Hey, hier braucht nur zu posten wer will. Hier dürft ihr kurz mal ehrlich sein
und eure Pokergeschichte erzählen: entweder als zweizeiler oder länger. Wie
ihr eben wollt. Ich glaube, dass das Recht interessant und lehrreich sein kann.
Ich fang mal an:
Als ich vor knapp 3+ Jahren beim Bund war, bin ich schon etwas in Berrührung
mit Poker gekommen, allerdings hat es mich eher wenig interessiert. Auf anraten von einem Stubenkameraden hab ich mir mal die 50$ von ps.com geholt und ein bischen rumgedonkt, hab aber die meiste Zeit ein rts-game quasi in den "highstakes" gezockt und in Poker eben nur mal kurz reingeschnuppert.
Als der Bund dann vorbei war und ich ein Informatikstudium begonnen habe, musste ich mir nebenbei auch einen Job holen den ich vor dem Bund hatte und zwar als Kassenkraft in einem kleinen Stadtkino. Der Weg zu dem Job war zu lange und nebenbei verdienten ehemalige "Kumpels" aus dem rts game Millionen
bei Poker wie z.B.: vaga_lion
Eines Abends als ich nach einem 14 Stundentag ( mit Weg ) von der Arbeit nach Hause kam mit 70€ mehr in der Tasche und mir ein onlinepokerspieler erzählte, er hätte so eben in 2h 800€ gemacht, hab ich den Entschluss gefasst und wollte nebenbei Pokerspieler werden.
Erstmals in meinem Leben eine paysafecard geholt von der Tanke und alles verdonkt. Dann hat mir Chappolini 50$ auf Everestpoker geschenkt und ich
hab auch dort nochmal nachgecasht. Nach einem kleinen Tourneywin ging ich
trotzdem irgendwann broke, nach dem 10 Stack brm nicht das gelbe vom Ei ist.
Hab dann auf PP angefangen, insgesamt nun 250€ eingecasht ( meine Eltern
haben mir gedroht, jede Unterstützung zu verweigern sollte ich jemals selbst
Geld in Poker eincashen ), alles heimlich natürlich, und dann zwischen der SSS
und BSS hin und her geswitcht. Groni hat mir dann geraten BSS SH zu lernen was ich dann auch in die Tat umsetzte.
Hab dann knapp 1 Jahr auf nl10 BE gespielt, während ich mein Studium verhaute und mich für ein neues einschrieb.
Ende des Jahres hatte ich einen Job am Bau der mir sowas von die Augen
geöffnet hat -> ich wollte jetzt alles richtig machen: Uni, Poker, Training, Mädels. Ich war einfach top motiviert!
Ich zog um in die Stadt in eine Wg und hier begann ein Grind den ich heute nicht mehr nachvollziehen kann. Ich ging jeden Tag laufen, Abends ab 10 in die Stadt, kam ca um 4 heim, schlief 3h, und ging dann in die Uni oder pokerte
abwechselnd. Ich schaute 2 Videos am Tag, bewertete 10 Hände und laberte jeden den ich kannte mit Pokertheorien zu.
Innerhalb von 2 Monaten verwandelte ich 100$ ( ich war von knapp 1k$ wieder auf 100$ abgerutscht ) in ca 9k$.
Als dann die Prüfungen vor der Tür standen und es eng wurde, ich hoffnungslos verliebt war und mir alles über den Kopf wuchs, dropte/vertiltete ich ca 3k$ und cashte den Rest zur Sicherheit aus.
Irgendwie hatte ich den Bezug zum Geld so hart verloren, dass ich nach nur 2 Monaten alles ausgegeben habe. Alles was ich mir kaufte, war ein größerer
Monitor. Den Rest hab ich versoffen und mit Kumpels durchgebracht bzw auch mal meine Studiengebühren selber bezahlt.
Nach den Prüfungen cashte ich 400$ bei Cake Poker ein und spielte sie in 1 1/2 Monaten mit HU und bischen SH auf 10k$ hoch. ( SH war mir mittlerweile
zu tough, langweilig und mechanisch geworden. Ich wollte nur noch spielen,
womit ich Millionär werden könnte... lol ).
Erneut träumte ich davon, irgendwann in die Highstakes zu kommen.
Dann ging die Uni wieder los und Poker hing auf dem schwebenden Ast ( gesetzlich ). Meine Motivation verfiel sich und ich glaubte nicht mehr daran, irgendwann Pokermillionär werden zu können. Erneut cashte ich alles aus und
sagte mir, mich auf Uni etc. zu konzentrieren.
In der Wg in der ich damals lebte ging es drunter und drüber und bestimmte
Umstände zwangen mich dazu, wieder zu meinen Eltern aufs Land zu ziehen.
Ich beschloss erstmal dort zu bleiben und setzte mein Geld das erste mal sinnvoll um: großer Tv, neue Möbel, fetter Bürostuhl, teure Soundanlage, Iphone, Pc usw.
Ich merkte dann, dass ich mein ganzes Geld, welches ich fürs Studium verwenden wollte, zur Neige gegangen war, also musste ich erneut anfangen zu Pokern. Ich cashte 1000$ bei Betfair an und spielte HU aber mehr schlecht als recht. Ich entschied mich dann dazu, SH zu spielen, was dazu führte, dass ich ca 6 Monate be spielte ( bzw. spielte mich auf 6,6k hoch nur um dann an einem Abend alles zu vertilten -.- ). Ich glaube ich cashte am Ende trotzdem 4k€ aus nur war sehr unzufrieden mit meiner Leistung. Irgendwie hatte ich dann keinen Bock mehr zu Pokern und gammelte nur ein bischen auf den Limits rum, hatte schon lange keine Videos mehr angeschaut oder Hände bewertet. Gleichzeitig gab ich beim feiern im Monat ca 1000€ aus ( R O F L - wie dumm bin ich ).
Irgendwann kam es wie es kommen musste: Mein Umfeld hatte akzeptiert, dass ich viel Geld hatte und ich hatte mich nie zurück genommen bzw. sogar auch noch damit angegeben...
Mein Kontostand: ca 1000€ ( es war absehbar, das sich bald pleite war )
Ich cashte erneut 500$ ein und ein Kumpel zahlte mir endlich 1,1k$ zurück, die er mir schuldete. Ich machte einen paar Monatigen Ausflug zu plo aber kam mit vll 500$ up davon, mein Kontostand inzwischen 0€. Ich konnte kein Fitnessstudio mehr bezahlen und auch mein Handy nicht mehr. Gleichzeitig ging die Uni in die Vollen.
Erneut startete ich den grind, mit 2k$ diesmal. Und nur NLHE, also HU. Ich zwang mich dazu jeden Tag alle meine Hände zu bewerten, 1 Video anzuschauen und mir notes dazu zu machen und mindestens 1h am Tag mit einem anderen HU spieler U2U coaching zu machen. Lustigerweise sharte ich in der Zeit mit einem Tourneyspieler was mir 3,1k$ einbrachte und meine roll auf 6k$ anwuchs. Innerhalb von 2 Monaten baute ich meine roll erneut aus, bis ich nl400 und nl600 HU spielen konnte. Und jetzt ist es soweit. Ich hab wieder alles ausgecasht nach blackfriday. Und ich werde das Geld so einteilen, dass ich für den Rest meines Studiums auf kein fremdes Geld angewiesen bin und mich aufs Studium konzentrieren kann. Ich hab online noch 1000$ left auf neteller mit denen ich vll den VIP-Bonus bei PP abgreife oder nicht. Mal schauen. Vll fang ich irgendwann wieder an. Ich trainiere jetzt 5 Tage die Woche und lerne ansonsten für die Uni oder schreibe kreativ. Also mach all die Dinge, die ich zZ machen will.
Poker ist ein Monster aber auch ein Freund. Es hat mir einen 1000€ Abend mit Limousine verschafft, es hat mich gequält und mir Hoffnungen gemacht, etwas
besonderes erreichen zu können. Poker hat mir meine Schwächen: keine Disziplin, keine Geduld, Tilt, schnelle Unkonzentriertheit usw. immer wieder ins Gesicht geballert. Andererseits hab ich gelernt und Erfahrungen gesammelt, ich bin jetzt fleißiger und denke langfristig. Ich hab meine Schwächen zum Teil vermindern können. Und ich habe gelernt, nicht mehr zurück zu schauen bzw.
Geschehenes so zu akzeptieren, wie es nun mal ist. Und was Varianz ist.
Ich glaube im Nachhinein hätte ich ohne Tilt ca das 4fache verdienen können wie jetzt. Und hätte ich nicht jedesmal ausgecasht keine Ahnung wo ich stehen könnte. Andererseits kann ich mich jetzt frei bewegen und mich um mein Studium kümmern. Ich würde also overall sagen: Danke Poker, du bist ein Freund!