2. Die frühe Phase des Turniers
B. Das Spiel auf dem Flop
a.) ohne Initiative
aa.) out of position
Wir checken fast immer, um dann auf eine Bet eines Villains entweder zu raisen(!) oder zu folden.
Interessant sind hier nur die Ausnahmen:
aaa.) Das Board ist one-suited und wir haben höchstens 2 Gegner.
Hier donke ich einfach IMMER mit any2 ( auch wenn ich mal den Flush hitte) . Ich bin auch ziemlich sicher, dass das halt einfach +EV ist. In aller Regel kriegen wir halt immer instant Folds und sammeln die Chips ein. Bei Gegenwehr ist die Range der Gegner dann so offensichlich, dass das Weiterspielen echt leicht ist..
Aab) Wir floppen ein Monster und es ist wahrscheinlich, dass jemand anderes auch was Ordentliches hat.
Dann donke ich halt gleich, um etwas Geld in die Mitte zu bekommen.
Aac.) Wir haben irgendwas Zufälliges, checken und ein Gegner bettet vor uns:
Hat der Gegner wenig, bettet er allgemein meistens auch wenig, hat er viel, bettet er viel. Unser erster Gedanke ( wenn wir nicht viel haben und nicht zu viele Gegner in der Hand sind), sollte dann immer sein: wird der Gegner wohl folden, wenn wir ihn raisen? Und wenn nicht auf dem Flop, dann vielleicht auf einem Random Turn?
Wenn die Antwort „ja“ ist, bietet es sich halt auch an, ihn einfach mal gleich zu raisen.
Bettet der Gegner aber groß in uns, spiele ich readless(!) einfach recht konservativ nach Odds and Outs und calle oder folde je nachdem.
Dabei sind die Implied Odds oft einfach ziemlich schwer abzuschätzen. Wenn ich zu irgendwelchen ( relativen) Nuts drawe und mein Gegner noch genug Chips hat, calle ich i.d.R. recht optimistisch auf dem Flop. Ich unterstelle dabei 1.5 Outs für Backdoor Draws ( sofern sie sich nicht ( teilweise) gegenseitig blockieren – dann discarde ich sie halt teilweise) . Ansonsten zähle ich halt die Outs, die mir wahrscheinlich die absolut beste Hand bescheren und nehme sie mal 4 ( ganz als gäbe es keinen River). Nach meiner Erfahrung ist das ne ganz gute Idee, weil die Gegner oft genug bluffen ( und das dann ohne Hit auf dem River abbrechen) , so dass wir den River halt auch i.d.R. preiswert genug sehen werden.
Dabei spielt halt aber immer auch eine Rolle, wie hart ein Flop die von uns angenommene Range von Villain hittet. Ich weiss noch nicht genau, wie ich meine gewöhnliche Einschätzung dazu erklären kann, daher stelle ich das mal zurück.
ab) in position
Wir treffen einen ( vielleicht sehr) schwachen Draw ( wenige Outs) zu den Nuts und der Gegner checked( oder vielleicht min-bettet) zu uns.
Hier wollen wir fast nie selbst betten/raisen, weil ein Re-Raise vom Gegner einfach eine Katastrophe wäre ( wir müssten halt fast immer folden) . Wir wollen weitere Karten billig sehen, und das ist, was wir tun werden.
Allgemein werden wir aber glücklicherweise auf dem Flop meistens die Initiative haben. So dass ich mit b.) dann die Frage von 8Texman9 ernsthaft beantworten kann.
LG
Weynard