Ihr kennt das doch sicher alle: Ihr habt einen Film gesehen, am besten sogar noch Geld für die DVD oder die Kinokarte bezahlt und dann kuckt ihr ihn euch an und wünschtet ihr hättet nicht bloß euer Geld, sondern auch eure Zeit wieder, falls ihr es überhaupt den ganzen Film ausgehalten habt.
Ich persönlich hatte dieses Erlebnis schon allzu oft und da hier für gewöhnlich nur über gute Filme, bzw. Filme die ihr mögt geredet wird, dachte ich, es ist Zeit für einen Thread über schlechte Filme und Filme die ihr hasst, auch wenn ihr wisst dass sie eigentlich gut sind.
Endlich könnt ihr verbal Rache nehmen an dem Streifen, der euch und eure Lieblingsschauspieler für geschätzte 90 - 120 Minuten vergewaltigt und gedemütigt habt.(Außerdem ist es viel lustiger Filme zu bashen als zu loben) Aber bitte mit Begründung schreiben!
Ich fang ma gleich an: Star Trek Nemesis
Zunächst erstmal, ich bin großer Star Trek Fan, obwohl, besser gesagt, ich bin großer Star Trek: TNG fan, um genau zu sein.
Ich liebe TNG aus so vielen Gründen. Es war technisch aufwendig genug um nicht lächerlich zu wirken, es war eine Mischung aus den Entdeckungsreisen und den typisch Sci-Fi-philosophischen Fragstellungen aus den Originalserie, hatte aber gleichzeitig spannende storylines rund um die Politik der Föderation, die es in den nachfolgenden Star Trek Serien noch stärker vorkommen sollten.
Star Trek: TNG war also meiner Meinung nach so etwas wie die perfekte Mischung und hatte dazu noch tolle Schauspieler und eine schillernde und interessante Crew, die sogar, die der Originalserie in den Schatten stellt, vor allem da sie nicht nur aus 3 Leuten und 10 Austauschbaren Token-Ethnien besteht.
Auch die ersten 3 TNG Filme "Generations", "First Contact" und "Insurrection" konnten teilweise durchaus überzeugen.
Doch dann kam, einige Jahre später STAR TREK: NEMESIS, mit der Mission die Unendlichen Weiten des Bullshits zu erforschen, und die Franchise nochmal so kräftig zu melken, bevor Lt. Cmdr. Data zu faltig ist und Captain Picard seinen Rollstuhl aus X-Men auch an Bord der Enterprise braucht.
Da aber das Heer aus Star Trek Nerds, die sowieso alles kaufen wo Star Trek draufsteht, von Cmdr. Riker Action-Figuren, bis zu Unterhosen mit nem Bild von Worf, scheinbar nicht genügt, hat man mit Nemesis versucht einen Film zu machen, der auch für Quereinsteiger interessant und verständlich ist.
Das Ziel war also einen Film zu machen der sowohl den Ansprüchen der Trekkies als auch dem ihrer ahnungslosen Freundinnen... ok, Mütter, gerecht wird.
Sie haben es aber geschafft einen Film zu machen, der weder noch schafft; für Trekkies ist es ein einziger Indiana-Jones-und-der-Kristallschädel-artiger Franchise-Rape und für Nontrekkies ist es Pseudogeschwafel, gestreckt auf 116 Minuten und ein uninteressantes Schaulaufen von Crew Membern; so dass man den Eindruck hat dass auf eine Reaktion wie "Hey, kuck, da is Picard! ololol, so ein Zufall!, Kuck mal, wie drollig, jetzt fährt er in nem Dune Buggy, gnihihihi" oder "ROFL, Worf is voll betrunken, gnihihi" oder "OMG boah ey, Riker und Troi sind zusammen, wtf" gesetzt wird.
Srsly, das funktioniert bei Sitcoms und Matthew Macdouchbag Filmen, aber nicht bei Star Trek, allein weil die Star Trek Charaktere für Leute, die nicht TNG gekuckt haben eher langweilig sind.
Naja, bevor ich mit der Tür ins Haus fall, fasse ich kurz mal den Plot zusammen(geht auch ganz fix ;)) : Die TNG crew trifft sich zur Reunionparty oder so auf der Enterprise, sie finden Datas verlorenen Zwillingsbruder, und sie kämpfen Picards bösen Klon...Ja, das ist wirklich der Plot und keine Halloween Folge.^^
Ich hingegen, als TNG Veteran hab unter einem ganz anderen Problem hierbei gelitten... denn Die Charaktere aus der Serie waren nicht da... Ja es waren die gleichen Schauspieler und sie waren auch verkleidet als Picard, Riker und Co., aber sie warens nicht!
Nehmen wir mal das Verhalten von Picard... Picard war immer toternst, er war pflichtbewusst, hielt viel von Regeln und Rangordnung und für ihn kam die Arbeit immer vor dem Vergnügen.
Wenn dann aber jener Picard plötzlich meint entgegen den Föderationsstatuten, die einem Captain verbieten auf Außenmissionen zu gehen, und die er früher immer verteidigt und befolgt hat, plötzlich meint... Scheiß drauf!, Ich geh jetz runter auf den Planeten und fahr High-Speed-Dune Buggy durch nen Lager von Wüstenmenschen, dann fragt man sich doch was passiert ist?... Und diese Frage ist schnell beantwortet!
Hollywood ist passiert!
Und diese These stützt sich auch auf weiteren Beobachtungen. Es kann doch nicht sein, dass 45-minütige Folgen kompliziertere plots haben als ein Film über 116 Minuten.
Im Prinzip gab es 2 Storylines im Film:
1. Picard wurde geklont und sein Klon will ihn töten. Es kommt die Frage auf ob Genmaterial, Erziehung oder der Weihnachtsmann dafür verantwortlich ist was für ein Mensch man ist... Boah, das is ja aber ultraphilosophisch... echt supertiefgründig, und so interessant dass man schier endlose, sich stets wiederholende Dialoge zwischen Picard und seinem Klon, Schinson oder so, braucht... Hier mal kurz ne Zusammenfassung der Endlosschleife:
Picard: Ich weiß du bist im Herzen gut, du bist wie ich!
Picard2: Nö, ich weiß du bist im Herzen böse, du bist wie ich!
Picard: Spieltisch
Picard2: Tischspiel
Hier kommt noch hinzu dass der böse Picard irgendwie unheilbar krank ist, da er die Dolly-Krankheit hat oder so und kA, wenn der Superschurke noch geschätzte 3 Tage zu leben hat, weil er sonst zu Staub zerfällt, dann fragt man sich ob das wirklich der richtige Weg ist um einen guten Superschurken zu haben.
Auf einer Skala der Schurken von 1-10, wobei 1 Freddy Faulig(der komische Typ aus Lazytown) ist und 9.5 Darth Vader, ist er wohl maximal ne 2.
2. Die zweite Storyline, sozusagen der Nebenplot ist die von Data, der seinen verschollenen Zwillingsbruder B4 findet... Jeder vernünftige Trekkie schreit jetzt hier "STOPP!, wieso Zwillingsbruder, es gab doch noch Lore, seinen bösen Zwillingsbruder aus der Serie" Aber irgendwie haben die Nemesismacher das einfach mal untern Tisch gekehrt, nach dem Motto, wird schon keiner gesehen haben. B4 ist also eine recycelte Lore Storyline, es ist genau das gleiche, nur dass B4 dümmer ist... Zuerst vertrauen sie ihm, dann aber stellt sich raus dass er ein traitor ist. Bei der original Lore-Storyline geht es wenigstens noch darum, eine Frage über Gut und Böse und den freien Willen zu entscheiden, auch für Androiden; aber da das ja schon in upgefuckter Form in Storyline 1 drin ist, hat mans einfach gelassen.
Oh und es gab noch eine dritte kleinere Storyline:
Troi wird von nem empathischen Alien geistig vergewaltigt und... ihr ahnt es bereits, auch das kam schonmal vor in der Serie(mehrfach).
Und da wir schon bei "kam schonmal vor" sind, lasst uns zum Schluss des Films kommen.
Am Ende gibt es dann, laut Wikipedia (hab den Film nach 80 Minuten frustriert abgebrochen) einen Showdown bei dem Shinson, nachdem er nicht mehr gewinnen kann, eine Massenvernichtungswaffe zündet; Data opfert sich um die Enterprise zu retten; aber er ist nicht ganz verloren weil er davor sein Gehirn B4 in den digitalen Arsch gestopft hat und so noch ne Sicherheitskopie da ist.
Das unterscheidet sich natürlich stark von Star Trek II: Der Zorn des Khan.
Am Ende gibt es dann einen Showdown bei dem Khan, nachdem er nicht mehr gewinnen kann, eine Massenvernichtungswaffe zündet; Spock opfert sich um die Enterprise zu retten; aber er ist nicht ganz verloren weil er davor sein Gehirn Mccoy in den vulkanisierten Arsch gestopft hat und so noch ne Sicherheitskopie da ist.
Naja, ich hoffe euch gefällt mein Review und dass ihr auch eurem Hass freien Lauf lasst.