Wow...echt sicke Antwort und hat mir auf jeden Fall weitergeholfen. Muss ich mir wohl mehrmals durchlesen, um wirklich alles mitzunehmen, was du geschrieben hast.
eine Frage habe ich aber noch(sollte auch die letzte sein).
Ich mach hier einfach mal ein wenig brainstorming und es reicht, wenn du mir sagst, dass alles korrekt ist ♦ ♦ bzw. auf die Fehler kurz hinweist.
cliffnotes:
a)Frage zur Berücksichtigung der Größe des Flopcalls und der daraus resultierenden Notwendigkeit oft genug am TUrn vorne zu sein
b)Versuch einer Rechnung, bei der die Frage aus a) beantwortet werden soll und ein daraus resultierendes Problem
c) Verständnisfrage zur PSR
a)
Angenommen wir callen den Checkraise und SB foldet.
du sagst, dass es reicht, wenn wir in >50 % der Fälle am Turn eine größere Equity als 25% haben. Aber damit wolltest du sicher nur zeigen, dass ein Call am Flop am Turn noch profitabel weiterzuspielen ist.
Kann man denn eine genaue Zahl bestimmen, die den Betrag berücksichtigt, den ich am Flop investiere, sodass ich am Turn noch "oft genug" vorne liege, um diesen investieren Betrag eben zu rechtfertigen. Wenn ich jetzt am Flop calle und am Turn in 90% der Fälle <25% Equity habe, dann ist ja ein Flopcall schlecht, oder? (ein wohl übertriebenes Beispiel) d.h. ich kann sofort am Flop mucken. ich muss jetzt am Flop nach dem CR noch 8 Dollar investieren und, um auf einen sicheren Turn zu drawen...50% der Turns sind gut, sodass ich da den restlichen Stack (bzw den restlichen effektiven Stack) reinschieben kann und dort eben mehr als 25% Equity habe. Wie kann ich jetzt diese 8 Dolla in meine Rechnung aufnehmen? Wenn ich jetzt statt 8 nur noch 5 dolla zu callen hätte, dann müsste ich ja viel seltener am Turn die nötige Equity haben, gell? Ist in diesem Zusammenhang die absolute Größe des Calls, also die 8 Dolla entscheidend, oder das Verhältnis des Calls bzw des Pots zu meinem Reststack (SPR)? Weil es ja auch nen Unterschid machen würde, wenn ich wir statt 13 $ effektivem Stack z.b. 40 behind hätten.
wobei die SPR die Equity ja ganz außen vor lässt, sodass man damit meine Frage ja eigentlich nicht beantworten kann. Das hieße, dass man die beiden Faktoren kombinieren muss.
b)
Daten:
--> ich muss am Flop 8 $ bezahlen(verbleibt ein effektiver Reststack von 13$)
--> ich muss am Turn in x% der Fälle die nötige Equity von 25% haben, um profitabel pushen zu können.
--> jetzt müsste man doch diese beiden Gedanken in eine Rechnung packen können, damit ich mit propokertools und der Equityverteilung auf den Turns gucken kann, welche Hände ich lieber sofort am Flop falte und welche es weiter zuspielen lohnt.
An sich könnte man jetzt nur die Turnequity und die SPR am Turn in Betracht ziehen und sagen: das Halbe Deck ist schlecht--> in 50% der Fälle, haben wir aber die nötige Equity um ein allin zu callen. Vielleicht reicht es aber, wenn wir in 40% der Fälle die nötige Equity haben? oder noch seltener. Dazu müsste man doch jetzt eigentlich die 8 $ am Flop hinzunehmen und gucken, welchen Anteil das am Pot am Turn ausmachen wird: in diesem Fall ca 30 % ( 24,55/8 ).
Kann man daraus schließen, dass es reicht, wenn ich in 30% der Fälle mehr als 25% Equity brauchen, um am FLop profitabel zu callen?
BSP mit nem checkraise auf 7 $ (Annahme SB foldet)
Pot am Turn: 18,55 $
eff. Reststack: 16,05 $
--> benötigte Equity: 16,05/ (18,55 + 2*16,05) = 31,7%
d.h. durch den kleineren Checkraise und damit eine größere SPR am Turn brauchen wir auch mehr Equity, um dort all in zu gehen.
ABER, wir müssen auch relativ seltener diese 31,7% Equity haben, weil wir ja am Flop weniger bezahlen müssen. Und zwar in 27% der Fälle. Diese haben wir allemal, weil wir eben in 50% der Fälle noch gut 40-50% haben und können am Flop callen.
kann es nicht passieren, dass ich am Flop einen unprofitablen call mache und am Turn ein call wieder profitabel wird, weil der Pot halt so groß ist? Also, dass man sich quasi selbst comittet, indem man am Flop einen falschen Call macht?
Im Prinzip entspricht die Wahrscheinlichkeit, die benötigt wird, um am Turn profitabel allin gehen zu können, den PotOdds, die wir am FLop auf unseren Call bekommen. Wobei mir das insgesamt irgendwie zu wenig scheint..
c)
kurze Verständnisfrage zur SPR: im Prinzip müsste man ja bei einer kleinen SPR schneller broke gehen, weil man ja weniger Equity für nen Call braucht als bei nem großen Stack und damit großer SPR, richtig? Muss man hierbei auch berücksichtigen, dass der Gegner wiederrum seinen großen stack auch nur mit einer sehr starken Hand reinschieben wird, sodass man ja im prinzip eine "noch stärkere" hand braucht? Und daraus folgt, dass man bei großer SPR mehr foldequity hat,oder? (gilt das auch für Fische oder kann man die Annahme treffen, dass die nicht so weit denken:-) ?)
wenn ich dich richtig verstehe, dann ist entscheidend, wie hoch die SPR ist:
--> niedrige SPR: sofort Pushen
--> hohe SPR: Auf Turn warten, und dann entscheiden, wies weitergeht.
(müsste man die SPR dann nicht am Flop nach dem CR berechnen? also nach jeder Bet, die man zu callen hat? oder gilt die SPR immer nur "direkt" nach dem Preflop Play?)
wieder so nen Aufsatz geschrieben:-(
ich hoffe, ich konnte dir meine Gedanken einigermaßen verständlich rüberbringen. Sorry, für die vielen Fragen, die ich versucht habe sogut wie möglich selbst zu beantworten.