ich habe bis Ende Januar viel gecallt, auch aus den blinds, aber vor allem vom CO und BU, insbesondere PP, SC, suited Aces und gute broadways, weil ich dachte, dass meine skilledge + der Positionsvorteil dicke reichen sollten, um diese spots +EV zu spielen.
Ich habe mich inzwischen davon überzeugen lassen, dass das ein großer Fehler ist und man deutlich tighter coldcallen sollte.
Sklansky hat einmal das sogenannte Gap-Konzept diesbezüglich aufgestellt. Es besagt schlicht, dass deine coldcall Range (wesentlich!) stärker sein muss als die openraising Range von Villain. (und damit, dass du eben deutlich weniger Hände coldcallen kannst als er openraist).
(Klar machen kann man sich dies wie folgt: Nimm an UTG openraist 100% - kannst du dagegen jetzt mit 100% callen?! - offensichtlich nein, denn ne Hand wie 32o hat gegen Villains Range nur 32,3% Equity. - selbst wenn du sagst, dank des Positionsvorteils brauche ich nur 48%, so kannst du "nur" 55,35% der Starthände callen! - Das Prinzip trägt sich durch alle Ranges, egal wie eng oder tight sie sind - die coldcalling Range muss deutlich stärker sein als die openraise Range. u.a. deshalb callt man im FL nie als erster nach einem openraise, sondern foldet immer oder 3bettet. - Ganz so extrem muss man bei NL nicht vorgehen, aber es dürfte nicht schaden, sich daran zu orientieren)
Von daher würde ich stark dazu raten sehr, sehr tight zu callen, im Zweifel einfach folden und die Sache hat sich erledigt.
Zudem bieten sich alternativ zum coldcall 3bets, gerade IP an, denn dann hat Villain den Salat, da 3bets OOP zu callen extrem suckt und er erstmal ne Hand haben muss, um preflop broke zu gehen.
Mein Vorschlag wäre also der, OOP in der Tat nur extrem selten zu callen (z.B. mal QQ+,AK als Trap, insbesondere wenn der Gegner extrem viel auf 3bets foldet) und IP auch nur sehr starke Hände coldcallen oder eben 3betten und alles andere einfach zu folden.
Also selbst Hände wie 88 oder KJs oder AJo würde ich gegen nen TAG Gegner nicht callen, man könnte insbesondere die beiden letzten zum 3betten nehmen, aber callen suckt halt, da die Initiative zu haben sehr wichtig ist.
All diese Überlegungen beziehen sich auf halbwegs gute Gegner, die keine klar erkennbaren und damit ausnutzbaren leaks haben.
Weißt du z.B. von jemandem, dass er viel openraist vom CO, fast immer cbettet und am Turn dann fit or fold spielt, dann kann man ihn light am BU callen, um ihn eben zu floaten - aber dazu ist deine Hand ja von völlig untergeordneter Bedeutung, weil du ein großes leak bei ihm exploiten kannst.
Im Allgemeinen, also gegen unknown würde ich wie gesagt tight folden und versuchen so gut wie immer selbst der PFA zu sein.