Cliff-Notes:
- Winning Player, der mit Pokern mehr Geld als in einem normalen Beruf verdienen würde (dies ist als gesichert zu betrachten)
- Studium war aufgrund des Prüfungssystems teilweise nicht sehr motivierend, Hero braucht regelmäßiges positives Feedback (wie z.B. in der Schule)
- Promotion im Anschluss wäre möglich
- Eltern raten dringend zur Promotion
- Hero bezweifelt, dass beides gleichzeitig funktionieren würde
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Ich stehe kurz vor Abschluss meines Studiums und spiele nebenbei viel Poker, eigentlich zuviel - in dem Sinne, dass ich das Studium dadurch durchaus vernachlässigt habe in letzter Zeit. Beim Pokern würde ich sicher mehr verdienen als in einem normalen Beruf und langweilig wird mir dabei auch nicht; ich betrachte Poker als Wissenschaft und es entspricht eigentlich auch gut meinen Talenten (mathematisch-logisches Denken, konzentriert arbeiten, mit Zahlen rumhantieren). Gut, mein naturwissenschaftliches Studium entspricht ebenfalls meinen Talenten, macht mir aber derzeit weniger Spaß. Meine Eltern raten mir dringend dazu, Pokern höchstens nebenbei weiterzuführen; nach dem, was ich bisher rausgehört habe, vor allem aufgrund des geringeren Ansehens in der Gesellschaft, welches man als Pokerspieler hätte. Dessen bin ich mir auch bewusst, aber ich spiele auch nicht deshalb, um in Saus und Braus zu leben und wäre sehr wohl bereit, einen größeren Teil meiner Winning zu spenden oder in ein eigenes sinnvolles Projekt zu stecken; dies überzeugt aber meine Eltern keinesfalls. Sie möchten eben nicht denken und sagen können "Unser Sohn ist Pokerspieler", sondern "Unser Sohn ist Wissenschafter" - obwohl das eine das andere nicht ausschließt.
Nun stehe ich vor folgender Entscheidung:
A) Pokern, ein Buch darüber nebenher schreiben
B) Promotion
C) Pokern + Promotion
C klingt wie die Nuts, jedoch frage ich mich, ob eine Promotion nicht doch vergebene Mühe wäre, wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass ich beim Poker tatächlich zu den Allerbesten gehöre und dementsprechend mich direkt nach der Promotion ohnehin vollzeit dem Pokern widme.
Ich muss dazu sagen, dass ich ein Typ bin, der ein regelmäßiges positives Feedback braucht, um sehr effektiv zu arbeiten. Dies war schon in der Schulzeit so, ich war quasi süchtig nach guten Noten und hatte dementsprechend ein hervorragendes Abi. Im Studium war ich insgesamt weniger motiviert (klassischer Diplomstudiengang, alles was zählt, sind wenige mündliche Prüfungen sowie die Diplomarbeit), bis ich ein Auslandssemester in den USA gemacht hatte, wo das Studium relativ verschult ist; mit dem Ergebnis, dass ich wieder zu den Allerbesten zählte und es Einser hagelte. Nachdem ich wieder zurückkam, lief es hier nicht so gut in den mündlichen Prüfungen, trotz guter Vorbereitung, da ich mich nicht gut präsentieren kann / nervös werde / vorher nicht schlafen kann. Auch in der Diplomarbeit - Pokern kam hinzu - lief es nicht so berauschend. Summa summarum bezweifle ich also, dass ich sowohl die Promotion als auch Poker parallel erfolgreich bestreiten kann, so gut dies auch wäre. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich meine Eltern, denen ich viel verdanke, nicht enttäuschen.
Was ratet ihr mir?