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Guide to the Lowstakes

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Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

1. Einführung und Vorgeplänkel

Ich werde im Folgenden einen kleinen Guide posten, wie man die Mikro-MTTs auf Stars m.E. erfolgreich und profitabel spielen kann, der hoffentlich den ein oder anderen neuen Gedanken enthält, der in den allgemein zugänglichen PS-Artikeln bis Silber-Status noch nicht behandelt wurde.

Meine Zielgruppe sind dabei primär MTT-Anfänger/Umsteiger oder Leute, die sich bisher eher erfolglos mit diesem Thema rumschlagen. Das typische Turnier, dass man sich dazu vorstellen muss, ist das Big 5.50/8.80/11, also diese Struktur mit den 10minütigen, moderat ansteigenden Blindleveln mit einem 150BB Starting Stack in einem Freezeout, einem sehr großen Feld und ewig langer Anmeldeperiode.
Ich bin aus Erfahrung ziemlich sicher, dass man die 0.25/90er ganz genauso spielen könnte und auch sowas wie das Deep 11, aber meine Annahmen über die Gegner werden z.B. für ein großes 1$-Donkament teilweise falsch sein, da ich sie nicht oft genug spiele. Gleiches gilt für Turbo-Turniere oder Rebuy-Events.
Dabei glaube ich ganz sicher nicht, dass das der optimale Weg wäre, aber halt ++ein++ möglicher.

Meine eigene Motivation: ich habe sehr viel durch PokerStrategy gelernt und fast alles im Folgenden wurde von anderen entwickelt und gepostet. Ich werde dabei versuchen meine Quellen anzugeben, aber bin nicht sicher, ob ich daran immer ausreichend denken werde und bitte dafür vorab um Entschuldigung.
Aus meiner Sicht ist der PS-MTT-Einsteiger-Content, besonders in den Strategie-Artikeln,aber auch in den Einsteiger-Videos hier, größtenteils veraltet.
Eure Gegner werden nach meiner Erfahrung halt einfach nicht so spielen wie dort beschrieben. Set-Mining und einfach alle Straßen durch valuebetten, wenn man hittet, ist auch auf den Mikros nicht mehr ausreichend heutzutage. Auch so Annahmen, dass die Gegner auf den Mikros niemals merken, wenn man AA und KK 4xed – und Jto minraised – das mag mal irgendwann wahr gewesen sein, aber soo schlecht ist die Mehrzahl der Gegner meiner Meinung nach allgemein nicht mehr. Irgendwann begannen mich die Einsteiger-Videos, die ich oft angesehen habe, einfach zu ärgern.

Ich selbst bin ein semi-erfolgreicher Freizeitspieler. Ich werde sicher niemals Profi werden, und es gibt hier sehr viele, viel bessere Spieler als mich. Aber die steigen dann auf in den Levels und spielen halt auch nur noch selten gegen euch. Sie haben daher m.E. teilweise auch nur noch begrenztes Wissen über die Art, wie auf den Mikros heutzutage wirklich gespielt wird. Es wäre dumm von euch, mir einfach zu glauben, wo es doch so viel Bessere gibt – also denkt einfach selbst nach, ob ein Gedanke von mir sinnvoll oder Quark ist . Außerdem dürft ihr mich gerne und jederzeit flamen, ich bin da sehr belastbar. ;) Ich werde also frei von der Leber weg schreiben, als wäre ich voll der Experte – aber ich weiß durchaus um meine eigenen sehr engen Grenzen. :)

Genug allgemeines Gequatsche. An die Tische.

A.) Vorbereitung

1. OPR ist dein Freund. OPR = officialpokerrankings.com. Registriere dich dort ( kostenlos) , und du wirst immer wissen, wer an deinen Tischen sitzt. Nebenbei kriegst du dort auch ein wenig Rückmeldung, wie gut du selbst eigentlich gerade spielst – und deine Erfolgsbilanz ( und wieviel Geld du gerade verbrätst oder gewinnst ;) ) .

Ich nutze es ausgiebig – ich unterscheide für mich dabei zwischen 5 allgemeinen Gegnertypen, abhängig vom Ranking:

a.) 99%+

Die „Pros“ auf deinem Level, gleichzeitig die Leute, die sehr wahrscheinlich besser spielen als du. Wir geben ihnen allgemein Respekt – das sind die Leute, die dir regelmäßig den FullHouse zeigen, der deinen Nutflush schlägt oder sowas.

Und irgendwie schaffen sie es merkwürdigerweise auch noch beim 20-tablen sinnvolle Tells auf dich aufzuschnappen.

Andererseits sind sie allerdings auch fast die einzigen Gegner, die ++intelligent++ bluffbar sind, abgesehen von Standardkram wie Conti-Bets oder sowas ( siehe später).

Aber allgemein: deal with them at your own risk ;) . Wenn wir sie reraisen, wollen wir es z.B. eher teuer machen und sowas.

Daneben behandele ich so alle Leute, die sich auf OPR haben explizit sperren lassen ( was ein Aufwand). Manchmal sind sie trotzdem schlecht, aber oft sind sind sie in der selben Kategorie.

b.) 92-93-98%+

Die Semi-Regs – man könnte auch sagen: Leute wie du und ich. :). Viele spielen dabei in der frühen Phase ein ziemliches Standardspiel und multitablen.

Halt Leute, die so in unserer Preisklasse spielen.

c.) 70-90%

Gerade wenn sie sehr viel spielen, was erstaunlich viele von ihnen tun, ++extrem++ dankbare Gegner. Allgemein leiden sie meistens darunter zu tight zu sein. Sie sind die Leute, die auf deine Conti-Bet alles ausser Top Pair folden und so ;) .

d.) Fische

Der Rest – wir spielen sehr gerne gegen sie,besonders in Position, aber wir müssen ihnen meistens auch ne Hand zeigen können, da sie allgemein ungern folden.

e.) 0-10%

Die Extremfische – immer ein Wettlauf, wer ihren Stack diesmal kriegt. Gegner mit extremen Leaks , die aber jeweils sehr unterschiedlich sein können. Das sind die Leute, die auch mal deinen All-In mit Assen mit 74o callen oder sowas. Es lohnt sich darüber nachzudenken, wie man selbst derjenige ist, der ihn kriegt.

All das setzt sicher eine gewisse Sample Size voraus ( vielleicht sowas wie allermind. 1000 Turniere) . Aber auch davor kann man die Werte oft sinnvoll zu einer schnellen Einschätzung nutzen . Dazu verweise ich auf mafi1968s Formel und die Diskussion dazu( im Thread MTT Werte gut?) .

Bei Leuten, die wenig Turniere gespielt haben, schau ich auf das Verhältnis ihrer Finishes ( mafi-like) , auf die ITM-Prozente und ob sie einen einzelnen Ausreißer hatten, oder allgemein bestimmte Gewinne erzielen ( klingt vielleicht kompliziert, aber das ist ein Blick nach ner Weile) .
Bei an sich eindeutig erfolgreichen Spielern bedeutet ein hoher Mafi-Wert, dass sie TAG spielen, ein geringer, dass sie LAGGy sind.

2. Stars-Software

Wir stellen unter Optionen die Hand History auf Englisch um, damit wir Hände, die uns interessieren, später leicht konvertieren können. Ausserdem stellen wir ein, dass die Hand Histories immer auf unserem PC gespeichert werden.

Wenn wir in einem Turnier nun eine interessante Hand gespielt haben, mit der wir uns später noch beschäftigen wollen, copy-pasten wir sie im Spiel einfach schnell in ein Schreibprogramm, um sie dann vielleicht später im Handbewertungsforum diskutieren zu können.

Und wir wählen unter „Optionen“ → „Von Suchfunktion ausschließen“ - warum das?

Weil die PokerStars-Suche ( Rechtsklick auf den Gegner) einfach zu viele Informationen liefert. Wir ( und ohne den Ausschluss halt auch unsere Gegner) sehen so auf einen Blick, an welchen Tischen der andere sitzt – und das ist immer meine erste Aktion bei einer wichtigen Entscheidung.

Single-Tabler sind meistens Fische.

20-Tabler spielen logischerweise automatisch irgendein Standard-ABC-Spiel und wissen um uns nur über Stats => wir können sie potentiell abusen mit ungewöhnlichen Moves.

Ansonsten halt gesunder Menschenverstand: wenn jemand 2-tabled – eins das Big 5.50 – eins ein 0.10/360 Multi-Turbo werde ich zu einem andern Schluss kommen, als wenn er parallel drei 109$-Turniere spielt ( und ja beides kommt vor, sogar durchaus häufig).

Wer sich von der Suchfunktion ausschließen lässt, weiß zumindest um diese Problematik – auch das eine Art von Hinweis.

Man kann auch einige Reads durch sowas wie die Nationalität, den Nick und das Avatar-Bildchen gewinnen, aber das führt glaub erstmal zu weit.

Genug – das nächste Mal zum Spiel. :)


Antwort
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91 Antworten
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Habe mir erlaubt dein Posting mal aus dem Thread zu entfernen und in ein neues Thema zu verschieben. Wäre schade wenn das Posting einfach untergeht. Werde mich zu einem späteren Zeitpunkt dann auch dazu äussern :)

Gruß,
Asaban


Antwort
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Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

2. Die frühe Phase des Turniers

Ein Großteil unserer Gegner am Tisch und auch wir haben mindestens so 30-50BB, eher sogar ++deutlich+ mehr. In einem der Big-Irgendwas-Turniere auf Stars sind das i.d.R. so knapp die ersten 1.5 Stunden.

A. Pre-Flop-Spiel

a.) First-in

First-In raisen wir jede Hand, die wir spielen wollen – limpen ist verboten!( wird man eh nur ständig isoliert auf den Mikros sonst).

Meine Ranges dabei ( wir werden allgemein ein sicher sehr tighter Spieler sein):

aa.) Aus Early Position: 22+,AQs+,AQo+ (8.3%)

( Die sehr kleinen Pockets sind dabei meine ( sehr kleine) Bluffing Range, die meine Value Range beschützt, also spielen wir sie dann auch nicht nur auf Set Value. Sicher Geschmackssache – ich bin es gewohnt, mit 33 oop und 3-ways auf einem A75-Board zu spielen und mag es, dass ich dabei immer leicht einschätzen kann, wo ich stehe. Etwas was ich z.B. mit Ajs oft nicht könnte. Was ich wirklich hasse, ist Domination, weil ich dann meistens 2 Straßen bezahlen muss. Aber das ist sicher Geschmackssache – wem z.B. 76s eher taugt als 33, der möge das nehmen).

ab) Aus Middle Position: 22+, ATs+, KQs, ATo+, Kqo (12.0%)

( Hier sind wir ungewöhnlich tight ( gerade vom Hijack) , aber durchaus bewusst. Gerade aus Middle Position kriegen Raises auf den Mikros m.E. sehr geringen Credit – wenn sie callen würden, wäre es ja fein, aber man bekommt gerade da einfach zu viele Reraises).

ac) Vom CutOff: 22+, A2s+, K9s+, Q9s+, J9s+, T8s+, 98s, 87s, 76s, 65s, 54s, A9o+, KTo+, QTo+, Jto ( 24.3%)

ad) Vom Button: 22+, A2s+, K3s+, Q7s+, J7s+, T7s+, 96s+, 85s+, 75s+, 64s+, 54s, A2o+, K8o+, Q9o+, J9o+, T8o+, 98o ( 42,1%)

( Da wir allgemein eher tight spielen, können wir es uns leisten, hier looser zu werden – nach meiner Erfahrung dauert es ewig, bis jemand bemerkt, dass wir auf CO und Button deutlich liberalere Standards haben als sonst und welche Hände wir allgemein bereit sind, so in Position zu spielen.)

ae) Aus dem SmallBlind: ( siehe ac) vom Cutoff) – ein wenig fürs Image das. Die Blinds sind in dieser Phase ja an sich ziemlich wurscht. Es gibt glaube ich einfach keinen bessereren Weg für ein rockiges Image ( was wir zwar teilweise sicher verdienen, aber ganz gut abusen können) , als dem BB gelegentlich nen Walk zu geben. Und oop mit Semi-Trash gegen ne Random Hand zu spielen, macht halt auch nicht so viel Spaß ;) .

Dieser kurze Text hat sehr lange gebraucht, weil ich die ( „was ein Fisch!“-Rufe bereits förmlich vor meinem geistigen Auge sah) – aber ja – so spiele ich tatsächlich . Und das Aufschreiben gab mir auch bereits einige Ideen zu möglichen Verbesserungen für die Zukunft ;) . Aber ich denke trotzdem, dass es nicht das schlechteste SHC wäre für viele MTT-Newbies und deutlich besser als das, was viele spielen.

Die weiteren Teile werden wohl reg-verträglicher werden, wenn auch vielleicht langweiliger .


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JulesFermin
Beigetreten: 26.05.2010
PokerStrategist

sehr schön, danke für die mühen!


Antwort
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sieht gut aus bis jetzt, ich warte mal ab mit weiteren Kommentaren wie das hier weitergeht (weiter early oder Postflopplay oder so..)

(Ist OPR.com denn eingentlich erlaubt während man bei Pokerstars Turniere spielt? - Haben die das u.a. auf Sharkscope nicht auch gesperrt?)

Gruß Alex


Antwort
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Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

b.) Jemand limped vor uns.

Limper sind meistens schwach ( in jeder Bedeutung des Wortes), und egal aus welcher Position.

Gelegentlich limped jemand sowas wie AQ oder Ajs, also ganz vergessen darf man diese Möglichkeit nicht in der Hand, aber das ist wirklich sehr selten ( und was ich wirklich ++ewig++ nicht mehr gesehen habe ist, dass jemand AK,KK+ aus Early Position limped, was es früher häufiger gab - das kann man als Möglichkeit m.E. praktisch wirklich vernachlässigen).

ba.) Bei +einem+ Limper openraise ich +grundsätzlich+, als gäbe es ihn gar nicht ( nur die Raisesize ein wenig größer, dazu später mehr), natürlich außer von CO und Button, wo wir unsere Ranges halt anpassen müssen.

Vielleicht so:

CO/Button:

Raise: 22+, ATs+, KTs+, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s, ATo+, Kqo ( ca.15%)
Limp behind: A2s+, 54s ( ca.2.7%)

Zusätzlich limpe ich i.d.R. auch aus Middle Position ein paar weitere spekulative Hände mit, in der Hoffnung, dass es ein allgemeines Limp-Fest gibt, wir treffen und eine gute Auszahlung bekommen, sowas wie:
KJs-KTs, QTs+, JTs, T9s, 98s, 87s, 76s, 65s ( ca.3%)

Aber das lässt sich m.E. wirklich nicht in ein Standard-Sheet pressen, es geht nur um eine Tendenz – wir müssen unsere Gegner hier einfach beobachten – zum einen welche Range ein häufiger Limper denn wohl wirklich hat, zum anderen und eher noch wichtiger:

wie häufig müssen wir an unserem Tisch mit Raises +hinter+ uns rechnen? Limpen ist auf unseren Levels ganz allgemein ein eher riskantes Geschäft geworden heutzutage – so wie wir selbst gerne Limper isolieren, machen das auch viele unserer Gegner gerne. Dabei gibt es etliche, die m.E. viel zu weite Ranges „squeezen“, besonders aus den Blinds merkwürdigerweise ( einfach weil sie diesen Move so mögen?! ;) - und den kennt wirklich einfach jeder) - es ist halt trotzdem nicht möglich, sich dagegen z.B. mit 98s sinnvoll zu verteidigen.

bb) Mehrere Limper vor uns

Diese Situation ist fast noch gegner- und tischabhängiger – auch hier kommt man um das Beobachten des Tisches nicht drumrum. Hier wird besonders die Frage interessant, wie oft die Limper dann Raises callen und wie oft sie folden.

Allgemein nehmen wir halt unsere Range und schauen, mit welchem Teil wir uns einen Multiway-Pot wünschen – und mit welchem wir die Gegnerzahl preflop eindeutig reduzieren wollen. Je nachdem limpen wir mit oder raisen.

Wenn zwei Fische vor uns limpen, können Ats auf dem Button preflop die Nuts sein, die wir ganz sicher raisen – bei starken Gegnern kann ihr Nut-Potential wichtiger sein und wir limpen mit – ich hoffe, das ist so nachvollziehbar.

Eine besondere Situation entsteht im SB, weil wir mit Limpern vor uns gute Odds zum Callen kriegen. Ab 1:7 calle ich aus dem SB ungefähr meine Button-Opening-Range – ab 1:9 any 2 und hoffe auf den Traum-Flop oder meine Gegner post-flop ausspielen zu können ;). Diese Anforderungen muss man allerdings anpassen, wenn einer der Limper short ist – weil wir gegen Shorties unsere Equity postflop kaum realisieren können.

bc.) Min-Raises vor uns

Min-Raiser sind in in aller Regel einfach dasselbe wie Limper und werden von mir auch ganz genauso behandelt.
Hier hilft uns mal wieder OPR – einige unser stärksten Gegner min-raisen nämlich bereits ihre ValueRange in der frühen Phase, das ( und sie) nehmen wir dann sinnvollerweise ernst und behandeln es wie einen „echten“ Raise, bevor wir konkret mehr wissen über ihre Ranges.
Aber die allgemeine Regel, dass Min-Raises pre-flop schwach sind, stimmt halt meistens einfach mal.

Das stimmt +besonders+, wenn Fische manchmal groß raisen preflop und manchmal minraisen ( Vorgriff auf ein weiteres Thema) – ihre Minraising-Range ist dann fast noch schwächer als die üblichen Limping Ranges – sie haben dann fast immer Trash, und wir können sie noch deutlich großzügiger isolieren.

Wenn vor uns Minraises ge-coldcalled werden, kriegen wir in den Blinds oft sehr gute Odds für einen Call.

Im SB unterstelle ich mit schwachen Händen i.d.R. einen Call des BB hinter mir und schau dann, ob ich die Odds kriege wie in bb.)
Aus dem BB analog.

Das zur Pre-Flop-Limperei in der frühen Phase unserer MTTs ;) .

Zu deinen Fragen/Kommentaren, EquityMe:

a.) OPR ist auf Stars erlaubt.
b.) Ja – mir wird es in dieser sklavischen Reihenfolge grad auch eindeutig etwas langweilig – ich schreib hier ja kein Buch ;) - ich werde mir also die Freiheit nehmen, Themen die mich interessieren vorzuziehen und die strikte Reihenfolge aufgeben. :)

LG
Weynard


Antwort
Zitat

Hat mir bis jetzt sehr viel Spaß gemacht zu lesen. Hoffe du findest die Motivation, alle wichtigen Punkte mal anzuschneiden _thumbsup:


Antwort
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Bitte mehr davon :)

Gerade das Thema Chips sammeln und Stack aufbauen interessiert mich besonders. Du machst das echt wirklich sehr sehr gut.


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smokinnurse
Beigetreten: 26.03.2007
Oldschool Grinder

@OP
durchschaust du eigentlich das prinzip der OPR-rankings?
mir ist das bislang nie wirklich klar geworden
früher hab ich auf ranking gar nicht geschaut, jetzt ist es eine der wenigen offenen infos und ich versuche, mir einen rein darauf zu machen

wenn ich von ein paar vergleichswerten ausgehe, fängt der gute reg eher bei 97% an
aber kann mich da auch irren


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Floridachris
Beigetreten: 23.08.2006
PokerStrategist

Gefällt mir sehr gut.


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Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Hi Weynard,

werde chronologisch vorgehen und gewisse Aspekte herausheben bei denen ich noch ergänzend etwas schreiben möchte oder die meiner Meinung nach problematisch sind.

Zunächst der Teil zu OPR:
OPR ist ein nettes Tool - allerdings schwer up to date zu halten wenn man mehrere Tische spielt. Hier hilft es dann ggf nur besonders auffällige Spieler nachzuschauen. Erst im Late Game schaue auch ich mir dann genauer an gegen wen ich spiele.

Hierbei ist dann aber Vorsicht geboten. Eine Wertung von 70% KANN bedeuten, dass der Spieler eher schwach einzuordnen ist. Allerdings kann es auch sehr leicht nur Varianz sein. Ein passendes Beispiel wäre shaundeeb:
OPR Shaun Deeb

Zweifelsohne ein herausragender Spieler. Aber auch er hatte ein ganz schwaches Jahr. Wäre dies sein erstes Jahr unter diesem Nickname/auf dieser Seite gewesen hätte eine Einschätzung also fatale Folgen haben können. Imo kann OPR daher nur als Indikator dienen - die Beweisführung über die Skills der Gegner muss aber auf anderem Wege geführt werden.

Problematisch ist OPR insbesondere auf Pokerstars. Zum einen sind die Teilnehmerfelder sehr groß und die Varianz somit gigantisch. Zum anderen ist ein Großteil der Stats seit kurzem nicht mehr sichtbar und eine Einschätzung der wenigen Informationen daher schwerer. Hier muss man Vorsicht walten lassen!

Anzahl der gespielten Tische:
Wenn ein Spieler beispielsweise lediglich 4 Tische spielt (oder auch nur einen) kann das auch bedeuten, dass er noch auf diversen anderen Plattformen Tische auf hat. Die Einordnung kann also nicht eindeutig vorgenommen werden sondern erneut nur ein weiteres Indiz liefern.

Das SHC
Für die kleinen Limits (und an die richtet sich dein Guide ja) durchaus brauchbar und gut. Ggf ein paar Axo durch mehr Axs ersetzen, einige suited connectors mit einbauen da diese eine tolle playability haben und dafür aus dem BU marginal abtighten - das kann dann aber jeder für sich entscheiden.

Minraise eines Gegners vor uns
Sehe das nicht zwangsläufig als Schwäche - auch nicht wenn es verhältnismässig early stattfindet. Keinesfalls würde ich es mit einem open limp vergleichen. Auch muss ein Betsizing-Tell nicht zwangsläufig in die von dir angesprochene Richtung gehen. Ganz im Gegenteil könnte ein Gegner auch seine schwächeren Hände mit 4BB open raisen, AA hingegen nur für 2BB. An dieser Stelle wäre ich mit einer vorschnellen Bewertung also vorsichtig.

Kurz zum technischen Aspekt:
Ich würde dir empfehlen ein Inhaltsverzeichnis zu erstellen. Du könntest beispielsweise die vorgesehenen Kapitel schon vorab komplett planen und diese dann verlinken sobald sie verfügbar sind (somit behälst du eine feste Struktur bei und kannst gleichzeitig beliebig zwischen Themengebieten springen).

Alternativ verlinkst du einfach nur die vorhandenen Kapitel in einer Übersicht. So kann man dann gewährleisten, dass eine gewisse Übersicht bestehen bleibt. Als Ort bietet sich natürlich dein Ausgangspost an.

Gruß,
Asaban


Antwort
Zitat
Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

Hi Asaban,

zunächst vielen Dank für dein Feedback.

1.
Zu OPR und Shaun Deeb ( und den 99%-Leuten allgemein): zum einen sind das halt eh nur Anhaltspunkte, zum anderen bewerte ich das allgemein eh deutlich großzügiger - wer *irgendwann* mal wie er absurde 99.99% ( oder gern auch ein „klein“ wenig weniger) erreicht hat, kann dann gerne auch mal ne Weile 60% haben, ohne dass ich ihn plötzlich für nen Fisch halte. :)

In seinem schwachen Jahr hatte er beispielsweise eh nur 687 Tuniere, keine große Samplesize.

@smokingnurse: ne, ich habe auch keinen Plan, wie sie das genau berechnen, und es ist schwierig genauer nachzuvollziehen, da nicht mehr alle Infos für alle angezeigt werden, die nicht OPT-IN gewählt haben. Was sie aber offensichtlich tun, ist über Buy-Ins zu normalisieren ( so dass dann auch "kleine Pros" auf 5-Dollar-Turnieren hohe Werte haben können - und Ausreißer teilweise rauszurechnen). Ich bin da selbst auch eher pragmatisch: die Infos sind allgemein nützlich im Spiel und selten genug irreführend ( gut genug für mich).

2.
Ich gebe dir an sich sicher recht, Asaban, dass man das mit "OPRen" nicht übertreiben darf. Viel wichtiger als so Werte abzufragen, ist immer das konkrete Spiel am Tisch zu beobachten, und das ist auch wichtiger als das. In der ersten Stunde eines Turniers mache ich es daher nur sporadisch oder bei Interesse. Aber es geht trotzdem viel schneller und unproblematischer als du denkst – in den ( vielen) Händen, die ich ( laut SHC :p) „fast-folde“, „opre“ ich halt geschwind einen Spieler an meinem Tisch => nach 8 Händen habe ich den jeweiligen Tisch komplett – wenn man es gewohnt ist, einfach Teil der Tischroutine.

Zu Stars und OPR: alle wichtigen Stats sind doch noch da?! ABI wäre nett, zugegeben, aber ich finde das so immer noch sehr nützlich.

3.
Zum Multi-Tablen und zum Min-Raisen:

das sind halt alles statistische Aussagen – das stimmt ganz sicher nicht immer, aber oft genug, um einen ersten Anhaltspunkt zu liefern und viel besser als raten.

Es ist dabei gar nicht so wichtig, dass es ganz sicher einzelne Fische gibt, deren Minraises genau das Gegenteil bedeuten, oder dass es Gegner gibt, die auf Stars 1-tablen und trotzdem riesig stark sind – für die große Mehrzahl unserer Gegner ist es trotzdem ne sehr gute Erfahrungsregel, zumindest auf „meinen“ Limits halt.

( Z.B. sind sicher auf Stars statistisch auch Leute mit Avataren von kleinen Kindern allgemein Fische, oder Leute mit absurden Zahlen in ihrem Nick – und beides habe ich dabei auch selbst ( kein Gegenbeispiel zugegeben) – und ich habe kein Problem, auch das allgemein als leichten Read für mich zu nutzen, auch wenn es halt nicht überschätzt werden darf. )

4.
Zum technischen Aspekt:

Ich fühlte mich allgemein ein wenig wohler als n-ter Poster im „Schlag den Fisch“-Thread und dachte, ich kann das im 1-Post-pro-Tag-Tempo abhandeln, ohne übermäßige Systematik und rein zum Spaß – und bin dann in so 14 Tagen durch, weil mein eigenes MTT-Wissen halt eng genuge Grenzen hat. ;)

Außerdem bremst mich momentan halt schon ein wenig, wieviel besser als ich ein großer Teil meiner Leser spielt .

Aber: Mann oder Memme? Jetzt werde ich auch versuchen, es irgendwie durchzuziehen. Und ich werde mich auch um irgendne Art von Systematik bemühen – aber es wird halt ganz sicher nicht sowas Ordentliches wie ein Buch oder so – sonst würde Kapitel 3 (?!) wohl nie erscheinen. ;) Ich werde es vielleicht lieber am Ende ordnen dann.

Die Vorstellung ganz ordentlich als nächstes ( „Der Gegner raised vor uns“ ) zu behandeln, war jedenfalls dieses Wochenende gruselig genug, dass ich lieber nicht weiterschreiben wollte. :P

LG
Weynard


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Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Nur kurz zum letzten Absatz:

Ich dachte eher daran dass du es gedanklich durchstrukturierst. Beispiel:

A. Allgemeine Erläuterungen

B. Vorbereitung und Tipps
-B1. OPR als Hilfsmittel
-B2. Table-Search

C. Early Phase
-C1. Open Raising in der Early Phase
--C1.1. SHC
-C2. Das Spiel gegen Open Limper
-C3. Das Spiel gegen Open Raises
-C4. ...

D. Mittlere Phase

E. Späte Phase

F. Resteals

G. Sonstiges

H. Abschliessende Anmerkungen

Dies könntest du also schon komplett durchstrukturieren, auch mit Themen die noch gar nicht behandelt wurden. Hierbei müsstest du dann lediglich die grobe Struktur vorgeben (A., B., C.) oder auf Wunsch auch etwas tiefer ins Detail gehen wenn du schon bestimmte Vorstellungen zur Schwerpunktsetzung hast. Steht die Tabelle erst einmal gibt es dann keine Notwendigkeit chronologisch diese abzuarbeiten. Du kannst einfach bearbeiten wonach dir gerade der Sinn steht und dies dann entsprechend in der Übersicht ausstrukturieren (C1, C1.1, C2 etc) und verlinken. Die Verlinkung braucht man hierbei nur auf C setzen. Sofern Teil C mehrere Teile hat (mehrere Postings umfasst) unterteilt man in Unterkapitel und verlinkt diese.

Sieht jetzt erstmal nach viel Aufwand aus - allerdings behälst du so auch selbst die Übersicht darüber welche Themen du schon hast und welche dir noch fehlen. Ausserdem kannst du sofern dir etwas in den Sinn kommt dies entweder sofort angehen oder einfach entsprechend als Unterpunkt in der Übersicht vermerken und später dann darauf zurückkommen.

Wenn du Probleme hast was das erstellen der Tabelle oder die Verlinkung einzelner Posts angeht kannst du mich gerne anschreiben. Bin auch gerne bereit dich bei deinem "Projekt" zu unterstützen - bei Bedarf einfach in Skype melden. Ist natürlich alles nur ein Vorschlag und am Ende bleibt es dir überlassen. Ich bin auch in der jetzigen Form schon sehr dankbar für deine Postings (und ich denke das geht den meisten Usern ähnlich).
Für den Leser wäre es natürlich deutlich einfacher die Übersicht zu behalten wenn man eine Strukturierung vornimmt (in welcher Form auch immer). Deine Posts sind ja über den gesamten Thread verteilt. Du selbst könntest auf diesem Wege eine Struktur für dich reinbringen und diese als Gedankenstütze und Inspiration nutzen.
Einzelne Themenbereiche könnten durch eine Strukturierung sogar ggf von anderen Membern bearbeitet werden (sofern das für dich überhaupt vorstellbar wäre).

Abschliessend möchte ich dich noch ermutigen weiterzumachen. Bislang ist das alles sehr gut und man kann es nicht kritisieren. Man sollte dabei immer im Auge behalten was die Zielgruppe ist. Sollte tatsächlich mal ein Fehler auftauchen oder sollten andere Spieler deine Meinung nicht teilen so kann man das jederzeit diskutieren und du kannst es ggf ausbessern. So verbesserst du dich selbst und überprüfst dein eigenes Spiel.

Keep up the good work!

Gruß,
Asaban


Antwort
Zitat
Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

Der heutige Beitrag wird sehr kurz, aber hoffentlich trotzdem ungewöhnlich nützlich. :)

Beim Nachdenken darüber, wie es hierweitergehen soll, stieß ich heute zufällig auf ein analoges ( aber ganz sicher *deutlich* ehrgeizigeres) Projekt im englischsprachigen Bereich, das ich erst mal nur einfach weiterempfehlen kann und den Leuten, die ein wenig Englisch können, zum Lesen wärmstens ans Herz legen möchte: https://www.pokerstrategy.com/forum/thread.php?threadid=194894&threadview=0&hilight=&hilightuser=0&page=1

Von mir selbst mehr zu einem späteren Zeitpunkt.
LG
Weynard


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Zitat
Lickwick
Beigetreten: 26.02.2012
Oldschool Grinder

Hey Weynard,

tolles Projekt, gute Überlegungen und wirklich schöner Stil in Deinen Abhandlungen.

Mach bitte weiter


Antwort
Zitat
Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

F.) Resteals ( mittlere/späte Phase des Turniers bzw. nicht mit deepen Stacks)

a.) Ganz kurz zum Konzept allgemein:

Wenn unser Stack unter eine bestimmte Größe sinkt ( i.d.R. sowas wie 20-25( CSI <=12-15) ) sind unsere strategischen Möglichkeiten gegenüber der frühen Phase deutlich eingeschränkt.

Z.B. können wir preflop mit spekulativen Händen viele Raises nicht mehr callen, weil wir nicht mehr die Implied Odds dafür bekommen, da wir dabei maximal unsere eigene Stacksize gewinnen können und zuviel für den Call investieren müssen.

Aus dem selben Grund können wir sie auch selbst mit schrumpfemden Stack nur noch als Steals openen, da wir nach einem Call meist in einer ziemlich analogen Situation sind.

„Normal“ reraisen ( z.B. als Bluff) können wir allgemein oft auch nicht mehr sinnvoll, da wir dank unseres kleinen Stacks auf einen Push unseres Gegners dann so gute Odds bekommen, dass wir callen müssen.

Dafür gewinnen wir eine neue, ziemlich machtvolle Waffe, solange unser Stack nicht zuweit geschrumpft ist, den Resteal all-in!

Wie sieht die Restealing-Situation konkret aus?

Ein Gegner open-raised vor uns, und unsere Stacksize ist idealerweise das 7-8 ( -10, höchstens11-fache) seines Raises => wir pushen all-in.

Das machen wir mit unseren Monstern und zusätzlich einer Reihe eher spekulativer Hände wie kleineren Pockets, Broadways und Suited Connectors.

Das bringt den Gegner genau bei dieser Stacksize in eine rein mathematisch ausgesprochen hässliche Situation => er muss darauf als guter Spieler ziemlich ehrlich reagieren und sehr viel folden, das gegen unsere konkrete Hand sehr reale Equity hätte => wir gewinnen Chips. :)

Wovon hängt es ab, dass dieses Konzept funktioniert?

1.) Unser Gegner muss irgendeine „Stealing-Range“ haben, also Hände, die er zwar open-raisen aber auf unseren großen Reraise nicht sowieso mit einem Lachen all-in-stellen möchte. ( Daher höchste Vorsicht mit Resteals gegen UTG-Ranges, die oft einfach zu stark sind oder Ultra-Nits. Oder in einem Wort, der

Fold Equity

2.) Wenn unser Gegner dann unseren Push called, wollen wir dann trotzdem idealerweise mit unserer Hand auch gegen diese Range eine sinnvolle

Equity.

D.h. Je besser unsere eigene Hand dabei ist, desto weniger sind wir von der Fold Equity abhängig, sondern die Hand runned halt eh gut gegen die Range unseres Gegners.

3.) Den Gegnern hinter uns – Vorsicht mit Resteals mit Big Stacks oder Shorties hinter uns.

Das für mich selbst überzeugendste PokerStrategy-Video zum Thema ist das von Jonathan Little ( wo ich es selbst das erste Mal +wirklich+ verstanden habe ;) ) :

http://de.pokerstrategy.com/video/13507/

Daneben gibt es eine interessante neue deutschsprachige Serie zum Thema von Mountainman und JayGatsby:

Teil 1:
http://de.pokerstrategy.com/video/24645/

Teil 2:
http://de.pokerstrategy.com/video/25105/

Das ist ein im MTT-Spiel im Verhältnis zu vielen anderen dann doch recht komplexes Thema. Ich kann es dir auch nicht abnehmen, dich damit selbst ausführlicher zu beschäftigen, aber es lohnt auch: endlich mal was, was viele deiner Gegner noch nicht so gut verstanden haben wie du => eine Edge ;)

Es ist daher glaube ich auch kein Zufall, dass so viele Beispiele in den Videos von höheren Limits sind – das Konzept setzt zum Erfolg teilweise ein gewisses Verständnis auch seitens des Gegners voraus.

b.) Resteals auf den Low Limits

Zunächst ein Ausflug auf die echten Mikro-Limits ( 0-ca. 1$ Buy-In) – vergiss das Thema einfach wieder – und zwar ganz schnell!
Die Fold Equity auf deinen Push mit einer eher spekulativen Hand und mögliche Calling Ranges deiner Gegner sind m.E. einfach +reichlich+ unkalkulierbar.
Was man glaube ich dort mit Themenbezug heutzutage profitabel tun kann, ist seine Monster so zu spielen ( weil es sich wohl schon ein bisschen rumgesprochen hat, dass es so was gibt ( also z.B. zwei Limper oder ein Minraiser vor dir, du hast AK,JJ+ und 20BB – stell es einfach rein, falls du das nicht eh schon tust.)

Auf „unseren“Levels gibt es m.E. vor allem 3 Arten von Gegnern bei dem Thema:

a.) die eher sehr starken ( siehe OPR mal wieder):

sie stealen, und sie lassen sich auch restealen, und sie restealen auch uns – nutze dein ( neu?!) erworbenes Wissen und handele ebenso und entsprechend. ;)

b.) die Leute ohne jedes Verständnis zum Thema

Sie sind nicht mehr sehr häufig. Wie erkennt man sie? Sie flatcallen Raises oop mit 13-17BB und zeigen beim Showdown dann Qjs – oft limpen sie auch noch viel, wenn du das +nie+ mehr tun würdest. Muss man halt ein bisschen schaun, wer das denn konkret sein könnte. Gegen sie kann oft sehr gut restealen, weil sie ein All-In pre häufig für ein Monster halten und ultra-tight callen.

c.) Die Maniacs ( die nicht zu den Leuten unter a.) gehören)

Sie stealen und restealen auch gerne, gerade wo sie das doch bei anderen auch sehen – ihre Ranges sind dabei allerdings eher überraschend ;) – sowohl für ihre Resteals als auch für die Calls der Pushes.

d.)der große Rest

Sie wissen, dass es so was gibt ( sie erleben es ja auch täglich/regelmäßig), aber sie verstehen es oft nur teilweise oder rudimentär.

Dein Gegner mag denken:
„Ich raise, und ständig geht irgendein blöder Idiot mit Medium Stack hinter mir all-in, besonders aus den Blinds, mit allem Möglichen. Oft muss ich folden, aber ich kann nicht immer nur mit meinen besten Händen callen, sondern manchmal muss ich auch einfach mutig sein und ihre crappy Reraises callen, sonst schubsen sie mich rum.“

Wenn man die Menge jetzt wieder zusammensetzt, ergeben sich aus meiner Sicht zwei allgemeine Folgerungen für „unser“ Level:

a.) die Gegner restealen eher deutlich tighter, als sie sollten
b.) die Gegner callen dagegen Re-Steals häufig deutlich looser, als sie sollten.

Daraus ergeben sich sehr viele interessante Folgerungen denke ich: z.B. ist ein Resteal mit 89s mit 20BB deutlich unattraktiver als in der „reinen Lehre“, wenn ich damit rechnen muss, dass ich vom open-raisenden Button mit Q9o gecalled werde .. ;) - aber darüber mag jeder selbst ein wenig nachdenken ..

Bis dahin bietet PokerStrategy dir allerdings eine ganz pragmatische Zwischen-Lösung an, die vermutlich erstaunlich gut funktioniert auf deinem Level – die alten Resteal-Tabellen von „Huckebein“. Du findest sie in diesem Artikel:
http://de.pokerstrategy.com/strategy/mtt/1551/1/
( ich weiß nicht, ob und wie sie heute copyrighted sein sollen, dazu muss Asaban was sagen).
Das ist sicher nicht optimal gegen jeden Gegner ( siehe oben), aber +richtig+ schlecht kann das halt in deinen täglichen Turnieren m.E. sicher auch nicht sein.
Dabei würde ich an eurer Stelle +zwei+ Limper vor mir wie einen Raise behandeln.

OK – das zu dem Thema von mir. Ich dachte, ich ziehe mal ein komplexeres Thema am oberen Rand meines Horizonts vor, bei dem bessere Spieler wahrscheinlich ob meiner Darstellung einfach erschaudern werden, aber sonst weiß ich nicht, ob ich mich das je trauen werde und/oder die frühe Phase des Turniers jemals verlasse.

Wenn's mich dann morgen/die Tage beim Lesen selbst nicht zu sehr gruselt, mache ich dann wieder bei den Basics und der frühen Phase weiter :).


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Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Original von Weynard
Bis dahin bietet PokerStrategy dir allerdings eine ganz pragmatische Zwischen-Lösung an, die vermutlich erstaunlich gut funktioniert auf deinem Level – die alten Resteal-Tabellen von „Huckebein“. Du findest sie in diesem Artikel:
http://de.pokerstrategy.com/strategy/mtt/1551/1/
( ich weiß nicht, ob und wie sie heute copyrighted sein sollen, dazu muss Asaban was sagen).

Verstehe die Frage nicht ganz...
Der dazu gehörige Artikel ist derzeit ab Silberstatus verfügbar. Wer also Silberstatus hat kann die Tabellen nach Belieben für den Eigenbedarf nutzen. Eine Verlinkung hier im Forum ist obv unproblematisch.

Gruß,
Asaban


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Zitat
Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

Original von Asaban

Original von Weynard
Bis dahin bietet PokerStrategy dir allerdings eine ganz pragmatische Zwischen-Lösung an, die vermutlich erstaunlich gut funktioniert auf deinem Level – die alten Resteal-Tabellen von „Huckebein“. Du findest sie in diesem Artikel:
http://de.pokerstrategy.com/strategy/mtt/1551/1/
( ich weiß nicht, ob und wie sie heute copyrighted sein sollen, dazu muss Asaban was sagen).

Verstehe die Frage nicht ganz...
Der dazu gehörige Artikel ist derzeit ab Silberstatus verfügbar. Wer also Silberstatus hat kann die Tabellen nach Belieben für den Eigenbedarf nutzen. Eine Verlinkung hier im Forum ist obv unproblematisch.

Gruß,
Asaban

Ich dachte halt darüber nach, ob ich die ( eh nicht übermäßig komplexen) Ranges ;) einfach direkt in meinen Artikel aufnehmen soll und habe dann aus diesem Grund darauf verzichtet. Verständlicher?

Gruß
Weynard


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Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Würde es dann beim jetzigen Stand belassen wollen =)

Gruß,
Asaban


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Zitat

Hm sehr schade. Aufgrund meiner ( aufgrund techn. Probleme ) nicht getrackten Pokeracc. verlasse ich nie den Bronzestatus. Ein Hinweis der angesprochenen Handranhe wäre zumindest mir sehr hilfreich. Ansonsten wieder ein hilfreicher Beitrag.

Danke!


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