Zum Forum springen
[Arbeits-Thread] Co...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

[Geschlossen] [Arbeits-Thread] Coaching-Seminar-Reihe "Fragen und Denken mit Fliegus123"

48 Beiträge
14 Benutzer
0 Reactions
9,160 Ansichten
Martschl
Beigetreten: 16.04.2009
Oldschool Grinder

Ich finde das Beispiel eigentlich sehr gut.
Impliziert nur, dass es eine sehr große Menge weiterer Betrachtungsweisen gibt, die für ein bestimmtes Spektrum an Operatoren nicht notwendig erfasst werden müssen.

Beschreibe dein Beispiel mit der half potsize bitte etwas genauer.. ich weiß nicht was du damit meinst..


Original von jigger1977

Original von Michael1709
[*] Riverbetregel 50% nicht bekannt

Kenn ich auch nicht, was sagt die?

Da die Anmerkung von mir war, versuche ich mich mal daran:

Verfügen wir am River über das bessere Blatt und unser Gegner checkt, dann gewinnen wir den Pot im Showdown ohnehin. Für eine Valuebet brauchen wir einen Call mit dem schwächeren Blatt.

Für eine Value Bet benötigen wir nun für den Fall eines Calles eine Wahrscheinlichkeit von > 50%, die Hand zu gewinnen.

Wichtig: Es reicht nicht, in 50% der Fälle den Pot zu gewinnen. Es ist nötig, die 50% auch beim Call des Gegners zu haben.

Wenn wir also betten und Villain wird meistens nur mit besseren Händen callen, so macht eine Valuebet keinen Sinn.

BTW: Es geht nur um Valuebet! Bluffbet, Blockingbet etc. haben damit nichts zu tun.

Bsp: Wir haben zu 60% die beste Hand. Wir nehmen an, dass Villain 30% seiner Hände folden wird (diese Hände sind alle schlechter als unsere), 30% mit der schlechteren Hand callen wird und 40% mit der besseren Hand callen wird. In diesem Fall ist unsere Bet nicht angebracht, da wir mathematisch gesehen damit Verlust machen.


00Visor
Beigetreten: 26.11.2007
Elite Grinder

Original von Martschl
Also hast du recht, was das interpretieren und adapten angeht, jedoch adaptet jedes Schulkind, wenn es ganze Zahlen annimmt ;) Das es daneben noch reele, komplexe und andere Zahlen gibt wird außer Acht gelassen, weil es für die Rechnungen die die Kinder durchführen irrelevant sind.

Wo ist hier das Spiel?
Es handelt sich hier um eine Vereinfachung oder Einschränkung des Modells/Spiels, wenn ganze Zahlen angenommen werden.
Das hat gar nix mit Adaptions hinsichtlich Strategien gegnerischer Spieler und Spieltheorie generell zu tun.

Original von Martschl
Impliziert nur, dass es eine sehr große Menge weiterer Betrachtungsweisen gibt, die für ein bestimmtes Spektrum an Operatoren nicht notwendig erfasst werden müssen.

Es geht doch nicht um Betrachungsweisen. Wenn ich die Strategie meines Gegner (zum Teil) kenne, habe ich mehr Informationen und kann meine eigene Strategie aufgrund dieser Informationen optimieren.

Zum Beispiel der Half-Potsize-Bet:
Wenn ich am River half potsize bette und das zu 25% als Bluff und zu 75% als Valuebet, kann mein Gegner mich nicht exploiten, indem er einen guten Fold oder einen guten Call macht.
Er muss ja half pot callen, um 1,5x pot zu gewinnen, also muss er zu 25% vorne sein. Wenn meine Blufffrequency größer als 25% wäre, könnte mein Gegner mich exploiten, in dem er mit seinen Bluffcatchern immer callt. Wenn ich weniger als 25% bluffe, könnte er seine Bluffcatcher immer folden.
Obwohl ich nicht weiß, ob mein Gegner mit nem Bluffcatcher am River callt oder nicht, kann er mich nicht exploiten.
Darum geht es bei GTO.
Um zu schauen, ob ich nach GTO mit nem Flushdraw am Flop raise, ist natürlich eine viel schwierige Betrachtung. Wenn es eine universelle GTO-Strategie gäbe, wäre Poker ja auch mehr oder weniger gelöst.


Martschl
Beigetreten: 16.04.2009
Oldschool Grinder

Ich glaube wir meinen beide dasselbe sind aber zu blöd uns gegeneinander zu verstehen ;)

Also den letzten Abschnitt kann ich sehr gut nachvollziehen, sofern du damit sagen willst, dass wir ohne OTG nie auskommen werden können.


dmars
Beigetreten: 12.05.2008
PokerStrategist

Original von Michael1709

Original von jigger1977

Original von Michael1709
[*] Riverbetregel 50% nicht bekannt

Kenn ich auch nicht, was sagt die?

Kannste mal ein link zu einem artikel oder ähnlich dazu beifügen?


Original von dmars

Original von Michael1709

Original von jigger1977

Original von Michael1709
[*] Riverbetregel 50% nicht bekannt

Kenn ich auch nicht, was sagt die?

Kannste mal ein link zu einem artikel oder ähnlich dazu beifügen?

Sorry, ich hatte schon danach gesucht. Aber nichts gefunden. Vielleicht war es ein Platin bzw. Diamond Artikel oder evt. sogar von Stox, Deuces Cracked oder Cardrunners ?(

Daher hatte ich auch versucht, es selbst kurz zu Erklären. Ist die Erklärung nicht verständlich?


KPaxx
Beigetreten: 19.05.2007
Oldschool Grinder

Wann ist das nächste?


Martschl
Beigetreten: 16.04.2009
Oldschool Grinder

Kommende Woche Mittwoch war das Letzte was man hörte.. (hoffentlich ändert sich das nochmal :P)


Puscherbilbo
Beigetreten: 18.06.2009
BlackMember

Fliegus' Seminar-Coaching zum Thema "3-Betting" ab dem Bronze-Status

Geplante Topics:

- Postflop: 4 lines
- Preflop: Intention einer 3bet, Mathematik (Foldequity/Value)
- Gegneradaption
(immer Hero als 3better)

Definition

3bet = raise eines reraises (Preflop: blinds = bet, OR= reraise, 3bet; Flop: bet/raise/3bet)

PREFLOP

Absichten einer 3bet:

- Value = schlechtere Hände callen
- Foldequity = bessere Hände folden/deadmoney wird oft genug gewonnen
- Future-EV/Metagame = Druckaufbau gg Gegner, Balancing der Value-Range
(- Initiative
- Isolation
- Blinddefense)

Value-Aspekt:

- Range gegnerabhängig, muss individuell angepasst werden.
- Benötigt Equity-Edge gg. gegnerische Range.
- TAG (PFR 15-22): Value-Range 5-8% (88+, ATs+, AJo+, KJs+, KQo)
- LAG (PFR 22-35): Value-Range 9-12% (66+, A9s+, ATo+, KTs+, KJo+, QJs)
- Problem: Gegner defendet nicht 100% seiner OR-Range. Range muss noch adaptet werden anhand gegnerischer 3bet/4bet-werte

Bluff-Aspekt:

- 3bet soll in sich profitabel ab bestimmter FE

1. Mit Blinds:
OR 4BB, 3Bet 14BB: (1,5BB Blinds) -> 14 / 19,5 = 71,8%
OR 3,5BB, 3Bet 10,5BB: (1,5BB Blinds) -> 10,5 / 15 = 70%
OR 3BB, 3Bet 10BB: (1,5BB Blinds) -> 10 / 14,5 = 68,9%

2. Aus SB:
OR 4BB, 3Bet 13,5BB: (1BB Blinds) -> 13,5 / 19 = 71%
OR 3,5BB, 3BET 10BB: (1BB Blinds) -> 10 / 15 = 66,6%
OR 3BB, 3Bet 9,5BB: (1BB Blinds) -> 9,5 / 14 = 67,9%

- 3. Aus BB:
OR 4BB, 3Bet 13BB: (0,5BB Blinds) -> 13 / 18,5 = 70,3%
OR 3,5BB, 3Bet 9,5BB: (0,5BB Blinds) -> 9,5 / 14,5 = 65,5%
OR 3BB, 3Bet 9BB: (0,5BB Blinds) -> 9 / 13,5 = 66,6%

Standardrange für Defend:

Tag: TT+, AJs+, AQo+, JTs+
LAG: 22+, AT+, KTs+, KJo+, QTs+, 76s+
Nits: (Vpip <10): nicht Bluff3betten.

On3Bet-Range/OR-Range-Ratio: Benötigt: <0,28-0,34

Bsp. vs. BU: ATS 40 -> LAG 0,41 / TAG 0,15
- Bsp. vs. CO: ATS 32 -> LAG 0,52 / TAG 0,19

Fazit: Tags eignen sich besser für Bluff3bets. LAGs valuelastiger 3betten.

Metagame:

- Tilt/ Provokation des Spielers
- übertriebene Aggression inducen/ zu loose downcalls inducen
- Adaption gegen looses backplay: uptighten, passiver werden (coldcall).
- Deceptive 3bets (NonValue/NonFE 3bets) Gegner wird die Rangeanalyse erschwert.

Wichtige Stats um gute Gegner für Bluffs einzuschätzen:

Preflop:

- VPiP/PFR
- fold to 3bet
- 4bet

Postflop

- AF
- Fold2cbet
- WTSD/W$SD

Polarisierte Range/Deceptive-Range

- 22+, A2s+, ATo+, K9s+, KJo+, 86s+, 54s+
- Cardremoval (Ax/Kx)
- Monsterpotential (Sets, Str8, Flush)

Polarisierte Range = Mix aus Value-Range+Deceptive-Range

- Man wird schwerer lesbar.
- Zweckgebundenheit (play for stacks, Draws mit guter Restequity)
- Gegner hat andere perceived range
Bsp: AK,QQ+ / 99-66, 65s, 87s, T9s, 42s, QTs/A2s-A5s

Coldcall vs 3bet

- Coldcall eher i.P.
- Multiwaypotential
- Domination/ schlechtere Hände bleiben im pot
- Trap (Gegner ist als PFA eher bereit zu betten)
- Movepotential postflop
- Vgl. Sietes Videoserie "Mind the Gap"

Coldcallingrange sollte schwächer als Value-Range, besser als Bluffrange sein (z.B. AJo/KTs)

POSTFLOP (Lineplay)

- Highpressurebetting

High-Pressure-Betting:
Flop 90BB left, Pot 22BB, Bet 20BB
turn 70BB left, Pot 62BB, Push 70BB (Villain-Odds 34,7%)

- Gegner hat häufig made Hands -> Value von TP/Pockets
- Protection gg. Draws
- weniger FE
- Druck erzeugen
- Valueline

- Raptor-Betting:

Flop 90BB left, Pot 22BB, Bet 10BB
Turn 80BB left, Pot 42BB, Bet 16BB
River 64BB left, Pot 74BB, Push 64BB (Villain-Odds 31,7%)

- Man hat mehr Potential sich der Bordentwicklung anzupassen, große R-Bluffs möglich.
- Bluffingpotential
- eher keine Value-Line per se (Gegner foldet zu viel/ kann günstig drawn)

- Check/Push

Flop 90BB left, Pot 22BB, Villain bets 16BB, Pot 38BB, Check-raise 90BB (Villain-Odds 30,7%)

- Bluffinduce/ AK ohne hit oder andere draws.
- Gegner foldet eventuell weakere Hands, dann ungeeignet for value
- FE wird erzeugt.

Raptor-Checkraise

Flop 90BB left, Pot 22BB, Bet 10BB
Turn 70BB left, Pot 42BB, Villain bets 26BB, Pot 68BB, Check-raise 70BB (Villain-Odds 21,8%)

- Anti-Float-Adaption
- benötigt viel FE oder die Nuts

- 3-Bet-Denkprozedur/Checkliste (Selbstkontrolle wichtig!!) Nicht übertreiben :))

1. Gibt es Ausschlusskriterien für eine non-Value-3-Bet? (Stacksize, Stats: PFR/4-Bet, History/Tilt, Table-situation)
2. Wie sieht die Reaction-Range aus und welche Vorteile hat meine 3-Bet? (Callt/foldet preflop zu viel, Foldet postflop zu viel/wenig)
3. Hat der Coldcall einen höheren EV? (Position, Equity, Squeezeinduce, Playability)
4. Wie sieht meine Perceived-Range aus? Welche Boards möchte mein Gegner floppen? Ist Deception notwendig?


Puscherbilbo
Beigetreten: 18.06.2009
BlackMember

Offene Aspekte:

- Rangeadaption wenn Gegner nicht 100% seiner PFR-Range auf 3bet defendet.

- Kombination aus bluff/Value (z.B. AK/QQ-TT)
- Wir liegen vorne gg PFR-Range/on3bet call-Range aber hinten gg 4bet/broke range. Trotzdem ist es eventuell profitabel diese hände auf 4bet zu shippen.
- Profitabel aufgrund Kombi aus Restequity+FE in den einzelnen Spots.
- Formel needed!?

- Sinn und Vorteile der einzelnen Lines postflop

- unterschiedliche Bordstrukturen
- draws/Bluffs/made Hands
- Gegnertypen
- etc.

- Rangeadaption nach Metagameaspekten

- Gegner sieht mich beim SD mit Bluff-Hand.
- Gegner sieht mich mit Value-Hand.
- Ich sehe Gegner mit marginaler Hand am SD.

An dieser Stelle sei gesagt, dass aufgrund von Formatstruktur + Zeit gar nicht alles thematisiert werden kann. Insofern soll dies auch nur weiterführend sein. Der Input war auf jeden Fall eh schon hochkonzentriert.

Die Session heute hat mir sehr gut gefallen. Zum einen besaßen die Thematik mehr praktische Aspekte + der 2. Teil war konkreter mit der Thematik verknüpft.


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007
Oldschool Grinder

hab ichs überlesen oder wird überhaupt nicht nach positionen differenziert?


Fliegus123 Themenstarter
Fliegus123
Beigetreten: 20.07.2006
PokerStrategist

Der Aspekt der Position wurde weitestgehend ausgeblendet. Es ist indirekt wichtig bei der Evaluation, ob man eine Value-3-Bet hat oder nicht. Ferner im Begriff der Playability und bei der Diskussion Coldcall/3-Bet. Ich habe es bei der Praxisnäherung dann benutzt, aber nicht massiv explizit gemacht.
Im Coaching dürfte es aber rübergekommen sein, sagte auch, dass der Wert der Position da nicht überschätzt werden kann. _cool:


smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007
Oldschool Grinder

ok
nur wirds mit den ranges dann etwas problematisch, falls die jemand zu wörtlich nimmt


Fliegus123 Themenstarter
Fliegus123
Beigetreten: 20.07.2006
PokerStrategist

Das Handout zur Sitzung vom 24. 02. zum Thema 3-Betting:

1. Definition: -> Was versteht man unter einer 3-Bet? (3-Bet = Reraise) :f_eek:

- Preflop: Blinds = Bet; Openraise = 2-Bet; Reraise = 3-Bet
- Postflop: Bet = Bet; Raise = 2-Bet, Reraise = 3-Bet

2. Zweck einer 3-Bet -> Was sind mögliche Absichten einer 3-Bet? _cool:

- for Value (-> Habe ich eine Equity-Edge gegen die gegnerische Range?
- for Foldequity (-> Foldet mein Gegner oft genug?)
- for Metagame (-> Macht er Fehler, wenn ich meinen Gegner unter Druck setze?)

2.1 3-Betting for Value: -> Wie sieht eine Value-3-Bettingrange aus? _evil:

- 1. gegen TAG (PFR 15-22) 5-8% (88+, ATs+, AJo+, KJs+, KQo)
- 2. gegen LAG (PFR 22-35) 9-12% (66+, A9s+, ATo+, KTs+, KJo+, QJs)

2.2 3-Betting for Foldequity: -> Ab wann ist eine 3-Bet profitabel aufgrund bloßer Foldequity? _frown:

2.2.1.1 Mit Blinds:

OR 4BB, 3Bet 14BB: (1,5BB Blinds) -> 14 / 19,5 = 71,8%
OR 3,5BB, 3Bet 10,5BB: (1,5BB Blinds) -> 10,5 / 15 = 70%
OR 3BB, 3Bet 10BB: (1,5BB Blinds) -> 10 / 14,5 = 68,9%

2.2.1.2 Aus dem SB:

OR 4BB, 3Bet 13,5BB: (1BB Blinds) -> 13,5 / 19 = 71%
OR 3,5BB, 3BET 10BB: (1BB Blinds) -> 10 / 15 = 66,6%
OR 3BB, 3Bet 9,5BB: (1BB Blinds) -> 9,5 / 14 = 67,9%

2.2.1.3 Aus dem BB:

OR 4BB, 3Bet 13BB: (0,5BB Blinds) -> 13 / 18,5 = 70,3%
OR 3,5BB, 3Bet 9,5BB: (0,5BB Blinds) -> 9,5 / 14,5 = 65,5%
OR 3BB, 3Bet 9BB: (0,5BB Blinds) -> 9 / 13,5 = 66,6%

2.2.2 -> Mit welcher Range ist ein Non-fold (Reaction) zu erwarten?

- TAG: <6% (TT+, AJs+, AQo+, JTs+)
- LAG: <16,44% (22+, AT+, KTs+, KJo+, QTs+, 76s+)

2.2.3 -> Wie verhält sich 3-Betting for FE im Vergleich zwischen LAG und TAG?

On3Bet-Range/OR-Range-Ratio: benötigt: <0,28-0,34 (s.o.)

- Bsp. vs. BU: ATS 40 -> LAG 0,41 / TAG 0,15
- Bsp. vs. CO: ATS 32 -> LAG 0,52 / TAG 0,19
- Bsp. vs. UTG OR 15 -> Standardrange?

2.3 3-Betting for Metagame (Future EV): -> Wie reagiert mein Gegner auf 3-Bets? Was kann ich erwarten und wie nutze ich es aus? :f_p:

-> Was bewirkt eine 3-Bet psychologisch betrachtet? (Overrun-Feeling, Frustration, Paranoia, Spewy-plays, Tilt-induce)
-> Wie kann ich das On3-Betverhalten von Villain ausnutzen? Ist Deception angebracht (Fisch: unnötig, solide: hilfreich, gut: Pflicht)?
-> Welche Stats sind wichtig? (Pre-Mathematik: PFR, Fold-to-3-Bet, 4Bet; Postflop-Tendenzen: Fold-to-Cbet, WTSD, W$WSF)
-> Wie sieht eine deceptive 3-Betting-Range aus? [bis zu 20% (22+, A2s+, ATo+, K9s+, KJo+, 86s+, 54s+), Cardremoval beachten!]
-> Wird Villain adapten und wenn ja, wie? (History, Momentum, Table-situation) Wie verändert sich Villains Reaction-Range?
-> Welche Vorteile bietet der Coldcall gegenüber einer 3-Bet und wie verändert sich die Perceived Range? (Equitybase/Trap/Stackratio/Position)
-> Welche Hände eignen sich für einen Coldcall? (Entpolarisierung der Range: Pockets, SCs, upper-non3Bet-BWs)

3. Postflop in 3-Bet-Pots: Lines für aggressives Spiel (Betgröße vs. Betanzahl) :f_o:

3.1 High-Pressure-Betting:
- Flop 90BB left / Pot 22BB, Bet 20BB
- Turn 70BB left / Pot 62BB, Push 70BB (Villain-Odds 34,7%)

3.2 Raptor-Betting:
- Flop 90BB left / Pot 22BB, Bet 10BB
- Turn 80BB left / Pot 42BB, Bet 16BB
- River 64BB left / Pot 74BB, Push 64BB (Villain-Odds 31,7%)

3.3 Checkraise-pushing
- Flop 90BB left / Pot 22BB, Villain bets 16BB, Pot 38BB / Check-raise 90BB (Villain-Odds 30,7%)

3.4 Raptor-Checkraise
- Flop 90BB left / Pot 22BB, Bet 10BB
- Turn 70BB left / Pot 42BB, Villain bets 26BB, Pot 68BB / Check-raise 70BB (Villain-Odds 21,8%)

4. Praktische Tipps: :f_confused:

-> Übertreib es nicht, um ein tightes Image aufrecht zu erhalten!
-> 3-Betting fühlt sich vielleicht cool an, aber ist nicht immer profitabel!
-> Bevor Du bluff-3-bettest, überlege genau, gegen wen, wie oft und ob Du es überhaupt profitabel tun kannst und worin diese Profitabilität liegt!

-> 3-Bet-Denkprozedur/Checkliste

- Gibt es Ausschlusskriterien für eine non-Value-3-Bet? (Stacksize, Stats: PFR/4-Bet, History/Tilt, Table-situation)
- Wie sieht die Reaction-Range aus und welche Vorteile hat meine 3-Bet? (Callt/foldet preflop zu viel, Foldet postflop zu viel/wenig)
- Hat der Coldcall einen höheren EV? (Position, Equity, Squeezeinduce, Playability)
- Wie sieht meine Perceived-Range aus? Welche Boards möchte mein Gegner floppen? Ist Deception notwendig?


Martschl
Beigetreten: 16.04.2009
Oldschool Grinder

Wollte nur nochmal schnell danke sagen!
Bin sehr eingespannt, aber hier kann man gut nacharbeiten :)

Vor allem werd ich das als Wieder-Bronze Member hier auch weiternutzen können ;)


Da ich kurzfristig als Schüler eingesprungen bin, erübrigt sich der Platzhalter.

Danke von meiner Seite an MagnumLemon, der das Protokoll übernommen hat.


MagnumLemon
Beigetreten: 11.09.2008
Oldschool Grinder

Ich hab mal Protokoll mitgeschrieben, leider ist die Formattierung beim Posten hier verloren gegangen. Bei Bedarf kann ich noch mal meine TEXT-Datei zur Verfügung stellen.

Thema: Welche Spielertypen gibt es und wie geht man gegen sie vor?
==================================================================

1. Wofür braucht man Spielerkategorien?
=======================================
Man kann Gegner besonders bei mehreren Tischen leichter exploiten

Gegner trifft Entscheidung rational, die auf seiner psychologischen Struktur basieren
Überprüfung der Validität

2-Achsensystem (Hauptkriterien) zur Einordnung der Gegner: Aggressivität und Looseness/Range

Informationen zur Bestimmung des gegnerischen Spiels: Stats, Name, Stacksize, Playernotes

Welche Stattypen sind wichtig zur Kategorisierung?
VP$IP, PFR, AF, WtSD, sekundär noch ATS, 3bet

2. Spielertypenbezeichnung
==========================
LAG, Callingstation, TAG, Maniac, Rock, Shorty, Donkey (nicht mit Stats allein einzuordnen)

Donkey: macht absolut sinnlose Moves
Maniac: sinnvolleres Spiel, weil Moves auf rationalen Entscheidungen beruhen

3. Notingsystem
===============
Zwei Kriterien zur Farbbestimmung: Rot als Warnfarbe (Tightness, Aggression, Gefahr), Gelb/Grün (weniger Gefahr)

- Calling-Station: grün (keine Gefahr, weite Ranges)
- Maniac gelb (kaum Gefahr, weite Ranges)
- LAG orange (erhöhte Gefahr, minimal erweiterte Ranges)
- TAG lila (hohe Gefahr, enge Ranges; Neutralfarbe blau wegen Meid-Intention + Rot wegen Aggression+Rangeenge)
- Nit/Rock rot (kaum Gefahr, maximal enge Ranges)
- Donkey Affensymbol (hohe Gefahr, Ranges variieren)
- Shorty blau (reine Mathematik, neutrale Ranges)

Was bringt das System?
Bewusst machen, dass man sich strategisch ausrichten muss
schnell werden, effizient werden, evtl. mehr Tische spielen
hilft von der Methodik her, sich zu focussieren, bei der Evaluation von neuen Spielern und Reads sammeln

4. Strategizing vom Rock zum Maniac
===================================

- Nit
---
- Psychologismata:
- Will nach Möglichkeit immer die beste Hand haben, bevor er Geld investiert
- Ist paranoid bzgl. der gegnerischen Handstärke
- Weiß um sein Image und pflegt es
- Kann stealen und Position nutzen, spielt Postflop aber nur selektiv aggressiv
- Rangebereiche / Stats:
- Vpip: "8-11%" (99+, ATs+, KJs+, AJo+, KQo) bis (55+, ATs+, KJs+, QJs, AJo+, KJo+)
- PFR: kaum Unterschied zum Vpip
- ATS: bis zu 16% (22+, A7s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+, QJo)
- 3-Bet: bis zu 2,5% (QQ+, AKs, AKo)
- AF: < 1.5
- Konter-Strategie:
- viel stealen
- vermehrt in Position spielen
- postflop IP viele Pötte am Turn klauen (single-barrel Fehler)
- groß Valuebetten mit Monstern

- TAG
---
- Psychologismata:
- Spielt auf Basis von Equity-annahme
- Nutzt Positions-Vorteile aus
- Kann deceptive 3-Betten
- Kann postflop sowohl seine Equity als auch die Schwächen seines Gegners ausspielen
- Reflektiert Gegner-Entscheidungen und gründet sein Spiel darauf
- Rangebereiche / Stats:
- Vpip "16-22%" (22+, A5s+, KTs+, QJs, ATo+, KJo+, QJo) bis (22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, ATo+,

KTo+, QTo+, JTo)
- PFR: nur kleine Gap zum Vpip, entsteht aus Coldcalls von "JJ-22, AQs+, KQs, AQo+, KQo" idR in Position oder Multiway

- ATS: "27-41%" (22+, A2s+, K9s+, Q9s+, JTs, A2o+, KTo+, QTo+) bis (22+, A2s+, K2s+, Q7s+, J8s+, T8s+, 97s+, 86s+, 75s+,

65s, 54s, A2o+, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o, 98o, 87o)
- 3-Bet "4-7%" (JJ+, AQs+, AKo) + polarisierte 3-Bet (A8s-A2s, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s)
- AF 2.5 - 4

- Konter-Strategie:
- idR meiden, höchsten in Position spielen, wenn möglich
- selektiv gegen Steals 3-Betten (polarisiert, KK+)
- vor allem in Position spielen (Coldcalls mit TT/JJ und AQ preflop)
- viel c/r gegen hohe Contibet-Frequenzen

- LAG
---
- Psychologismata:
- Möchte den Gegner immer unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen
- Nutzt idR postflop Positionsvorteile
- Sieht gerne Flops
- Kann multiple-barrel-bluffen / häufige 2nd barrel
- Stealt sehr viel, restealt selektiv aus den Blinds, aber mit erhöhter Frequenz zum Tag
- Rangebereiche / Stats:
- Vpip: "32-40%" (22+, A2s+, K7s+, Q9s+, J9s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, A5o+, K8o+, Q9o+, J9o+) bis (22+, A2s+, K5s+,

Q7s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, 65s, A2o+, K7o+, Q8o+, J9o+, T9o, 98o, 87o)
- PFR: keine große Gap zum Vpip, aber neigt oft auch zum Coldcall in Position
- ATS: bis zu 52% (22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J5s+, T7s+, 97s+, 86s+, 75s+, 64s+, 54s, A2o+, K5o+, Q7o+, J8o+, T8o+, 97o+,

87o, 76o)
- 3-Bet: bis zu 12% (55+, ATs+, KJs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, AJo+, KQo)
- AF 2.5 - 5
- Konter-Strategie:
- vermehrt in Position spielen
- lighter for Value 3-betten (auch AQ/AJ, KQ, KJs)
- Out of position durchaus c/c, c/r spielen for Value gegen hohe Turn-Aggression

- Calling-Station
---------------
- Psychologismata:
- Sieht gern Flops und Showdowns (ist neugierig)
- Foldet ungern (außer gegen große Bets, z.B. limp/fold preflop gegen 5/6BB-Isoraise)
- "any2 can win"-Mentalität oder: "man weiß ja nie, was für Karten kommen werden"
- Vernachlässigt Position völlig (limp/call in early Position)
- Stealt idR nicht (ATS in etwa = PFR)
- Rangebereiche / Stats:
- Vpip "25-55%" (22+, A2s+, KTs+, QTs+, JTs, A2o+, KTo+, QJo) bis (22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J8s+, T7s+, 97s+, 87s, 76s, 65s,

54s, A2o+, K2o+, Q6o+, J7o+, T8o+, 97o+, 86o+, 76o)
- PFR: hohe Gap zum Vpip "5-9%" (TT+, AJs+, KQs, AQo+) bis (88+, ATs+, KJs+, QJs, AJo+, KQo)
- ATS: bis 15% (77+, A9s+, KTs+, QTs+, ATo+, KTo+, QTo+, JTo)
- 3-Bet 0-2,5% (QQ+, AKs, AKo)
- AF < 2
- Konter-Strategie:
- große Valuebets setzen
- oft isolieren und postflop Contibets setzen (Weakness ausnutzen)
- niemals Bluff-3betten ohne besondere Reads
- keine Fancy-Plays bei Widerstand postflop
- vermehrt b/f statt c/c auch mit weaken Toppairs

- Maniac (oft tiltende Spieler)
------
- Psychologismata:
- Blufft gern und setzt Gegner gern unter Druck
- Wird persönlich beim Spielen und sucht sich seine "Opfer" heraus
- vernachlässigt Equity und Positions-Vorteile
- Spielt Draws idR aggressiv
- geht sehr loose broke, foldet ungern gegen Raises
- moved postflop sehr viel, auch wenn er kein PFA ist
- Rangebereiche / Stats:
- Vpip: bis zu 95%
- PFR: nicht immer große Gap zum Vpip, je nach Typ, aber idR über 35% (22+, A2s+, K6s+, Q8s+, J9s+, T9s, 98s, A2o+, K7o+,

Q9o+, J9o+, T9o)
- ATS: kaum Unterschied zum PFR, da Position nicht so wichtig für ihn
- 3-Bet: keine statische Range, minimal LAG-Range: 12% (55+, ATs+, KJs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, AJo+, KQo)

- AF 5 - 13
- Konter-Strategie:
- Vermehrt in Position spielen
- for Value häufiger "call flop / raise turn" spielen
- Combo-Draws aggressiv spielen (c/r Flop, push Turn) -> Chance geben, am Flop mit Purebluffs noch mal drüberzugehen
- AK eher als Bluffcatcher, denn als Valuebet in 3bet-Pots
- allgemein: lighter downcallen in Position, aber folden können gegen 3rd barrel ohne Reads

5. Praktische Tipps von Fliegus123
==================================

1. Tablecount: Spiele immer nur soviele Tische, dass Du noch genügend gedankliche Ressourcen für das Table-Scanning / Strategizing hast.

2. Table-Scanning-Steps (Noting-Samplesizes):
- ab 15 Händen: Tendenz vormerken, bei einigermaßen klaren Tendenzen (Maniac, CS, Nit) schon Note verteilen
- ab 50 Händen: Tendenz re-evaluieren / prüfen (Maniac, CS, Nit), weitere Tendenzen vormerken (LAG, TAG) und Notes vergeben

- ab 150 Händen: Tendenzen prüfen und ggf. Note wechseln; Maniac-Donkey-Vergleich (Reads dazunehmen) + Note verteilen
- ab 500 Händen: Notes erneut prüfen und in der Text-Note vermerken, wenn einigermaßen gesichert

3. Initial Fähigkeiten prüfen ("aha, er kann..."):
- Limp/fold overall - Openlimp in später Position
- 3-Bet / 4-Bet
- Betsizing
- Checkraise
- Checkbehind als PFA


KPaxx
Beigetreten: 19.05.2007
Oldschool Grinder

Das Coaching vom 14.03.10 von Fliegus123 war wieder sehr lehrreich.

War ja nicht anders zu erwarten.

Selbst kurz danach bin ich mir einiger Fehler bewusst und kann in Zukunft besser an
meinem Spiel arbeiten. Ich hoffe dieses Format wird es auch noch weiterhin geben.

Die Zuschauerzahlen sprechen ja auf jeden Fall dafür.

Danke nochmals.


Hallo!
habe zwar schon oft in coachings reingehört aber diese gingen meistens um die grade laufende session.
bei fliegus find ich es absolut genial wie vorbereitet er an die sache rangeht und wie super er dann die sachen erklärt!
mir hat das coaching sehr geholfen, vor allem die art und weise wie man schnell lines findet um zu kontern bei den verschiedenen spielertypen.

werde mir jedes weitere coaching anhören, sofern mein status dazu ausreicht!
absolutes topcoaching!

gruß neenja!


Fliegus123 Themenstarter
Fliegus123
Beigetreten: 20.07.2006
PokerStrategist

Hier das Handout zur Sitzung vom 14.03.2010: "Spielertypen und Strategizing"

1. These:

-> Wozu braucht man Spielertypen-Kategorien? Man spielt lediglich auf Basis der mathematischen Information (Stats)!

- Annahme: kein randomisierter Output (Black-Box-Modell, rational choice)
- Psychologismata / Readbase
- Validität der nutzbaren Information

2. Spielertypen-Klassifikation:

-> Welches sind die zwei Hauptkriterien für die Einschätzung eines Spielerstils? (Bild: Achsensystem [Loose/Tight, Aggressiv/Passiv])
-> Welche Informationen kannst Du nutzen, um den gegnerischen Spielstil zu bestimmen? (Screenname, Stacksize, Stats)
-> Welche Stats sind für die Bestimmung am wichtigsten? (Vpip, PFR, ATS, 3-Bet, AF[, WTSD, W$SD])
-> Welche Spielertypen-Bezeichnungen kennst Du? (CS, MANIAC, LAG, TAG, NIT, DONKEY, SHORTY)
-> Was Unterscheidet einen Maniac vom Donkey? (Über-Aggression/persönlich Aggression vs. irrationales/undurchschaubar Spiel [Slow-/Overplay])

3. Noting-System (Kriterien: Warnfarbenmodell, Rangeweite -> psychologische Wirkung/effizientes Erkennungsmuster)

- Calling-Station: grün (keine Gefahr, weite Ranges)
- Maniac gelb (kaum Gefahr, weite Ranges)
- LAG orange (erhöhte Gefahr, minimal erweiterte Ranges)
- TAG lila (hohe Gefahr, enge Ranges; Neutralfarbe blau wegen Meid-Intention + Rot wegen Aggression+Rangeenge)
- Nit/Rock rot (kaum Gefahr, maximal enge Ranges)

- Donkey Affensymbol (hohe Gefahr, Ranges variieren)
- Shorty blau (reine Mathematik, neutrale Ranges)

-> Wozu ein solches system?

- initial: bewusstes Strategizing
- langfristig: schnelle orientierung am Tisch
- methodisch: ständiger Fokus auf Neuevaluation von Spielertypen = Autopilot-Vermeidung

4. Range-Näherung und Strategizing (aufsteigend nach Rangeweite):

4.1 Nit

4.1.1 Psychologismata:

- Will nach Möglichkeit immer die beste Hand haben, bevor er Geld investiert
- Ist paranoid bzgl. der gegnerischen Handstärke
- Weiß um sein Image und pflegt es
- Kann stealen und Position nutzen, spielt Postflop aber nur selektiv aggressiv

4.1.2 Rangebereiche / Stats:

- Vpip: "8-11%" (99+, ATs+, KJs+, AJo+, KQo) bis (55+, ATs+, KJs+, QJs, AJo+, KJo+)
- PFR: kaum Unterschied zum Vpip
- ATS: bis zu 16% (22+, A7s+, KTs+, QTs+, JTs, ATo+, KJo+, QJo)
- 3-Bet: bis zu 2,5% (QQ+, AKs, AKo)
- AF: < 1.5

4.1.3 Konter-Strategie:

- viel stealen
- vermehrt in Position spielen
- postflop IP viele Pötte am Turn klauen (single-barrel Fehler)
- groß Valuebetten mit Monstern

4.2 TAG

4.2.1 Psychologismata:

- Spielt auf Basis von Equity-annahme
- Nutzt Positions-Vorteile aus
- Kann deceptive 3-Betten
- Kann postflop sowohl seine Equity als auch die Schwächen seines Gegners ausspielen
- Reflektiert Gegner-Entscheidungen und gründet sein Spiel darauf

4.2.2 Rangebereiche / Stats:

- Vpip "16-22%" (22+, A5s+, KTs+, QJs, ATo+, KJo+, QJo) bis (22+, A2s+, KTs+, QTs+, J9s+, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, ATo+, KTo+, QTo+, JTo)
- PFR: nur kleine Gap zum Vpip, entsteht aus Coldcalls von "JJ-22, AQs+, KQs, AQo+, KQo" idR in Position oder Multiway
- ATS: "27-41%" (22+, A2s+, K9s+, Q9s+, JTs, A2o+, KTo+, QTo+) bis (22+, A2s+, K2s+, Q7s+, J8s+, T8s+, 97s+, 86s+, 75s+, 65s, 54s, A2o+, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o, 98o, 87o)
- 3-Bet "4-7%" (JJ+, AQs+, AKo) + polarisierte 3-Bet (A8s-A2s, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s)
- AF 2.5 - 4

4.2.3 Konter-Strategie:

- idR meiden, höchsten in Position spielen, wenn möglich
- selektiv gegen Steals 3-Betten (polarisiert, KK+)
- vor allem in Position spielen (Coldcalls mit TT/JJ und AQ preflop)
- viel c/r gegen hohe Contibet-Frequenzen

4.3 LAG

4.3.1 Psychologismata:

- Möchte den Gegner immer unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen
- Nutzt idR postflop Positionsvorteile
- Sieht gerne Flops
- Kann multiple-barrel-bluffen / häufige 2nd barrel
- Stealt sehr viel, restealt selektiv aus den Blinds, aber mit erhöhter Frequenz zum Tag

4.3.2 Rangebereiche / Stats:

- Vpip: "22-40%" (22+, A2s+, K7s+, Q9s+, J9s+, T8s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, A5o+, K8o+, Q9o+, J9o+) bis (22+, A2s+, K5s+, Q7s+, J8s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, 65s, A2o+, K7o+, Q8o+, J9o+, T9o, 98o, 87o)
- PFR: keine große Gap zum Vpip, aber neigt oft auch zum Coldcall in Position
- ATS: bis zu 52% (22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J5s+, T7s+, 97s+, 86s+, 75s+, 64s+, 54s, A2o+, K5o+, Q7o+, J8o+, T8o+, 97o+, 87o, 76o)
- 3-Bet: bis zu 12% (55+, ATs+, KJs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, AJo+, KQo)
- AF 2.5 - 5

4.3.3 Konter-Strategie:

- vermehrt in Position spielen
- lighter for Value 3-betten (auch AQ/AJ, KQ, KJs)
- Out of position durchaus c/c, c/r spielen for Value gegen hohe Turn-Aggression

4.4 Calling-Station

4.4.1 Psychologismata:

- Sieht gern Flops und Showdowns (ist neugierig)
- Foldet ungern (außer gegen große Bets, z.B. limp/fold preflop gegen 5/6BB-Isoraise)
- "any2 can win"-Mentalität oder: "man weiß ja nie, was für Karten kommen werden"
- Vernachlässigt Position völlig (limp/call in early Position)
- Stealt idR nicht (ATS in etwa = PFR)

4.4.2 Rangebereiche / Stats:

- Vpip "25-55%" (22+, A2s+, KTs+, QTs+, JTs, A2o+, KTo+, QJo) bis (22+, A2s+, K2s+, Q2s+, J8s+, T7s+, 97s+, 87s, 76s, 65s, 54s, A2o+, K2o+, Q6o+, J7o+, T8o+, 97o+, 86o+, 76o)
- PFR: hohe Gap zum Vpip "5-9%" (TT+, AJs+, KQs, AQo+) bis (88+, ATs+, KJs+, QJs, AJo+, KQo)
- ATS: bis 15% (77+, A9s+, KTs+, QTs+, ATo+, KTo+, QTo+, JTo)
- 3-Bet 0-2,5% (QQ+, AKs, AKo)
- AF < 2

4.4.3 Konter-Strategie:

- große Valuebets setzen
- oft isolieren und postflop Contibets setzen (Weakness ausnutzen)
- niemals Bluff-3betten ohne besondere Reads
- keine Fancy-Plays bei Widerstand postflop
- vermehrt b/f statt c/c auch mit weaken Toppairs

4.5 Maniac

4.5.1 Psychologismata:

- Blufft gern und setzt Gegner gern unter Druck
- Wird persönlich beim Spielen und sucht sich seine "Opfer" heraus
- vernachlässigt Equity und Positions-Vorteile
- Spielt Draws idR aggressiv
- geht sehr loose broke, foldet ungern gegen Raises
- moved postflop sehr viel, auch wenn er kein PFA ist

4.5.2 Rangebereiche / Stats:

- Vpip: bis zu 95%
- PFR: nicht immer große Gap zum Vpip, je nach Typ, aber idR über 35% (22+, A2s+, K6s+, Q8s+, J9s+, T9s, 98s, A2o+, K7o+, Q9o+, J9o+, T9o)
- ATS: kaum Unterschied zum PFR, da Position nicht so wichtig für ihn
- 3-Bet: keine statische Range, minimal LAG-Range: 12% (55+, ATs+, KJs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, AJo+, KQo)
- AF 5 - 13

4.5.3 Konter-Strategie:

- Vermehrt in Position spielen
- for Value häufiger "call flop / raise turn" spielen
- Combo-Draws aggressiv spielen (c/r Flop, push Turn)
- AK eher als Bluffcatcher, denn als Valuebet in 3bet-Pots
- allgemein: lighter downcallen in Position, aber folden können gegen 3rd barrel ohne Reads

5. Praktische Hinweise:

5.1 Tablecount: Spiele immer nur soviele Tische, dass Du noch genügend gedankliche Ressourcen für das Table-Scanning / Strategizing hast.

5.2 Table-Scanning-Steps (Noting-Samplesizes):

- ab 15 Händen: Tendenz vormerken, bei einigermaßen klaren Tendenzen (Maniac, CS, Nit) schon Note verteilen
- ab 50 Händen: Tendenz re-evaluieren / prüfen (Maniac, CS, Nit), weitere Tendenzen vormerken (LAG, TAG) und Notes vergeben
- ab 150 Händen: Tendenzen prüfen und ggf. Note wechseln; Maniac-Donkey-Vergleich (Reads dazunehmen) + Note verteilen
- ab 500 Händen: Notes erneut prüfen und in der Text-Note vermerken, wenn einigermaßen gesichert

5.3 Initial Fähigkeiten prüfen ("aha, er kann..."):

- Limp/fold overall
- Openlimp in später Position
- 3-Bet / 4-Bet
- Betsizing
- Checkraise
- Checkbehind als PFA


Teilen: