Original von Kill0r
wie die ganzen bwler, hier mit ihrem achso tollem wissen rumprallen.
mag sein, dass hier ein paar BWLer sind, ich bins nicht.
Studiert hab ich auch nix. Ich bin ein Praktiker.
Ich bin selbstständig, seit genau 13 Monaten. Und ich sage, wenn jemand alleine die Vorbereitung trifft, sich selbstständig zu machen, dauert das minimum ein halbes Jahr an Wissensbeschaffung.
Das selbstständig machen selbst ist ein Prozess von ca 2-3 Monaten und man hat selbst noch nach einen 3/4 Jahr mit einigen Prozessen aus der Gründung zu tun.
Vorbereitung ist alles. Ein "wird schon schief gehn, mach doch einfach, was hast du schon zu verlieren" ist vollkommen fehl am Platz.
Es kommen ständig neue Sachen auf einen zu, mit denen man vorher einfach nicht gerechnet hat. Selbst mit Beratern an seiner Seite (Steuerberater, Unternehmensberater, Banken, Finanzamt, Örtliche Wirschaftsförderung, IHK usw...).
Ich gebe mal eine kleine Roadmap vor, wie man anfängt:
1. Idee
2. Grundkonzept (hier kann man durchaus schonmal für sich selbst einen Businessplan erstellen, da tauchen Fragen auf, an die man nie gedacht hätte, alleine das Grundkonzept wird einen Monat in Anspruch nehmen. Denn hier ist nix mit rumschätzen. Hier wird Recherche betrieben)
3. IHK Gründerseminar besuchen. Hier bekommt man ein Zertifikat, welches Voraussetzung für die Beantragung diverser staatlicher Förderungen ist.
4. Ist man immernoch überzeugt, sich selbstständig machen zu wollen, kommt jetzt der Feinschliff am Businessplan.
5. Ab jetzt wirds kniffelig. Hier kann ich mich auch bei mir nur noch an ein geordnetes Chaos erinnern. Was alles gemacht werden muss:
- Gewerbe anmelden
- Notarielle Beurkundung
- Firmenkonto einrichten
- Immobilie suchen
- Kautionskonto anlegen
- Steuerberater suchen (Hausnummer sollte er nicht mehr als 150 Euro/Monat kosten, keine große Kanzlei nehmen)
- Beim Arbeitsamt Existenzgründergehalt inkl. Zuschuss zur Sozialen Absicherung beantragen (60% + 300 für 9 Monate +weitere 6 Monate 300 Euro)
-->> Achja, du musst MINDESTENS 1 TAG ARBEITSLOS gewesen sein, bevor du den beantragst, sonst gibts nix... lässt sich aber alles drehen
- Freiwillige Arbeitslosenversicherung beantragen (ca. 18 Euro/Monat)
- Private Krankenversicherung suchen (ca 180 - 220 Euro/Monat, wenn man genügsamm ist und den ganzen Chefarzt und Einzellzimmerscheiß weg lässt, allerdings ist eine Rückdeckversicherung pflicht mmn, Empfehlung wg. Preis Leistung: Hanse Merkur)
- Wenn man ein Darlehen braucht:
- UN-Berater aufsuchen
----> Gründercoachingzuschuss beantragen (4000 Euro von Vater Staat zzgl. UST aus privater Tasche, die du dir etwa 6 Monate später vom FA zurückholen kannst). Der UN Berater möbelt deinen Businessplan für die Bank auf mit nur einem Ziel: Positive Kreditauskunft (KFW Startgeld, KFW ERP)
- Evtl. Zollnummer beantragen, falls du im Ausland einkäufst
- Evtl. UST ID beantragen
- Evtl. Warenwirtschaftssystem kaufen (Empfehlung: OrgaMax)
So, das nur jetzt spontan. Ist ja Teilweise auch schon wieder 1,5 Jahre her, dass ich mich mit dem scheiß rumschlagen musste.
Trotzdem nochmal als Mahnung.
Man macht sich nicht einfach mal so über Nacht Selbstständig. Das bedarf einer langen und Gewissenhaften Planung.
Wer was anderes denkt und mir mit Bill Gates kommt...
1. IHR SEIT NICHT BILL GATES
2. Viel spaß in der Insolvenz