der Gemeinkosten), buchst du
Vorrat FE / BV 150,- EUR
==> erhöht deinen Gewinn um 150,-

bei BEIDEN Varianten hast du unterjährig schon die einzelnen Aufwände auf den jeweiligen Erfolgskonten erfasst (Personalaufwand, Rohstoffverbrauch, etc.).

Hoffe, das war einigermaßen verständlich!


Antwort
Zitat
2bad4nick Themenstarter
2bad4nick
Beigetreten: 22.02.2008
Oldschool Grinder

Danke für deine schnelle Antwort.
Kannst du mir sagen, ob meine Überlegung so stimmt.

Vorrat an Bestandsveränderung 100

Bestandsveränderung hat nun 100 auf der Passivseite --> Saldo von 100 auf der Aktivseite

Diesen Saldo übertragen wir ins GuV-Konto. GuV-Konto hat nun 100 auf der Passivseite --> Saldo von 100 auf der Aktivseite

Diesen Saldo schließen wir ins Schlussbilanzkonto auf der Passivseite ab.
Also hat sich unsere Bilanzsumme um 100 erhöht. --> Je höher die Bilanzsumme, desto höher der Gewinn?

Also bei hohem Gewinn sollten wir Wertobergrenze wählen, bei niedrigem Gewinn die Wertuntergrenze.


Antwort
Zitat
Schnipsi
Beigetreten: 31.03.2006
PokerStrategist

"Also bei hohem Gewinn sollten wir Wertobergrenze wählen, bei niedrigem Gewinn die Wertuntergrenze."
==> korrekt. Je höher der Betrag, den du aktivierst (= "aufs Vorratkonto buchst"), desto höher dein Gewinn in diesem Geschäftsjahr

"Je höher die Bilanzsumme, desto höher der Gewinn?"
==> diese Aussage ist für sich betrachtet nicht korrekt - die Bilanzsumme eines Unternehmens hat nichts mit dem Gewinn zu tun
Beispiel: du hast einen Bankkredit, aber auch ein Guthaben am Bankkonto in gleicher Höhe. Nehmen wir der Einfachheit halber an, das ist dein einziges Vermögen und auch dein einziges Kapital

Aktiva | Passiva
----------------------------------------------------
Bank 100,- | Kredit 100,-

==> Bilanzsumme = 100,-

jetzt nimm an, dass du 50,- von deinem Guthaben nimmst und damit die Hälfte des Kredit tilgst:

Aktiva | Passiva
----------------------------------------------------
Bank 50,- | Kredit 50,-

==> Bilanzsumme = 50,-

==> bei beiden Beispielen ist der ausgewiesene Gewinn gleich hoch (in diesem Beispiel gleich Null)

Deine Überlegung (Buchung: Vorrat/BV ==> Übertrag in GuV ==> Übertrag in Bilanz) ist aber prinzipiell korrekt; nur passt halt die Aussage "je höher die Bilanzsumme, desto höher der Gewinn" zwar in deinem konstruierten Beispiel, aber eben nicht allgemein.


Antwort
Zitat
2bad4nick Themenstarter
2bad4nick
Beigetreten: 22.02.2008
Oldschool Grinder

Habs jetzt verstanden. Vielen Dank für deine Mühe.


Antwort
Zitat
Liproqq
Beigetreten: 27.08.2008
Oldschool Grinder

und nicht vergessen § 255 II HGB zu erwähnen ;)

als probe dann min-HK+Verw. GK=Max-HK


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Zitat
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