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Leistungsbereitschaft im Job

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shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008
Oldschool Grinder

Moin,

ich benötige mal euren Rat.
Seit 1,5 Jahren arbeite ich nun in einem Betrieb (Produktion), mein erster Zeitvertrag belief sich auf 6 Monate, die nächsten 3 waren ebenfalls nur Zeitverträge, welche jeweils eine Dauer von ~5 Monaten hatten.
Letzte Woche unterschrieb ich also den letzten Vertrag, nach diesem bin ich etwa bei 2 Jahren angelangt, was bedeutet, entweder erhalte ich eine Festeinstellung, oder ich werde entsorgt.
Nun, in diesen 1,5 Jahren habe ich wirklich Leistung gezeigt, damit meine ich nicht, ich hab nur gut gearbeitet, sondern viel mehr als das.
Ich habe gut und gerne eine 2. Arbeitskraft ersetzt, habe Aufgaben übernommen, welche eigendlich nicht in meinen Aufgabenbereich fallen, um damit die Produktion am laufen zu halten.
Bin nie zu spät gekommen, habe keinerlei Fehltage (bin sogar Krank arbeiten gegangen), habe gelegentlich 3 Arbeitsplätze besetzt, wenn zuwenig Personal anwesend war, bin sogut wie immer Samstags freiwillig zur Arbeit gekommen, falls gearbeitet wurde...
Ich war aufmerksam, habe mir ohne zu viel zu fragen ein Wissen angeeignet, mit welchem ich gewisse Abläufe selbstständig erfüllen kann, was manche Mitarbeiter selbst nach 10 Jahren nicht hinbekommen.
Diese 1,5 Jahre habe ich Tag für Tag Vollgas gegeben, egal wie meine Verfassung war.
Die Kollegen machten schon Späße, ob ich nach "Stückzahl" bezahlt werde, andere meinten ich wäre "Stückzahlgeil".
In der Abteilung weiss jeder um meine Leistung, jeder kleine Mitarbeiter, sämtliche Maschinenführer und auch die Meister.
Ich habe nie ein Dankeschön dafür erwartet, habe die Schnauze gehalten, war immer Nett und habe es einfach "ertragen".
Ja, Eigenlob stinkt, ich übertreibe hier aber auch nicht, es ist Tatsache. Ich möchte nur, das man meine Situation besser verstehen kann.

Was war die Belohnung für das ganze? Ich werde permanent an den gleichen drecks Arbeitsplatz verfrachtet, bei welchem man den ganzen Tag steht und fast im sekunden Intervall Produziert, da dort die Stückzahl Umsatzentscheident ist.
Ich muss zuschauen, wie andere, welche gelegentlich mal Krank machten, ab und an mal zu spät kommen und maximal nur Durchschnittsleistung erbrachten, die gemütlichen Sitzplätze einnehmen dürfen. Diese erhalten das gleiche Geld wie ich und wurden auch immer wieder verlängert.
Meine einzigste Hoffnung war, das der Lohn für die ganze Pein ein Festvertrag sei.
Jetzt ist auch diese Hoffnung mehr oder weniger gestorben, einige Kollegen, welche die 2 jahre voll haben, müssen nun gehen. Darunter waren auch sehr engagierte Kräfte.
Arbeitspläte werden abgebaut, durch Maschinen ersetzt...
Kein Meister ist ehrlich zu einem, es gibt keinerlei Auskunft darüber, wie es um eine Festeinstellung steht. Erst 2-3 Wochen vor Ende, wird einem gesagt, was nun los ist.
Ich fühle mich total ausgenutzt und betrogen. Warum wird jemandem wie mir, welcher solch eine Leistung an den Tag legt, nicht mal ein gemütlicher Arbeitsplatz zugeteilt? Wenn ich nur mal alle 1-2 Monate für eine Woche, oder wenigstens ein paar Tage etwas entspannen könnte, wäre ich schon zufrieden, aber nix da.

Ist es heutzutage üblich geworden, das leistungsbereite Arbeitskräfte nur ausgenutzt werden?
Die Festverträge die dort mal zustande kommen (was selten vorkommt), basieren auch nur auf Zufall.
So wird nicht geschaut, wer gut gearbeitet hat, sondern danach entschieden, welcher Vertrag als nächstes ausläuft.
Kann die Führungsebene/Managment nicht klar denken? Es werden Leute entsorgt, welche viel Produziert haben und somit guten Umsatz erbracht haben. Dagegen werden gelegentlich sogar faule Arbeiter mit einem Festvertrag belohnt, weil es der Zufall gerade so will.
Ist es nicht Ziel eines Unternehmens, möglichst viel Umsatz zu erwirtschaften? Bin ich zu doof und verstehe nichts von der Ökonomie?
Auch wenn die Auftragslage über kurze Strecken mal nicht gerade gut aussieht, sichere ich mir doch gute Arbeitskräfte, da diese langfristig mehr Umsatz erwirtschaften, statt eine schlechte Arbeitskraft zu nehmen, weil es gerade passt. Aber vermutlich bin ich einfach zu dumm um das zu verstehen (bin ja nur Hauptschüler).

Die eigendliche Frage dazu ist nun, soll ich resignieren, für die letzten 6 Monate? Einfach auch mal krank machen, auch nur noch Durchschnittsleistung erbringen, contra geben und mir damit jegliche Chance auf eine Festeinstellung verwirken (falls diese überhaut jemals vorhanden war)?
Eigendlich bin ich mir sicher, das keinerlei Chance existiert, andererseits bleibt dennoch ein kleiner Restzweifel, was wäre wenn...
Oder doch noch die letzten 6 Monate durchhalten, mich durchquälen, den Hass schlucken?
Dann würde ich allerdings völlig durchdrehen, wenn ich letztendlich doch weggeworfen werde.
Ich würde es einfach noch als eine Art Befriedigung empfinden, wenn ich der Firma mit "Schlechtleistung" noch eins reindrücken würde und könnte damit besser mit dem Ende klar kommen. Andererseits werde ich mich dann möglicherweise ewig Fragen - hätte es doch die Chance gegeben, wenn ich nur weiter volle Leistung erbracht hätte.
Ihr merkt schon, ich weiss echt nicht wie ich handeln soll.

Es ist nun schon so weit gekommen, das ich selbst zu Hause nicht mehr abschalten kann, ich denke permanent über die Arbeit nach, ich bin bereits jetzt genervt, wenn ich an die nächste Woche denke.
Es ist einfach nur noch eine Qual, nicht nur das die Arbeit ultra monoton ist, sie ist auch stressig und anstregend, dazu habe ich durch das fast dauerhafte stehen an einem Platz ständig Kreuzschmerzen.
Dennoch habe ich Angst meinen Arbeitsplatz zu verlieren, wieder bei 0 anzufangen, wieder beim Amt angekrochen zu kommen...
Tut mir Leid das ich hier etwas Frust ablasse, ich bin kein Mensch der über Gefühle oder sein Empfinden spricht, weshalb das hier die einzigste Möglichkeit für mich ist.

Ich habe wirklich das Gefühl, man darf keine Leistung mehr zeigen, damit hatte ich immer nur Pech.
Angefangen bei meiner ersten Ausbildung als Bäcker, in welcher ich 1-2 mal anbot, etwas länger zu bleiben, da der Chef viel Arbeit hatte.
Es endete damit, das die Mehrarbeit selbstverständlich für Ihn wurde, ich wurde nicht mehr gefragt, sondern aufgefordet.
Immer 6 Tage Wochen, jede Woche gut 5 Stunden mehr gearbeitet, natürlich unentgeltlich und ohne die Zeit als Freizeit zu erhalten.
Pausen? Hätte ich machen können, allerdings hätte ich im Anschluß die Arbeit nachholen müssen, so sagte es mir der Chef, weshalb ich NIEMALS eine Pause machte.
Gelegentlich waren auch mal 12Stunden Tage dabei, ebenfalls ohne Pause.
Ja ich war dumm und jung, es war mein erster Arbeitsplatz, ein kleiner Familienbetrieb, ich hielt den Mund.
Die "Parole" - "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" trug den Rest dazu bei.

Später folgte eine Ausbildung im Lager, unter 5 Lehrlingen war ich der einzigste, welcher ständig kommissionieren musste.
Als ich den Schichtleiter fragte, weshalb ich der einzigste bin, der das ständig machen muss, bekam ich die Antwort: "So ist das eben, die guten Arbeiter müssen leiden".
Klar, schnelles zusammenstellen der Ware = mehr Umsatz.
Wieder habe ich mir durch Leistungsbereitschaft in´s eigene Knie geschossen.

Nach der Ausbildung ging es dann über die Zeitarbeitsfrima zu Bosch. Es waren mit mir 5 Zeitarbeiter, welche neu in den Betrieb kamen.
Auch hier machte ich mir Hoffnung, das eine Übernahme erfolgen könnte, wenn ich mich nur bemühe.
Wieder zeigte ich überdurchschnittliche Leistungsbereitschaft und erhielt Lob von den Schichtleitern.
Und auch hier endete es damit, das ich von allen neuen Zeitarbeiter der einzigste war, welcher ständig die "dumme" Arbeit machen musste, bei welcher die Positionen relevant waren, mehr Positionen = mehr Umsatz.

Und letztendlich erfahre ich nun das gleiche im aktuellen Betrieb.
Es tut mir wirklich leid, falls ich hier zu viel weine.
Vielleicht möchte mir jemand einen Ratschlag geben, oder sich dazu äußern, möglicherweise übertreibe ich auch einfach und das ist eben einfach die Norm.
Ich würde mich jedenfalls über Antworten freuen.


Antwort
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81 Antworten
Toshman007
Beigetreten: 25.04.2008
PokerStrategist

Nur mal als allgemeiner Tipp: Wenn man etwas sehr gut macht, dann ist es unwahrscheinlich das man von dieser Stelle auf eine andere Stelle befördert wird.
Viel wichtiger ist es heutzutage sich mit den richtigen Leuten eine Basis aufzubauen. Nichts aber auch rein gar nichts wird heutzutage nur nach Leistung beurteilt. Persönliche Beziehungen spielen eine viel größere Rolle. Beides gepaart ist natürlich der Optimalfall.

In Deinem speziellen Fall mit der Zeitarbeit ist es meines Wissens nach so, das man Dich mit der dritten Verlängerung in eine Festanstellung übernehmen müsste. Das wiederum ist aus ökonomischer Sicht für Unternehmen nicht wirtschaftlich. Du erlangst mit Festanstellung einfach zu viele Privilegien (Kündigungsfristen, Bonuszahlungen, Abfindungen etc.). Ein weiterer wesentlicher Aspekt ist das Du als ZA wahrscheinlich von irgendwo subventioniert wirst. Heißt, Dein "Arbeitgeber" zahlt nur x% für Dich von dem was er für Dich als Festangestellter zahlen würde. Leider ist es Gang und Gebe das ZA unabhängig von ihrer Leistung spätestens vor diesem Zeitpunkt wieder an den Dienstleister zurückgegeben werden.

Mach Dir also keine Gedanken um Deine Leistung, sie ist schlichtweg im Sinne des Unternehmens egal. Ich kenne allerdings auch Unternehmen in denen es eine Prozentzahl X gibt für sogenannte "Übernahmen in FA" gibt. Für solche Fälle gibt es dann Betriebsräte ;)


Antwort
Zitat
shcleichernderwolf Themenstarter
shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008
Oldschool Grinder

Du versteht da etwas falsch, ich bin dort direkt angestellt, nicht über eine Zeitarbeitsfrima.
Ich war nur eine gewisse Zeit bei einer ZAF beschäftigt und das war in einem anderen Betrieb.

Soll das bedeutet, man soll lieber den Schleimer spielen, statt durch gute Leistung auf sich aufmerksam zu machen?


Antwort
Zitat
Toshman007
Beigetreten: 25.04.2008
PokerStrategist

Nicht den Schleimer. In größeren Unternehmen geht die Arbeitsleistung des Einzelnen oftmals im Sinne der Gesamtleistung unter.
Da ist es von Vorteil das man in ausgewählten Situationen sein Tun auch mal entsprechend präsentiert :f_drink:


Antwort
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Att0r
Beigetreten: 27.02.2007
Elite Grinder

deswegen bin ich mein eigener chef :f_drink:


Antwort
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lol attor deswegen dauer broke usw...

@ OP
Wenn du ein deinem Platz zu gut arbeitest wirst nie befördert/versetzt.
du musst slightly über durchschnitt sein.
- Nein es ist kein Zufall wer den FA-Vertrag bekommt, aber durchschnittliche Arbeiter machen auch deinem Abteilungsleiter/Vorgesetzten weniger Konkurrenz in Zukunft
- Sei also etwas besser als die anderen und stell dich gut mit deinen Vorgesetzten, dann haben die keine angst das du mal statt denen arbeitest und hast gute Chancen auf einen Vertrag weil sie dich mögen

thats all


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HoRRoR
Beigetreten: 11.02.2005
BlackMember

hört sich dumm an, weil too obv, aber mal das gespräch mit dem vorgesetzten suchen, ihm das erklären und die 2 optionen anbieten:
- festvertrag
- gehen

wenn du jetzt keinen festvertrag bekommst, wirst du in 6 monaten auch keinen bekommen, dass du leistungsbereit bist hast du ja schließlich gezeigt

in meinen augen die einzige line die dich weiterbringt
und als hinweis nebendran: deine story hört sich auch nach jemanden an der sich ausnutzen und auch rumschubsen lässt, einfach mal ab & zu was dagegen sagen/machen!


Antwort
Zitat
shcleichernderwolf Themenstarter
shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008
Oldschool Grinder

Danke für die Antworten.

In erster Linie ging es mir ja nie um eine Beförderung, viel wichtiger wäre es mir, erstmal einen "sicheren" Job zu haben, ohne den Gedanken - "wie geht es in 6 Monaten weiter".
Ich glaube auch nicht, das die Meister Angst vor Konkurenz haben.
Ehrlich gesagt verstehe ich mich sogar gut mit eigendlich allen Maschinenführern und auch mit dem Meister.
Viele haben eher ein distanziertes Verhalten gegenüber ihren Vorgesetzten, ich kann aber eigendlich ganz locker mit den Maschinenführern reden, ebenso ist auch mal ein kleines pläuschen mit dem Meister drin.

Ich arbeite also gut, verstehe micht super mit den Kollegen und auch das Verhältnis zu den Vorgesetzen ist toll. Dennoch nutzt mir das ganze nichts, da mir laut Meister niemand in der Abteilung sagen könne, wie es letztendlich mit einem Festvertrag aussieht.
Der einzigste der es wüsste, wäre wohl einer der hochrangigen Manager, welcher nicht im Traum mit mir reden würde (welchen ich übrigens auch noch nie zu Gesicht bekommen habe).

Dennoch habe ich das Gefühl, es wird einem verschwiegen, wie die Chancen eigendlich wirklich stehen. Wenn man seit 20 Jahren+ in dem Laden arbeitet, Stellen abgebaut werden etc. sollte man wohl einschätzen können, wie es um eine Festeinstellung in der Zukunft steht.
Ich würde dann eigendlich schon erwarten, das man so viel Fairness zeigt, dem Mitarbeiter für seine Leistung dankt und frühzeitig bescheid gibt, das man aus x Gründen ihn nicht weiter beschäftigen kann.

Übrigens ist es dort normal, das man frühstens einen Festvertrag nach Ablauf der 2 Jahre erhält, weshalb es tatsächlich einfach mal ein Zufallssystem ist, welcher ihn gerade bekommt. Ausnahme wäre nur, wenn gerade gleichzeitig ein paar Verträge auslaufen, dann könnte hier immerhin etwas selektiert werden.
Die Option den Chef vor die Wahl zu stellen (Festeinstellung oder ich gehe), ist also eine kamikaze-Aktion. Da er es in erster Linie ja nicht entscheiden kann, niemand einen Festvertrag vor ablauf der 2 Jahre erhält und bereits 100 andere da draußen warten, meinen Platz zu besetzten.
So ist das leider auf den "billigen Plätzen".

Irgendwo im Hinterkopf hat man dennoch den Gedanken - "die Firma kann einen doch nun nicht einfach fallen lassen, nachdem man so viel für diese getan hat". Man glaubt irgendwie weiterhin an die Menschlichkeit, aber das ist wohl nur eine Illusion. Es muss sich wie ein Dolchstoß anfühlen, 2 Wochen vor Ende gesagt zu bekommen: "Du musst gehen".
Das schlimmste daran ist, das trotz des Wissens ihrer "Entlassung", sie dennoch bis zum letzten Tag arbeiten kommen, da sie immernoch die Hoffnung haben, das sich spontan noch etwas ändern könnte.:f_cry:


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Valain
Beigetreten: 30.03.2007
PokerStrategist

Eigtl. beantwortest du dir doch selber alles. Such dir einen anderen Job, wäre meine Empfehlung, wenn du nicht kurz vor Ende ohne alles dastehen möchtest.


Antwort
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attomintel
Beigetreten: 16.10.2010
PokerStrategist

SO jemanden wie dich hätte ich liebend gerne in unserem Unternehmen !!!!!!!


Antwort
Zitat
Rho0
Beigetreten: 20.10.2008
PokerStrategist

die beste strategie ist: schreib bewerbungen auf teufel komm raus, und wenn dir jemand anders dann einen vertrag (mit mehr geld, mehr laufzeit, bessere bedingungen, ...) anbietet, dann gehst du zu deinem chef zurück und sagst: "hey, ich find s ja ganz cool bei euch, aber warum die befristete scheiße? ich will einen unbefristeten vertrag, und der liegt mir in maximal 3 tagen vor, oder ich kündige".

wenn dein chef nein sagt, dann ist es egal, weil du eh den anderen vertrag hast,
wenn dein chef ja sagt win


Antwort
Zitat
cuPsn
Beigetreten: 28.04.2007
PokerStrategist

In meinen 18 Monaten bei dem großen Automobilhersteller aus Bayern mit den 3 Buchstaben wurde mir als Leiharbeiter oft gesagt das demnächst eingestellt wird.
Ich habe immer mehr getan als muss in der Hoffnung das es so ist, im Endeffekt wurden aber von 500 Leihern 5 Übernommen, alles Söhne von Meistern im Werk.

Leiharbeit is einfach Kacke :)


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Original von HoRRoR
hört sich dumm an, weil too obv, aber mal das gespräch mit dem vorgesetzten suchen, ihm das erklären und die 2 optionen anbieten:
- festvertrag
- gehen

wenn du jetzt keinen festvertrag bekommst, wirst du in 6 monaten auch keinen bekommen, dass du leistungsbereit bist hast du ja schließlich gezeigt

in meinen augen die einzige line die dich weiterbringt
und als hinweis nebendran: deine story hört sich auch nach jemanden an der sich ausnutzen und auch rumschubsen lässt, einfach mal ab & zu was dagegen sagen/machen!

#2!

Sind 2 Komponenten hier:

(a) Was ist die beste Line bei dem Unternehmen?
Hier, wie HoRRoR sagt: Frühzeitig Initiative übernehmen.
Freundlich bleiben, aber Committment einfordern.
Wenn du das Gefühl hast, dein Chef macht nix für dich, dann geh zu dessen Chef.
Klappt natürlich nicht immer, aber ggf. ist er informiert über deine Leistung und denkt mehr im Sinne des Unternehmens.
Sonst auch zur Personalabteilung gehen.

(b) Warum bist du in der Situation?
Klar, bestimmt auch "dumme Führungskräfte", "schlechtorganisiertes Unternehmen" und "Zeitarbeit vorteilhaft für Arbeitgeber".
Aber du solltest dich fragen, ob du ggf. zu "passiv" auftrittst und ausgenutzt wirst. Könnte dann im Privatleben ähnlich sein - wirst du Friendzoned? Nutzen dich "Freunde" für Umzugshilfe aus, ohne sich zu revanchieren?
Imo ist diese Selbsteflektion wichtig. Klar kann es sein, dass das alles nicht stimmt. Aber falls doch, so solltest du eher hieran arbeiten als einfach zu sagen "lol, arbeite ich demnächst halt nichtmehr auf voller Power."


Antwort
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Santalino2
Beigetreten: 08.06.2007
BlackMember

Du bist zu stark auf Festanstellung fixiert und machst davon dein Wohlbefinden/Glücklich sein abhängig. Du wirst für den Job bezahlt und hast eine gute Leistung abzuliefern und der Chef entscheidet wie er dich am effizientesten einsetzt, das ist der Deal. Du kannst nicht erwarten bei guter Leistung automatisch Festanstellung oder Karriere-Aufstieg zu erhalten, das wird dir auch kein Chef bei Einstellung versprechen und wenn du es nicht erhälst dich dann ausgenutzt fühlen. Gute Leistung ist eine Grundvoraussetzung um evtl. Chancen zu erhalten, aber es gibt keinen Anspruch darauf und es müssen auch noch andere Punkte passen die z. T. außerhalb deiner Einflußmöglickeiten liegen (wie sind Auftragseingänge, was plant Geschäftsführung, wie entwickelt sich der Markt usw.). Wenn sich dann sowas ergibt, würde ich das einfach als Bonus ansehen und mich darüber freuen, wenn sich nix ergibt dann haste ehrliche Arbeit abgeliefert, dafür guten Lohn kassiert und bekommst noch ein gutes Abschlusszeugnis. Und wenn man so denkt, dann sucht man sich halt auch keinen Job der einem überhaupt nicht gefällt, mit dem Ziel dass dann trotzdem 2 Jahre zu ertragen weil es vage Hoffnung auf Festanstellung gibt (für einen Job den man nicht mag...also das kann ja irgendwie nur schief gehen^^).

Ansonsten bei der Beurteilung von Arbeit und Leistung anderer würde ich mich zurückhalten, es ist nicht deine Aufgabe das zu bewerten, da gibts andere Stellen die dafür zuständig und die werden sich schon was dabei gedacht haben, auch wenns evtl. nicht so wirkt, aber dir fehlen einfach Informationen um das wirklich umfassend einschätzen zu können. Intern scheint deine Leistung jedenfalls ein Thema zu sein, wenn andere Kollegen so Sprüche wie "du wirst vermutlich nach Stückzahl bezahlt" reindrücken. Wahrscheinlich wirst du dann auch darauf reagieren und paar Sprüche rauslassen und wenns dann bißchen ungeschickt formuliert wird und es Vorgesetzter mitbekommt kanns auch schnell mal in Richtung hier stiftet einer Unruhe und ist nicht teamfähig interpretiert werden (weil du den Anschein erweckst es geht dir primär um deine Leistung und weniger um die Gesamt-Teamleistung...).

Zu Fehlzeiten/Samstagsarbeit: Fehlzeiten würde ich an deiner Stelle nicht bei Leistung reinnehmen und noch mit zusätzlich mit Gerechtigkeits-Fragen verknüpfen. Das Thema kann auch schnell falsch verstanden werden, außerdem ists auch schwierig zu sagen was da gerecht ist und was nicht. Wenn einer unverschuldet Krankheit oder Unfall und dadurch mehr Fehlzeiten hat, bringt er dann schlechtere Leistung wie du? Ists gerecht ihn dann dafür doppelt zu bestrafen, wenn er z. B. durch Krankheit/Unfall bereit Schmerzen erlitten hat, soll er dafür dann auch im Betrieb dafür benachteiligt und z. B. schneller gekündigt werden? Und freiwillige Samstagsarbeit kann man auch nicht unbedingt nur als tolle Zusatzleistung sehen wo du was bietest, sondern im Gegenteil, der Chef könnte es auch genau andersrum sehen, er weiß das du Geld benötigst und gerne arbeitest und als Dankeschön und Würdigung deiner Leistung bietet er dir öfters an samstags zu arbeiten (habe früher in Semesterferien auch mal wo gearbeitet da gabs immer totalen Überschuß an Freiwilligen die zusätzlich arbeiten wollten und jeder der dann arbeiten durfte hat sich darüber gefreut...).

Letzter Punkt: Du mußt für deine Anliegen auch das richtige Timing finden. Jetzt NACHDEM du gerade den neuen befristeten Vertrag unterschrieben hast, passt es überhaupt nicht da großartig Stress zu machen. Vor der Verlängerung war der Zeitpunkt Gespräche zu führen und dort hättest du noch mal deine Stärken betonen können, deine Verbundenheit zur Firma, sagen dass du dich hier total wohl fühlst und als Feedback-Gespräch getarnte Frage stellen um deine Einsatzbereitschaft zu verdeutlichen (in der Art, wo sehen sie Möglichkeiten wo ich mich noch verbessern kann, welche (privaten) Weiterbildungen könnten mich evtl. wertvoller machen...) und ganz am Ende hauste dann raus, dass du eine eher langfristig denkende Person bist und es dich brennend interessiert welche Chancen in 5 Monaten bestehen. Aber ok, jetzt wo du schon 1,5 Jahr hier investiert hast, würde ich die nächsten 2-3 Monate noch mal Vollgas geben, tollen Einsatz/Leistung zeigen und dann ca. 3 Monate vor Vertagsende das Gespräch suchen (von jeder seriöusen Firma würde ich erwarten, dass spätestens da eine klare Aussage kommt). Zusätzlich nicht warten bis du die Infos erhälst sondern dich ab sofort bei anderen Firmen auf interessante offene Stellen bewerben. Zusätzlich informieren über Weiterbildungsmöglichkeiten wie Abi/Studium nachholen, es ist nie zu spät für sowas...


Antwort
Zitat
shcleichernderwolf Themenstarter
shcleichernderwolf
Beigetreten: 09.08.2008
Oldschool Grinder

Eure Ratschläge sind wirklich nett gemeint, aber vermutlich könnt ihr euch nicht in die Situation versetzen.
Also erstmal lese ich hier öfter "Zeitarbeiter", damit verbinde ich eine Zeitarbeitsfrima, Personaldienstleister, oder wie auch immer die alle heißen.
Ich bin aber direkt angestellt, also ein "Zeitverträgler".

Das Unternehmen legt keinen Wert auf Fairness, es ist völlig ausgeschlossen eine Festeinstellung zu erhalten, vor Ablauf der 2 Jahre (mit wenigen Ausnahmen, Führungskräfte etc.).
Deshalb macht es keinen Sinn dem Meister die Pistole auf die Brust zu setzen, außerdem ist er nichtmal der Entscheidungsträger, welcher bestimmmen kann, ob nun weitere Leute eingestellt werden oder nicht.
Man bekommt nicht frühzeitig mitgeteilt, ob man verlängert wird, oder eine Festeinstellung erhält.
Erst 1-2 Wochen vor Ende bekommt man es gesagt und davor auch keinerlei Informationen, auch auf Nachfrage nicht.
Es gab schon Fälle, in denen am letzten Tag bescheid gegeben wurde, das eine Festeinstellung möglich wäre.
Auch ist es keine Seltenheit, das man die Verlängerung nur wenige Tage vor Ende erhält.
Es steht extra im Vertrag - "man solle sich 3 Monate vor Ende beim Arbeitsamt melden".

Einen neuen Job suchen, das klingt immer so leicht gesagt. Wäre die Bezahlung schlecht und die Kollegen doof, wäre das kein Problem.
Aber die Bezahlung ist nicht schlecht und die Kollegen super, weshalb es sehr schwer ist, einen gleichwertigen Job zu finden.
Des Weiteren hat man bereits 1,5 Jahre in das Unternehmen investiert, man hat irgendwie immernoch einen Funken Hoffnung, das es eine Chance auf eine Festeinstellung gibt. Was tut man also in solch einer Situation? Ihr erinnert euch an die Unternehmenspolitik: "Man kann erst eine Festeinstellung nach Ablauf der 2 Jahre erhalten" / man erhält erst wenige Tage oder Wochen die Information.
Also auf die vermeintliche Chance verzichten, sich bei einem anderen Unternehmen bewerben und das ganze Spiel beginnt wieder von neu?

Ich kenne das Wort "Friendzoned" nicht. Aber nein, ich lasse mich sicherlich nicht rumschubsen, mit 17 war das sicherlich so, aber wie gesagt, erster Job, man war jung...
Oder was verstehst du unter rumschubsen lassen? Soll ich dem Chef sagen, ich habe keinen "bock" auf den Arbeitsplatz und die Arbeit verweigern?
Ich lasse mich auch nicht als Fahrer, Umzugshelfer o.ä. ausnutzen, solche Hilfen basieren auf Gegenseitigkeit.
Natürlich gab es im Leben auch Menschen, die versucht haben einen auszunutzen, diese hat man aber recht schnell identifiziert und ausgesondert.

Eigendlich schulde ich dem "Chef" nur eine Leistung mittlerer Güte, was auch immer man darunter verstehen mag.
Aber eines ist sicher, das was ich da mache, ist mehr als das.
Ausgenutzt fühlen kann man sich dabei schon, wenn man dem Unternehmen 2 Jahre lang treu war und man nichtmal vorzeitig die Information erhält, das man nicht übernommen werden kann.
Es ist dem Unternehmen also völlig egal was mit einem passiert. Das Unternehmen treib Menschen absichtlich in die Arbeitslosigkeit, da es den Mitarbeitern "nicht wirklich" die Chance einräumt, sich vorzeitig zu bewerben, aufgrund ihrer Politik.
Sind es nicht die kleinen Mitarbeiter, welche das Fundament eines Unternehmens darstellen?
Sollte man nicht wenigstens einen Hauch von Anstand und Menschlichkeit diesen gegenüber zeigen?

Ein Arbeitszeugnis muss sowieso wohlwollend ausfallen, natürlich gibt es da Sätze wie: "stets bemüht", bei welchen jeder weiss, was diese zu bedeuten haben.
Aber mal im ernst, gibt es wirklich noch große Unternehmen, welche ein Arbeitszeugnis individuell anfertigen?
In der Regel gibt es da ein fertiges Muster, welches jeder erhält.
Ich vermute das werden auch die meisten Unternehmen wissen und einem Arbeitszeugnis keinen großen Wert mehr beimessen.

Es gibt eben solche und solche, manche arbeiten eben gerne als Friseur und nehmen die "schlechte" Bezahlung eben hin, anderen (wie ich) ist die Bezahlung eben wichtiger und die Arbeit dann relativ egal.
Ich denke letztendlich wäre es aber tatsächlich das beste, jetzt noch etwas durchzuhalten und weiterhin meine Leistung abzuliefern.
Aber vermutlich wird sich das Denken bereits nächste Woche schon wieder ändern, wenn der Unmut wieder hochkommt.
Es ist leider schwer in einem Zustand starker Emotionen, das rationale denken beizubehalten und den besten Weg zu wählen (falls es den überhaubt einen gibt).
Man kommt sich eben auch etwas dumm vor, für ein Unternehmen mehr Umsatz als nötig zu erwirtschaften, wo es doch völlig auf einen scheißt.


Antwort
Zitat
Valain
Beigetreten: 30.03.2007
PokerStrategist

Und wo liegt das Problem dennoch nach einer neuen Arbeitsstelle zu suchen? Du sollst ja nicht wieder einen Job annehmen mit einer Befristung, such doch einfach einen mit Festvertrag. Zeit hast du ja noch, ehe dein Vertrag abermals ausläuft...


Antwort
Zitat
nebukadneza
Beigetreten: 09.01.2008
PokerStrategist

Du schreibst immer wieder, du wärst dem Unternehmen treu, hast in die Firma investiert und leitest daraus ab, dass du deshalb etwas gut hast. Hättest du in einem kleineren Betrieb ziemlich sicher, in deiner Firma offensichtlich nicht. Ich würde mich von dem Gedanken verabschieden und versuchen das nüchterner zu sehen.

Du hast einen 2 Jahresvertrag, alles was darüber hinausgeht ist die kleine Hoffnung, dass du am Ende doch eine Festanstellung bekommst. Und diese Hoffnung machst du dir ganz alleine, die Firma und deine Beobachtungen sagen ganz klar: "In 2 Jahren bist du weg"

Du bist aber in der komfortablen Lage, dass du für 2 Jahre einen sicheren Job hast und dich ohne Druck auf Arbeitssuche machen kannst. Mit 2 Jahren Zeit zum Suchen würde es mich wundern wenn du keinen vergleichbaren Job mit Festanstellung finden würdest. Vielleicht findest du auch etwas mit Weiterbilungsmöglichkeiten oder Jobs an die du bis jetzt gar nicht gedacht hast.
Auf jeden Fall hast du dann Optionen, du kannst versuchen durch ein anderes Jobangebot eine Festanstellung bei deiner jetzigen Firma herauszuhandeln oder du wechselst direkt.

Der größte Fehler den du machen kannst ist, nichts tun und dich auf der Hoffnung ausruhen, dass irgendwie schon eine Festanstellung rumkommt. 2 Wochen vor Ende sagen sie dir dann wie ungerecht es ist, dass sie dich nicht übernehmen können und du musst den erstbesten Job nehmen den du kriegen kannst. Höchstwahrscheinlich wieder befristet.


Antwort
Zitat
MajorBob1909
Beigetreten: 06.01.2009
BlackMember

Original von shcleichernderwolf

Das Unternehmen legt keinen Wert auf Fairness, es ist völlig ausgeschlossen eine Festeinstellung zu erhalten, vor Ablauf der 2 Jahre (mit wenigen Ausnahmen, Führungskräfte etc.).
Deshalb macht es keinen Sinn dem Meister die Pistole auf die Brust zu setzen, außerdem ist er nichtmal der Entscheidungsträger, welcher bestimmmen kann, ob nun weitere Leute eingestellt werden oder nicht.
Man bekommt nicht frühzeitig mitgeteilt, ob man verlängert wird, oder eine Festeinstellung erhält.
Erst 1-2 Wochen vor Ende bekommt man es gesagt und davor auch keinerlei Informationen, auch auf Nachfrage nicht.
Es gab schon Fälle, in denen am letzten Tag bescheid gegeben wurde, das eine Festeinstellung möglich wäre.
Auch ist es keine Seltenheit, das man die Verlängerung nur wenige Tage vor Ende erhält.
Es steht extra im Vertrag - "man solle sich 3 Monate vor Ende beim Arbeitsamt melden".

Einen neuen Job suchen, das klingt immer so leicht gesagt. Wäre die Bezahlung schlecht und die Kollegen doof, wäre das kein Problem.
Aber die Bezahlung ist nicht schlecht und die Kollegen super, weshalb es sehr schwer ist, einen gleichwertigen Job zu finden.
Des Weiteren hat man bereits 1,5 Jahre in das Unternehmen investiert, man hat irgendwie immernoch einen Funken Hoffnung, das es eine Chance auf eine Festeinstellung gibt. Was tut man also in solch einer Situation? Ihr erinnert euch an die Unternehmenspolitik: "Man kann erst eine Festeinstellung nach Ablauf der 2 Jahre erhalten" / man erhält erst wenige Tage oder Wochen die Information.
Also auf die vermeintliche Chance verzichten, sich bei einem anderen Unternehmen bewerben und das ganze Spiel beginnt wieder von neu?

[...]

Eigendlich schulde ich dem "Chef" nur eine Leistung mittlerer Güte, was auch immer man darunter verstehen mag.
Aber eines ist sicher, das was ich da mache, ist mehr als das.
Ausgenutzt fühlen kann man sich dabei schon, wenn man dem Unternehmen 2 Jahre lang treu war und man nichtmal vorzeitig die Information erhält, das man nicht übernommen werden kann.
Es ist dem Unternehmen also völlig egal was mit einem passiert. Das Unternehmen treib Menschen absichtlich in die Arbeitslosigkeit, da es den Mitarbeitern "nicht wirklich" die Chance einräumt, sich vorzeitig zu bewerben, aufgrund ihrer Politik.
Sind es nicht die kleinen Mitarbeiter, welche das Fundament eines Unternehmens darstellen?
Sollte man nicht wenigstens einen Hauch von Anstand und Menschlichkeit diesen gegenüber zeigen?

[...]

Man kommt sich eben auch etwas dumm vor, für ein Unternehmen mehr Umsatz als nötig zu erwirtschaften, wo es doch völlig auf einen scheißt.

Ernstgemeinte Frage:
Wie kann man es bitte als erstrebenswert ansehen bei SO einem Unternehmen eine Festanstellung zu erlangen? Glaubst du mit einer Festanstellung wird alles besser?
Das Unternehmen scheint die Zeitverträgler doch von vorne bis hinten ausnutzen.
Wenn du einen Festanstellung erhalten solltest dann ist alles gut?
Dann treibst du das Spielchen von der anderen Seite mit? Verschliesst die Augen vor der Ungerechtigkeit die herscht?
Ich würde mich schleunigst nach einem anderen Arbeitgeber umsehen.

Alternativ würde ich mal Kontakt mit dem Bertiebsrat aufnehmen, ob diese Praktiken die das Unternehmen so treibt denn auch alle so rechtens sind.


Antwort
Zitat
Santalino2
Beigetreten: 08.06.2007
BlackMember

Die Standardline der Firma ist offensichtlich Arbeitsanteil x über befristete Zeitverträge abzudecken und gleichzeitig gibts für Arbeitsanteil y halt z feste Stellen. Nur weil einer jetzt gute Leistung bringt, wird die feste Stellenanzahl nicht verändert und das darfst du dann nicht persönlich nehmen, besonders auch nicht, wenn die Spielregeln der Firma schon immer so waren und du auch schon länger/vorher wusstest auf was du dich einlässst. Durch deine guten Leistungen wurden deine Zeitverträge verlängert (ansonsten wärst du früher aussortiert worden...). Das ist bereits eine gewisse Anerkennung deiner Leistung, von mehr kannst du, so wie sich die Firma verhält (und auch klar in Arbeitsvertrag empfiehlt dich 3 Monate vorher beim Arbeitsamt zu melden) erst mal nicht ausgehen.

Zum Zeugnis: In größeren Betrieben erhält dein Vorgesetzter ein Formblatt mit verschiedenen Punkten und bewertet deine Leistung über Schulnotensytem. Die Personalabteilung übersetzt die Noten dann mit verschiedenen Textbausteinen in Sprache und von daher hat ein Zeugnis schon eine gewisse Aussagekraft.

Bewerbung: Du solltest dich jetzt auch woanders bewerben um in 2-3 Monaten wenn du die Info verlangst wie es im aktuellen Job weitergeht eine Alternative zu haben. Wenn du Bewerbungsverfahren durchläufst dauert das auch gewisse Zeit, d. h. du verlierst nichts, sich wo bewerben heißt ja nicht gleich fest zusagen den Job dann auch anzunehmen, du hast nur in 2-3 Monaten wenns gut läuft paar weitere Job-Zusagen vor dir liegen und hast dann größere Auswahl (zusätzlich wirds von Arbeitgeber als Pluspunkt gesehen, wenn du dich rechtzeitig aus noch bestehendem Arbeitsverhältnis auf neue Stelle bewirbst und nicht aus Arbeitslosigkeit...).

Wenn du dann in 2-3 Monaten neue Gespräche mit aktuellem Arbeitgeber führst, dann halt taktisch geschickt vorgehen. Kann sein das dein Chef die Anweisung hat direkte Frage auf Festanstellung nicht beantworten zu dürfen (einfach weil Strategie ist, man möchte keine Unruhe bei anderen Arbeitern erzeugen die nicht verlängert werden, ihnen noch länger bißchen Resthoffnung lassen um sie so zu motivieren bis zum Ende vollen Einsatz zu zeigen...). Deine Fragen dann so formulieren das dir Chef (mit dem du dich gut verstehst und wo du auch vorher gewisse Vertrauenbasis aufgebaut hast...), ohne das er seine Anweisungen direkt verletzt, zumindest paar Signale senden kann mit denen du mit guter Wahrscheinlichkeit deine Chance ausloten kannst.


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Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008
Elite Grinder

Kann es auch nur betonen, dass Bewerbungen frühzeitig rausschicken, extrem wichtig ist. Wenn du eine Jobzusage bekommst, kannst du dann immer noch abwägen und mit deiner aktuellen Firma besprechen, wenn du willst. Aber Optionen zu haben, bringt dich einfach in eine stärkere Position.

Aja, eigentlich schreibt man mit "t" und das Wort "einzigste" gibt es nicht. ;)


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