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Wirtschaftsinformatik oder Softwaretechnik

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Hotsauce112
Joined: 22.11.2007

Hallo...
Also ich schwanke zwischen den Studiengängen:
Wirtschaftsinformatik oder Informatik/Softwaretechnik.
Die Berufsaussichten und die Gehälter sind ziemlich ähnlich darum weiß ich nicht nach welchen Kriterien ich da wählen soll.

Ich hoffe das Leute die einen von den beiden Studiengängen besuchen oder besucht haben mal einige Erfahrungen teilen könnten.

Danke im vorraus


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8 replies
Rho0
Joined: 20.10.2008

ich bin mathematiker, also nicht unbedingt die zielgruppe, die du wolltest, aber

ich würde niemals reine informatik studieren. ich hatte mal mit jemandem von der ihk zu tun, und der meinte, dass in informatik im moment auf das arbeitsleben hochgerechnet ein diplom ca. 100000 euro mehr bringt als eine ausbildung. ist ja auch irgendwo klar, denn sowohl in der ausbildung als auch im studium lernst du programmieren und software-design.

was ich sagen will: informatik ist ein markt, wo du mit vielen leuten konkurrierst, die alle dieselbe leistung anbieten, und es ist dumm, freiwillig in so einen markt zu gehen. deswegen verdienen auch die leute im lidl an der kasse nichts, denn den job kann ja jeder machen.

insofern ist mein rat: spezialisiere dich auf eine nische. wenn du winfo machst, dann schau, dass du viel mit datenbanken und operations research machst, denn datenbankdesigner werden gesucht und verdammt gut bezahlt. oder mach was richtung data mining/big data. wenn du info machst, dann auch richtung datenbanken, data mining oder scientific computing. allerdings wirst du für alle diese sachen ziemlich viel mathe machen müssen um wirklich gut zu werden.

und insgesamt: wenn du schon in info ziemlich viel richtung mathe machst, dann fuck info, und mach gleich technomathe, mathe/info, mathe/wirtschaft, finanzmathe. mach einfach mathe.

denn: ohne mathe wirst du als programmierer nicht nur mit den leuten mit info-lehre, sondern auch mit den codern aus china oder indien konkurrieren, und das geht dann nur über den preis.


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frank2104
Joined: 17.08.2007

Bin in deiner Zielgruppe und darüber hinaus auch Arbeitgeber der solche Leute einstellt: Den Wirtschaftsinformatiker stelle ich bei ungefähr gleichem Lebenslauf immer vorher ein. Hintergrund ist ganz einfach die Tatsache, dass er mehr über betriebliche Abläufe und Herangehensweisen gelernt hat und im Bereich Softwarearchitektur einem Anfänger aus dem reinen Informatik Studienbereich ebenbürtig ist.
"Programmieren" lernst du dadurch das du es tust, und Softwarearchitektur ist eine Erfahrungssache, in der ständig Fehler gemacht und reflektiert werden müssen, das kann kein Anfänger wirklich.
Ausnahme ist wenn du in den Hardware/Systemnahen Bereich möchtest (Betriebssysteme,Treiber) oder dich innerlich schon auf Computerspiele oder ähnliche Privatnutzer-Apps festgelegt hast (wobei dafür beides die falschen Studiengänge sind)


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Hallo,

also ich kann meinen beiden Vorrednern gar nicht zustimmen. Ich selber studiere Softwaretechnik und arbeite nebenbei als Werkstudent in einer etwas größeren Firma. Bisher habe ich von meinen Arbeitgebern besonders gutes Feedback für die Wahl meines Studienganges bekommen.
Was man hier vll. mal unterscheiden sollte ist ein reines Informatikstudium und ein Softwaretechnik studium. Denn wenn du SWT studierst musst du dich schon mit mehren Programmiersprachen, big data bzw. datenbanken etc. pp. auseinander setzen. Weiterhin lernst du halt, wie der Studiengang schon sagt, Softwaretechnische Sachen. Dies bedeutet möglichst viel Gruppenarbeit und viel Planung von Projekten, was einem schon wesentlich weiter hilft.
Meine Schwester hingegen hat Wirtschaftsinformatik studiert und hatte den Vorteil in beide Bereiche zu "schnuppern". Man merkt schon, dass sie wesentlich weniger Ahnung vom Programmieren hat, dafür aber mehr Bezug zu Planungen was auch sehr wichtig ist. Es kommt also immer darauf an was die Firma will. Pauschal kann man aber bestimmt nicht sagen, dass Wirtschaftsinformatiker beliebter sind.
Also zusammengefasst kann ich nur sagen, dass beide Studiengänge Vorteile bieten und Softwaretechnik schon relativ Praxisnah ist. Man darf natürlich nicht vergessen, dass man beim Bachelor eh nur ein bischen reinschnuppert und sich viele Kenntnisse später selber aneigenen muss.

Zum Gehalt kann ich sagen, dass in meiner Firma Softwaretechniker ein leicht höheres Einstiegsgehalt haben als Wirtschaftsinformatiker.


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n0ghtmare
Joined: 28.11.2010

Meiner Meinung nach haben beide Studiengänge ihre Berechtigung und es kommt, wie so oft, darauf an, ob du schon weißt, was du später machen möchtest. Die typischen Berufsbilder im IT Bereich sind Berater, Softwareentwickler und wissenschaftliche Mitarbeiter.
Ich selber habe Informatik studiert (B.Sc. und M.Sc.). Während meiner Studienzeit habe ich auch viel mit Wirtschaftsinformatikern zu tun gehabt. Einigen davon habe ich Nachhilfe gegeben (was man als Student so alles tut für ein bisschen mehr in der Tasche). An unserer Uni haben Wirtschaftsinformatiker ein abgespecktes Paket an Informatikwissen. Es werden an vielen Stellen nur Grundlagen, aber keine Vertiefungen behandelt. So sind die Kurse auch, verglichen mit den für Informatiker, aus meiner Sicht wesentlich leichter und die Durchfallquote niedriger.
Was ich bisher auf dem Arbeitsmarkt gesehen habe (habe mich ja natürlich auch damals beworben und mit dem einen oder anderen Personaler und IT Leiter gesprochen) ist folgendes: Wenn man Softwareentwickler werden möchte, dann ist ein Informatikstudium deutlich geeigneter. Einige Unternehmen nehmen erst gar keine WI INFS als Softwareentwickler an. Andererseits hast du als Informatikabsolvent immer noch gute Karten, in der Beratung durchzustarten.
Meine Empfehlung: Falls du auf jeden Fall in die Beratung willst, dann studier WI INF. Ist chilliger und nicht durch so hohe Abbruchquoten geprägt. Falls du aber in die Softwareentwicklung gehen möchtest und auch später höhere Positionen übernehmen möchtest (Software-Architekt, IT-Leitung), dann führt am Informatikstudium nichts vorbei.
Und lol @Konkurrenz durch Indien und co: Auf jeden Informatikabsolvent gibt es in Deutschland 3,5 Arbeitsstellen (Stand: 2012). Das habe ich damals in der Bewerbungsphase ganz gut gemerkt :). Unternehmen können sich unqualifizierte Arbeitnehmer langfristig nicht leisten.

Edit: Achja, ich arbeite zur Zeit als technischer Entwicklungsleiter und Doktorand in einer kleinen Softwarefirma. Demzufolge habe ich einen nicht unwesentlichen Anteil an der Einstellung von Mitarbeitern im IT Bereich. Aufgrund des umfangreicheren Informatikanteils präferiere ich persönlich eher reine Informatiker. Aber diese Präferenz ist, wie hier auch im Thread zu sehen ist, von Leiter zu Leiter unterschiedlich.


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Soweit ich mitbekommen habe, sind die aus Indien nicht sooo unqualifiziert. Ich war mal bei einem Vortrag wo es auch um eine Firma ging die outsourcing betrieben hat und soweit ich das mitbekommen habe, sollen die Inder wesentlich ehrgeiziger sein als wir, was ja auch verständlich ist. Problem ist halt eher, dass eine Menge Flexibilität durch das outsourcen verloren geht.


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philwen
Joined: 13.05.2007

Original von Rho0
ich bin mathematiker, also nicht unbedingt die zielgruppe, die du wolltest, aber

ich würde niemals reine informatik studieren. ich hatte mal mit jemandem von der ihk zu tun, und der meinte, dass in informatik im moment auf das arbeitsleben hochgerechnet ein diplom ca. 100000 euro mehr bringt als eine ausbildung. ist ja auch irgendwo klar, denn sowohl in der ausbildung als auch im studium lernst du programmieren und software-design.

was ich sagen will: informatik ist ein markt, wo du mit vielen leuten konkurrierst, die alle dieselbe leistung anbieten, und es ist dumm, freiwillig in so einen markt zu gehen. deswegen verdienen auch die leute im lidl an der kasse nichts, denn den job kann ja jeder machen.

insofern ist mein rat: spezialisiere dich auf eine nische. wenn du winfo machst, dann schau, dass du viel mit datenbanken und operations research machst, denn datenbankdesigner werden gesucht und verdammt gut bezahlt. oder mach was richtung data mining/big data. wenn du info machst, dann auch richtung datenbanken, data mining oder scientific computing. allerdings wirst du für alle diese sachen ziemlich viel mathe machen müssen um wirklich gut zu werden.

und insgesamt: wenn du schon in info ziemlich viel richtung mathe machst, dann fuck info, und mach gleich technomathe, mathe/info, mathe/wirtschaft, finanzmathe. mach einfach mathe.

denn: ohne mathe wirst du als programmierer nicht nur mit den leuten mit info-lehre, sondern auch mit den codern aus china oder indien konkurrieren, und das geht dann nur über den preis.

sry, aber der post ist einfach schmarn...

informatikstudium != programmieren&softwaredesign

das sind vll 20 ECTS von 300 - der rest ist genau die sachen die du sonst so toll findest und deiner aussage nicht in einem informatikstudium zu finden sind...

außerdem sollte es nicht das ziel eines universitäts-informatikers sein, softwareentwickler zu werden - vll für die ersten paar jahre, wenn überhaupt. dafür sind wie du festgestellt hast die fachinformatiker da...


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Hotsauce112
Joined: 22.11.2007

Danke für die Antworten.
Das hat mir wirklich weiter geholfen


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masa88x
Joined: 05.01.2009

bin grade selber als software entwickler in einem größeren projekt an dem der größte teil des teams aus indern besteht (fast alle programmierer) und kann nur sagen dass man vor indern mal überhaupt keine angst haben muss
das ist ein top unternehmen das dort drüben nur die besten der besten nimmt.. und trotzdem sind das hauptsächlich ziemliche pfeifen und es gibt viele probleme mit dennen

auch für viele anderen unternehmen in de ist das projekt indien gescheitert und es wird fast nurnoch hier entwickelt


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