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[Geschlossen] Poker oder "normaler Beruf" - was tun?

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VeganProgRock
Beigetreten: 01.07.2009
BlackMember

Cliff-Notes:

- Winning Player, der mit Pokern mehr Geld als in einem normalen Beruf verdienen würde (dies ist als gesichert zu betrachten)
- Studium war aufgrund des Prüfungssystems teilweise nicht sehr motivierend, Hero braucht regelmäßiges positives Feedback (wie z.B. in der Schule)
- Promotion im Anschluss wäre möglich
- Eltern raten dringend zur Promotion
- Hero bezweifelt, dass beides gleichzeitig funktionieren würde

---------------

Ich stehe kurz vor Abschluss meines Studiums und spiele nebenbei viel Poker, eigentlich zuviel - in dem Sinne, dass ich das Studium dadurch durchaus vernachlässigt habe in letzter Zeit. Beim Pokern würde ich sicher mehr verdienen als in einem normalen Beruf und langweilig wird mir dabei auch nicht; ich betrachte Poker als Wissenschaft und es entspricht eigentlich auch gut meinen Talenten (mathematisch-logisches Denken, konzentriert arbeiten, mit Zahlen rumhantieren). Gut, mein naturwissenschaftliches Studium entspricht ebenfalls meinen Talenten, macht mir aber derzeit weniger Spaß. Meine Eltern raten mir dringend dazu, Pokern höchstens nebenbei weiterzuführen; nach dem, was ich bisher rausgehört habe, vor allem aufgrund des geringeren Ansehens in der Gesellschaft, welches man als Pokerspieler hätte. Dessen bin ich mir auch bewusst, aber ich spiele auch nicht deshalb, um in Saus und Braus zu leben und wäre sehr wohl bereit, einen größeren Teil meiner Winning zu spenden oder in ein eigenes sinnvolles Projekt zu stecken; dies überzeugt aber meine Eltern keinesfalls. Sie möchten eben nicht denken und sagen können "Unser Sohn ist Pokerspieler", sondern "Unser Sohn ist Wissenschafter" - obwohl das eine das andere nicht ausschließt.

Nun stehe ich vor folgender Entscheidung:

A) Pokern, ein Buch darüber nebenher schreiben
B) Promotion
C) Pokern + Promotion

C klingt wie die Nuts, jedoch frage ich mich, ob eine Promotion nicht doch vergebene Mühe wäre, wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass ich beim Poker tatächlich zu den Allerbesten gehöre und dementsprechend mich direkt nach der Promotion ohnehin vollzeit dem Pokern widme.

Ich muss dazu sagen, dass ich ein Typ bin, der ein regelmäßiges positives Feedback braucht, um sehr effektiv zu arbeiten. Dies war schon in der Schulzeit so, ich war quasi süchtig nach guten Noten und hatte dementsprechend ein hervorragendes Abi. Im Studium war ich insgesamt weniger motiviert (klassischer Diplomstudiengang, alles was zählt, sind wenige mündliche Prüfungen sowie die Diplomarbeit), bis ich ein Auslandssemester in den USA gemacht hatte, wo das Studium relativ verschult ist; mit dem Ergebnis, dass ich wieder zu den Allerbesten zählte und es Einser hagelte. Nachdem ich wieder zurückkam, lief es hier nicht so gut in den mündlichen Prüfungen, trotz guter Vorbereitung, da ich mich nicht gut präsentieren kann / nervös werde / vorher nicht schlafen kann. Auch in der Diplomarbeit - Pokern kam hinzu - lief es nicht so berauschend. Summa summarum bezweifle ich also, dass ich sowohl die Promotion als auch Poker parallel erfolgreich bestreiten kann, so gut dies auch wäre. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich meine Eltern, denen ich viel verdanke, nicht enttäuschen.

Was ratet ihr mir?


20 Antworten
Alpinjolo
Beigetreten: 21.07.2008
PokerStrategist

Ich gebe dir n Tipp .. nicht unbedingt als Poker-Spieler, sondern einfach mal eine objektive Meinung .. !!

Wenn du dein Leben mit Poker souverän meistern kannst, warum machst du es nicht einfach .. ?! Dem Anschein nach, ist das genau dein Ding .. ! Was die Gesellschaft davon hält, ist doch relativ egal .. ! Und wenn deine Eltern sehen, das du damit ordentlich Geld machst, denke ich, werden die das auch verstehen..!!

Zudem denke an erster Linie an dich, damit du glücklich und zufrieden bist .. !
Nutze die Chance die du hast .. !!

Würde jetzt noch mehr schreiben, aber ich glaube du verstehst was ich meine ..:)


VeganProgRock Themenstarter
VeganProgRock
Beigetreten: 01.07.2009
BlackMember

Du darfst gerne noch mehr dazu schreiben, ich wäre gespannt.

Momentan sagt mir meine innere Stimme, dass (entgegen der normalen "vernünftigen" Ansicht, lieber erstmal etwas "gesichertes" mit gutem Ansehen zu machen), dass tatsächlich Poker mein Weg wäre, weil ich mich darin sehr gut entfalten kann - ja, ich könnte damit glücklich sein. Würde ich das Pokerspielen sein lassen, wäre immer im Hinterkopf, dass ich eine einmalige Chance verpassen würde. Aber vielleicht unterschätze ich auch das positive Grundgefühl eines Wissenschaftler-Daseins.

Ich höre gerne auch weitere Meinungen...


Devinco
Beigetreten: 28.12.2006
Elite Grinder

Musst dir halt die Frage stellen, ob Poker dass ist, was du in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten machen willst und ob du darauf deine Existenz aufbauen möchtest. Solltest du später eine Familie gründen wollen, musst du auch beachten, dass du dann nicht mehr alleine bist und dein finanzielles Einkommen auch für Frau und Kind von Bedeutung ist.
Ich denke ein Blick in die Zukunft ist bei dieser Frage sehr wichtig, da niemand vorhersagen kann, wie sich Online-Poker entwickeln wird. Sollte es in Deutschland nun entgültig verboten werden, müsste man so flexibel sein, in ein anderes Land zu ziehen. Würden Online-Casinos gar weltweit verboten werden, könnte man nurnoch life im Casino spielen.

Klar klingt das alles nach spekulativer Panikmache, aber ich denke, wenn man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein fertiges Studium in der Hinterhand hat, fährt man doch auf der sicheren Seite.


sebajoe
Beigetreten: 06.03.2006
Oldschool Grinder

die Fragestellung ist doch,bist du , sagen wir mal in 10 Jahren, noch in der Lage deinen Lebensunterhalt mit Pokern zu verdienen?
Meinermeinung die einzige Fragestellung die wichtig ist.
Was deine Eltern/ andere Leute glauben was mehr ansehen hat ist ja sowas von egal.

Von daher mal nachdenken was longterm einen größeren EV hat und dann selber Entscheiden!

Edit: zu langsam


Meine Ansicht:

Soll Studium, Schule und alles andere umsonst gewesen sein? Pokern kannste auch nebenher?! Macht eine und die selbe Tätigkeit wirklich ein Leben lang glücklich? (Ich behaupte pokern hieße für dich: Pokern für die nächsten 20-40 Jahre? Gut, die nächsten 2-5 Jahre wird es dir vll sicher Spaß machen (vorrausgesagt du wirst nicht zu sehr ausgesuckt on Bad Beats). Aber ist es wirklich das, was du in deinem Leben wolltest, NUR pokern? Wie wäre es mit einem Kompromiss? Pokern + Promovieren?
Denke du hast bei deiner möglichen Promotion keinen Zeitdruck und, wenn du diese herauszögerst, auch so gut Zeit zum pokern.
Stündest du jetzt zwischen einem Beruf, bei dem du jeden Tag dasselbe machtest (Bsp Wände streichen, oder an ner Kasse Einkaufsartikel oder ähnliches über einen Scanner ziehen), wäre die Wahl auf Poker klar nachvollziehbar. Aber bei einer Promotion? Überlege dir gut, was du machst und worauf du später im Leben zurückblicken willst.
Auf ein Leben am Computer an Pokertables oder auf eine Tätigkeit, bei der du auch (ist bei pokern zwar nicht unbedingt ausgeschlossen) intellektuell gefordert bist.

Tu, was du für richtig hälst.


Voggel
Beigetreten: 12.09.2005
Oldschool Grinder

Original von Devinco
Musst dir halt die Frage stellen, ob Poker dass ist, was du in den nächsten Jahren oder gar Jahrzehnten machen willst und ob du darauf deine Existenz aufbauen möchtest. Solltest du später eine Familie gründen wollen, musst du auch beachten, dass du dann nicht mehr alleine bist und dein finanzielles Einkommen auch für Frau und Kind von Bedeutung ist.
Ich denke ein Blick in die Zukunft ist bei dieser Frage sehr wichtig, da niemand vorhersagen kann, wie sich Online-Poker entwickeln wird. Sollte es in Deutschland nun entgültig verboten werden, müsste man so flexibel sein, in ein anderes Land zu ziehen. Würden Online-Casinos gar weltweit verboten werden, könnte man nurnoch life im Casino spielen.

Klar klingt das alles nach spekulativer Panikmache, aber ich denke, wenn man eine abgeschlossene Ausbildung oder ein fertiges Studium in der Hinterhand hat, fährt man doch auf der sicheren Seite.

#2

daher erstmal Studium abschließen, nebenbei 2-3 Stunden am Tag pokern. Nach dem Studium kannst du immer noch 1-2 Jahre Poker einlegen, oder halt so lang, wie es dir Spaß macht/du damit Gewinn machen kannst.

Is in meinen Augen Expertline.


Für mich klingst Du durchaus danach als ob es dir durchaus was bedeuten würde deinem Leben sowas wie einen Sinn zu geben.
Klingt jetzt etwas hoch, ich weiß.
Worauf ich hinaus will ist, dass man mit Poker ganz sicher ein sehr gutes auskommen haben kann. Man kann ein Leben in Saus und Braus führen. Man kann durchaus Anerkennung (aber eher in Form von Neid ) erhalten.

Aber ich bezweifle das man mit Poker ein Gefühl erzeugen kann, was geleistet zu haben. Der Allgemeinheit was gegeben zu haben. Geerdet zu sein.

Das wäre worüber ich mir Gedanken machen würde. In NaWi zu promovieren und die Möglichkeit haben etwas zu erreichen wovon evtl. viele Menschen profitieren. Einfach in den paar Jahrzehnten wo man hier ist das Leben etwas verbessert zu haben. Das wiegt in meinen Augen mehr als die Alternative die du aufzeigst.

Ich weiß allerdings nicht, ob ich mit meiner EInschätzung über DIch richtig liege :-)


Tirandur
Beigetreten: 20.05.2007
PokerStrategist

Was zwingt dich denn nun direkt vor der Promotion zu diesem Gedanken?

Noch ein paar Monate nur ein wenig nebenher pokern, promovieren und danach hast du wieder alle Optionen offen.
Aber nun kurz vor Ende des Studiums alles hinzuschmeißen ist langfristig wohl eher -EV ;)


ich will dir nicht sagen, was du mit deinem leben machen sollst, aber:

so wie sich das anhört, bist du mit deinem studium fast fertig und ziehst dein diplom erstmal durch. was spricht gegen ein paar jahre pokern und anschließender promotion? zu sehr raus aus dem stoff? wie wäre es mit promotion und dann poker ein paar jahre und danach evaluieren (sind deine jobchancen dann dahin? vermutlich nicht...)? willst du unbedingt promovieren? wenn nein, dann poker doch jetzt, verbinde es mit ausland und evaluieren nach einem oder zwei jahren neu, chancen auf einen job solltest du dann idr auch noch haben.
kommt natürlich auch immer auf die summen an, die du gewinnst. das beeinflusst natürlich die entscheidung, wie lang du pokern "musst" um einigermaßen ausgesorgt zu haben oder ob du dies durch poker sogar nie erreichst. denke mal, wenn du 300k im jahr machen würdest, wäre das ganze kein problem, aber bei überschaubaren summen sollte man auch im blick haben, wie sich (online-)poker entwickeln kann. wenn du ein mensch bist, der sicherheit im leben braucht (danach kling es, studium/promtion etc.), wird das dann natürlich schwer.

nur denkanstöße, viel glück ;)


DerExec
Beigetreten: 06.10.2007
PokerStrategist

Stell dir vorallem die Frage ob du die nächsten 50 Jahre pokern willst? Und vorallem ob du das auch kannst! Nur weil du jetzt aktuell mal ein paar gute Jahre hast, heißt es nicht, dass es die nächsten 50 Jahre so laufen wird (Gesetz gegen Glücksspiel, extrem toughe Tische, etc. wer weiß was alles kommt).

Wäre für C) mit Schwerpunkt auf Promotion.
Lass dich nicht vom (schnellen) Geld blenden.


kommt halt darauf an, wieviel er macht. denke, dass man sich bei online-poker nicht auf mehr als 5-10 jahre festlegen sollte und auch das ist schon nicht sicher.


Saccard
Beigetreten: 11.02.2010
Oldschool Grinder

Weiß ja nicht was du Stduierst, aber könntest du nicht über ein Pokerthema Promovieren? Das wäre doch eigentlich ideal.


KalleTorsten
Beigetreten: 21.07.2006
PokerStrategist

Original von Muadib74
Das wäre worüber ich mir Gedanken machen würde. In NaWi zu promovieren und die Möglichkeit haben etwas zu erreichen wovon evtl. viele Menschen profitieren. Einfach in den paar Jahrzehnten wo man hier ist das Leben etwas verbessert zu haben. Das wiegt in meinen Augen mehr als die Alternative die du aufzeigst.

Das ist ein häufiger Trugschluss. Naturwissenschaftliche Erkenntnisse verbessern das Leben der Allgemeinheit nicht. Studien zur Lebenszufriedenheit zeigen, dass Menschen in Dritte-Welt-Ländern im Durchschnitt deutlich zufriedener sind als in Industrienationen, obwohl sie auf fast alle technischen Errungenschaften unserer Gesellschaft verzichten. Das ist alles nur Blendwerk um unsere brutale Leistungsgesellschaft aufrecht erhalten zu können, da es uns ja angeblich so gut geht weil unsere Ingenieure etc. ja soviel Reichtum schaffen.

Wenn man die Chance hat dem zu entfliehen, naja im Endeffekt ist das eine persönliche Entscheidung, aber ich würde es tun. Für den Notfall bist du gesichert. Mit einem abgeschlossenem Studium sollte man sich auch ohne Promotion versorgen können. Wenn du zu hoch strebst ist die Gefahr sehr hoch, dass es dich im Endeffekt unglücklich macht. Ich sehe das an meinem Opa. Eine beeindruckende akademische Karriere, Professor der Medizin, viele Doktoranden, gerettete Leben und Auszeichnungen, aber totunglücklich im Alter, weil er immer nur gearbeitet hat, verpasst hat seine Kinder aufwachsen zu sehen, es verlernt hat einen Wertmaßstab ausserhalb von (akademischer) Leistungsfähigkeit anzusetzen und damit den meisten seiner Mitmenschen vor den Kopf stößt. Die Gefahr das du irgendwann da sitzst und bedauerst dein Leben verschwendet zu haben ist mit Poker deutlich geringer, weil du die Zeit hast, das zu tun was du wirklich willst. Ausserdem denke ich, dass es den Charakter nicht so stark verändert wie eine Hochleistungskarriere im Hochschulwesen oder der Wirtschaft.


Hallöchen,

ich will dich ja nicht angreifen aber für mich klingt das mehr nach Zukunftsangst als wirklich nach "ich kann mich nicht entscheiden". Vor allem diese schwarz-weiße Sicht vom guten Pokern und anstrengender Promotion finde ich dahingehend verdächtig.

Wenn du meinst, du brauchst klare Strukturen und regelmäßige Bestätigung - wie bringst du das mit dem Pokern auf eine Linie? Da bist du der Einzige, der dir sagt wann du was machen sollst und ob das gut war oder nicht. Und du kannst auch +EV spielen und viel Geld verlieren. Wer gibt dir dann Bestätigung?
Wie wichtig ist dir, was andere von dir denken? Und wärst du wirklich bereit für deinen "Beruf" Pokern in ein Land zu ziehen, in dem Pokern nicht im halblegalen Bereich stattfindet?

Etwas zu tun, was einem Spaß macht und davon leben zu können, ist selbstverständlich ein tolles Ziel. Aber es darf ich weniger geplant und organisiert sein als der Mainstream-Weg. Eher noch mehr als da, denn wenn du wirklich Pokern zu deinem Beruf machst, wirst du auf einiges an Gegenwind stoßen.
Und imho musst du dich jetzt nicht für dein restliches Leben für irgendwas entscheiden. Mach halt einfach dein Studium erst mal fertig und dann kannst du dir ja ein "Pokerjahr" geben. Und entweder es passt oder eben nicht und wenn nicht, dann findest du etwas anderes, dass dir als Beruf Spaß macht.

Grüßle
Aradia


pokermatze
Beigetreten: 24.05.2006
PokerStrategist

hmm, ich glaube eine Promotion schafft man nur wenn man wirklich überzeugt von dem Thema und dem Fach ist, d.h. die Promotion muss Dich so sehr erfüllen, dass Dir z.B. auch das Gehalt an der Uni egal ist.

Wie lange würde die Promotion denn in Deinem Fach gehen?

Bist du bereit solange noch an der Uni zu bleiben?

Würdest du bei einem Prof. promovieren, der Dir das regelmässige Feedback gibt, das du brauchst?

Du hast hat mit dem Studium jetzt eine abgeschlossene Berufsausbildung, gibt es da vielleicht noch ander berufliche Optionen außer der Promotion?

Klingt jetzt vielleicht komisch- aber eine Halb-Tages-Stelle und Pokern ginge doch auch?


BloodCanHappen
Beigetreten: 29.11.2006
PokerStrategist

Original von pokermatze
Klingt jetzt vielleicht komisch- aber eine Halb-Tages-Stelle und Pokern ginge doch auch?

Wo gibts denn ne Halbtagsstelle mit Karrierechancen?


ich muss sagen...mir wäre es nicht egal, was mein umfeld dazu, dass ich pokern vor alles andere stelle. ich finde die einstellung mehr als bedenklich, dies so zu pauschalisieren. es hat dann auch nichts mit charakterschwäche zu tun, aber allein die vorstellung, weder von freunden, bekannten noch von der familie geachtet, ernst genommen und respektiert zu werden, ist doch kein angenehmes gefühl. grund dafür mag natürlich der gesellschaftliche druck sein, weil es eben "NORMAL" ist, dass man die schule/ausbildung/studium beendet und dann ins berufsleben einsteigt. aber genau deshalb, würde es mir in dem beispiel schwer fallen gegen den strom zu schwimmen, gerade weil pokern nicht den stellenwert genießt, wie es sich vll manch andere wünschen würden. selbst wenn ich gut von meinen pokererfolgen leben könnte, es würde mich nicht glücklich machen, nicht das ansehen im direkten umfeld zu erhalten, was mir unter umständen zustehen könnte (siehe stud-abschluss+evtl promotion)...


Hallo,

ich wuerde Dir persoenlich von einer Promotion abraten. Wenn Du wirklich solche Motivationsprobleme hast, wirst Du eine Promotion in den meisten Faellen nicht erfolgreich abschliessen. Es gibt oft so gut wie kein Feedback, wenn es Feedback gibt, ist es meistens, warum hat das nicht geklappt? Eine Promotion kann extrem frustrierend sein.
Ich hab mal einen Kommentar von einem recht bekannten Prof in meiner Fachrichtung gelesen, der ungefaehr meinte: Wenn man eine Outside Option hat, wird man die Promotion meistens hinschmeissen. Und Poker scheint fuer Dich genau diese angenehme und spassbringende Option zu sein.
Die Idee erstmal einige Jahre zu Pokern und dann zu promovieren, halte ich fuer absolut bescheuert. Ueberlegt mal, warum Firmen ungerne Leute einstellen die "Luecken" im Lebenslauf haben. In dne Jahren geht die wissenschaft voran, Du vergisst Sachen etc. Die Leute die ich kenne, die nach Jahren, oft im Beruf, noch eine Promotion machen, tun sich oft schwer. (Kann aber auch an meinem Gebiet (VWL) liegen).

Viele Leute haben schon ueber die Zukunftsaussichten von Poker gesprochen, sehe ich jetzt etwas entspannter. Poker hat sich in der Gesellschaft schon stark etabliert. Siehe Poker im TV, Berichterstattung in den Medien, aber halt meine Meinung.
Du solltest Dir halt im klaren sein, ob Du wirklich so ein Winning Player bist, langfrisitig (und auch nach evtl. Steuern, denn das wird eher kommen als ein Verbot) davon leben zu koennen.
Ich koennte mein Leben nicht so stark auf ein "Varianz-Spiel" aufbauen, die Angst broke zu gehen, und ein krasser down kann immer kommen, und dann ganz ohne Perspektive dazustehen, wuerde mich einfach hemmen. Waehrend man studiert hat man ja immernoch die Jobperspektive, wenn es nicht klappt geht man halt arbeiten. Nach 5 oder 6 Jahren und dann Broke ist einfach in seinem Studienberuf anzufangen, wahrscheinlich extrem schwer.

Ansehen des Pokerberufs: Hast Du Probleme damit zu sagen, dass Du Pokerspieler bist? Moechtest Du dein Leben von der Meinung anderer Leute abhaengig machen, die oft gar keine Ahnung haben, was Du machst?
Ich glaube alle Naturwissenschaftlich sind Nerds, die sich nur in ihrem Laborkittel geil fuehlen!!! Hoerst Du jetzt auf Naturwissenschaft zu studieren, weil ein voellig unbekannter keinen Respekt vor deinem Studium/Beruf hat? Ich hoffe doch nicht. Wenn Freunde und Bekannt ein Problem damit haben, dann solltest Du sie fragen, warum sie dich nicht akzeptieren koennen wie Du bist! Meist hat es nichts mit dem Ansehen zu tun, sondern mit der Art zu leben und der Unsicherheit, bzw. mit der Unkonventionalitaet.

Ich hoffe Dir mit meinen Gedanken geholfen zu haben.
Gruss
GT


docjulian
Beigetreten: 15.12.2006
Oldschool Grinder

Ich würd dir zwei andere Vorschläge machen:

d) Promotion irgendwie wieder mit einem längeren USA-Aufenthalt kombinieren, evtl. kann man die Promotion auch da machen?
Kann das absolut nachvollziehen und würde dich auch bestimmt mehr motivieren.

e) erstmal pokern und nach 1 Jahr Fazit ziehen. Dann kann man immer noch die Promotion machen. Ist vom Lebenslauf her meiner Meinung nach noch verkraftbar und du wirst dich sonst dein ganzes Leben lang ärgern, da du Poker nicht versucht hast.
Hängt natürlich auch etwas von deiner Einstellung ab, in "Topjobs" wird so eine Lücke im Lebenslauf wohl mehr Erklärung benötigen.

Viel Glück.


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