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Guide to the Lowstakes

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Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

2. Die frühe Phase des Turniers

B. Das Spiel auf dem Flop

a.) ohne Initiative

aa.) out of position

Wir checken fast immer, um dann auf eine Bet eines Villains entweder zu raisen(!) oder zu folden.
Interessant sind hier nur die Ausnahmen:

aaa.) Das Board ist one-suited und wir haben höchstens 2 Gegner.

Hier donke ich einfach IMMER mit any2 ( auch wenn ich mal den Flush hitte) . Ich bin auch ziemlich sicher, dass das halt einfach +EV ist. In aller Regel kriegen wir halt immer instant Folds und sammeln die Chips ein. Bei Gegenwehr ist die Range der Gegner dann so offensichlich, dass das Weiterspielen echt leicht ist..

Aab) Wir floppen ein Monster und es ist wahrscheinlich, dass jemand anderes auch was Ordentliches hat.

Dann donke ich halt gleich, um etwas Geld in die Mitte zu bekommen.

Aac.) Wir haben irgendwas Zufälliges, checken und ein Gegner bettet vor uns:

Hat der Gegner wenig, bettet er allgemein meistens auch wenig, hat er viel, bettet er viel. Unser erster Gedanke ( wenn wir nicht viel haben und nicht zu viele Gegner in der Hand sind), sollte dann immer sein: wird der Gegner wohl folden, wenn wir ihn raisen? Und wenn nicht auf dem Flop, dann vielleicht auf einem Random Turn?

Wenn die Antwort „ja“ ist, bietet es sich halt auch an, ihn einfach mal gleich zu raisen.

Bettet der Gegner aber groß in uns, spiele ich readless(!) einfach recht konservativ nach Odds and Outs und calle oder folde je nachdem.

Dabei sind die Implied Odds oft einfach ziemlich schwer abzuschätzen. Wenn ich zu irgendwelchen ( relativen) Nuts drawe und mein Gegner noch genug Chips hat, calle ich i.d.R. recht optimistisch auf dem Flop. Ich unterstelle dabei 1.5 Outs für Backdoor Draws ( sofern sie sich nicht ( teilweise) gegenseitig blockieren – dann discarde ich sie halt teilweise) . Ansonsten zähle ich halt die Outs, die mir wahrscheinlich die absolut beste Hand bescheren und nehme sie mal 4 ( ganz als gäbe es keinen River). Nach meiner Erfahrung ist das ne ganz gute Idee, weil die Gegner oft genug bluffen ( und das dann ohne Hit auf dem River abbrechen) , so dass wir den River halt auch i.d.R. preiswert genug sehen werden.

Dabei spielt halt aber immer auch eine Rolle, wie hart ein Flop die von uns angenommene Range von Villain hittet. Ich weiss noch nicht genau, wie ich meine gewöhnliche Einschätzung dazu erklären kann, daher stelle ich das mal zurück.

ab) in position

Wir treffen einen ( vielleicht sehr) schwachen Draw ( wenige Outs) zu den Nuts und der Gegner checked( oder vielleicht min-bettet) zu uns.

Hier wollen wir fast nie selbst betten/raisen, weil ein Re-Raise vom Gegner einfach eine Katastrophe wäre ( wir müssten halt fast immer folden) . Wir wollen weitere Karten billig sehen, und das ist, was wir tun werden.

Allgemein werden wir aber glücklicherweise auf dem Flop meistens die Initiative haben. So dass ich mit b.) dann die Frage von 8Texman9 ernsthaft beantworten kann.

LG
Weynard


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Zitat
mucho69
Beigetreten: 06.08.2007
Oldschool Grinder

Sehr interressant. Ich werde das morgen mal antesten, weil ich in letzter Zeit viele kleine Donkaments auf Party spiele. Super, dass du dir soviel Mühe gemacht hast. :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Welcome back und danke für das neue Kapitel - ist dir gut gelungen :)


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Zitat
Lickwick
Beigetreten: 26.02.2012
Oldschool Grinder

"Ansonsten zähle ich halt die Outs, die mir wahrscheinlich die absolut beste Hand bescheren und nehme sie mal 4 ( ganz als gäbe es keinen River)..."

Äh, wieso mal vier 'als gäbe es keinen River'?

Beispiel OESD: grundsätzlich acht Outs, für den Turn also über den ganz groben Daumen gepeilt 16% Wahrscheinlichkeit. Wenn ich mal vier statt mal zwei rechne, beziehe ich den River doch ein...?

Oder stehe ich gerade auf der Leitung?


Antwort
Zitat

Original von Lickwick
Beispiel OESD: grundsätzlich acht Outs, für den Turn also über den ganz groben Daumen gepeilt 16% Wahrscheinlichkeit. Wenn ich mal vier statt mal zwei rechne, beziehe ich den River doch ein...?

So sieht es aus. Die Chance die Straße bis zum River zu bekommen, liegt dann also bei ca. 32%.


Antwort
Zitat
Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Hatte ich doch glatt überlesen. Du hast natürlich Recht - wenn man mal 4 rechnet dann ist das inkl River.


Antwort
Zitat
Weynard Themenstarter
Weynard
Beigetreten: 29.05.2008
PokerStrategist

Original von Lickwick
"Ansonsten zähle ich halt die Outs, die mir wahrscheinlich die absolut beste Hand bescheren und nehme sie mal 4 ( ganz als gäbe es keinen River)..."

Äh, wieso mal vier 'als gäbe es keinen River'?

Beispiel OESD: grundsätzlich acht Outs, für den Turn also über den ganz groben Daumen gepeilt 16% Wahrscheinlichkeit. Wenn ich mal vier statt mal zwei rechne, beziehe ich den River doch ein...?

Oder stehe ich gerade auf der Leitung?

Das habe ich tatsächlich ein wenig missverständlich formuliert – ich versuche es mal mit einem Beispiel:

Preflop:
Wir sitzen ( alle deep) bei Blinds von 10/20 im Cutoff mit 7h6h und vor uns gibt es bereits zwei Limper – wir entscheiden uns mitzulimpen. Der SB raised auf 80, BB called, beide Limper folden => wir callen.

=> Potgröße: 280.

Der Flop kommt Ah6d2s. SB bettet moderat auf dem Flop und BB called.

Beide können hier readless ganz gut ein Ass halten (SB eher als BB) , so dass wir möglicherweise hinten liegen. Ich vermute allerdings, dass eine 7, eine 6 oder ein Flush mir die beste Hand geben. Dafür gebe ich mir also 6.5 Outs.

Ich wäre hier bereit, eine Bet von 6.5*4=26% der Potsize zu callen. Das ist „optimistisch“ gerechnet, da ja definitiv nicht gesagt ist, dass ich zu diesem Preis dann auch den River sehe. Wenn ich tatsächlich Outs brauche, dürfte ich daher nach der 2/4-er Regel nur bereit sein, 13% zu bezahlen.

Allerdings gibt es drei Gründe, die dafür sprechen, hier nicht so konservativ zu sein:

1.) Vielleicht haben wir ja bereits jetzt eine bessere Hand als SB ( der halt viel Trash halten kann) und brauchen nur gegen den BB Outs. Wenn SB z.B. Ks Qs hält und BB 88, wird dann die Action auf dem Turn häufig Check, Check, Check sein => wir sehen den River umsonst.
2.) Wenn tatsächlich einer der Gegner ein gutes Ass hält, und wir treffen auf dem Turn, gewinnen wir unter Umständen einen großen Pot ( implied Odds)
3.) Auf dem Turn gibt es auch etliche Karten, die wir ganz gut bluffen können.

Wenn wir unsere Outs auf dem Flop einfach mal 4 nehmen, ist das halt eine „Milchmädchenrechnung“, die versucht diese Effekte auf eine im Spiel leicht und vor allem schnell zu berechnende Art und Weise zu berücksichtigen. Das meinte ich hier mit „als gäbe es keinen River“. Ein Grund warum das nach meiner Erfahrung ganz gut funktioniert, ist dass auf unseren Levels auf dem Turn so passiv gespielt wird.

LG
Weynard


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Zitat
Lickwick
Beigetreten: 26.02.2012
Oldschool Grinder

ah, ich hab's geschnallt!


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John432
Beigetreten: 13.02.2010
Poker Player

Bin gerade auf diesen Thread gestoßen und ich bin beeindruckt. Respekt für diese klasse Ausarbeitung.


Antwort
Zitat

Original von Weynard
2. Die frühe Phase des Turniers

B. Das Spiel auf dem Flop

a.) ohne Initiative

aa.) out of position

Wir checken fast immer, um dann auf eine Bet eines Villains entweder zu raisen(!) oder zu folden.
Interessant sind hier nur die Ausnahmen:

aaa.) Das Board ist one-suited und wir haben höchstens 2 Gegner.

Hier donke ich einfach IMMER mit any2 ( auch wenn ich mal den Flush hitte) . Ich bin auch ziemlich sicher, dass das halt einfach +EV ist. In aller Regel kriegen wir halt immer instant Folds und sammeln die Chips ein. Bei Gegenwehr ist die Range der Gegner dann so offensichlich, dass das Weiterspielen echt leicht ist..

LG
Weynard

Hi,

ich verstehe diesen Abschnitt einfach nicht.
Board one Suited. Bedeutet das Board hat eine Farbe. - oder ?
Halte ich dann selber die suited cards dazu ?
Flush geht ja dann nur bei Turn und River Hit und warum ist die Range
bei Gegenwehr so offensichtlich?

Mir scheint ich übersehe das wesentliche. Könnt Ihr helfen ?
thx


Antwort
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Asaban
Beigetreten: 22.09.2006
Elite Grinder

Du donkst diese Boards immer da der Gegner fast alles folden wird. Callen wird er hier lediglich starke Flushdraws (Axs), sowie fertige Flushs. Insofern kannst du dann in Abhängigkeit von deiner eigenen Hand die weiteren Streets easy angehen und weißt genau wo du stehst und welche Hand dein Gegner haben kann.

Gruß,
Asaban


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Badaboombadabang
Beigetreten: 07.02.2010
PokerStrategist

Sehr hilfreicher Guide! Daumen hoch :megusta:


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