Ich hatte vor einiger Zeit in diesem Thread ein paar Diagramme zur Profitabilität von Semibluff-Raises gebastelt. Nun hab ich mal probiert, das ganze in eine einzige Grafik zu wurschteln, dabei kam folgendes etwas psychedelisches Diagramm heraus:

Erklärung:
Wir befinden uns an Flop oder Turn in einer Headsup-Situation und sehen uns mit einer Bet des Gegners konfrontiert. Die potsize-Achse gibt die Potgröße inklusive dieser Bet in SB am Flop bzw. in BB am Turn an.
Wir halten im Moment die schlechtere Hand, besitzen aber die auf der outs-Achse angegebene Anzahl korrekt diskontierter Outs.
Der Gegner möge auf einen eventuellen Raise unsererseits niemals reraisen und - falls wir eines unserer Outs treffen - auf der nächsten Straße folden (das Diagramm berücksichtigt also keine implied odds).
Wir schätzen außerdem, dass der Gegner auf unseren Raise hin mit der Wahrscheinlichkeit p<sub>fold</sub> folden wird.
Zu den verschiedenen Foldwahrscheinlichkeiten gehört nun jeweils eine im Diagramm gekennzeichnete Linie. Ist p<sub>fold</sub> < 15%, so trifft sie am "Tripelpunkt" auf auf die dick gezeichnete "Call-Hyperbel", wo sie einen Knick aufweist.
An diesem Punkt besitzen die Aktionen Call, Raise und Fold den gleichen Erwartungswert.
Der Schnittpunkt der Kurve mit der potsize-Achse gibt die Potgröße an, ab der ein pure bluff (0 Outs) profitabel ist.
Im Bereich oberhalb der jeweiligen p<sub>fold</sub>-Linie ist ein Raise die profitabelste Option.
Unterhalb der p<sub>fold</sub>-Linie, aber oberhalb der Call-Hyperbel ist ein Call der Zug mit dem besten Erwartungswert.
Unterhalb beider Kurven sollte gefoldet werden.
Im oben verlinkten Thread finden sich übrigens Herleitung, Diskussion und Gleichungen der im Diagramm eingezeichneten Kurven. Außerdem gibt es dort eine etwas andere Darstellung des Sachverhalts in einem Übersichtsdiagramm von Hazz, die möglicherweise der eine oder andere praktischer findet.
Gruß
Larry