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Vom Grinder zum Anwalt (und zurück???)

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f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007

Nachdem ich jahrelang selber Poker gespielt habe, vorzugsweise auf Stars NL 200, bin ich mittlerweile seit 5 Jahren Anwalt und habe mich auf rechtliche, insbesondere steuerrechtliche Fragen rund um das Thema Poker spezialisiert. Seit fast einem Jahrzehnt erlebe ich es in Foren, aber teilweise auch direkt in der Zusammenarbeit mit Anwälten und Steuerberatern, dass viele rechtliche Aspekte von maximal Halbwissen begleitet wird. Dass gilt insbesondere für folgende Fragen:

Mach ich mich als Pokerspieler strafbar?
Muss ich meine Pokergewinne versteuern?
Darf ich meine Pokerverluste absetzen?
Wieviel Steuern habe ich zu zahlen?
Sollte ich gegenüber Finanzämtern, Krankenkassen und Sozialämtern meine Gewinne offen legen?
Darf ich Geld oberhalb von 10.000 Euro auf deutsche Bankkonten auscashen?
Warum ist die Rechtslage in Deutschland so "unfair" (...ist Sie nicht!)?
...

Da ich mittlerweile zahlreiche Pokerspieler berate und vertrete, konnte ich in den letzten Jahren viel Erfahrung, insbesondere in der "Zusammenarbeit" mit Finanzämtern, sammeln. Diese Erfahrungen würde ich hier gern mit Euch teilen.

Zudem habe ich wieder angefangen, ein wenig in den Lowstakes Cashgame auf dem Handy zu grinden und ab und zu am Sonntag das ein oder andere MTT spielen. Nach 7 Jahren ohne Online Poker "juckt" es wieder ein wenig im rechten Zeigefinger ;)


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418 Antworten
meistermieses
Beigetreten: 31.12.2006

Viel Erfolg!


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Slev1nK
Beigetreten: 13.12.2008

glgl :f_cool:

Wär cool, wenn du die Fragen die du im Openpost geschrieben hast, aus rechtlicher Sicht kurz beantworten könntest :)


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topspit
Beigetreten: 07.02.2008

Darf man hier auch Fragen stellen?

Ich hätte eine: Ich habe 2019 bei einem Live Turnier 6500€ gewonnen (Buy-In 550€).

Dieses spezielle Turniere habe ich schon 3 mal gespielt (2014, 2017, 2019) die anderen male bin ich immer mit -550€ nach Hause gegangen.

Muss ich den Gewinn von 2019 bei der Steuererklärung angeben oder kann man das irgendwie als Hobby „durchgehen“ lassen?


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Brieftraeger
Beigetreten: 15.11.2006

das wird ein interessanter blog! rechtlich, wie du sagst, sehr viel halbwissen unterwegs...


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DiscoStu85
Beigetreten: 12.07.2006

Würdest du sagen , deine Pokerskills helfen dir auch beim "lösen" von juristischen Problemen?


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Sportbernd
Beigetreten: 18.01.2005

Hi Fabia! Könntest Du mal einen typischen Fall skizzieren, wo Du vielleicht die von dir aufgeworfenen Fragen im Ausgangspost etwas beleuchtest? Ich wäre sehr dankbar.


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AngryWhale
Beigetreten: 31.08.2020

Fabian hat auch einen Youtube Channel wo jede Menge erklärt wird:

https://www.youtube.com/channel/UCYuvZ6MbDc2Yj5QfI1j-7lg


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p00s88
Beigetreten: 08.09.2007

Eigenwerbung Lol


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topspit
Beigetreten: 07.02.2008

Original von p00s88
Eigenwerbung Lol

Ja und? So lange er nicht sowas schreibt wie „Sry deine Individuelle Situation müsste ich mir genau anschauen um etwas dazu sagen zu können und dafür berechne ich dir drölfzigtausend Euro die Stunde“ kann er gerne auch Werbung hier machen.

Wäre sicher auch nen Kandidat für Paxis Stammtisch.


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Cheeeer
Beigetreten: 23.05.2008

Wenn die eigenwerbung für den großteils verdammt interessant ist, warum nicht?


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ubetterfold
Beigetreten: 07.11.2010

Lol wer außer die Top pros zahlt denn steuern auf Poker Gewinne?


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Dodekahedron
Beigetreten: 05.04.2007

Dass Poker Glückspiel ist, hat der Captain doch bereits seit 7 Jahren fast täglich bewiesen. Und Glückspielgewinne sind steuerfrei, sagt doch schon der Hausverstand.


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Ravejin
Beigetreten: 21.07.2007

dass-das.de


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perpedes
Beigetreten: 28.09.2006

Gl ex-Grinder 😘
war ne gute alte Zeit🥰


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Onken
Beigetreten: 29.06.2007

Original von Ravejin
dass-das.de

ich glaube, da solltest du mal nachschauen.


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f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007

Original von topspit
Darf man hier auch Fragen stellen?

Ich hätte eine: Ich habe 2019 bei einem Live Turnier 6500€ gewonnen (Buy-In 550€).

Dieses spezielle Turniere habe ich schon 3 mal gespielt (2014, 2017, 2019) die anderen male bin ich immer mit -550€ nach Hause gegangen.

Muss ich den Gewinn von 2019 bei der Steuererklärung angeben oder kann man das irgendwie als Hobby „durchgehen“ lassen?

Entscheidend ist, ob du als Berufspokerspieler angesehen wirst. Aus meiner Sicht ist es in dem Fall relativ einfach zu argumentieren, dass du kein Berufspokerspieler bist. Ich persönlich gebe für meine Mandanten immer die Gewinne gegenüber dem Finanzamt an, jedoch nicht innerhalb der Steuererklärung. Die meisten Privatpersonen und Steuerberater geben die Gewinne innerhalb der Steuererklärung als gewerbliche Einkünfte an. Aus meiner Sicht ist das ein schwerwiegender Fehler, weil dadurch auf Seiten des Finanzamtes die Gewinne bereits als Einkünfte im Sinne des Einkommensteuergesetzes "eingetragen" sind. Die Folge davon ist, dass in der Praxis regelmäßig keine Prüfung mehr stattfindet, ob die Gewinne überhaupt steuerliche Einkünfte sind.

Die Abgabe einer Steuererklärung inklusive Stellungnahme (Offenlegung der Gewinne und Argumentation, warum kein Berufspokerspieler) hat 2 riesige Vorteile:

1. Ich schließe damit aus, dass mir jemals der Vorwurf der Steuerhinterziehung gemacht werden kann.

2. Mein Einkommensteuerbescheid wird bestandskräftig, d.h. eine rückwirkende Besteuerung ist ausgeschlossen.
Anderenfalls habe ich es mit 4; 5; bzw. sogar mehr als 10 jährigen Verjährungsfristen zu tun. Dieses Risiko würde ich nicht eingehen.

3. Die Chance, zumindest in deiner Konstellation keine Steuern zu zahlen, ist enorm hoch.


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f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007

Original von DiscoStu85
Würdest du sagen , deine Pokerskills helfen dir auch beim "lösen" von juristischen Problemen?

Ich habe in meinem Leben insgesamt 4,5 Millionen Hände gespielt. Ich finde, dass Poker einem in so unendlich vielen Bereich des Lebens hilft. Aus meiner Sicht gibt es im Wesentlichen 2 Skills, die man beim Poker lernt:

1. Entscheidungen treffen

Du wirst ununterbrochen dazu gezwungen Entscheidungen zu treffen (Bet; Fold, Check; Limitaufstieg; Limitabstieg; Grinden oder Theorie; ect), die mal richtig sind, aber auch mal falsch. Aus Fehlern lernt man bekanntlich und als Pokerspieler macht man täglich, stündlich, sekündlich Fehler. Dieser Skill hat mir in vielen Bereichen geholfen, auch schon als Anwalt. Ich treffe immer Entscheidungen für meine Mandanten, d.h. ich sag in jeder Beratung ganz klar, nachdem wir die unterschiedlichen Möglichkeiten besprochen haben, welchen Weg ich gehen würde. Auch hier kommt es vor, dass meine Empfehlung falsch sein kann, aber aus der Pokerzeit habe ich gelernt, dass Fehler dazu gehören.

2. Im "Downswing" werden Gewinner geboren

Es ist in allen Lebenslagen das Gleiche, egal ob als Unternehmer, als Anwalt, als Ehemann, als Vater oder als Golfspieler: Wenns läuft, kann jeder performen. Als Pokerspieler habe ich gelernt, insbesondere im Downswing alles zu hinterfragen, doppelt so konzentriert zu spielen, mehr an meinen Stärken zu arbeiten. Je weniger du im Downswing aufgrund der Psyche verlierst, desto erfolgreicher bist du.

Als Anwalt hast du ständig mit Problemen anderer Menschen zu tun. Du bist ununterbrochen in Konfliktsituationen, d.h. gefühlt ist es ein ständiger Downswing. Ich glaube, dass deshalb auch sehr viele Menschen den Beruf nicht sonderlich mögen. Ich mag es, sehe es als Competition und weiß, dass man die schwierigen Zeiten einfach überstehen muss.


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f4bianG Themenstarter
f4bianG
Beigetreten: 05.09.2007

Original von Onken

Original von Ravejin
dass-das.de

ich glaube, da solltest du mal nachschauen.

Rechtschreibfehler wirst du in dem Blog viele finden. Ich schreibe mit mehr als 400 Anschlägen pro Minute, da lassen sich Fehler nicht vermeiden und in dem Blog habe ich keine Assistentin, die meine Schriftsätze korrigiert.

Ich hoffe, dassßs du damit leben kannst ,)


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josch2001
Beigetreten: 25.03.2006

Ich hab dir mal ne Freundschaftsanfrage geschickt. Würde dir gerne mal meine Situation schildern, aber nur als PN.


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