Ich muss mal ein bisschen kritisieren...
Find die Artikel nicht zielführend. Es fängt schon an mit der "S.M.A.R.T-Zielsetzung", das Ziel zu haben mit 1k auf NL100 im Monat und einer 2bb/100 Winrate ist alles andere als smart. Wenn ich expected nur 2bb/100 auf NL100 habe, dann würde ich Poker wohl quitten, oder mir eine neue Variante suchen. Desweiteren sind Geldziele beim Pokern völligst destruktiv, dazu komme ich noch. Und btw. eine 2bb/100 Winrate unterliegt so harten Swings, dass man sich Rücklagen für mindestens ein Jahr bilden sollte, weil die Winrate sehr oft nicht realisiert wird auf 50k Hände.
Der nächste Artikel ist mir an sich zu oberflächlich. Natürlich steht da nichts falsches drin, aber ich habe mich ausgiebig mich Zielen, Motivation, Flow usw. auseinandergesetzt und damit kann man Bücher füllen...
Man kann sich halt Ziele setzen schön und gut, was hier fehlt ist aber eindeutig die Motivation und die Inspiration diese Ziele dann auch longterm umszusetzen. Teilziele sind an sich schonmal ein guter Schritt in die richtige Richtung, aber die dauerhafte Motivation nicht stimmt, dann wirft man schnell alles über den Haufen. Deshalb ist das Geldziel schonmal schlecht. Ein ordendlicher down und man zweifelt, man arbeitet am Geld, nicht am Game. Der Artikel suggeriert halt irgendwo viel zu grinden, bisschen Content machen und die Welt ist in Ordnung (Ziel: 50k Hände Monat, 1k machen usw. ---> nicht gut...)
Durch die Artikel kann man schnell den Eindruck bekommen "ich kopiere mal den Plan aus dem Artikel und crushe dann die Games". FALSCH. Die Artikel sehen aus wie eine Rezeptur und werden imo viele Spieler dahin führen, rezeptartig die Ziele umzusetzen und passiv den Content konsumieren (Vids, Coachigs etc.) und denken das reicht.
Um sich richtige Ziele zu setzen und diese umzusetzen braucht man definitiv die richtige Motivation bzw. sollte man Motivation aus den Zielen schöpfen können, weil Motivation dafür da ist, longterm zu arbeiten an den Zielen, hängt also miteinander zusammen, wird aber imo zu wenig abgedeckt in den Artikeln, bzw. gar nicht.
Ein überspitztes Beispiel, der Masterplan von Udo Lindenberg (egal was man von ihm hält, aber ein Star ist er geworden^^):

So ähnlich (ohne Zeichnungen) sah mein erster Plan aus ein Winningplayer zu werden. Habe mir nicht das Ziel gesetzt "Der beste Pokerspieler der Welt" zu werden, aber hatte damals auch reine Geldziele "NL200 schlagen". Auf meinem Wisch stand als Überschrift einfach "Plan", BRM, Theorie usw. dann gings los. Nunja, ein bisschen ist ja aus mir geworden. Ich habe mich obv auch weiter entwickelt und bin strukturierter geworden. Aber meistens sind meine Pläne nicht aufgegangen, weil die langfristige Motivation gefehlt hat und Geld im Vordergrund stand. Die Sache an sich sollte im Vordergrund stehen und man muss das Game lieben, wenn man diese Einstellung hat, dann setzt man sich auch bessere Ziele (natürlich ist die "S.M.A.R.T." - Formel durchaus nice) und zieht sie vor allem durch und liebt auch die Arbeit daran (die objektiv betrachtet keinen Spaß macht, wenn mans richtig angeht):
z.B.
Longterm:
- Ich bringe auf einer großen Sample (min 500k Hände) innerhalb eines Jahres den Beweis, dass ich die Games die ich spiele auch schlage
- in einem Jahr habe ich alles über mein derzeitiges C-Game herausgefunden und weiß genau wann ich es spiele und wann ich quitten muss
- in einem Jahr ist mein C-Game so gut wie mein derzeitiges B-Game
usw.
(danach alles individuell und jetzt fiktiv)
Einteilung in Teilziele:
- in zwei Monaten habe ich drei dicke Leaks in meinem Game gefunden und einen Plan erarbeitet wie ich sie fixe
- in zwei Monaten schaffe ich ohne Probleme 6 Tische 6max 1,5 Stunden am Stück zu spielen und dokumentiere jede Session, wann mein A-Game aufhört und warum etc.
...
geschafft
...
- ich arbeite so lange an meinem schwersten Leak was ich (oder ein Coach oder Buddy) herausgefunden habe, bis es zu meiner Stärke geworden ist, nach meinem erstellten Plan, danach kommt das nächste ran
- Meine Aufzeichnungen ergeben, dass ich vom A-Game aus folgenden Gründen abschweife: Setups gegen schwächere Spieler, ständig von nem guten Reg ge3bettet werden und in Nuts laufen, wenn ich adapte usw. also neues Ziel: - akkuraten Gamplan ausarbeiten gegen lighte 3better und diesen Plan ins Forum stellen und drüber diskutieren, ob +EV, mehr mit Varianz beschäftigen und herausfinden warum auch setups gut sind die gegen mich laufen longterm
usw. (will mich daran jetzt nicht so lange aufhalten, weil es sehr individuell ist)
Was ich insgesamt schreiben will, ohne Motivation klappt das alles nicht und die angegebenen Zielsetzungen erzeugen keine Motivation subjektiv betrachtet bei mir jedenfalls.
Alle die sich hier ihre Ziele für 2014 gesetzt haben bitte ich darum am Jahresende zu schreiben, ob sie es denn auch geschafft haben und wie. Vor allem Leute die dazu noch eine genaue Winrate angegeben haben, die sie überschreiten wollen.
EDIT: Natürlich kann man die Artikel als guten Einstieg in die Materie nutzen,sie sind ja nicht per se schlecht, wenn man sich noch nie richtig mit Zielen auseinandergesetzt hat und alles ziemlich random macht, aber man sollte dann doch weit über diesen Tellerrand hinausschauen...
EDIT 2: Wenn noch Artikel in Richtung Motivation und Inspiration geplant sind, dann ist einiges nichtig in meinem Post^^